[Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland

Welche Gespenster gehen um in der Domäne? Worüber redet das Volk und seine dunklen Herrschaften?
Gerüchte und Ankündigungen.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland

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Das Jahr 1121 (Januar ‘26)

Krieg gegen Pisa: Schlag auf Sardinien! Genuesische Verbände unter Corrado Doria und Gismondo di Fontanabuona erobern genuesische Söldner eine wichtige Eisenmine auf Sardinien. Die Ausbeute beginnt sofort und der Hafen von Olbia verbingt nun regelmäßig seine schwere Ladung nach La Superba! Insbesondere die Embriaci reiben sich die Hände.

Noch immer kein neuer Bischof in Genua. Angeblich soll der neue Erzbischof von Mailand, Olrico da Corte, noch damit beschäftigt zu sein seine Diöszese neu zu ordnen. Leute mit Einblick in dessen Hof, berichten jedoch von gegenteiligen Anordnungen des Kaisers und des Papstes über den nächsten genuesischen Bischof, was den Erzbischof in eine schwierige Lage zu bringen scheint...

Die Seuche in Burgus scheint eingedämmt worden zu sein. Wobei offenbar recht radikale Methoden angewandte wurden, sind doch alle Erkrankten und jene die unter Verdacht standen erkrankt zu sein, in die nahe Seuchenkolonie verlegt worden, deren Größe sich damit nahezu verdoppelt hat. Dort sollen katastrophale Zustände herrschen. Einzig und allein die Mönche San Marcellinos trauen sich noch dort hin. Wobei es auch hier Ansteckungen gegeben haben soll. Jene Brüder arbeiten nun dauerhaft in der Kolonie, wie es scheint.

Einigung des Senats mit dem Verwalter des Grafen von Mailand über die Errichtung eines Leprosoriums! Nach den letztjährigen Seuchenübergriffen auf Burgus, soll ein Leprosium nahe der Straße von Sancto Pedro de Arena nach Votori errichtet und die Seuchenkolonie nahe Burgus dorthin verlegt werden. Die Schirmherrschaft über das Leprosium soll das Kloster San Marcellino erhalten, welche dem Vorschlag unter der Bedingung einer Landschenkung bereits zugestimmt haben. Der Umzug der Kolonie ist für das kommende Jahr geplant, der Bau am Leprosium hat bereits begonnen, die Fläche ist bereits durch die Familie Carmandino gerodet worden.

Der Boom der Geschlechtertürme hält nach wie vor an, da Bauland nicht zu haben ist, werden nun auch vermehrt hier und da einzelne Häuser abgerissen um dem Bau zukünftiger Geschlechterttürme vorzubereiten. Die großen Familien können es sich ja auch leisten! Wobei die Ausgaben für den Handelskrieg mit Pisa zu starken Einbußen aus dem (immer noch sehr einträglichen) Geschäft mit dem heiligen Land führen. Insbesondere die Familien De Mari und Isola bitten den Capitano della Mare um stärker bewachte Konvois für das gefährliche Küstenstück um Pisa selbst herum, wo er immer wieder zu illegalen Beschlagnahmungen und Zollkontrollen seitens der Pisaner käme.

Stadtpolitik
- Ein Gesetz zur Beschränkung des jüdischen Transitaufenthalts wurde in den Senat eingebracht und wird momentan diskutiert. Laut diesem sollen jüdische Händler, die im Hafen von Genua anlanden, sich maximal drei Tage innerhalb der Stadtmauern aufhalten dürfen. Der Handel mit christlichen Bürgern ist nur in ausgewiesenen Zonen am Hafen gestattet. Begründet wird diesüber den Schutz örtlicher Händler, die mit den Billigpreisen aus dem Ausland häufig nicht mithalten könnten.
- Auch eine Verordnung zum Schutz des Pergamentmonopols wird diskutiert. Durch die wachsende Bürokratie der Republik benötigt der Senat große Mengen Pergament für Verträge und Grundbücher. Es soll daher verboten werden, ungegerbte Tierhäute bester Qualität (besonders Kalbshäute) ohne Genehmigung der Konsuln aus der Stadt zu exportieren. Die heimischen Pergamenter haben ein Vorkaufsrecht. Dies soll sicherstellen, dass die staatlichen Skriptorien Vorrang vor ausländischen Käufern (oder kirchlichen Orden) haben.
- Zudem wird ein Statut über die Gerichtsbarkeit in den Übersee-Kolonien angedacht. Mit den neuen, feste Stützpunkten im Ausland muss geklärt werden, welches Recht dort gilt. Der Vorschlag sieht vor genuesische Bürger, die in den neuen Kolonien leben, weiterhin der Gerichtsbarkeit der Konsuln in Genua zu unterstellen. Verbrechen gegen Genuesen durch "Ungläubige" oder Fremde sind nach dem drakonischen Seerecht Genuas zu bestrafen.

Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 22. April: Gegenpapst Gregor VIII. wird in Sutri gefangen genommen, an Papst Calixt II. ausgeliefert und im Spottzug durch Rom geführt. Er bleibt bis zu seinem Tod im Kerker.
- März oder April: Auf dem Konzil von Soissons, einer Provinzialsynode, wird eine Schrift des Philosophen und Theologen Peter Abaelard, sein Buch über die Heilige Dreifaltigkeit, als Ketzerwerk gebrandmarkt und dem Feuer überantwortet.
- Sommer – Die seldschukischen Truppen unter Toghtekin führen umfangreiche Raubzüge in Galiläa durch. König Balduin II. von Jerusalem überquert als Vergeltungsmaßnahme mit einer Kreuzritterarmee den Jordan und verwüstet das Land. Er besetzt und zerstört eine Festung, die Toghtekin in Jerash errichtet hat.
- Im Jahr nach der Ordensgründung des Prämonstratenserordens kehrt der Ordensgründer Norbert von Xanten auf seinem Weg von Köln nach Prémontré mit den für die neue Kirche in Prémontré bestimmten Reliquien bei Gottfried, dem Grafen von Namur, und seiner Frau Ermesinde in deren Burg in Namur ein. Sein Wesen beeindruckt seine beiden Gastgeber wohl so stark, dass sie ihn bitten, auch im nahegelegenen Ort Floreffe ein Haus seines Ordens zu gründen. Der Schenkungsvertrag für eine Kirche und nutzbare Gebäude für die Abtei Floreffe wird am 27. November unterzeichnet.
- Das Kloster Foigny, das Kloster L’Aumône und das Kloster Chaloché werden gegründet. Alle drei gehören dem Zisterzienserorden an.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland

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Das Jahr 1122 (Februar ‘26)

Krieg gegen Pisa: Mord! Zeter! Gaudio! Die dreckigen Pisani haben den genuesischen Kriegshelden Corrado Doria auf offener Straße mitten in Mascharana ermordet! Die Attentäter sind entkommen, man munkelt gar von der Beteiligung einer der Familien die noch über Umwege mit den Pisani Handel treiben! Der Senat hat daraufhin in einer Sondertagung Strafgelder für jeden Händler verhängt der Geschäfte mit Pisa erledigt. Sowohl für Händler von außerhalb als auch für die genuesischen Familien! Durch die so wegfallende Einkunftsquelle müssen sich einige der Familien nun nach neuen Einkuftsquellen umsehen.

Noch immer kein neuer Bischof in Genua. Mit der Einigung des Kaisers und des Papstes zum Wormser Konkordat jedoch scheint sich das Streitthema erledigt zu haben und so ist der genuesische Klerus guten Gewissens das spätestens im kommenden Jahr ein neuer Bischof seitens Mailand entsandt werden wird.

Im "La bella Sirena" einer eher anrüchigen Kneipe scheint es in den letzten Monaten einige wirklich hinreissende Damen zu geben die nicht nur aus Platealonga vielKundschaft anlockt sondern auch darüber hinaus. Sogar einige der wohlgeborenen Familien Mascharanas sollen sich hier haben blicken lassen, was wirklich tief blicken lässt.

Fertigstellung des Leprosoriums. Nahe der Straße von Sancto Pedro de Arena nach Votori wurde unter der Schrimherrschaft des Kloster San Marcellino das Leprosium fertig gestellt. Nun soll mit der Umsiedlung der erheblich gewachsenen Seuchenkolonie hierhin begonnen werden.

Stadtpolitik
- Das Statut zur obligatorischen Bewaffnung der Handelsmarine (Statutum de Armis Navalibus), denn angesichts der zunehmenden Überfälle durch sarazenische Piraten und der Rivalität mit Pisa wird ein Gesetz diskutiert, das jeden genuesischen Schiffseigner verpflichtet, sein Fahrzeug nach festen Standards zu bewaffnen.
- Durch den Zustrom von Kreuzfahrern, Pilgern und Händlern platzt die Stadt aus allen Nähten. Der Senat debattiert über eine strikte Registrierungspflicht für alle Nicht-Bürger. Alle Betreiber von Herbergen und privaten Unterkünften müssen Fremde innerhalb von 24 Stunden bei der Stadtverwaltung melden. Zudem soll der Bau neuer Unterkünfte außerhalb der bisherigen Stadtmauern untersagt werden, um die Verteidigungsfähigkeit im Falle einer Belagerung nicht zu gefährden.
- Zur Sicherstellung der Liquidität innerhalb der Stadtmauern und Stärkung des Vertrauens in die genuesische Währung als stabiles Zahlungsmittel im gesamten Mittelmeerraum wird vorgeschlagen, den Export von unverarbeitetem Silber und Goldbarren durch ausländische Kaufleute unter Strafe zu stellen. Alle Edelmetalle, die über den Seeweg in die Stadt gelangen, müssen zuerst der städtischen Münze zum Tausch gegen genuesische Denare (im Volksmund "Genovesi") angeboten werden.

Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 23. September – Das Wormser Konkordat: Kaiser Heinrich V. erkennt die freie Wahl des Klerus an und verspricht, alle kirchlichen Besitztümer wiederherzustellen. Damit endet der Machtkampf zwischen dem Papsttum und dem Heiligen Römischen Reich, bekannt als Investiturstreit. In der Folge wird die Abtei Cappenberg von Graf Gottfried II. für den neuen Orden der Prämonstratenser gegründet.
- 8. August – Beginn des venezianisch-byzantinischen Kriegs: Eine venezianische Flotte unter Doge Domenico Michiel mit weit über hundert Schiffen sticht von Venedig aus in See und transportiert eine Armee von rund 15.000 Mann sowie Belagerungsmaterial für den Venezianischen Kreuzzug. Die Flotte bricht nach Palästina auf – doch die Venezianer machen Halt, um Korfu anzugreifen (als Vergeltung für die Weigerung von Johannes II., die exklusiven Handelsprivilegien zu verlängern). Sechs Monate lang, während des gesamten Winters 1122–23, belagern die Venezianer die byzantinische Insel.
- König Alfons der Kämpfer von Aragon gründet die Laiengemeinschaft der Ritter, bekannt als die Bruderschaft von Belchite. Es ist der erste lokale Versuch, den in Palästina gegründeten Templerorden nachzuahmen.
- Die almoravidische Flotte greift Sizilien an, um die italo-normannischen Freibeuter zu bestrafen. Im selben Jahr rebelliert die muslimische Bevölkerung Maltas gegen die Normannen.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland

Beitrag von Il Canzoniere »

Das Jahr 1123 (März ‘26)

Neuer Bischof in Genua! Endlich! Das Erzbistum von Mailand hat nach der jahrelangen Sedisvakanz einen neuen Bischof nach Genua entsandt! Unter lautem Schlagen der Glocken erreicht Bischof Sigifredo im Sommer die Stadt und bezieht nun seine Quartiere im Bischofskastell über der Stadt. Die ersten Gottesdienste hält er in der päpstlich gesegneten Kathedrale in Clavicula ab was sofort zu einer ungewohnt "bürgerlichen" Aktivitätum die Kathedrale selbst herum führt. Auch die Stadtwache erhöht ihre Präsenz im Nordwesten des Sestieris, so das man hier kaum noch von einer "schimmen Ecke" sprechen kann.

Krieg gegen Pisa: Die genuesische Flotte hat ihre Strategie verschärft und macht nun gezielt Jagd auf Getreideschiffe, die aus Sardinien kommen. Das Ziel ist es, die Versorgungslinien Pisas vollständig zu unterbrechen und die Stadt durch eine künstlich herbeigeführte Hungersnot in die Knie zu zwingen. Außerdem scheint es eine diplomatische Annäherung an Lucca zu geben. Zwischen dieser und Genua bahnt sich ein Bündnis an, um Pisa gemeinsam in die Zange zu nehmen. Lucca droht damit, die Landwege und die Versorgung aus dem Chianti-Tal zu sperren, während Genua im Gegenzug wirtschaftliche Privilegien und einen eigenen Handelskai im genuesischen Hafen in Aussicht stellt. Die Verhandlungen der Obrigkeiten laufen. Es scheint jedoch das Genua bereits agiert, so in der wurden in der Nähe der strategisch wichtigen Siedlung San Giuliano Terme, die eigentlich unter pisanischem Einfluss steht, genuesische Söldnerverbände gesichtet.

In Platealonga geht die Angst um: An zwei der großen öffentlichen Brunnen wurden in der Morgendämmerung tote, halb verrottete Kadaver von Hunden und Unrat gefunden, die offensichtlich absichtlich in die Zisternen geworfen wurden. Da die Stadt durch die Pilger, Flüchtlinge und Söldner ohnehin überfüllt ist, verbreitete sich das Gerücht wie ein Lauffeuer, dass pisanische Saboteure die Wasserversorgung vergiftet haben, um eine Seuche auszulösen. Obwohl die Brunnen sofort gesperrt wurden, trauen viele Bürger dem Wasser nicht mehr und weichen auf teuren Wein oder importiertes Quellwasser aus dem Umland aus. Die ohnehin angespannte Stimmung gegen Fremde und vermeintliche Pisaner in der Stadt wird gefährlich angeheizt. Die Wachen an den verbleibenden Brunnen wurden verdoppelt, doch die Paranoia sitzt tief – jeder Hustenanfall in den Gassen wird nun argwöhnisch als Beginn einer von Pisa gesandten Plage gedeutet.

Während heftiger Herbststürme gaben Teile der Befestigung am alten Kai (Molo Vecchio) nach und stürzten ins Meer, wobei zwei Lagerhäuser schwer beschädigt wurden. Die Hafenarbeiter tuscheln, dass der Mörtel minderwertig gewesen sei, da die Mittel für die Instandhaltung aufgrund der immensen Kriegskosten in die Flotte flossen.

In den verwinkelten Gassen Claviculas kam es zu merkwürdigen Vorfällen, bei denen sich Rudel von Straßenhunden untypisch aggressiv und organisiert (?) verhielten. Berichte über eine unbekannte Gestalt, die die Tiere mit Fleisch aufgestachelt haben soll, sorgen für Unbehagen unter den Nachtwächtern und Anwohnern.

Ein Pilger aus dem Süden brachte ein angebliches Fragment des Schädels des Heiligen Syros in die (ehemalige) Basilika San Siro, was zu einem massiven Zustrom von Gläubigen und Bettlern führte. Die Kirche verzeichnete zwar enorme Spenden, doch die Wache von Burgus klagt über die zunehmende Unruhe und die hygienischen Zustände durch die Lager der Pilger vor den Kirchentoren.


Stadtpolitik
- Angesichts der drohenden Vergeltungsmaßnahmen Pisas und der eigenen Blockadestrategie wurde ein Gesetz erlassen, das jedem genuesischen Handelsschiff, das aus dem Ausland zurückkehrt, vorschreibt, mindestens ein Viertel seiner Ladekapazität für Getreide oder Hülsenfrüchte zu reservieren. Wer diese Quote nicht erfüllt, muss eine "Versorgungsabgabe" in Gold leisten, die direkt in den Ausbau der städtischen Kornspeicher fließt, um Genua gegen eine mögliche Belagerung abzusichern.
- Instandhaltung der Wehranlagen: Aufgrund der jüngsten Schäden am Molo Vecchio und der allgemeinen Bedrohungslage verpflichtet dieses Gesetz alle Besitzer von angrenzenden Immobilien an der Stadtmauer oder den Hafenbefestigungen zur aktiven Mitarbeit oder finanziellen Unterstützung bei deren Ausbesserung. Wer Sklaven oder Tagelöhner für die Bauarbeiten stellt, wird von den neuen Sondersteuern befreit, während die Vernachlässigung der Mauerabschnitte in direkter Nähe zum eigenen Besitz nun als Tatbestand der „Gefährdung der Republik“ gewertet und mit hohen Bußen geahndet wird.
- Um unkontrollierte Gewaltakte in den Vorstädten zu verhindern und die Loyalität der angeworbenen Kämpfer sicherzustellen, müssen alle in Genua stationierten Söldnerführer ihre Truppen namentlich auf dem Bürgermeisteramt erfassen lassen.

Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 18. bis 27. März – Das Erste Laterankonzil: Unter dem Vorsitz von Papst Calixt II. versammeln sich im römischen Lateran zwischen 300 und 1.000 Würdenträger zu einer Synode, die als Concilium generale in die Geschichte eingeht. Obschon Gesandte der Ostkirche und des Kaisers fehlen, festigt die Versammlung das Wormser Konkordat und proklamiert die libertas ecclesiae – die Freiheit der Kirche von weltlicher Hand. Neben der Bekämpfung der Simonie (Ämterkauf) stehen strengere Sittenregeln für den Klerus im Zentrum der Reformkanones.
- 18. April – Das Martyrium von Gargar: Während der Vorbereitungen zur Falkenbeize am Euphrat fällt König Baldwin II. von Jerusalem in die Hände des Artuqiden-Führers Belek Ghazi. Während das Gros des Kreuzfahrerheeres einem Massaker zum Opfer fällt, wird der König in die Festung von Chortpert (Kharput) verschleppt. In der Not ruft das Königreich die Republik Venedig um Beistand an; Doge Domenico Michiel bricht daraufhin die Belagerung von Korfu ab und steuert seine Flotte gen Akko.
- 29. Mai – Triumph bei Ibelin: In der Schlacht von Yibneh zerschlägt ein Kreuzfahrerheer unter Eustace Grenier die zahlenmäßig weit überlegene Streitmacht der Fatimiden. Wesir al-Ma’mun al-Bata’ihi ist zur Flucht nach Ägypten gezwungen, während sein Lager geplündert wird. Eustace kehrt im Triumph nach Jerusalem zurück, verstirbt jedoch kaum zwei Wochen später, am 15. Juni.
- 30. Mai – Die Vernichtung der ägyptischen Flotte: Vor Ascalon gelingt der venezianischen Flotte ein entscheidender Schlag: Die fatimidischen Schiffe geraten in eine Zangenoperation und werden restlos vernichtet oder gekapert. Auf dem Rückweg nach Akko krönen die Venezianer ihren Seesieg durch die Aufbringung einer reich beladenen Kaufmannsflotte.
- Mai bis Juni – Das Wagnis von Chortpert: In einer tollkühnen List infiltrieren 50 als Mönche und Händler verkleidete Armenier die Burg von Chortpert, um Baldwin II. und Joscelin I. zu befreien. Während Joscelin die Flucht gelingt, um Entsatz herbeizuführen, wird die Festung erneut von Belek Ghazi belagert und schließlich erstürmt. Baldwin entgeht dem Tod, wird jedoch zur Sicherung in die ferne Burg von Harran verlegt.
- Juni – Der Aufstieg des Baumeisters: König David IV. von Georgien, genannt Aghmashenebeli, festigt seinen Ruhm durch einen glanzvollen Sieg über die Seldschuken unter Sultan Mahmud II.
- 10. August – Das Desaster von Capo Dimas: Auf die Niederlage bei Capo Dimas folgt das Ende der normannisch-sizilianischen Ambitionen in Nordafrika. Während Admiral Christodulus den Rückzug der Flotte befiehlt, bleibt die zurückgelassene Garnison isoliert und wird von den Ziriden restlos niedergemetzelt.
- 7. Oktober – Päpstlicher Schutz: Mit der Bulle Aequitatis et justitiae unterstellt Calixt II. die Diözese Tricarico der direkten Obhut des Heiligen Stuhls.
- Pactum Warmundi: In Akko besiegeln das Königreich Jerusalem und die Republik Venedig ein weitreichendes Bündnis. Als Lohn für ihren Beistand erhalten die Venezianer in jeder Stadt des Königreichs eigene Quartiere – inklusive Kirchen, Bädern und Bäckereien – sowie weitgehende Zoll- und Steuerbefreiungen.
- Kreuzzug im Westen: Diego Gelmírez, der rührige Erzbischof von Santiago de Compostela, ruft in Al-Andalus zum Kreuzzug gegen die Almoraviden auf und weitet den Heiligen Krieg somit auf die Iberische Halbinsel aus.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland

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Das Jahr 1124 (April ‘26)

Krieg gegen Pisa: Sie haben die gottlosen Mauren mit Gold erkauft! Jedes Schiff, das den Hafen verlässt, steuert direkt in die Arme von Halsabschneidern, die Pisas Flagge nur als Vorwand nutzen! - Man hört das Pisa jedem Piraten Straffreiheit und einen sicheren Hafen verspricht, der genuesische Handelsschiffe angreift – egal wo. Auch soll Pisa ein Abnahme der erbeuteten Waren zu offziellen Preisen in Aussicht gestellt haben. Plötzlich ist kein genuesisches Schiff im westlichen Mittelmeer mehr sicher, da nicht mehr nur die pisanische Flotte die Feinde sind, sondern jeder Glücksritter auf dem Meer. Dies scheint wohl eine direkte Erwiderung auf die genuesische Blockade Sardiniens zu sein, welche Gerüchten zufolge bereits in Pisa zu enger geschnallten Gürteln führen soll.

Nach den Sabotageakte gegen platealongische Brunnen werden rund um den Hafen fast täglich vermeintliche Spione aus den Häusern gezerrt. Das neueste Gerücht besagt, dass eine Gruppe pisanischer Saboteure unter den Dielen eines Speichers am Molo Vecchio gefasst wurde, bewaffnet mit Phiolen voll brennbarem Öl. Die Angst geht um, dass für jeden gefassten Spion noch drei weitere in den Schatten lauern, die nur darauf warten, die Stadt in ein Flammenmeer zu verwandeln.

Elfen in Pontedecimo? Angeblich sollen unbekannte Wesen aus den Wäldern in Pontedecimo in einer Nacht des Jahres Geschenke in jedem Haus mit Kindern hinterlassen haben. Andere Erzählungen sprechen eher von einer netten alten Dame oder einem alten Herren, der diese Geschenke im tiefsten Winter in den Häusern hinterlassen haben soll.

Holzfäller, die tief aus dem Val Bisagno zurückgekehrt sind, berichten mit bleichen Gesichtern von einem Phänomen, das sie das „falsche Echo“ nennen. Wenn man im Wald ruft, antwortet die Stille manchmal mit einer Stimme, die genau wie die eigene klingt, aber Dinge sagt, die man selbst nie gedacht hätte. Ein Trupp von Köhlern behauptet gar, sie hätten einen ihrer Männer verloren, der einem solchen Rufen ins dichte Unterholz gefolgt sei; als sie ihn fanden, war er zwar körperlich unversehrt, doch er hatte vergessen, wer er war und wie man spricht.

Einige größere Freihändler die seit Jahren in Genua Geschäfte tätigen, scheinen ihre Abreise vorzubereiten. Durch den Krieg mit Pisa scheinen die Geschäfte beeinträchtigt zu werden und durch die jüngsten Kaperbriefe ist es noch riskanter geworden mit la Superba handel zu treiben. Es heißt viele würden sich nach Westen orientieren. Die Häfen von Nizza oder Savona bspw. seien auch gar nicht so klein, wie man immer höre...

Unter den Bäckern am Mercato geht ein düsteres Flüstern um. Mehrere Ladungen Getreide, die als Beute von pisanischen Schiffen in die Stadt gebracht wurden, sollen mit Mutterkorn oder Schlimmerem verseucht sein. Es heißt, wer davon isst, werde von schrecklichen Visionen geplagt, in denen er Genua in Flammen sieht, während die Brunnen Blut führen. Die Leute meiden bereits die Stände derer, die das „Pisaner-Korn“ zu billigen Preisen unter das Volk bringen wollen, aus Angst, sich den Zorn Gottes oder ein pisanisches Gift ins Haus zu holen.


Stadtpolitik
- Brandwache und Dachbeschaffenheit: Nach den pisanischen Sabotageversuchen und aufgrund der extremen Überfüllung der Stadt innerhalb der Mauern wird über ein Brandschutzgesetz diskutiert. Es verpflichtet jeden Hausbesitzer, in den Sommermonaten ein Fass mit Essigwasser auf dem Dach bereitzuhalten und Strohdächer durch Schiefer oder Ziegel zu ersetzen. Wer dem nicht nachkommt, verliert im Falle eines Feuers jeglichen Anspruch auf Entschädigung durch die Stadtkasse und muss für Schäden an Nachbarhäusern haften.
- Auch eine Sicherung der Schiffsbau-Fachkräfte wird heftig diskutiert: Da qualifizierte Handwerker für die Kriegsflotte lebenswichtig sind, wurde allen Schiffszimmerleuten, Kalfaterern und Segelmachern untersagt, das Stadtgebiet ohne schriftliche Erlaubnis des Senats oder des Bürgermeisteramts zu verlassen. Im Gegenzug wird ihnen eine Befreiung von der städtischen Kopfsteuer gewährt. Wer dennoch versucht sich in neutrale Städte abzusetzen oder für fremde Mächte zu arbeiten, wird als Verräter gebrandmarkt und sein gesamter Besitz in Genua eingezogen.
- Deutlich kontroverser wird eine Verordnung über die Registrierung von Kleinfahrzeugen (Lex Cymbarum) besprochen: Um das unbemerkte Ein- und Ausschleusen von Boten und Spionen zu unterbinden, sollen ab sofort alle privaten Ruderboote, Kähne und kleinen Fischerboote, die im Hafenbecken liegen, mit einer eingebrannten Registrierungsnummer der Stadtverwaltung versehen werden. Jedes Boot, das bei Nacht ohne eine angemeldete Besatzung oder ohne Licht im Hafenbecken angetroffen wird, darf von der Hafenwache ohne Anruf versenkt oder beschlagnahmt werden. Damit will der Senat die vollständige Kontrolle über jede Bewegung auf dem Wasser gewinnen, die sich der Aufsicht der großen Zollstationen entzieht.

Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 15. Februar – Die Belagerung von Tyrus: Ein vereintes Heer aus Venezianern und Franken schließt den Belagerungsring um den strategischen Seehafen Tyrus. Unter der Führung des Patriarchen von Antiochia, des Dogen Domenico Michiel sowie namhafter Adliger wie Graf Pons von Tripolis, wird die Stadt – die unter der Oberhoheit von Toghtekin, dem Atabeg von Damaskus, steht – von See und Land unter Druck gesetzt.
- 6. Mai – Der Fall des Balak ibn Bahram: Vor den Mauern von Manbidsch findet Balak ibn Bahram, der gefürchtete Ortoqiden-Herrscher von Aleppo, sein Ende. Ein Pfeilstreich ereilt ihn im Kampf gegen einen rebellischen Statthalter, der sich mit den Truppen Joscelins I. von Edessa verbündet hatte.
- 25. Mai – Heiligtum auf dem Montevergine: In den kampfgeprägten Zeiten setzt San Guglielmo da Vercelli ein Zeichen der Einkehr und weiht das der Madonna gewidmete Heiligtum von Montevergine ein.
- Juni bis Juli – Die Übergabe von Tyrus: Angesichts der aussichtslosen Lage entsendet Toghtekin Gesandte in das Lager der Kreuzfahrer. Nach zähem Ringen wird eine ehrenvolle Kapitulation vereinbart: Abziehenden Bürgern wird freies Geleit mit Hab und Gut gewährt, während den Verbleibenden der Schutz ihres Eigentums zugesichert wird – ein Kompromiss, der bei jenen Kreuzfahrern, die auf reiche Plünderung hofften, auf erbitterten Widerstand stößt. Am 7. Juli schließlich öffnen sich die Tore; die Stadt wird Sitz eines neuen Erzbistums.
- 29. August – Das Lösegeld des Königs: Nach monatelanger Gefangenschaft erlangt Baldwin II. durch Verhandlungen mit Timurtasch seine Freiheit. Der Preis ist hoch: Neben 80.000 Dinar werden strategisch wichtige Festungen wie Atarib und Azaz abgetreten. Um die Restzahlung zu sichern, verbleiben Geiseln – darunter die Königstochter Ioveta und der junge Joscelin II. – in der Obhut der Muslime.
- September – Diplomatische Ränkespiele: Kaum in Freiheit, bricht Baldwin II. seine Zusage an Timurtasch und verbündet sich stattdessen mit dessen Rivalen Dubays ibn Sadaqa. Während die Zwistigkeiten zwischen Timurtasch und seinem Bruder Suleiman Aleppo schwächen, nutzt Baldwin die Gunst der Stunde.
- 6. Oktober – Der Sturm auf Aleppo: Baldwin II. und seine Verbündeten beginnen die formelle Belagerung von Aleppo. Die Stadt, geschwächt durch interne Machtkämpfe, sieht sich einer Übermacht gegenüber, die sie über die Jahreswende hinaus bedrängen wird.
- 13. bis 21. Dezember – Das Papstschisma im Lateran: Mit dem Tod von Papst Calixt II. bricht in Rom Chaos aus. Auf die überhastete Wahl von Coelestin II. folgt ein gewaltsamer Umsturz durch das Adelsgeschlecht der Frangipani. Inmitten von Tumulten und bewaffneten Übergriffen in der Kirche des Heiligen Pankratius wird Lamberto Scannabecchi zum Gegenpapst erhoben. Erst durch Lambertos demonstrativen Verzicht auf die unrechtmäßig erlangte Tiara und den darauffolgenden Rücktritt Coelestins wird der Weg für eine kanonische Wahl frei: Am 21. Dezember wird Lamberto als Honorius II. feierlich inthronisiert.
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