[1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

[August '25]

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Gaspard de Maurin
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[1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Gaspard de Maurin »

Das Hafenbecken lag klar und verlassen da, wie so oft in den Nächten dieser Jahreszeit. Obwohl gerade im Frühjahr wieder verstärkt Schiffe bereit gemacht wurden für ihre Fahrten auf See, so hielten es die wenigsten nötig, bis tief in die Dunkelheit dafür zu arbeiten. Das helle und frische Grün der Pflanzen war schon zwischen einigen blühenden Bäumen zu erkennen, die es trotz der dichten Besiedelung geschafft hatten, inmitten der Stadt und des Hafens zu wachsen und zu gedeihen. Die Styx lag da, unter einem fast wolkenlosen Sternenhimmel, etwas entfernt von den Docks. Heute war sie sogar beleuchtet. Einige Lampen an Deck zeigten, dass Leben auf dem Schiff war. Zwei Matrosen standen an der Reling und warfen ihre Schatten weit über die glatte Wasseroberfläche.

Am 'Calata dei Provenzali' wartete Gaspard auf seinen Gast. Es waren schon ein paar Jahre vergangen, seit er den Kobold von Genua zum letzten Mal gesehen hatte. Der glatzköpfige Kapitän lehnte an einer hoch aufragenden hölzernen Stütze, die direkt an der Hafenmauer aus dem Wasser nach oben ragte. Ein Beutel mit Schreibutensilien stand neben ihm auf dem Boden. Auch das Schwert hatte er abgelegt und neben dem Beutel platziert. In dieser Nacht schaute er nicht über das Meer in Richtung der Sterne oder zum Horizont. Nein, in dieser Nacht blickte er in Richtung der Stadt. Er schien sich jede Gasse einprägen zu wollen, die er von hier sehen konnte, jedes kleine Licht, das aus der Stadt heraus gegen die Dunkelheit anleuchtete. Auch die Türme der Kirchen, die das Stadtbild überragten und selbst hier am Hafen und in dieser Nacht gut gegen den Horizont zu erkennen waren, hatten seine Aufmerksamkeit. Sein Gesichtsausdruck zeigte einen zufriedenen Menschen, mit sich selbst im Reinen. Viel von der Anspannung der ersten Treffen mit Giuseppe schien der glatzköpfige Mönch verloren zu haben.
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Giuseppe
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Giuseppe »

Giuseppe erreichte den Kai.
Wie immer der pickelige Hafenjunge den Gaspard bereits im Polpo kennengelernt hatte.

Das Holz unter seinen Füßen war feucht und kalt.

Sein Blick glitt über das Wasser, fand die dunkle Silhouette der Styx.
Das Schiff lag still, fast lauernd.

Er suchte Gesichter.
Die Frau mit den weißen Augen – nirgends zu sehen.
Seine Augen glitten weiter, tasteten jedes Detail von Deck und Kai ab.

Nur fremde Matrosen.
Keine Spur von ihr.
Er zuckte mit den Schultern.
Winkte einem von ihnen zu.

Sie würden wissen warum er hier war.
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Gaspard de Maurin
Lasombra
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Gaspard de Maurin »

Gaspard erkannte den Hafenjungen, wie er dort stand und den Matrosen zuwinkte. Dieser schien etwas zu suchen und nicht zu finden. Der Lasombra stieß sich ab von der hölzernen Stütze, an der er lehnte, und zog seine Kutte zurecht. "Hier rüber!", rief er Giuseppe zu. Wenn dieser ihn sah und zu ihm kam, würde er ihm die Hand entgegenstrecken. Sein Lächeln war erfüllt von einer gewissen Ruhe, die er seit ihrem letzten Treffen gefunden zu haben schien. Die soldatische Anspannung fehlte fast völlig, auch wenn er sicher nach wie vor wusste, wie das Schwert zu seinen Füßen zu benutzen war.

"Wir haben einiges zu besprechen. Deshalb habe ich entschieden, dich hier persönlich abzuholen. Oder vielmehr ... dich vor die Wahl zu stellen." Eine Augenbraue zog nach oben, fragend, erfüllt von einer gewissen Neugier. "Wir können dieses Treffen dort begehen, wo alles begann." Gaspard deutete auf die Styx, die sich im Hintergrund aus dem kühlen Wasser des Hafenbeckens erhob. "Oder ... du zeigst mir heute deine Welt."

Hinter ihm lag das Ruderboot im Wasser, bereit, beide zur Styx zu bringen, oder auf die Rückkehr Gaspards zu warten.
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Giuseppe
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Giuseppe »

Pickel-Giuseppe grinste, als er den Kapitän dort hinten stehen sah.

'N, persönlicher Empfang', dachte er,'wat ne Ehre.'

Er schlenderte hinüber, senkte den Kopf lächelnd.
Gab dem Lasombra die Hand.

'Gut sah er aus.'

”Schön dich zu sehen, werter Gaspard.”

Antworte er grinsend.

”Warum nicht beides, geschäftliches auf der Styx.
Und danach machen wir gemeinsam den Hafen unsicher.”
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Gaspard de Maurin
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Gaspard de Maurin »

Ein Grinsen huschte über das Gesicht des Lasombra. "Dann komm." Eine einladende Geste in Richtung des Bootes folgte. Dann kletterte Gaspard behände voran, um das Boot ruhig zu halten, während Giuseppe einstieg.

"Wie ist es dir ergangen in den Jahren, die vergangen sind seit unserem letzten Treffen? Hast du Fortschritte gemacht, was deine Nachforschungen bezüglich Aurore angeht? Hast du etwas vom werten Luciano gehört? Ich bin oft auf See und kriege deshalb nicht immer alles mit, was so in der Stadt passiert. Neuankömmlinge? Entwicklungen? Was gibt es Neues vom verehrten Baumeister?" Diesen Schwall an Fragen stieß Gaspard aus, während er ruderte. Aber sie mussten nicht atmen und so konnte er offensichtlich sprechen und rudern, ohne dass ihm die Puste ausging.

Er hatte sich nicht nur äußerlich verändert. Gaspard war schon immer neugierig gewesen, aber er hatte seine Fragen bisher nie so direkt gestellt. Hatte der Lasombra sich vielleicht ein Beispiel genommen an jemand anderem in der Domäne? Wenn ja, an wem?
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Giuseppe
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Giuseppe »

Ein Grinsen lag im Blick des Hafenjungen, als er Gaspard in das Boot folgte.
Gaspard schien wirklich verändert.

Dem Ernst der letzten Begegnung, war offensichtlich eine tiefe Neugier gewichen.

Sehr interessant.

“Wir haben uns wirklich, viel zu lange nicht mehr gesehen.“

Er grinste betrachtete den alten Haudegen.

“Du siehst gut aus, die Seeluft scheint dir gut zu bekommen“

Dann nickte er.

“Ja, es gibt einige Fortschritte bezüglich des Todes der höchst verehrten Prinzessin.
Auch, wenn es alles in allem, ein Mysterium bleibt.

Den verehrten Vergonzo und den werten Luciano, sehe ich gelegentlich.
Soll ich einem der beiden, etwas von dir ausrichten ?

Und ansonsten werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus.


Er zuckte mit den Schultern.

“Is vermutlich auch der Grund für die ganzen Neuankömmlinge.“

Dann ein Hafenjungengrinsen.

“Wie ist es bei dir ? Was hast du die letzten 8 Jahren getrieben?“
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Gaspard de Maurin
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Gaspard de Maurin »

Gaspard zog eine Augenbraue nach oben und schaute über die Schulter, während er das Boot mit kräftigen Schlägen weiter durch das Hafenbecken trieb. Dann drehte er den Kopf wieder zu Giuseppe.

"Ich bin begierig zu erfahren, was du neues hast zum Mord an der höchst verehrten Aurore. Gerne kannst du auch beiden meine besten Grüße ausrichten. Wir werden uns sicher bald begegnen." Gaspard nickte dem kleinen Kobold zu, wie zur Bestätigung. "Oh ja, große Ereignisse. Ich habe bereits davon gehört."

Ein sanftes Lächeln flog über das Gesicht des Seemanns. "Was ich die letzten acht Jahre getrieben habe? Das ist eine gute Frage. Leider konnte ich bisher nichts über dieses Schiff herausfinden, das mir Luciano genannt hat. Dispiacere. Es lag wohl nie in Genua vor Anker. Und wenn doch, dann wurden alle Spuren sorgfältig verwischt." Er machte eine kurze Pause, in denen nur die Ruderschläge die Stille des Hafens überspielten. "Allerdings habe ich auch einige Erfolge vorzuweisen. Die Aufgaben der Älteren sind nicht mehr von Belang für meinen Verbleib in Genua. Dennoch werde ich dich ... dich und die anderen ... weiter unterstützen in eurem Bestreben, mehr über diese unheilige Nacht herauszufinden."

Gaspard ließ die Ruder ins Boot gleiten. Die letzten Meter zur Styx schien das Boot sanft über das Wasser zu schweben, ehe es mit einem kurzen 'Tock' an die Bordwand der Styx stieß. Der Lasombra tastete sich an der Wand entlang, bis er nach wenigen Metern die Strickleiter zu fassen bekam, die von der Reling hinab hing. Ein nachdenkliches Gesicht blickte Giuseppe entgegen, dann warf Gaspard ein Seil nach oben über die Reling, dessen anderes Ende am Boot befestigt war. "Ich will ehrlich mit dir sein, Giuseppe. Die letzten Jahre waren nicht leicht. Und ich bin froh, dass du hier bist, denn ich benötige deine Hilfe. Allerdings sollst du auch etwas dafür bekommen." Der Lasombra zog einmal kräftig. Jemand oben schien das Seil festzuhalten oder festgebunden zu haben. Ein kurzes Nicken, dann schwang sich der Lasombra an die Leiter und begann mit dem Aufstieg. "Wir werden alles weiter oben besprechen. Unter vier Augen und ungestört."
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Giuseppe
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Giuseppe »

Giuseppe nickte.
Oben war sicher besser.

Zumindest schien der Glatzkopf guter Laune.
Die Schwierigkeiten der letzten Jahre hatten ihn also nicht gebrochen.

“Ja, unter vier Augen ist sicher besser.
Aber immerhin bist du noch hier.”


Antwortete er lächelnd.
Kletterte an Bord.
Lies seinen Blick über die Styx schweifen.

Folgte dem Lasombra dann in die Kajüte.
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Gaspard de Maurin
Lasombra
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Gaspard de Maurin »

An Bord waren ein paar wenige Matrosen damit beschäftigt, Kisten und Fässer von einem größeren Boot auf der anderen Seite der Styx an Bord zu hieven. Hier wurden offensichtlich Nahrungsmittel verladen, vermutlich für die nächste Fahrt der Styx. Die Frau mit den weißen Augen konnte Giuseppe auch hier nicht erblicken. In der Kajüte angekommen stellte er ebenfalls fest, dass sie dort nicht zu finden war.

Im Inneren des Schiffs hatte sich nicht viel getan seit ihrem letzten Zusammentreffen an Bord. Außer vielleicht, dass die Pergament- und Papierrollen mehr geworden zu sein schienen und die Ordnung etwas abgenommen hatte.

Gaspard schloss hinter Giuseppe die Tür. "Bitte, setz dich." Er deutete auf zwei Hocker, die neben dem Tisch standen. Gaspard würde den anderen nehmen, sobald sich Giuseppe einen Platz ausgesucht hatte.

"Wie ich schon sagte, brauche ich deine Hilfe. Die Verborgenen sind bekannt dafür, gewisse Fähigkeiten zu haben wenn es darum geht, sich ungesehen zu bewegen. Ich frage mich, ob du bereit wärst, etwas davon mit mir zu teilen? Und was würdest du als Gegenleistung dafür haben wollen?"
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Giuseppe
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Re: [1116] Zurück beim Fährmann [Giuseppe, Gaspard]

Beitrag von Giuseppe »

Pickel-Giuseppe grinste.
Der neue Gaspard verschwendete wirklich keine Zeit.

Zugegebenermaßen hatte er das vorher auch nicht, aber die Lebensfreude die diesmal mitschwang war fast ansteckend.

Genaugenommen war sich der kleine Kobold nicht sicher, ob Lebensfreude der richtige Begriff war.
Aber sowas in der Art.

"Hmm, meinste jez, wie man sich wo reinschleicht. Oder meinste Blutkräfte?"
fragte er.

"Ersteres is einfacher, zweiteres muss teuer sein, weils der Clan nich so gerne sieht."

Er grinste – natürlich war er neugierig.

"Wat führse denn im Schilde?"

Ein wenig Schalk lag in seinem Gesicht.

"Falls de das nich verkaufen wills, dann kannse mir das auch im Vertrauen erzählen. Dann halt ich die Fresse. Hab bei sowas meistens nen ganz guten Riecher wie man wo reinkommt."

Er zuckte mit den Schultern, grinste noch breiter.

"Oder du hältst die Fresse, un verzichtest auf meine Expertise."

Er breitete die Arme aus.

"Mitwisser sin ja auch n Risiko."
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