Als Matteo Aldobrando im Frühjahr 1115 Genua betrat, war er äußerlich ein Mann in den späten Zwanzigern. Gekleidet in die grobe, erdfarbene Kutte eines einfachen Pilgers oder eines reisenden Mönchs, die über die Jahre der Abnutzung und des Staubs ihre Farbe verloren hatte. Der Stoff war robust und praktisch, bot Schutz vor Wind und Wetter und erlaubte ihm, sich in der Menge der einfachen Leute zu verlieren. Darunter trug er einfache Leinenkleidung. Seine Stiefel waren abgenutzt, aber solide, gemacht für lange Reisen. Unter der Kutte würde man eine schlanke, vielleicht leicht hager wirkende Figur erahnen. Er wirkt nicht schwächlich, eher wie jemand, der sich an Entbehrungen gewöhnt hat.
Sein Gesicht, oft verborgen unter der weit ins Gesicht gezogenen Kapuze, hätte jugendlich wirken können, wäre da nicht die unnatürliche Blässe seiner Haut, die fast kalkweiß schien und das Licht eher zu absorbieren als zu reflektieren. Die Jahre des Reisens und der Entbehrungen hatten seine Züge nicht altern lassen, aber sie hatten sie ausgemergelt und schärfer gezeichnet, was die klaren Konturen seiner Knochen noch betonte. Seine Augen besaßen nun eine tiefe, kalte Intensität, die jenseits des Lebendigen zu blicken schien, stets auf der Suche nach den Geheimnissen, die nur der Tod birgt. Sie waren die einzigen, wirklich lebendigen Funken in seinem ansonsten unheimlich stillen Antlitz.
Über seine Schulter trug er eine robuste, etwas in die Jahre gekommene Ledertasche, aus der er bei jeder sich bietenden Gelegeheit ein stark abgegriffenes in leder gebundenes Buch herauskramt.
Spoiler!