[1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

[Juli '25]

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Wilhelmina
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[1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Wilhelmina »

Es war die dritte Woche, in der Wilhelmina und Eugen sich nach Mascharana begaben. Ihr Anblick dort unter den Reichen und Frommen war langsam kein Wundernis mehr. Als sie in dieser Nacht kurz vor Mitternacht an der Kirche San Nazaret ankamen, schickte Wilhelmina Eugen wie üblich fort. Er stromerte dann durch die Gegend, wachen Blickes und aufmerksam für geflüsterte Gespräche.

Wilhelmina schritt durch das Kirchenschiff und liess sich am Rand einer der vorderen Bänke nieder. Mit gesenktem Blick und gefalteten Händen, erweckte sie den Eindruck, innig und tief versunken zu beten.

Nach einer kleinen Weile schlug die Kirchenglocke zur Mitternacht und Wilhelmia erhob sich und verliess die Kirche. Vor der Pforte wandte sie sich nach links, umrundete die Kirche und gelangte so in einen kleinen begrünten Kirchhof. Dort liess sie sicch bedächtig auf einer steinernen Bank nieder und senkte, immer noch mit frommer Miene die Augen und wartete.
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Elias Paterno
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Elias Paterno »

Er war informiert worden über eine Gestalt, die sich nachts um die Kirche San Nazaret herumtrieb. Meist gab es dafür nur zwei Gründe: ein Kirchendieb – oder ein Kainskind, das wie er die Nähe zu Gott suchte, vielleicht sogar bereits gefunden hatte.
In beiden Fällen war es klüger, sich der Sache anzunehmen, bevor der hohe Klerus oder die Wachen Wind davon bekamen.

So stand Elias auch in jener Nacht schweigend im Schatten eines Seitenschiffs. Die Dunkelheit der Kirche lag über ihm sodass sie ihn wohl nicht bemerkte.

Sie kam in Begleitung – und doch betrat sie das Gotteshaus allein. Mit der Haltung einer Gläubigen schritt sie ehrfürchtig bis in die vorderste Reihe, nahe dem Altar, und versank dort ins Gebet.
Punkt Mitternacht erhob sie sich, verneigte sich still und verließ die Kirche. Die Dunkelheit verschluckte sie, als wäre sie nie dort gewesen – doch ihre Schritte auf dem Kies waren deutlich zu hören.
Elias folgte ihr lautlos in den Pfarrgarten, wo sie auf einer steinernen Bank Platz genommen hatte.

Eine große Gestalt trat aus dem Schatten – gehüllt in einen dunklen ledernen Umhang, unter dem ein Kettenhemd leise raschelte. Ein Schwert an der Hüfte, ein Schild auf dem Rücken.
Sein Gesicht war schön, fast edel geschnitten, doch seine eisblauen Augen, kalt und klar, hatten etwas Hypnotisches, als sie auf die junge Frau herabsahen.

Langsam trat er näher, bedacht, sie nicht zu erschrecken, und neigte leicht den Kopf zur Begrüßung.

"Guten Abend, werte Dame."
Seine Stimme war angenehm tief, klang fast warm – und doch verriet der Akzent, dass er nicht von hier stammte.
"Verzeiht, dass ich Euch folge – doch wer um Mitternacht ein Gotteshaus aufsucht, tut es selten aus bloßem Zufall.
Darf ich erfahren, was Euch hierher führt?"
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Wilhelmina
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Wilhelmina »

Als Wilhelmina die tiefe, angenehme Stimme vernahm, hob sich ihr Blick. Als erstes blieb dieser an einem paar blauer Augen hängen. Von einer kühlen Intensität, die sie hätte frösteln lassen, wäre sie noch menschlich. Langsam wanderten ihre Augen über den Mann der vor ihr stand. Sie registrierte seine Waffe und sein Kettenhemd. Sie erhob sich, neigte deutlich ihr Haupt und sagte: "Werter Herr, euer Gewand klingelt ein wenig anders als meines, aber es entbehrt nicht einer gewissen Schönheit. Nun, als ich in dieser Stadt ankam, ergab es sich durch eine glückliche Fügung des Schicksals, dass ich die Bekannschaft mit einem Herren namens Mercurio machte. Er kennt wohl einen edlen Herren, der mein Leiden teilt. Und er gab mir den Rat, dass ich um diese Stunde hier mehr Betroffene treffen könne. Und dass ich hier die Möglichkeit finden könnte, mich offiziell vorstellig zu machen, bei jenen, die mein Schicksal der nächtlichen Schlaflosigkeit teilen. Er sagte mir, dass nach dem Gebet um Mitternacht hier jemand auf mich warten möge, der sich meiner annimmt. Mein Name ist übrigens Wilhelmina. Wie darf ich euch anreden?"
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Elias Paterno
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Elias Paterno »

Elias betrachtete die Frau genauer. Sie atmete nicht und zeigte keinerlei Anzeichen sterblicher Regung. Als sie Mercurio erwähnte, hoben sich seine Brauen leicht. Ein drittes Auge öffnete sich auf seiner Stirn – ebenso eisblau – und richtete seinen Blick auf Wilhelmina.

"Seid gegrüßt, werte Wilhelmina.
Mein Name ist Elias Paterno,
Kind von Giacomo da Cotentin,
Sohn Roger Paternos des Zweiten.

Es scheint, Ihr seid dem Diener des verehrten Blutvogts begegnet. Weshalb er Euch jedoch hierher entsandt hat, entzieht sich meinem Verständnis. Ihr seid nicht die erste Nacht hier richtig? Der Einladung wegen solltet ihr noch eine Weile auf die angekündigte Gesellschaft warten. Doch wenn die Zeit es erlaubt – und Ihr es wünscht –, will ich mich Eurer annehmen und Euch im Anschluss zum Elysium in Ravecca geleiten. Dem, meines Wissens nach, zentralen Treffpunkt der nächtlichen Gemeinde Genuas."


Ein freundliches Lächeln huschte über sein Gesicht, und er entspannte sich ein wenig.

"Doch sagt, Wilhelmina – wer war Eure Erzeugerin oder Euer Erzeuger? Und was wisst Ihr bereits über Eure neue Daseinsform?
Sicherlich seid Ihr nicht eines Nachts schlaflos erwacht, ohne zu wissen, was mit Euch geschehen war – oder etwa doch?"


Ein Anflug von Besorgnis trat in seinen Blick.
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Wilhelmina
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Wilhelmina »

Als sie plötzlich von einem dritten Auge betrachtet wurde, erschrak Wilhelmina merklich. Unwillkürlich trat sie einen Schritt zurück, ihre Nüstern leicht gebläht. Mit großen Augen starrte sie Elias an, und gab sich größte Mühe ihm in die gewohnten 2 Augen zu sehen. "Huch, werter Elias, ich fühle mich gerade wie das berühmte Reh im Laternenlicht. Als würde ich gerade einer Prüfung unterzogen." Sie drehte sich einmal um sich selbst, wobei die Glöckchen und Münzen an ihrer Kleidung leise klingelten, und schaute sich kurz scharf um. "Nun, seid unbesorgt. Mein Erzeuger ist Pjotr. Ich bin seit etwas über 10 Jahren ein Kind der Nacht. Euer Angebot mich zum Elysium zu geleiten will ich sehr gerne annehmen. Denn meine... ähm sagen wir Familie weilt noch in einigen Planwagen vor den Toren von Domus. Ich würde sie gerne bezeiten in der Stadt wissen, da einer dieser Wagen auch mein Zuhause ist. Oh, und ich weile seit drei Wochen in Genua. Mein Diener Eugen sollte noch irgendwo in der Nähe sein." Nach und nach entspannte sich Wilhelmina wieder.
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Elias Paterno
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Elias Paterno »

Elias entspannte sich ein wenig; Wilhelmines Schreckmoment überraschte ihn nur milde.
"Nun, das beruhigt mich. Und macht euch keine Sorgen wegen meines Auges – es ist ein Zeichen meines Clans und steht für unsere Spiritualität.

Was eure Familie betrifft, so wird sie wohl den Weg der Sterblichen durch die Tore der Stadt beschreiten müssen. Vielleicht könntet ihr in einflussreicheren Kreisen der Gesellschaft um Fürsprache bitten, um den Zugang zum Inneren Genuas zu erleichtern – oder überhaupt erst zu ermöglichen.

Ansonsten kann ich euch das Umland Genuas empfehlen. Auch jenseits der Mauern finden sich schöne Orte und Gegenden. Gerade mit einem Planwagen des fahrenden Volkes dürfte es ohnehin schwer sein, Einlass in die Stadt zu erlangen.

Was Eugen betrifft – ist er in Rufweite? Spätestens wenn wir aufbrechen, sollte er sich uns anschließen, da er den Liktoren gemeldet werden muss. Es muss nicht sofort geschehen, doch wenn man etwas erledigen kann, ist ein Aufschub nur ein Zeichen von Trägheit."


Er blickte sich einen Moment um, Ausschau nach weiteren Personen die noch auftauchen würden haltend, dann blickte er sie wieder an. "Aber erzählt doch von euch. Was hat euch nach Genua gebracht und wo kommt ihr her?"
Sein Blick glitt über den andersartigen Rock, die Myriaden von Glöckchen und Paillettenn welche das Kleid bei jeder Bewegung zum Klingen brachten.
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Wilhelmina
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Wilhelmina »

Wilhelmina runzelte ein wenig die Stirn.

"Nun, die Sache mit der Bitte um Fürsprache war mein Plan. Eventuell würde ich um die Erlaubnis bitten wollen noch einen Diener an mich zu binden, einen der in der Position ist, mir diese Fürsprache zu gewähren.Es ist für mich keine Option im Umland Genuas zu leben. Die Stadtwache lässt einen ja nach der Dämmerung nicht mehr hinein und ohnehin würde mich das zuviel Zeit kosten. Da werde ich mir etwas überlegen. Tatsächlich verstehe ich nicht, dass wir mit den Wagen nicht eingelassen werden. In den meisten Städten sind wir gern gesehene Unterhaltung. Und ich habe ja gesehen, dass an diesem Hof der Wunder unzählige Schausteller Buden und Bühnen stehen. Wir verdienen so unseren Lebensunterhalt."

Sie schaute sich nach Elias Worten sein drittes Auge nun etwas genauer an.

"Werter Elias, das finde ich ja höchst interessant. Entweder habe ich noch niemanden eures Clans kennengelernt, oder sie hielten dieses Auge vor mir verborgen. Ja, Eugen hält sich in Rufweite auf, das wird kein Problem sein. Ich bin auch dafür, diese formellen Angelegenheiten zügig zu erledigen. Ich möchte mir keinen Ärger einhandeln oder gar jemanden erzürnen. Ich komme aus dem Gebiet Germaniens, den Kuss empfing ich in der Stadt Bern. Nun das Reisen liegt in unserem Blut, ich war jetzt 5 Jahre lang unterwegs. Ich möchte es ein Mal mit einem festen Wohnsitz ausprobieren. Meine Reise hat mich durch Zufall in diese Gegend geführt. Unterwegs hört man allerhand; so auch, dass Genua derzeit ohne Prinz ist. Vielleicht hatte ich gehofft, dass die Zeit günstig ist, für eine meines Blutes in einer vornehmeren Umgebung Fuss zu fassen."

Nun schaute sich auch Wilhelmina noch einmal um, da Elias ja offenbar nicht die Person war, die Mercurio ihr prophezeit hatte.

"Entschuldigt, werter Elias, aber.. werden neue Kainskinder hier immer so streng ausgefragt? Ich bin einfacher Herkunft, doch auch ich mag vielleicht das eine oder andere privat halten... wenn ihr mich versteht."

Wilhelminas Zunge flatterte von einer von Elias Fragen zur andern. Aber trotzdem schien sie sich relativ gewählt ausdrücken zu können, für jemanden ihrer Herkunft.
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Elias Paterno
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Elias Paterno »

Elias hob leicht die Augenbrauen prüfend oder abschätzend war schwer zu erkennen:
"Oh, keineswegs – und ich glaube nicht, dass meine Fragen über Gebühr drängend waren. Herkunft und Anliegen sind zwei jener Dinge, die man in unseren Kreisen ganz natürlich erfragt, wenn ein Kainit seinen Standort wechselt. Doch erlaubt mir den wohlmeinenden Hinweis: Solche Fragen – gleich ob gestellt oder vermieden – wiegen schwerer, wenn sie unter den Blicken der Älteren fallen. In der Gesellschaft der hohen Clans können selbst harmlose Worte als Affront gewertet werden. Ich selbst gehöre dem Clan Saulots an."

Er ließ den Blick kurz über die dunklen Büsche und Blumen des Gartens schweifen, bevor er fortfuhr:
"Ihr müsst mir keine Rechenschaft ablegen, meine Dame – das steht euch frei. Doch bedenkt: Ich schenke euch meine Zeit, um euch mit dem Elysium vertraut zu machen und euch zumindest ein wenig von dem weiterzugeben, was ich über die Gepflogenheiten Genuas gelernt habe."
Dann, einen Hauch leiser:
"Oder habt Ihr Grund zur Sorge, dass es etwas zu entdecken gäbe – weshalb euch diese Unterhaltung wie ein Verhör erscheint?"
Ein leises Lachen drang aus seiner Kehle, doch erreichte nicht seine Augen.
"Deus videt, werte Dame Wilhelmina. Ich bin nicht derjenige, der euch am Ende richtet."

Nach einem Moment fügte Elias an:
"Was eure Vorstellung betrifft – sie steht euch selbstverständlich zu. Doch gebietet es die Etikette, dass man einem Kainiten höheren Blutes zumindest seinen Clan nennt, wenn nicht gar seinen Erzeuger. Als Neugeborene wie ich habt Ihr zumindest keinen offenen Fehltritt begangen – doch seid versichert: In anderer Gesellschaft würde dies Fragen aufwerfen. Insbesondere beim Herrn des werten Mercurio."

Elias’ Stimme wurde geschäftsmäßig neutraler:
"Wenn das vereinbarte Treffen bereits verstrichen ist, geleite ich Euch gerne zum Elysium. Es ist ohnehin an der Zeit, dass man euch dort zur Kenntnis nimmt."
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Wilhelmina
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Wilhelmina »

Wilhelminas Mine veränderte sich zu einer Mischung aus Resignation und einer leichten Traurigkeit.

"Ach werter Herr Elias, bitte haltet mich nicht für undankbar oder unhöflich. Lasst mich hier an dieser Stelle, zwischen uns beiden, einfach grundehrlich sein. Wie ihr vielleicht schon erraten haben mögt, stamme ich aus der Familie der Ravnos. Unsereins hat es oft in der kainitischen Gesellschaft nicht leicht. Auf uns wird herab gesehen. Wir werden ausgegrenzt. Belächelt."

Hier verhärteten die Linien um ihren Mund sich für einige Sekunden voll Bitterkeit.

"Das ist der Grund, warum ich nicht gerne über Gründe und Anliegen gefragt werde. Zu oft schon ist es vorgekommen, dass einem nicht geglaubt wird, einem niedere Motive unterstellt wurden. Mir widerstrebt das ganze Prinzip von Hohen und Niederen Clans. Es heisst doch sowieso schon fressen, oder gefressen werden. Dann noch zusätzlich fremdbestimmt zu denen gehören zu müssen, die von Anbeginn weniger wert sind, das macht mürbe. Ich bewege mich auf dem gesellschaftlichen Parkett nicht sicher. Auf dem politischen noch weniger. Es hat schon seinen Grund, dass mein Blut so rastlos ist."

Dann geht ein unsichtbarer Ruck durch Wilhelmina. Kämpferisch schaut sie Elias an.

"Aber ich habe beschlossen, dass das nicht mein Schicksal sein soll. Und ich habe eure Fragen ja höflich beantwortet. Es muss mir ja trotzdem nicht gefallen, oder?"

Der letzte Satz kam wieder etwas leiser aus Wilhelminas Mund.

"Und.. nehmt es mir nicht übel, aber ihr habt mir euren Clan auch erst sehr spät verraten. Und ich habe ehrlicherweie noch nie von ihm gehört. Ihr wusstet doch garnicht, ob ich von höherem Blut bin, als ihr. So wie ich garnicht wissen konnte, ob ihr nur ein Frischling seid, wie ich oder gar ein Ahn. Aber ich will mir an eurer Lektion ein Beispiel nehmen und mich dem Herrn von Mercurio ganz artig und respektvoll vorstellen. Ich werde ein Muster an Demut sein."

Bei den letzten Worten blitzte eindeutig der Schalk so wie der Anflug eines stählernen Kerns in Wilhelminas Augen durch.

"Ja, ich glaube, ich rufe nach Eugen und wir machen uns auf den Weg. Habt Dank, Elias, habt Dank."
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Elias Paterno
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Re: [1115] Kirche San Nazaret in Mascharana [Wilhelmina und ???]

Beitrag von Elias Paterno »

Elias' Miene verhärtete sich, und er machte keinen Hehl daraus, dass Wilhelminas Worte ihn verstimmt hatten.
Seine Stimme war kalt und schneidend:
"Eure Ehrlichkeit rechne ich euch an, dies und der Grund, dass ihr neu in Genua seid und vermutlich auf einen zumindest ähnlichen Erfahrungsschatz zurückgreift wie ich.
Nein, ich habe noch nicht erraten aus welchem Clan ihr stammt und ich habe es mir auch nicht angemaßt ein Urteil über euch zu Fällen. Es mag Vorurteile geben über dem fahrenden Volk, doch unter Kainskindern gelten andere Regeln und es ziemt sich nicht, seinesgleichen zu Verurteilen!
Was Reisende angeht, so ist Genua durchaus eine offene Stadt für viele verschiedene Volksgruppen auch wenn das Sesshaftwerden - und das scheint euer Ziel zu sein - hier durchaus Tugendhaft angesehen wird!"

Seine Stimme wurde härter, auch wenn die Lautstärke sich nicht änderte:
"Wollt ihr euch gegen das Prinzip von hohen und niederen Clans stellen, so liegt das in eurer Freiheit. Doch dann messt nicht mit zweierlei Maß. Wer Gerechtigkeit erwartet, sollte sie auch gewähren.
Ich begegnete euch mit Höflichkeit und Respekt, es ist üblich dass der Neuankömmling sich zuerst vorstellt und dieses Recht stand nun einmal mir zu. Selbst als ich euch meine Hilfe durch Rat und Tat anbot, nahmt ihr sie zwar an, seid mir jedoch mit Misstrauen und Spott begegnet. Ist es nicht genau das, was ihr bei anderen leid seid? Vielleicht solltet ihr zunächst in den Spiegel sehen, bevor ihr über Andere urteilt!"


Elias verneigte sich knapp, aber korrekt.

"Ich wünsche euch dennoch, dass ihr in Genua euren Platz findet – mit Ehre, und nicht bloß mit Trotz."
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