Wenn ich das richtig sehe, gibt es dabei folgendes Konfliktfeld:
- Eine Maske, die sehr zuverlässig und ohne Kosten funktioniert, hebelt die Clansschwäche der Nosferatu aus und nimmt jegliche Spannung aus dem Spiel
- Eine Maske, die sehr unzuverlässig funktioniert, ist wertlos - insbesondere wenn man ihre Funktion nicht überprüfen kann (über Ghule o.ä.)
Aus diesen zwei Punkten leiten sich weitere Fragen ab:
Soll man Fehlschläge bei der Anwendung der Maske bemerken?
Hier ist die Frage, ob der Charakter einen Wurf von 0 Erfolgen selbst als Fehlschlag bemerkt oder nicht. Dabei spielt auch der Patzer eine Rolle: Wenn der Charakter Fehlschläge bemerkt, bedeutet der Patzer ggf. dass er unmaskiert herumläuft ohne es zu bemerken. Wenn der Charakter Fehlschläge nicht bemerkt, muss der Patzer noch schlimmer sein, beispielsweise in Form einer Maske, die fürchterlich ist (oder ganz anders als der Charakter geplant hat - was, wenn der Nosferatu plötzlich in der Gestalt des Prinzen herumläuft, ohne es zu ahnen)?
Ein Argument für das Nicht-Bemerken ist, dass man bei anderen auf den Geist wirkenden Disziplinen auch erst an der Reaktion des Gegenübers bemerkt, ob diese gewirkt hat.
Meine Meinung: Ich war bisher immer von "der Charakter merkt es" ausgegangen, sehe aber das Argument ein und halte nicht bemerken für spannender.
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Sollte man die Maske mithilfe von Dienern überprüfen können?
Da die Maske (wie alle Verdunklungs-Ausprägungen) auf den Geist wirkt, ist ein Spiegel nutzlos. Ein Diener dagegen könnte als Spiegel herhalten, da sein Geist beeinflusst wird. In anderen Fällen von Obfuscate kann die Maske allerdings fallen, wenn man sich auffällig benimmt. Kann ein Diener überhaupt getäuscht werden, wenn er weiß, wer da vor ihm steht? Oder ist die Kraft stark genug, dass der Trick auch funktioniert, wenn man weiß, dass es ein Trick ist?
Ein Argument für das Funktionieren ist, dass ansonsten jegliches Spiel mit Kainskindern ohne Maske stattfinden muss, weil sie ja im Moment des Erkennens/Vorstellens wissen, dass ein Trick vorherrscht und die Maske fallen würde. Das widerspricht gelebter Spielpraxis, etwa Godeocs langjähriges Auftreten in Maske bei Hof und anderen Gelegenheiten.
Auch wird die Maske effektiv nutzlos für Manipulationsspiele, weil es keine Gelegenheit gibt, sie zu überprüfen. Das wäre ein potentiell massiver Nerf für die Disziplin.
Meine Meinung: Auch ein Zauberkünstler kann einen Trick vorführen und das Publikum verblüffen, selbst wenn es weiß, dass es ein Trick ist.
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Können unterschiedliche Charaktere unterschiedlich reagieren?
Was passiert, wenn die Maske fällt - fällt sie für alle? Diese Frage ergibt sich aus der vorherigen Problematik. Kann der Zauber "gebrochen" werden? Hier gibt das Regelbuch aber recht eindeutige Hinweise, da Auspex-Charaktere durch Verdunklung sehen können während andere getäuscht werden. Sie können dann wiederum darauf hinweisen und so auch für andere den Zauber brechen. Wenn jemand (aus welchen Gründen auch immer) das eigentliche Gesicht hinter der Maske sieht, kann er anderen mitteilen "Schaut mal, die hübsche junge Frau ist eigentlich Vergonzo" und so ihnen helfen, die Illusion zu durchschauen. Dafür reicht aber der Akt des Durchschauens seitens einer Person nicht aus (und es sollten auch Würfe für die anderen Bezauberten notwendig werden).
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Hunderprozentig zuverlässig?
Das Regelbuch deutet an, dass manche Individuen (kleine Kinder, Wahnsinnige etc.) auch als Sterbliche die Maske bzw. Verdunklung durchschauen können. Eine hunderprozentige Zuverlässigkeit besteht also auch bei Erfolg dezidiert nicht - aber wie hoch ist der Prozentsatz der nicht Getäuschten?
Meine Meinung: Die Intention scheint hier zu sein, dramatische Situationen zu schaffen. Diese sind aber nur dramatisch, wenn sie die absolute Ausnahme sind. Disziplinen sind generell recht zuverlässig, sofern der Wurf dafür funktioniert hat. Das gilt auch für große Menschenmengen. Die Beispiele im Regelbuch sind so gewählt, dass gerade die Gruppen die Maske durchschauen, denen man nicht unbedingt sofort Glauben schenkt. Nicht ohne Grund.
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Nosferatu-Clansfluch und die Maske - was ist ausgewogen?
Mit V20 kostet die Maske 1 BP für jede Änderung des Erscheinungsbildes um einen Punkt. Eine Standard-Sterblichenmaske (ultra-hässlich, aber menschlich) kostet die Nosferatu also immer 1 BP. Dazu kommt in der Theorie immer der Wurf, ob die Maske funktioniert.
Die Frage ist hier, was praktikabel ist - und schließt an die erste Frage an.
Meine Meinung: Man könnte die Regel einführen, dass ein Nosferatu mit Standard-Maske grundsätzlich Spiele mit Maske starten darf, aber dann direkt mit -1 BP startet. Anknüpfend daran dass die Maske von Dienern geprüft werden kann, könnte dann der Wurf entfallen, wenn ein Diener vorhanden ist - sonst startet das Spiel halt mit -1 BP, dem Wurf und (bei Fehlschlag) direkter SL-Beteiligung. Das benachteiligt allerdings einige Konzepte. Daher würde ich den Wurf nur einfordern, wenn die Maske im Verlauf des Spiels angelegt wird, denn die -1 BP sind schon an sich ein wesentlicher Nachteil.
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Gibt es eine fixe Standard-Maske?
In einem meiner Spiele stellte sich heraus, dass man in Genua drei Erfolge braucht, um "dieselbe" Person mehrfach darzustellen, unabhängig von ihrem Aussehen. Ist das angemessen? Oder sind drei Erfolge zu viel?
Meine Meinung: Ich plädiere dafür, die Schwierigkeit um 1 (auf 2 notwendige Erfolge) zu senken, wenn der Charakter entsprechende Hilfsmittel verwendet (Schminke, Maske etc.), welche die Verdunklung unterstützen.
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Mein Fazit
Es ist eine altbekannte Tatsache, dass manche Clansflüche wesentlich schwerer wiegen. Der Nosferatu-Clansfluch gehört dazu. Gerade die Verdunklung als besonders unzuverlässig herauszuarbeiten, im Vergleich zu anderen Disziplinen, scheint mir zu einschränkend - es sollte der absolute Ausnahmefall sein. Die Maske muss Blut kosten, da sonst der Clansnachteil keine Rolle mehr spielt. Ob sie einen Wurf erfordert, kann man diskutieren. Ich würde aus Gründen der Spielbarkeit dagegen argumentieren.
Wichtig erscheint mir vor allem, dass die Maske überprüfbar bleibt, wenn man die Voraussetzungen dafür hat (also einen dienstbaren Geist, den man testweise manipulieren kann).