[Fluff] Ein Moment der Ruhe [Vergonzo]

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Vergonzo Faro
Nosferatu
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Registriert: Mi 5. Okt 2016, 16:29

[Fluff] Ein Moment der Ruhe [Vergonzo]

Beitrag von Vergonzo Faro »

Als Diener eines entstellten Kainiten, eines Monsters, lebe ich im ständigen Dilemma. Ich habe mich freiwillig für dieses Leben entschieden, glaube ich, aber nach Jahren des Dienens eines unsterblichen Wesens, fühle ich mich müde und einsam. Meine eigene Sterblichkeit macht mir Angst, und ich frage mich, ob das Leben als Diener wirklich mein Schicksal ist.

Ich lebe meine Tage in dreckigen, dunklen Katakomben. Mein Herr ist eine grausame, ungeheuerliche Gestalt die im Schatten verborgen ist und deren Anblick alleine furchterregend ist, teuflisch. Trotzdem liebe ich ihn, auch wenn ich mich vor ihm fürchte. Ich habe meine Freiheit aufgegeben, um ihm zu dienen und seinen Schutz zu genießen.
Die Katakomben sind kalt und feucht, und die einzige Beleuchtung kommt von wenigen Kerzen, die einen schwachen Schimmer verbreiten.
Mein Alltag besteht hauptsächlich darin, die Bedürfnisse meines Herren zu erfüllen, sind voll von Pflichten und Riten, die das Leben meines Herrn einfacher machen. Ich suche nach Informationen und neuen Blutquellen, die seinen Hunger stillen können.

Die Menschen fürchten ihn, das Ding das im Verborgenen hockt, wenn sie von ihm wissen würden aber ich bin beeindruckt von seiner Macht und seiner Präsenz. Ich wünschte, ich könnte so sein wie er - ein unsterbliches Wesen, das die Ewigkeit erleben kann.

Ich bereite einiges vor, während mein Herr seinen Durst stillt. Ich kann nicht leugnen, dass mich dieser Prozess fasziniert, aber gleichzeitig kann ich nicht abstreiten, dass ich mich einsam fühle. Ich bin in eine Welt eingesperrt, die ich nicht vollständig verstehen kann, und ich vermisse die menschliche Verbindung und die Gefühle, die mir verloren gegangen sind.
Aber mein Herr hat es bemerkt, er schenkte mir eine Gefährtin, er ist so gut zu mir.

Am Ende der Nacht, nachdem mein Herr sich zurückgezogen hat und ich meine Aufgaben erledigt habe, gehe ich zu ihr aber verliere mich in Gedanken an mein altes Leben. Ich habe mich für dieses Leben entschieden, aber manchmal frage ich mich, ob ich das wirklich wollte. Ich liebe meinen Herrn über alles, aber die Kälte und die Einsamkeit, die mich umgibt, machen es schwer, dieses Leben zu lieben. Ich bin ein Diener eines dunklen Wesens - … ein verlorenes Wesen, das seinen Platz in der Welt sucht.
Manchmal stelle ich mir vor, was sein könnte, wenn ich nie in den Dienst des Kainiten getreten wäre. Ich träume von einem Leben mit einer Familie und Freunden, von Kindern und menschlicher Wärme. Aber diese Träume sind nur Illusionen, denn mein Schicksal ist es, ein Diener zu sein.
Trotz der Einsamkeit und der Gefahren, die mein Leben begleiten, bin ich treu gegenüber meinem Herrn.
Während ich in meinen Gedanken versunken bin, taucht plötzlich mein Herr aus dem Dunkel auf. Er hat meine Gedanken gespürt und steht jetzt vor mir.
Sobald ich ihn sehe sind alle Zweifel verflogen und nur noch eine blasse Erinnerung weit entfernt und ich fühle mich schuldig sie gehabt zu haben….ich habe Angst.
Man soll bauen, als wollt man ewig leben, und leben, als sollt man morgen sterben.
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