[1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

[Dezember '25]

Moderator: Ilario

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Epifania
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

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Die Nosferatu wackelte mit dem Kopf hin und her, dachte offenbar über die Worte der Blonden nach. "Ich kenne Priester, die ähnliche Dinge sagen. Jesus sei am Kreuz gestorben, um unser Leben zu retten - das habe ich in Predigten vernommen. Und er ging gar weiter: Krankheit sei Leiden und Leiden bringe uns dem Herrn Jesus näher." Ein Seufzen entrang sich ihrer Brust. "Aber ich denke, wir sollten das Leiden lindern, wenn wir können. Ich habe gesehen, wie sich Seelen verfinstert haben, weil die Krankheit des Körpers unheilbar schien. Nicht immer kann unsere Kunst helfen. Aber ich denke, dass Gott dennoch will, dass wir es versuchen."

Ihre Augen blickten in den Garten hinaus. "Schwächen in der Seele... ihr sprecht davon, den Geist zu heilen, nicht nur den Körper? Kein einfaches Unterfangen. Diese Formeln müssen mächtig sein." Da lag eine gewisse Skepsis in ihren Worten. Oder eine Frage?
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Ida
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Ida »

"Sie haben recht, Epifania," sagte Ida, ihre Stimme wurde weicher und klang nun wirklich kleiner und demütiger. Sie schüttelte den Kopf, als würde sie gerade einen Fehler in ihrem Denken korrigieren. "Sie haben so recht. Wir sollten das Leiden lindern, wenn wir können. Das ist der reinste Weg, den uns die Erde lehrt. Ich denke, ich bin noch zu jung und zu verletzt durch den Verlust der Walpurga. Ich sehe nur die Härte und die Verzweiflung dieser Stadt, und das macht meinen Blick zu hart." Ida ließ ihren Blick bewusst melancholisch und suchend auf Epifania ruhen. "Meine eigene Trauer lässt mich die Bitterkeit über die eigentliche Süße der Medizin vergessen. Aber Sie... Sie kennen die Herzen dieser Sterblichen besser als ich. Sie haben das Leid und die Finsternis gesehen, aber Sie haben es nicht zugelassen, dass es Ihre eigene Sanftheit verdirbt. Und das ist wahre Stärke."

Ida neigte den Kopf, bat implizit um Führung. "Wenn ich wirklich eine Schülerin suchen soll, um die Reinheit der Kunst zu bewahren...welche Eigenschaft, meinen Sie, ist in einer jungen Seele heute am wichtigsten, um diesen Schatz zu tragen? Und wie schütze ich dieses Wissen am besten vor dem Frost und dem Lärm, die hier im Elysium herrschen?"
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Epifania
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Epifania »

Die Alte winkte mit der knöchrigen Hand ab. "Jedenfalls solltet ihr diese Idee der Reinheit vergessen. Unsere Kunst ist oft schmutzig und blutig und ihr braucht jemanden, der bereits Erfahrungen mit der Welt gemacht hat. Jemand, der Schwielen an den Händen hat und in der Erde graben kann."

Sie blickte sich um, so, als würde sie nach der Quelle des imaginären Lärms suchen. "Es kommt darauf an, was ihr mit eurer Schülerin vorhabt. Ihr wollt sie ja nicht vorstellen, ihr wollt in ihr die Liebe zu den Pflanzen und der Heilkunst wecken. Was die hohen Herren angeht, so sind ihnen Heiler stets nützlich für ihre Kriege. Warum also sollte es da Probleme geben? Ihr müsst ja niemanden gleich in die Nacht führen..."
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Ida
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Ida »

"Sie haben recht, Epifania," flüsterte sie "Ich bin noch von der Trauer um Walpurga vernebelt. Sie haben mir gerade einen klaren Blick geschenkt. Reinheit ist eine törichte Idee, wenn wir die Welt, so wie sie ist, heilen wollen. Natürlich muss die Schülerin schmutzige Hände und eine erfahrene Seele haben. Sie muss verstehen, was es bedeutet, zu graben...für die Wurzel und für das Überleben."

Ida trat unmerklich näher an Epifania heran. Ihre ganze Haltung strahlte nun eine Mischung aus ehrlicher Dankbarkeit und der Überforderung einer Neonatin aus, die die Härte des politischen Spiels gerade erst begreift. Sie senkte die Stimme weiter, sodass sie noch intimer klang.

"Ich kenne die Gassen Genuas und die Menschen, die darin wandeln, sehr gut, Epifania, seit bald achtzig Jahren. Aber diese Menschen... sie sind wie lockerer Sand. Sie streben nach dem schnellen Gewinn und haben kein Gefühl für die wahre Last des Erbes. Sie sind Werkzeuge, aber keine Wächter."

Ida blickte Epifania mit einem leisen, fast entschuldigenden Blick an, der die Last ihrer Clan-Zugehörigkeit verdeutlichte. Der Blick war ein bewusster Appell an Epifanias mütterlichen Instinkt und ihre Kenntnis der Machtdynamiken.

"Ich stehe allein als Tochter des Set, und dieses Wissen...dieses letzte Erbe der Walpurga, das schmutzig und mächtig ist...ist ungeschützt. Ich kann die Wurzeln graben, aber ich kann nicht bewahren, wenn die falschen Augen zusehen.
Epifania...
sagte Ida, ihr Ton war nun aufrichtig bittend und strategisch verletzlich. "Ihr habt mir bereits gezeigt, wo meine Schwäche liegt und dass Nützlichkeit der einzige Schutz ist. Aber wie sucht man solch eine begabte und erfahrene Seele in dieser Stadt, ohne die Aufmerksamkeit der falschen Augen zu wecken, die das Erbe stehlen würden? Und wer könnte mir die Augen und Ohren leihen, um zu sehen, ob diese Seele würdig ist, den Schatz der Walpurga in Empfang zu nehmen?"
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Epifania
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Epifania »

"Oh..." sagte die Alte mitfühlend. "Es muss schwer sein, keine Familie zu besitzen." Sie schüttelte den Kopf und schwieg für eine Weile. "Ich will euch gerne helfen, wenn ich kann, aber ihr seid mir mit euer Erfahrung weit voraus. Allerdings, nun... gibt es niemanden in dieser Stadt, der mit heilenden Kräutern handelt? Und was ist mit den Dörfern?"

Sie kratzte sich am Hinterkopf. "Vielleicht aber braucht ihr auch mehr, mh, Verbündete unter den Kindern Kains. Und diese sind üblicherweise sehr misstrauisch, gerade was... nun ja, was Unbekanntes angeht." Sie zuckte die Schultern, beinahe entschuldigend. "Weil die Nacht es uns lehrt, vermutlich."

Dann stahl sich ein Lächeln auf die hässlichen Züge, wie ein Sonnenaufgang über einem knorrigen Dickicht. "Nun, aber sagt mit, wonach ihr sucht und ich werde euch helfen. Und vielleicht könnt ihr mir einiges über eure Familie erzählen, keine Geheimnisse, nein, aber worauf ihr Wert legt - neben einem Talent für das Kräuterwissen, mhh..."
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Ida
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Ida »

Ida blickte Epifania mit fester, strategischer Intensität an. Sie atmete tief durch, als würde sie ein lange gehütetes, schmerzhaftes Versagen offenbaren.

"Das ist wahr, Epifania, meine Lehrerin Walpurga hatte keinen Laden. Aber nach ihrem Tod versuchte ich, ihr Wissen zu ehren. Ich stellte eine Frau ein, um die europäischen Kräuter in einem kleinen Geschäft zu verkaufen." Ida schüttelte den Kopf, die Geste war nun eine Mischung aus Trauer und Scham. "Die Frau ist gestorben, und ich habe es in meiner Unwissenheit nicht geschafft, das Geschäft aufrechtzuerhalten. Es ist pleite gegangen und steht nun leer...Ich war zu sehr mit den alten Schriften beschäftigt und zu wenig mit der Härte der Straße. Mein akademisches Wissen versagte kläglich, wo Ihre bodenständige Weisheit gesiegt hätte. Die Fehler sind meine. Das Wissen meiner Lehrerin ist zu mächtig und zu gefährlich für die Hände unachtsamer Sterblicher...Wir brauchen dringend einen Zufluchtsort in dieser Stadt, wo die Wahrheit der Wurzel in Ruhe gedeihen kann. Dieses letzte Erbe ist ungeschützt...Ich glaube...Sie sind die perfekte Person, Epifania, um dieses Wissen vor dem Verfall zu schützen. Ihre Kenntnis der Menschen und Ihre Vertrauenswürdigkeit sind der einzige Schutz, den ich finden kann."

Ida neigte den Kopf und blickte Epifania fast flehend an. Sie formulierte die Notwendigkeit als strategisches Problem, das nur Epifania lösen konnte.

"Der Laden steht leer und droht, an irgendeinen Wucherer versteigert zu werden. Er braucht eine Retterin und das Erbe braucht einen geschützten Ort, um die seltenen Essenzen zu lagern...Sagen Sie mir, flüsterte Ida, wobei sie ihre Augen fest auf Epifania richtete, "wenn Sie eine geeignete Seele fänden, eine Seele mit schmutzigen Händen und ehrlicher Härte, wie Sie es verlangen, würde es dieser Seele nicht an einem Zufluchtsort fehlen, um in Ruhe lernen zu können? Und könnte dieser leerstehende Laden nicht genau dieser notwendige, sichere Ort sein, den nur Sie wieder zum Leben erwecken könnten?"
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Epifania
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Epifania »

Die dunklen Augen weiteten sich etwas - offenbar hatte sie damit nicht gerechnet. Aber Epifania fing sich schnell, immerhin hatte sie schon einiges erlebt, mit dem Sterbliche nie gerechnet hätten. "Das ist wirklich ein großzügiges Angebot", sagte sie dann, "aber ich denke, ihr überschätzt meine Talente. Gott weiß, ich habe in meinem Jahren das ein oder andere gehört - aber das Händlerhandwerk gehört nicht dazu. Ihr würdet nur alsbald erneut vor einem ruinierten Geschäft stehen, denn von Kauf und Verkauf habe ich keine Ahnung." Sie schüttelte den Kopf. "Außerdem braucht ihr einen Sterblichen. Wer kauft, der kauft zumeist am Tage."
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Ida
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Ida »

​Ida blickte Epifania mit fester, strategischer Intensität an. Sie atmete tief durch und nickte dann anerkennend über Epifanias Bedenken. "Sie haben recht, Epifania, und ich danke Ihnen für diese ehrliche Warnung. Ich war in meiner Verzweiflung zu ungestüm. Ich bin froh, dass Sie nicht öffentlich handeln sollen. Ihre Rolle ist viel wichtiger und weiser. Sehen Sie, das größte Problem des Erbes liegt in seinen Zutaten," fuhr Ida fort, ihre Stimme sank zu einem vertraulichen Ton. "Die Formeln erfordern europäische Kräuter und seltene Wurzeln, die ich hier am Hafen nicht finde. Sie wachsen an unzugänglichen Orten oder werden geheim geh, nicht auf dem Markt verkauft."

​Ida blickte Epifania suchend an, appellierend an ihr Wissen als "Verborgene" und Expertin der lokalen Wildnis.

​"Sie kennen die Stadt und ihre verborgenen Plätze so gut, und Ihre Wurzeln hier sind tiefer als meine. Kennen Sie in Genua oder der Umgebung vielleicht gute Plätze, wo man an diese besonderen und im Handel nicht erhältlichen Wurzeln und Kräuter kommen könnte, Epifania? Ich bin auf Ihre unschätzbare Kenntnis des Landes angewiesen."
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Epifania
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Epifania »

"Werte Ida, auch in dieser Hinsicht will ich euch gerne helfen - aber auch wenn meine Familie schon lange hier lebt, bin ich ja gerade erst angekommen." Sie kniff die Augen zusammen. "Es erstaunt mich, dass ihr in achtzig Jahren diese Orte nicht selbst gefunden habt." Ihr nun leicht skeptischer Blick blieb eine Weile auf der Setitin liegen, während sie nachdachte. Als sie fortfuhr, schien sie etwas reservierter zu sein, aber weiterhin höflich.

"Ich will euch die Geheimnisse eurer Familie nicht herauslocken, aber zumindest müsste ich wissen, was ihr eigentlich an Pflanzen sucht. Die Wälder rund um Genua werden sicher einiges an Heilkräutern zu bieten haben, aber wer weiß, ob die von euch ersehnten Gewächse dabei sind."
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Ida
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Re: [1120] Jung und blond trifft alt und hässlich [Ida, Epifania]

Beitrag von Ida »

Ida blickte Epifania mit sofortiger Reue an und zeigte keinerlei Zeichen der Beleidigung. Sie sah die Skepsis in den dunklen Augen und wusste, dass sie diese Ungereimtheit sofort klären musste. ​"Sie haben vollkommen recht, Epifania, und ich danke Ihnen für diese ehrliche Mahnung. Ich war ungenau, und dafür bitte ich um Verzeihung." Ida neigte den Kopf, die Scham wirkte nun ehrlich. "Ich kenne die Orte. Ich weiß genau, wo die Erde besonders rein ist.​ Mein Problem ist nicht die Entdeckung, sondern die Subtilität der Beschaffung. Das ist der große Unterschied zwischen uns und den anderen Clans. Meine Gaben des Blutes liegen in der Erkenntnis der Seelen, nicht in der Geheimhaltung der Hinterhöfe, Wälder und im Untergrund."

​Ida ließ ihren Blick auf Epifanias Hände ruhen, die auf der Balustrade lagen, eine Geste der Anerkennung für die einzigartigen Fähigkeiten der Nosferatu.

"Es ist allgemein bekannt, dass Ihre Familie die Fähigkeiten besitzt, mit den kleinen Wächtern der Natur zu sprechen. Mit Augen, die tiefer sehen, als meine es jemals könnten. Ich brauche nicht nur die Orte; ich brauche die Wege der Unsichtbarkeit, um diese Güter zu ernten, ohne dass die falschen Wachen etwas bemerken. Meine Methode wäre zu auffällig, und ich riskiere, dass das Erbe gestohlen wird."

​Ida nickte zustimmend. ​"Sie haben Recht, Sie müssen wissen, wonach wir suchen. Sie dienen als wichtige Zusatzstoffe für Formeln, die das Tor zur Seele öffnen. Mein akademisches Wissen reicht nicht aus, um dieses Problem zu lösen, Ihre lokale Weisheit hingegen schon...Wir suchen hauptsächlich nach zwei Dingen, die in dieser Region schwer zu finden oder unter fremder Kontrolle sind...Ein Gewächs, dessen Frucht die Fähigkeit besitzt, die Wahrheit zu zeigen und die Sinne von alltäglichen Lügen zu reinigen. Ein seltener Fund, den man nur mit Hilfe der stilleren Kreaturen finden kann und wir suchen nach dem Gewächs, dessen Essenz die bittersten Wunden betäuben und Vergessen schenken kann. Diese Pflanze wird von denen, die nur den Profit suchen, streng kontrolliert...Diese Pflanzen findet man nicht auf dem Markt, Epifania. Sie brauchen einen sicheren Hafen und einen geschickten Weg, um zu uns zu gelangen – und dafür bin ich auf Ihre besondere Macht angewiesen."
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