[1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

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Avelina di Braida
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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Avelina di Braida » Mi 13. Nov 2019, 13:25

Sie spürte, dass er nah war. Ihre geschärften Sinne verrieten es ihr deutlich. Und da war es fast so weit. Sie konnte förmlich spüren, wie das Clansblut sie antrieb, wie es Gaben entfalten wollte, die ihr bisher verborgen waren. Nur noch einen winzigen Moment, ein letzter Haken, nur ein paar Meter... wenn sie sich jetzt genug konzentrierte...

Der Aufprall des Körpers des Gangrel traf sie hart und warf sie zu Boden. Nach dem ersten Sekundenbruchteil des Schrecks, fuhr sie instinktiv ihre Fänge aus und fauchte ihrem Angreifer entgegen, als sie auf dem Rücken zum liegen kam. Kurz noch wand sie sich unter seinem Gewicht, doch der Klang seiner Stimme ließ das kurze Aufflammen ihrer kainitischen Natur verebben und sie hielt still. Ohne Gegenwehr ließ sie sich über die Nasenspitze lecken, und gab dann leise zurück „Vielleicht wollte ich dich gewinnen lassen?“ (*)
Sie sah ihm in die Augen, und nichts auf ihren Zügen verriet ob sie es ernst meinte, oder flunkerte. Ihr Mundwinkel schob sich in die Höhe und ein doch recht selbstsicheres Schmunzeln legte sich auf ihre Lippen.
„Zudem hätte ich ganz andere Möglichkeiten, wenn es mir wirklich ernst wäre. Aber dann wäre es nur halb so interessant.“

Noch einmal versuchte sie die halbherzig ihre Handgelenke von seinem Griff zu befreien, hielt allerdings recht schnell wieder still. Sie konnte schnell sein, ja. Und mit etwas Übung sicher schneller als sie es gerade war. In Sachen Kraft war er ihr sicher weit überlegen.
„Und ich würde nicht erfahren, was du mit deiner Beute vor hast.“
Noch immer sah sie ihn aus diesen unergründlichen Augen an, in denen trotz des Todes ein lebendiges grünes Feuer tanzte und flackerte.

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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Arash » So 17. Nov 2019, 00:04

Sie fauchte. Da war noch Tier in Ihr. Egal wie sehr sie die Menschlichkeit vor sich hielt. Auch in Ihr war das Tier nicht vollständig verschwunden. Das machte das Spiel interessanter. Vielleicht konnte er es noch mehr hervorlocken. Er sah ihr in die Augen und versuchte zu ergründen, was sie dachte. Aber ihr Gesichtsausdruck war für ihn einfach undurchdringlich. Er leckte sich über die Lippen und grinste. "Ehrlich gesagt bin ich nicht sicher, ob das glauben soll." knurrte er leise, nah an ihrem Ohr.

Leichte Genugtuung durchflutete ihn, als sie spielerisch versuchte sich zu befreien. Er hielt sie nicht mit aller Kraft fest. Darum ging es hier nicht mehr. "Das kann ich gut glauben. Dein Blut hat sicher weitere Möglichkeiten sollte es nötig sein. Aber ich hoffe das du das jetzt nicht vorhast." schmunzelte er. Seine Haltung auf dem Körper der Toreador änderte sich, damit er mehr über ihr hockte und mehr Bewegungsfreiheit hatte. "Eigentlich trinke ich von meiner Beute. Aber eigentlich wehrt sich meine Beute auch mehr." schnurrte er. Wieder grinste er, während er tief den Geruch seiner Beute einatmete. Es gab nicht viel Eigengeruch bei Kainiten, aber trotzdem bildete er sich ein einen leichten Geruch wahrzunehmen.

Ganz nah war sein Kopf nun ihrem Hals und erst glitten nur die Lippen darüber. Diesmal lies er sich mehr Zeit. Sie konnte ihm nicht entkommen. Sie gehörte ihm. Irgendwann gesellten sich die Fänge dazu und kratzten über den Hals...die Haut. Ein leises Knurren entrang sich seiner Kehle. "Ich fange selten so wunderschöne Beute." schnurrte er.

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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Avelina di Braida » So 17. Nov 2019, 19:40

Ob es wirklich Eigengeruch war, oder sein Kopf es ihm vorgaukelte? Womöglich waren es auch die dezenten Duftöle, das leichte Aroma frischer Rosen, das er wahrnahm? Nach wie vor hatte sie die Hände zu Fäusten geballt und versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, als er jedoch sprach hielt sie kurz inne.
„Hast du vor mich als deine Beute zu betrachten? Denn dann sollte ich wohl aufwenden was ich kann, um dich abzuhalten?“ flüsterte sie auf seine Worte, wobei noch immer ihre Fänge zu sehen waren. Oh, sie hatte nicht vor die Dinge, die sie gut konnte zu nutzen. Wo wäre die Herausforderung, wenn sie ihn einfach verzaubern würde? Wo wäre seine Herausforderung? Sie könnte ihn tatsächlich einfach dazu bringen von ihr zu trinken. Wollte sie das? Und wo wäre sein Nervenkitzel?

Und so hielt sie still – man konnte wohl ohne Zweifel behaupten 'totenstill'. Sie wartete auf diesen winzigen Moment, in dem er langsam das Interesse verlor, in dem der Jagdtrieb begann zu verebben. Dabei sah sie ihm in die Augen, ihre Miene weiterhin unlesbar.

Und dann, als sie das Gefühl hatte, dass sein Griff sich ein klein wenig lockerte, als es den Anschein machte als sei er einen Hauch unaufmerksamer, versuchte sie ihn abzuwerfen – ihr war bewusst, dass sie dies nicht schaffen würde, dass sie nicht stark genug war, wenn sie kein Blut einsetzte... was sie nicht vor hatte. Aber vielleicht konnte sie sich zumindest so viel Raum verschaffen, dass sie ihm doch noch einmal entkommen konnte? Im gleichen Moment erinnerte sie sich doch an eine ihrer Gaben, die ihn vielleicht zusätzlich überraschen konnte. Oh, sie war alles andere als gut darin, aber dies war die Gelegenheit solche Dinge zu versuchen, sich auszuprobieren, oder nicht?

Das Gesicht der Rose wandelte sich vor seinen Augen. Es war noch immer ihr Antlitz, aber das Tier war darin überdeutlich. Und nicht nur das. Es war beängstigend, selbst für den Gangrel, der immer betonte Seite an Seite mit ihm zu existieren. Mit gefletschten Zähnen fauchte und knurrte sie ihn an. Nein, mit diesem Tier konnte man nicht koexistieren. Das was ihm entgegen funkelte war einschüchternd, übernatürlich und von Grund auf böse. Und so er überrascht genug war, würde sie versuchen unter ihm hinaus zu schlüpfen... auf die Beine zu kommen... abermals zu fliehen...


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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Arash » So 17. Nov 2019, 22:02

Ihre Stimme hätte eine Gänsehaut über seinen Rücken gejagt, wäre er noch am Leben gewesen. Aber spannte sich sein Körper nur an. Die Lust der Jagd wurde neu entfacht. Tatsächlich war es zu einfach gewesen. Beinahe langweilig. Sie war eine zu einfach Beute gewesen. Wieder leckte seine Zunge unbewusst über seine Lippen. "Jaaa...das ist wahr." erwiderte er flüsternd. "Die Jagd war langweilig...zu einfach...zu Kurz."

Er hob den Kopf an und schaute ihr wieder in die Augen. Ein Lächeln legte sich über seine Züge. Sein Griff wurde etwas lockerer. Was konnte sie noch für eine bessere Beute sein? Er kannte die Fähigkeiten der Rosen kaum. Er wusste wohl das sie ihre Sinne schärfen konnten...aber viel mehr wusste er nicht über sie. Welche Fähigkeiten verbarg sie unter diesem Antlitz. Diesem beinahe unschuldigen Antlitz, welches so schön war.

Plötzlich wurde aus diesem wunderschönen Gesicht eine furchterregende Fratze. Arash war darauf nicht vorbereitet. Geschockt federte sein Körper in die Luft. Weg von diesem Gesicht. Weg von Avelina. Da war es wieder. Das Tier. Es war in Ihr. Furchteinflössend, wild und gefährlich. Eine Beute, die sich zu jagen lohnte. Beinahe lautlos landete er auf den Füßen. Der Waldboden federte leicht nach. Sein Körper hatte sich von ihr abgewandt und dann hörte er das Rascheln von Kleidung und die schnellen Schritte der Rose. Ja sie lief. Sie rannte. Er hielt inne, wollte ihr nicht direkt nach. Diesmal würde es keine Hetzjagd werden. Es wäre dasselbe wie beim letzten Mal. Nein. Diesmal würde es eine Pirschjagd sein. So lies er ihr einen Vorsprung. Lies sie lauf. Er sah ihr nicht nach, sondern blieb stehen. Dafür begannen seine Augen rot zu glühen. Der ihn umgebende Wald wurde deutlicher. Die Schatten bekamen wieder Tiefen und Details traten wieder genauer hervor. Nur noch kurz. Dann würde die Jagd erneut beginnen. Diesmal würde er sie mehr genießen.
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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Avelina di Braida » Mi 20. Nov 2019, 13:38

Die ersten Meter robbte sie über den Boden, befürchtend, dass Arash sie sofort wieder fangen würde. Sie hatte diese Gabe so gut wie nie genutzt, sie mochte sie nicht. Und einschüchternd war sie selbst für gewöhnlich nicht. Es mochte an der Situation liegen, dass es glückte.
Doch der Griff des Gangrels, sein Körpergewicht das sie zu Boden drückte, blieb aus. Und so sprang sie wieder auf die Beine und lief. Sie kannte diesen Wald nicht. Und womöglich war es töricht so tief in ihn hinein zu laufen und Arash sein Vergnügen zu gönnen. Aber ihr war auch bewusst, dass dieses Spiel nicht ganz unnütz war. Sie konnte dabei lernen. Und lernen würde sie müssen, wenn sie in Genua überleben wollte. Die Stadt hatte sich von Anfang an feindlich gezeigt, und es würde sicher nicht besser werden. Nicht nach dem was sie in den letzten Jahren erlebt hatte. Und dann waren da auch noch die Schatten, von denen sie wusste, dass sie kommen würden.

Irgendwann bemerkte sie, dass Arash ihr nicht hinterher rannte. War ihr Antlitz wirklich so furchterregend gewesen? Es war nicht so, dass sie dem Tier damit die Oberhand gab. Sie zeigte es nur als das, was es war. Nicht wie ein Wolf, oder eine Raubkatze. Nein, es war ein Biest, etwas übernatürliches, eine Abscheulichkeit. Mit einem Raubtier hätte sie sich wohl weitaus lieber den Körper geteilt.
Unschlüssig hielt sie inne. Wenn Arash sie nicht verfolgte... wenn er fort war... wie würde sie dann hier heraus finden? Vielleicht ein wenig ängstlich schlich sie hinter einen robusten Baumstamm und schärfte ihre Sinne. Tastete in die Dunkelheit hinein. Die nächtlichen Geräusche des Waldes waren alles andere als leise. Dort hörte sie etwas, das klang als würde eine Maus ängstlich ihren Vorrat anlegen... und da, eine Eule die in die Nacht rief. Eines passte allerdings nicht. Das sich nähernde und noch sehr leise Rascheln, Schritte auf dem Erdboden. Vorsichtig blickte sie um den Baumstamm herum... und zuckte erschrocken zusammen, versteckte sich wieder, als sie die roten Augen in der Finsternis sah, welche näher kamen.
War das Arash?

Sie machte sich so klein wie möglich, versuchte im Schatten der Bäume zu bleiben. Diesmal rannte sie nicht. Sie schlich so gut es ging. Nicht geradeaus. Nein, einen Bogen schlagend. Vielleicht würde sie dieser Weg auch wieder näher zu der Lichtung mit dem Rosenbusch bringen.
Nun, sie versuchte zu schleichen. Von Erfolg gekrönt war das nicht wirklich. Sie hatte derartiges nie für nötig erachtet. Im Normalfall hafteten immer Blicke auf ihr, auch wenn sie unauffällig bleiben wollte. Ihr hübsches Gesicht sowie ihr Körper verhinderten, dass sich Blicke von ihr abwandten. Unter ihren Füßen knackste ein Ast, und mit dem geschärften Sinn des Gehörs hatte sie deutlich den Eindruck es musste durch den ganzen Wald zu hören sein. So erstarrte sie für einen Moment und blickte sich vorsichtig nach diesen roten Augen um. Sich bereit machend abermals zu rennen, sollte er sie entdecken.
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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Arash » Do 21. Nov 2019, 21:42

Arash richtete sich zu seiner vollen Größe auf, als die Schritte der Toreador kaum noch zu hören waren. Noch immer konnte er sie hören, aber sie war weit gekommen. Es wurde Zeit die Jagd zu eröffnen. Auf seinem Gesicht erschien ein Grinsen, welches einem Raubtier nicht unüblich war. Dann drehte er sich um, um der Spur zu folgen. Sie mochte geschärfte Sinne haben und ihn hören oder sehen können. Sie konnte versuchen ihn zu umgehen, aber sie hatte keine Idee wie wichtig es war Spuren zu verwischen, wollte man nicht gefangen werden.

Sein Blick fiel auf den Boden und die Spuren, die Avelina hinterlassen hatte. Dann fuhr er sich mit der Zunge über die Lippen. Die Jagd auch wieder sehr einfach werden. Die Straße aus Spuren, die sie ihm hinterlassen hatte war beinahe so deutlich sichtbar wie die Spuren eines ausgewachsenen Bären. Mit langsamen Schritten folgte ihr und wurde mit jedem Schritt ein klein wenig schneller. Er würde sie nicht direkt anspringen. Diesmal nicht.

Er verfiel in einem langsamen Trab, der ihm früher, als er noch gelebt hatte erlaubte lange Strecken zurück zu legen ohne zu ermüden. Aber diese Erschöpfung kannte er nun nicht mehr. So wurde sein Lauf immer schneller, bis er schließlich auch durch den Wald hetzte. Die Spuren wurden nach einiger Zeit wieder frischer. Er war ihr wieder näher gekommen. Nun ging es darum das Spiel zu spielen in dem er so gut war. Er wich von ihren Spuren ab und verschwand zwischen den Bäumen. Seine Schritte verstummten, während er lautlos durch den Wald pirschte. Leicht geduckt schlich er sich an. Er hatte so eine ungefähre Ahnung wo sich die Toreador befinden musste und bewegte sich nun in kreisenden Bahnen näher auf sie zu. Hatte sie ihn schon bemerkt? Mit ihren geschärften Sinnen nicht unwahrscheinlich. Trotzdem schlich er sich weiter an. Sie bewegte sich nicht mehr. Inzwischen müsste er ihre Schritte wieder hören, aber nein, sie hatte sich versteckt. Ein Fehler den viele Beutetiere machten. Nicht in Bewegung bleiben. Aber meistens waren die Jäger ausdauernder und das hieß, dass sich die Beute eben Tricks bedienen musste, wollte sie nicht sterben. Bei Kainiten galt das nicht. Sie wurden nicht müde. Hier hing alles vom Geschick der des Jäger und des Gejagten ab.

Da war der Saum ihres Kleides. Unter diesem Busch versteckte sie sich. Er berührte vorsichtig die eine Seite des Busches und erzeugte ein Rascheln. Natürlich lenkte das ihre Aufmerksamkeit auf sich, was er nutzte um sie von der anderen Seite er anzuspringen. Zwar hatte sie sich klein gemacht, aber er hatte keim Problem damit sich schmutzig zu machen. Ein siegreiches Knurren entfuhr seiner Kehle, während er wieder versuchte auf ihr zum Liegen zu kommen und sie anzugrinsen.

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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Avelina di Braida » Fr 22. Nov 2019, 16:28

Für eine Adlige, die derartiges sicher nicht gewohnt war, hatte sie sich gar nicht mal dumm angestellt. Aber sie wusste nichts über die Fähigkeiten des Gangrel und seine Gabe in der Dunkelheit zu sehen. Wie sollte sie also ahnen, dass er ihre Spuren mit Leichtigkeit verfolgen konnte? Dies war sein Revier, nicht ihres. Sie war hier vermutlich genauso deplatziert, wie er auf einem höfischen Fest.
Und so geschah, was geschehen musste. Irgendwann verlor sie die beängstigend rot glühenden Augen aus dem Blick, versuchte weiter Distanz zu schaffen, Wege zu gehen, die womöglich eher unwahrscheinlich waren.
Sie musste sich wieder einen Überblick verschaffen, lauschen... und so steuerte sie einen Busch an, der sie verbergen konnte, kauerte sich unter das Blätterwerk und konzentrierte sich.

Die nächtlichen Geräusche des Waldes... und jedes dieser Geräusche konnte er sein. Nein... dies klang nach winzigen, schabenden Pfoten... und das? Ein Fuchs, der lauerte? Das Rascheln auf der einen Seite des Busches ließ sie zusammenzucken und mit einem Satz schoss sie in der entgegengesetzten Richtung aus ihrem Versteck hinaus... nur um Arash mitten in die Arme zu springen. Und da lag sie wieder... der Gangrel auf ihr. Er hatte sie abermals gefangen und es gab keine Möglichkeit ihm zu entkommen.
Aus einem Impuls heraus setzte sie dazu an ihre Gaben erneut einzusetzen um ihm zu entkommen... doch das ergab keinen Sinn. Er würde sie immer wieder fangen. Sie wusste noch nicht einmal wo sie hinlaufen sollte. Vermutlich hätte sie unter anderen Umständen versucht andere Gaben einzusetzen um das Wohlwollen ihres Gegenübers zu erlangen. Aber das war hier nicht nötig, oder?

Tatsächlich frustrierte sie ihre erneute, schnelle Niederlage ein wenig, doch da war noch etwas anderes. Respekt und Anerkennung für seine Talente, die Erkenntnis, dass in diesem scheinbar drahtigen Körper mehr Kraft steckte, als sie erwartet hatte, und... eine gewisse Faszination, in die sich Zuneigung mischte. In ihrem Blick war allerdings doch ein wenig Furcht zu lesen, als sie in die rot glühenden Augen Arashs blickte. Wieder wand sie sich ein wenig unter ihm, nur um festzustellen, dass sein Griff ein wenig wie ein Schraubstock war.
„Du... hast gewonnen.“ ihre Stimme schien ein wenig zu zittern bei der leisen Erwiderung, „Ich... kann dir hier nicht entkommen...“
So hielt sie halbwegs still. Mit dem zerrissenen Kleid, hier und da Erde im Gesicht, und den Strähnen, die sich aus dem Zopf gelöst hatten und in ungezähmten Wellen über ihr Gesicht fielen, sah sie schon längst nicht mehr wie die Adelige aus, die sie war.
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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Arash » So 24. Nov 2019, 19:57

Das rote Glühen in Arashs Augen erlosch und das dunkle Grün kehrte zurück. Er beobachtete seine Beute, wie sie sich fand. Fühlte ihre Versuche sich zu befreien. Nein hier gehörte sie ihm. Seine Beute. Die Furcht in ihrem Blick machte all das nur noch süßer. Die Angst der Beute versüßte den Geschmack des Blutes noch einmal um ein Vielfaches. Nur das er heute nicht von ihr trinken wollte. Nein, es würde nur zu weiteren Bändern führen und das…war zu viel.
In seinem Inneren rumorte das Tier. Es wollte trinken. Wieder den Geschmack des köstlichen Vitaes kosten. Aber nicht heute Nacht. Sein Kopf bewegte sich langsam nach unten. Seine Nase strich über ihre Haut. Er saugte den Geruch ein. schnupperte sich ihre Wange entlang, bis zu ihrem Ohr. „Du brauchst keine Angst zu haben.“ Schnurrte er. Es war ein leises und intensives Schnurren, ganz anders, als sonst. Leicht rau hörte es sich an. Die Erregung der Jagd, oder doch anderer Art? Schwer zu sagen was in diesem tierischen Körper vor sich ging.
Dann hob er seinen Kopf wieder leicht und sah ihr direkt in die Augen. Er schien keine Angst vor ihr zu haben. Auch nicht davor, dass sie noch einmal ihre Gabe einsetzte. Vielleicht war er nun vorbereitet. In den Augen war das Tier zu sehen. Wie immer kurz unter der Oberfläche. Aber es war nicht dort angebunden. Es war nicht darauf aus sie zu zerfetzen. Arash unterdrückte das Tier nicht. Er lies es einfach sein. Offenbar gab es doch eine Art Kontrolle, sonst würde er sich verlieren…oder?
Sein Blick glitt über ihr Gesicht, die wohlgeformten Züge, den Dreck, das Blatt, welches sich in ihrem Kleid verfangen hatte. Ein Lächeln breitete sich über die Lippen aus. „Jetzt siehst du aus, als würdest du leben. Nicht mehr wie eine Statue…man sieht dir an das du heute Nacht gelebt hast.“ flüsterte er, kurz bevor seine Lippen die Ihren berührten. Ungeschickt. Der Kuss war zärtlich aber ungelenk. Kein geübter sinnlicher Kuss, immerhin aber auch kein abschlecken, wie bei einem wilden Tier. Offenbar hatte der Gangrel keine Erfahrung mit dem Küssen. Seine Fänge kratzen über ihre Lippen, aber dann löste er den Kuss wieder, so sie ihn nicht halten wollte. Seine Fänge waren wieder verschwunden und er betrachtete sie aufmerksam, beinahe fragend.
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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Avelina di Braida » So 24. Nov 2019, 23:51

Sie sah in diesem Moment nicht das Biest in ihm. Sie sah tierische Merkmale, die auf sein Eremitentum in der Wildnis zurückzuführen waren. Diese waren etwas völlig anderes als das Biest, das Biest hätte ihr die Kehle aufgerissen, dessen war sie sicher. Aber das was Arash sein Tier nannte, diese Gebärden, sie waren jedem Hund, jeder Katze gegeben. Wie in den alten Geschichten über Romolus und Remus, ein Kind das von Wölfen großgezogen wurde. Das hieß nicht, dass diese Merkmale ihr keine Angst machten. Sie versuchte still zu halten, als seine Nase über ihre Wange glitt. Bilder schlichen sich in ihren Kopf. Sie kannte diese Situation, die Hilflosigkeit, ausgeliefert zu sein, ohne sich wehren zu können. Es war wie damals... oder nicht? Nein, alles hatte sich geändert. Sie konnte sich wehren. Sie war nicht mehr lebendig. Sie konnte ihre Gaben einsetzen...

Dieser Moment der Panik, in dem ihr ihre Vergangenheit überdeutlich in Erinnerung kam, wurde jäh abgebrochen, als sie seine Lippen auf den Ihren spürte. Sie erstarrte einen Augenblick, als wage sie es nicht auch nur einen Laut von sich zu geben, als könnte allein ein Zucken der Wimpern diese Vergangenheit wieder zur Gegenwart machen... doch bei all den ungeschickten Bewegungen, den Fangzähnen die über die weiche Haut kratzten, war der Kuss nicht fordernd und besitzergreifend, sondern zärtlich. Nicht die Berührungen eines Mannes, der sie dominieren wollte, eher wie Benitas Liebkosungen. So lag eine leichte Verwirrung in ihrem Blick, als er sich löste und sie sah ihn ihrerseits fragend an.

War es die ihr angeborene Neugier? Ihr tiefster Wunsch diese zweite Chance, das Unleben zu genießen so gut es nur ging? Die Obsession der Rosen so lebendig zu tun wie nur irgend möglich? Oder lediglich ein Nutzen ihrer Vorzüge, ein geschickter Schachzug um in diesen Nächten zu überleben? Nachdem sie Arash eine gefühlte Ewigkeit in die Augen blickte, schloss sie die ihren und hob sacht den Kopf um den Kuss zu erwidern. Vorsichtig zunächst, wie die Berührung einer Feder, legten sich kalte Lippen auf kalte Lippen. Ein eigenartiges Gefühl. Bisher hatte sie derartiges nur mit den Lebenden geteilt. Forschend intensivierte sie den Kuss ein klein wenig, und während dies geschah konnte er wohl spüren, wie ihre Haut wärmer wurde. Wie das Blut dem toten Körper unter sich den Anschein von Leben verlieh. Doch schließlich ließ sie sich mit einem letzten, sanften Zupfen an seiner Unterlippe zurücksinken. Mit inzwischen leicht rosigen Wangen wich sie seinem Blick aus. Jetzt sah sie tatsächlich aus, als hätte sie in dieser Nacht gelebt. Mit leicht zitternder Stimme, die kaum mehr als ein Flüstern war, schien sie ihm wieder einmal entschlüpfen zu wollen, „Es... ist sicher nicht mehr viel von der Nacht übrig....“ ob das den Tatsachen entsprach oder nicht war dabei zweitrangig.

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Re: [1031] Blut und Rosen [Arash, Avelina]

Beitrag von Arash » Do 28. Nov 2019, 11:47

Seine Lippen lösten sich beinahe unwillig von den Ihren, als sie den Kuss erneut aufnahm. Eine wareme Berührung. Wann hatte er dies das letzte Mal gekostet? In seiner Kindheit...Tia...als sie beide noch lebten...danach?...nie wieder. Es war beinahe berauschend, aber als sich seine Augen wieder öffneten, die sich wie von selbst während des Kusses geschlossen hatten, war die Leichenblässe der Toreador verschwunden. Er hörte ihren Herzschlag, fühlte den Puls an ihren Handgelenken, die er noch festhielt. Nun hatte sie wahrlich in dieser Nacht gelebt.

Ein Lächeln kam über ihre Lippen. "Wir haben noch etwas Zeit aber..." begann erzu flüstern, richtete sich dann aber auf und sah sich um. "Wir müssen dich auch noch wieder sicher zurück bringen." schmunzelte er. Die Magie des Moments war gebrochen. Das Tier erschien wieder in seinen Augen. Deutlicher als noch eben. Er lies ihre Handgelenke los und stand auf. Kurz schnupperte er in der Luft, dann streckte er ihr die Hand entgegeben, um ihr aufzuhelfen, wenn sie diese denn annahm.
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