Augusta antwortete auf seine Fragen poetisch und elegant während ihre Wangen lebendig strahlten:
„Nein, mein Prinz.
Ich bin hier, weil Genua als aufstrebend gilt. Es ist ein Ort, der im Aufbruch liegt. Für meine Musik ist es die schönste Bühne. Meine Lieder, die ich mit Gesang und der Drehleier in die Welt trage und dabei zum Leben erwecke, möchte ich unter die Leute bringen und sie dafür begeistern, ihre Herzen öffnen, sie ihnen nahebringen und ihre Herzen gewinnen.“
Der Blick des Prinzen war dem blitzschnellen Brujah gefolgt, hatte die Entwaffnung des Liktoren mitangesehen und den erneuten Kniefall mit sich kräuselnder Stirn kommentiert. Sein Blick lag einen Moment auf dem Schwert, glitt dann zu Giulianos Gesicht hinauf und drehte schließlich den Kopf zu Elias hinüber, den fragenden Blick in den Augen ob er diesen Gefallen akzeptieren würde oder ob er den dreisten Brujah nicht mit dieser Demütigung von dannen ziehen lassen wollte. Giuliano bekam vorerst keine eigene Antwort, offenbar überließ der Lasombra dies dem Besitzer der ihm dargebotenen Klinge.
---------- Ida
"Hm." nahm er die Erläuterung Idas mit einem Nicken auf. Offenbar schon etwas milder gestimmt, nachdem der Nosferatu etwas mehr Licht in diese Angelegenheit gebracht hatte. "Du hast also deine Nützlichkeit bereits unter Beweis gestellt." stellte er dann noch einmal fest. "Ich werde jedoch keine Jagdgebiete an jemanden vergeben der dieses Gebiet real nicht bereits vollständig unter seiner Kontrolle hat. Hast du das, Ida, von den Jüngern des Set? Kontrollierst du das Territorium vollständig?" ein fragender Blick hatte sich durchdringend auf sie gelegt.
---------- Augusta Blau
Er hielt sie einen Moment länger im Blick, als ob er etwas überlegen würde was in seinem Kopf herumschwirrte, dann nickte er. "Ich verstehe. Ich akzeptiere deine Vorstellungen nach der zweiten Tradition und verspreche dir Schutz im Gegenzug für die Achtung meines Gesetzes. Du erhältst unbegrenztes Bleiberecht sowie Jagdrecht in den nicht restriktionierten Bereichen der Domäne, wie anderweitig vergebenen Lehen, Domänen oder Jagdgebieten." mit einem knappen Nicken und einer entlassenden Geste mit der rechten Hand entließ er sie aus der Vorstellung.
---------- Rosa Fiorelli
"Genau das ist es, was ich von einem Spiegel erwarte." antwortete er ihr auf ihre Ankündigung der schonungslosen Ehrlichkeit. Dabei schmunzelte er leicht, als ob er sich gerade selbst einen Witz erzählt hatte. Auf ihre Beobachtungen erwiderte er nichts. Vielleicht weil er sie nicht vor dem versammelten Hof zur Sprache bringen wollte, vielleicht um den nach ihr folgenden Vorstellenden keinen weiteren Vorteil einzuräumen. Lediglich auf ihre Annahme des Liktorenamtes nickte er, offenbar erfreut, leicht mit dem Kopf.
"Ich akzeptiere deine Vorstellungen nach der zweiten Tradition und verspreche dir Schutz im Gegenzug für die Achtung meines Gesetzes. Du erhältst unbegrenztes Bleiberecht sowie Jagdrecht in den nicht restriktionierten Bereichen der Domäne, wie anderweitig vergebenen Lehen, Domänen oder Jagdgebieten." dann entliße er sie mit einer knappen Geste mit der rechten Hand, wandte sich dem nächsten Neugeborenen zu der auf seinen Moment wartete.
---------- Rivana
Mit einer leichten Geste erlaubt er der knieenden Nosferatu zu sprechen, lauschte den kurz heruntergebrochenen Namen, Städten und dahinter verborgenen Allianzen und Abhängigkeiten. Fuhr sich mit Zeigefinger und Daumen über das Kinn, als würde er über das gesagte nachdenken, dann blickte er erneut nach links hinüber. "Die auch." ehe sein Blick erneut zu der Nosferatu fand.
"Wer hat dich in die Nacht geholt? Und seit wann bist du in Genua und wieso? Was tust du hier?" stellte er einige eher standartisiert klingende Fragen, wobei der Kontext hierbei auf etwas anderes verweisen mochte. Sein Ausdruck war nachdenklich. Als ob es da etwas gäbe das ihn an der schlanken Erscheinung stören würde.
---------- Bartolo
Auch der nächsten verkrüppelten Gestalt erlaubt er mit einer knappen Geste zu sprechen und legte den Kopf leicht auf die linke Seite, als dieser sprach, musterte den Nosferatu dabei offenbar recht eindringlich, als ob er etwas an diesem suchen würde.
"Seit wann bist du in Genua und wieso?" stellte er ihm zuerst die gleichen Fragen wie seiner vorangegangenen Clansschwester, als ob da noch etwas interessanteres sei als dies: "Wie genau würdest du gerne mir und der Domäne helfen? Was hast du anzubieten, Bartolo, von den Verborgenen?"
---------- Wilhelmina
Die nächste näherkommende Gestalt wurde bereits von weitem mit einem musternden Blick taxiert. Als sie sich auf die Knie niederließ ließ der Prinz auch sie nach einigen Sekunden des wartens mit einer erhebenden Geste sprechen und lauschte ihrer Vorstellung. Sein Anlitz hatte wieder einen eher neutralen Ausdruck angenommen, als ob er der Ravnos irgendetwas nicht zeigen wollte.
Als sie geendet hatte nickte er, offenbar erneut über etwas nachdenkend. "Die auch." schob er auch sie auf die lange Audienzliste seines frischgebackenen Seneschalls, dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder Wilhelmina zu.
"Bern, hm?" kommentierte er das was ihm offenbar sofort ins Ohr gesprungen war. Mit leiser, aber dennoch gut vernehmbarer Stimme fuhr er dann fort: "Hat dich Friedrich von Thun oder irgend jemand sonst dazu aufgefordert Dienste für ihn zu verrichten, Informationen für ihn zu sammeln oder andere Dinge für ihn zu erledigen? Bist du jemandem zu Loyalität oder Treue verpflichtet oder hast gar einen Schwur oder Eid gelassen der dich an einen Kainiten außerhalb dieses Raums bindet?" hakte er dann im selben Wortlaut mit dem er zuvor auch schon Augusta befragte hatte ihre Abhängigkeiten zu den tedescischen Ventrue ab, als ob dort etwas lauern könnte was ihm nicht recht sei.
Dann beugte er sich leicht nach vorne, den Arm auf die Thronlehne abstützend. "Und warum bist du nach Genua gekommen?"
Luciano wartete, bis die Stimmen verklungen waren. Nicht aus Unsicherheit, sondern aus Haltung. Er hatte gesehen, wie manche sich vordrängten, als stünde ihnen mehr zu, als ihnen gegeben war. Wie Worte gesprochen wurden, die größer klangen als die Namen, die sie trugen. Und wie der neue Prinz, hoch erhoben über all das, mit Geduld und Stille antwortete – eine Geduld, die nicht schwieg, sondern prüfte. Er reagierte nicht auf die Impertinenz, die die Impotenz feige und dreist zu überlageren versuchte. Und innerlich dachte er, dass diese Geduld nur so zu erklären war, dass es noch eine Demonstration seiner Macht geben würde. Die Frage war weniger das ob, sondern vielmehr wen es traff.
Als seine Zeit gekommen war, trat Luciano vor. Kein Zögern in seinem Schritt, kein überbordender Stolz in seiner Haltung. Er kniete sich auf beide Knie, senkte den Kopf tief, bis die Stirn fast den Boden berührte. Die Stille um ihn war dicht, fast ehrfürchtig.
„Höchst verehrter Lucius Valerius Galba, Prinz von Genua bei Nacht, Ahn des Clans der Schatten, Kind des Magnus Sertorius Mamercus, Ahn des Clans der Schatten, seinerseits Kind des Eremiten, Ahn des Clans der Schatten – ich danke euch für eure Güte, meine bescheidenen Worte zu hören und mich zu empfangen. Und ich danke euch für die Sicherheit und Stabilität, die ihr dieser Domäne nach langer Zeit bringt.“
Lucianos Stimme war ruhig, klar, getragen von Demut, nicht von Unterwürfigkeit. Sie war die Stimme eines Gastes, der weiß, was ihm zusteht – und was nicht.
„Ich bin Luciano Boccanegra, Neugeborener des Clans der Schlange, Kind des Ahmose ibn Khalid, Ancilla des Clans der Schlange, Erstegeborener des Clans in der Domäne Cagliaris, seinerseits Kind des Gamal, Ahn des Clans der Schlange mit mir unbekanntem Aufenthalt. Freigesprochen von Mohammad al Shaik, Ancilla des Clans der Schatten, Prinz Cagliaris, Herr der pisanischen Flotte und Lehnsmann von Calistus von Pisa, Ahn des Clans der Schatten und Prinz von Pisa, dem Sklavenprinz.“
Er schwieg einen Moment, ließ die Worte sinken wie ein Stein ins Wasser.
„Ich habe nichts zu fordern. Ich bitte euch nur, mir zu erlauben, weiter in dieser ehrwürdigen Domäne zu verweilen und ihr zu dienen, wie ich es die letzten Jahre getan habe. Ich kehrte als das, was ich heute bin, zurück in die Stadt meiner Geburt – die ich als Sterblicher verlassen habe und als Untoter weiterhin liebe.“
Ein kurzer Atemzug, auch wenn er schon lange nicht mehr atmete, fast wie ein stilles Bekenntnis.
„Ich bin Gast dieser Domäne und für das Gastrecht bin ich dankbar. Und ich hoffe, dass meine Dienste mir irgendwann das Recht geben, ein dauerhaftes Mitglied dieser erwürdigen Domäne zu werden. Solange bitte ich Euch, höchst verehrter Lucius Valerius Galba, Prinz Genuas bei Nacht, mir weiterhin zu erlauben, hier zu verweilen und Euch und der erwürdigen Domäne zu dienen.“
Luciano hob den Blick nicht, sprach weiter in der Haltung desjenigen, der weiß, dass Macht nicht durch Lautstärke kommt.
„Es steht mir als Neugeborenem nicht zu, euren Anspruch gemäß der zweiten Tradition anzuerkennen. Euer Anspruch kommt nicht von mir, sondern von eurer Macht – und von Mächten, die ich mir wahrscheinlich nicht einmal vorstellen kann.“
Er senkte den Kopf erneut.
„Ich werde die Traditionen achten. Ich habe keine Eide oder Schwüre geleistet, die mich binden. Aber ich werde bereitwillig Euch, höchst verehrter Lucius Valerius Galba, Prinz Genuas bei Nacht, und der See der Schatten, vertreten durch euch, den Eid leisten, wenn ihr es mir erlaubt.“
Dann schwieg Luciano und verharrte.
Nicht aus Furcht.
Sondern weil alles gesagt war.
Bartolo bekam dieselben Fragen gestellt wie Rivana. Waren wohl Galbas Standardfragen. Obwohl Bartolo sich ziemlich sicher war, dass er sie nicht allen gestellt hatte. Aber was es damit auf sich hatte, das wusste er nicht. Viel Zeit zum Nachdenken blieb aber ohnehin nicht. Er überlegte einen Moment, wie lange er schon in der Domäne war.
"Seit 11 Jahre bin ich hier." er schaute den Prinzen ein wenig irritiert an, weil der ihn so musterte und entschied sich dann, dessen Schuhwerk zu betrachten um nicht am Ende als aufmüpfig zu gelten. "Me'ne Brut hat mich hergeschickt weil'de weiße Prinzessin tot war. Brindisi gehört ja och zur See. Ich sollt die Brut von Genua helfen, gucken was los is', ob hier Schnüffler vonne ander'n Domänen rumkriech'n un' so."
Da ihm nichts weiter dazu einfiel, kehrte wieder diese unangenehme Stille ein. Er mochte die Stille der feuchten Eingeweide der Erde oder die Grabesstille einer in der Nacht liegenden Waldlichtung. Das hier fühlte sich wie die Stille an, bevor die Eule sich die Maus greift. Und er hatte in dem Gleichnis ziemlich sicher nicht die Federn an. Also ging er zur nächsten Frage über. "Ich gehör' zur Brut von Genua." was eigentlich schon eine recht gute Einordnung hätte sein sollen. Aber dann hätte der Prinz ja nicht fragen müssen, also knirschte Bartolo einen Moment mit den Zähnen um sich etwas Zackiges auszudenken, wie etwa Rosa und Ida, die ja recht gut angekommen waren. "Ich bin'n Straßenköter, Eure Majestät. Ich schnüffel für Euch rum, wühl in'ner Scheiße und wenn'er wollt, beiß' ich ei'm die Klöten ab."
Sara hatte dem Toreador respektvoll zugenickt, als dieser sich herübergesellt hatte. Die Banu Haqim sah offenkundig ebenso wenig Grund wie Rodrigo ihn wegzuschicken. Ruhig mustere die Wesirin stattdessen Ihren verehrten Seneschall, nachdem Remin sie auf diesen angesprochen hatte. Letztlich drang jedoch nur ein dünn gehauchter Laut gedämpft durch ihre Nase, als das gemeine Rascheln im Raum lauter geworden war, der in der Tonalität zwischen Zustimmung, Schmunzeln oder auch Ablehnung hatte pendeln können, je nachdem wie man ihn hatte hören wollen, und welcher in den Bewegungen und Worten der Vorstellenden abseits der beiden Nahestehenden vollständig unterging.
Im Gegensatz zu dem Toreador, schien die Wesirin gerade jedoch recht wenig Interesse oder auch Zeit für tiefschürfende Plaudereien zu haben, denn ihre Konzentration lag auf den Vortretenden, die sie musterte, deren Vorstellungen sie sich einprägte, sowie etwaige Reaktionen Jener auf der Tribüne Sitzender. Womöglich war sie sich auch um die echohafte Struktur des Raumes zu sehr bewusst, als dass sie sich zu einem Kommentar hinreißen ließ.
Ihr außergewöhnlich hübsches Gesicht verblieb unbewegt, beinahe distanziert wirkend, ob der sich nach und nach ergebenden Reihenfolge der Vorstellungen und dem damit verbundenen Auftreten der anderen Neugeborenen, bevor der Nachkomme Salvadors bewies, wessen Kind er war. Ihre Lippen waren für den Bruchteil eines Momentes schmal geworden und die langen Wimpern ihre braunen Augen hatten sich nach oben bewegt, derweil ihr Körper von einem Augenblick zum Nächsten angespannter war. Wachsam beobachtete sie, was weiter geschehen würde, ohne derzeit aktiv einzugreifen.
Den Vorstellungen und Worten der Neugeborenen folgte Ilario mit unbewegter Miene, allenthalben begleitet von einem Nicken zu dem jeweiligen „Die auch“ seines Prinzen und Erzeugers. In Gedanken war er schon dabei eine Liste zu erstellen und Ansatzpunkte miteinander zu verweben. Es war der blitzartige Ausbruch Giulianos, die potenzielle Demütigung Elias und Demonstration der Fähigkeiten des Brujahs, die für eine Veränderung sorgten: Die auf den Armlehnen ruhenden Hände des frischgebackenen Seneschalls umklammerten diese fest. Das Holz knarzte unter dieser übertragenen Anspannung. Ilario war bereit, wäre aber vermutlich zu langsam und dessen war er sich bewusst. Als Giuliano dann auf die Knie ging und Galba das Schwert des Liktors anbot, entspannte sich Ilario ein wenig und seine Rechte strich beruhigend über den Saum seines Mantels, lautlos einige Worte murmelnd.
Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.
- persisches Sprichwort
Gespannt verfolgte Lucian die Vorstellung der anderen Neugeborenen.
Als Giuliano das Schwert von Elias an sich brachte - zugegeben, dies geschah so schnell, das Lucian erst viel zu spät reagieren konnte - sah man deutlich das Lucian zu einem Sprung nach vorne ansetzte. Er war sicher nicht der fähigste Kämpfer, hätte aber den Brujah im Falle einer Auseinandersetzung sicherlich behindern können.
Den Auftritt von Ida, die sich an ihm vorbei geschoben hatte, beobachtete er skeptisch. Sollte diese Schlage doch ihr Gift versprühen, sie würde sehen wie ernst der neue Prinz die Frage nach dem Status wohl nehmen würde. Auch ihre Erklärungen bezüglich ihres Auftrages für Vergonzo nahm Lucian mit Genugtuung auf und war fast etwas schadenfroh ob der dürftigen Erklärung.
"Höchst verehrter Prinz, ich bin niemandem, ausser künftig Euch, und zu einem gewissen Grad meinem Erzeuger zu Loyalität und Treue verpflichtet. Auch habe ich keinerlei Eide geschworen. In der Tat hat der höchst verehrte Friedrich von Thun mich mit der Aufgabe geschickt, Informationen zu sammeln. Das war der initiierende Grund für meine Anwesenheit in Genua. Man lehnt einen Befehl des Prinzen, der einen freigesprochen hat, nicht einfach ohne Konsequenzen ab. Ausserdem bot eine Stadt ohne Regenten für mich das erste Mal einen Anreiz mich niederzulassen. Geblieben bin ich aus anderen Gründen persönlicher Natur, über die ich vor der anwesenden Menge nicht sprechen mag. Euch oder einem Vertreter Eurer Majestät, würde ich dazu selbstverständlich Rede und Antwort stehen. Ich habe meine Aufgaben hier nach einem Gespräch mit dem verehrten Seneschall überdacht und an die veränderte Grundsituation angepasst. Da ich für den Prinzen von Bern mehr als nur entbehrlich bin, und Genua nun nicht mehr ohne Regenten ist, belastet diese Neuorientierung mein Gewissen nicht ein bisschen. Ich denke, das Meiste davon wusstet Ihr bereits, Eure Majestät."
Wilhelmina sprach laut und deutlich und ohne Furcht in Ihrer Stimme, ihre Haltung jedoch war in höchstem Maße demütig und respektvoll.
Elias konnte nicht schnell genug reagieren, so schnell war Guiliano bei ihm und wieder vor dem Thron.
Diese Demütigung war nicht etwas dass er erwartet hatte und es war sichtbar dass er mit sich rang. Die Bestie schrie und tobte in ihm, wollte sich auf diesen Empokömmling stürzen und ihn zerfetzen. Die eisblauen Augen spühten Funken, und man sah dass er kurz davor war die Beherrschung zu verlieren. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte sich mit ausgefahrenen Zähnen auf ihn gestürzt.
Um der Bestie die Sicht zu nehmen schloss Elias die Augen. Ein Moment verstrich, dann noch einer, seine Hand umfasste etwas unter seinem Gewand, dass er um den Hals hängen hatte. Die Bestie tobte, doch er gab ihr keinen Raum, nicht ein Quentchen würde sie von seinem Wesen übermannen!
Etwas in ihm beruhigte sich, er bekannt etwas leise zu sich zu rezitieren. Einen Vers aus der Bibel, nur sehr leise für sich, doch dieser Raum ermöglichte dennoch, dass der Inhalt verstanden wurde:
"Sei stille dem Herrn und warte auf ihn; entrüste dich nicht über den, dem es wohlgeht, über den, der seinen Mutwillen treibt.
Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; entrüste dich nicht, es entsteht nur Böses daraus.
Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des Herrn harren, werden das Land erben."
Nach weiten Augenblicken, die inter der Stille endlos zäh und langsam verstreichen mochten öffnete er wieder die Augen. Es schien gewirkt zu haben, denn das verbrennende Feuer in seinen Augen war nun einer eisigen Kälte gewichen
Mit einem rückversichernden Blick zum Prinzen, dass dieser nicht zuerst sprechen wollte, trat er an den knienden Brujah heran. Er fühlte sich verraten - vorgeführt. Der Einsatz von Disziplinen hier bei Hofe. Elias hatte gelernt dass dies ein Vergehen war welches schwer bestraft werden konnte - die Augen der umstehenden ließen anderes Vermuten.
Mit schwerem Schritt kam er hinter Guiliano zum stehen. Wie ein Richter, welcher sich über den Verurteilten beugt, ein herabsetzender Gesichtsausdruck trat in seine Gesichtszüge. Mitleid und Verachtung hielten sich die Waage, dann erhob Elias die Stimme; tief aber kalt und schneidend:
"Ein Liktor ist mehr als eine Klinge, Giuliano, Kind von Salvador aus dem Blute Brujah. Er ist das Gesetz, das ihr so gerne verhöhnt und verspottet. Er ist Ordnung, während ihr nur das Aufbegehren und die Revolution liebt. Ihr verachtest das System, das Gott selbst errichtet hat – und dennoch wagst ihr es, euch nach einem Amt zu sehnen.
Er formulierte es, als würde er ihm seine eigenen Worte predigen. Als sie im Raum verklungen war, fuhr er fort:
Nein, ein Gefallen entschädigt nicht euren Einsatz einer Disziplin gegen mich! Weder ein großer noch ein kleiner!"
Seine Stimme senkt sich, beinahe leise, eindringlich drohend.
"Das war es also, was ihr braucht, um euren Rücken vor der Obrigkeit und der Ordnung zu beugen, einen Köder der euch genehm ist. Hier bei Hofe ist es wohl doch kein Aberglaube mehr."
Elias hob sein Gesicht und richtete die Stimme wieder an den Prinzen:
"Höchst verehrter Lucius Valerius Galba, Prinz von Genua,
Bezeugt durch die zweite Tradition Kains seid ihr das Gesetz und der Herr in der Domäne Genuas.
Mein Name ist Elias Paterno, Neugeborener des Clan Saulots,
Kind von Giacomo da Cotentin Ancilla aus dem Clan Saulots,
Liktor Genuas ernannt durch euer Recht,
Freigesprochen vom höchst verehrten Bari ibn Wael, Ahn des Clans der Schatten, Hüter des tartessischen Kelches, Seefürst des Thyrrenischen Meeres, Ältester der Linie Arganthonios, Emir Palermos und seiner Besitzungen.
Eurem Gebot folgend stellte ich mich vor und erkenne somit, die zweite Tradition achtend, euren Anspruch über Genua an."
Laut und klar drang seine Stimme in jeden Winkel des Raumes.
Obgleich es mir nicht zusteht, so möchte ich aufgrund der unmittelbaren Ereignisse zur vorsicht Mahnen, diesem Kainiten einen Posten in einem System zuzuschreiben, welches er selbst verachtet. Es würde wohl kein gutes Licht auf die Amtsträger dieser Domäne werfen, würde einer der ihren sich so offen mit häretischem Gedankengut präsentieren."
Er begab sich auf beide Knie, die Hände auf dem Boden, den Nacken Preis gegeben.
Ida spricht mit unaufgeregter Ruhe, ihre Stimme ist leise, aber ihre Worte sind präzise und wirken von großem Ehrgeiz und Überzeugung.
"Mein Prinz…meine Herkunft ist für diesen Moment ohne Belang. Was zählt, ist der Unmut der Menschen und das drohende Chaos, das eurer Domäne schadet.
Ihr fragt, ob ich das Gebiet kontrolliere…dann ist meine Antwort nein. Ich sage Euch, wie ich es kontrollieren werde. Ich werde weder mit Furcht noch mit Soldaten den Hafen als Tyrannin führen…Ich kontrolliere es mit Wissen. Ich sehe…die Dinge aus einer anderen Perspektive als die anderen, die sich diese Domäne nehmen wollen. Ich weiß, wie man diese Unordnung beseitigt und sie in einen klaren, berechenbaren Gewinn für euch verwandelt.
Was mir fehlt, ist nicht die Fähigkeit, mein Prinz, sondern nur die Erlaubnis Eures Wortes. Ich bitte darum, diese große Sorge von Euch zu nehmen… Gewährt mir diesen Ort, und ich werde ihn so ordnen, dass er Euren Profit sichert. Ich werde den Hafen unter den Schutz der Gerechtigkeit stellen, die die Kirche lehrt.
Er wird Euch nie wieder Kummer bereiten. Er wird Eurer Herrschaft dienen und sie entlasten."