[1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
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- Luciano Boccanegra
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Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Luciano richtete seinen Blick auf das Meer, dessen Oberfläche unter dem Mondlicht sanft glitzerte. Er seufzte, bevor er mit ruhiger Stimme sprach. „Nein, Giuseppe, es passiert nicht oft. Es war bisher… dreimal.“ Er hielt kurz inne, als die Gedanken durch seinen Kopf wirbelten, und fügte zögernd hinzu, „Oder viermal, je nachdem, wie man es definiert.“ Bei diesen Worten verdüsterte sich Lucianos gesicht für einen Moment.
Luciano schwieg für einen Moment, bevor er begann, die Erinnerungen zu schildern, die ihn nicht losließen. „Das erste Mal war hier in Genua. Mario – ein Stallbursche meines Vaters. Er wollte nicht, aber ich blieb hartnäckig, bis ich ihn dazu brachte, meinem Drängen nachzugeben. Es währte nicht lange. Mein Vater erwischte uns, und Mario wurde für meinen Fehler bestraft.“ Lucianos Gesicht verdüsterte sich bei den Worten, seine Stimme zeigte Reue. „Mein Vater schlug ihn fast tot. Und ich? Ich stand einfach da, wie erstarrt, habe nichts gesagt, nichts getan, während er ihn schlug und dann davonjagte.“ Luciano hielt inne, sein Blick wanderte wieder zum Wasser. „Die Gerüchte verbreiteten sich schnell, und um der Schande zu entgehen, zog mein Vater mit unserer Familie nach Sardinien.“
Die Erinnerung schien ihn kurz zu überwältigen, doch Luciano sprach weiter. „Dort traf ich auf Alberto Bianchi. Damals wusste ich noch nicht, dass er mein Erzeuger war – Ahmose ibn Khalid. Er hatte eine Präsenz… eine Ausstrahlung, die mich vollkommen einfing. Ich weiß nicht, welche meiner Gefühle wirklich meine eigenen waren und welche durch seine Kräfte hervorgerufen wurden. Heute denke ich, dass seine fortgeschrittene Aura auf der Via Peccati mich genauso anzog wie alles andere.“
Luciano ließ die Worte kurz in der Stille verhallen, bevor er weitersprach. „Während meiner Zeit dort lernte ich Adriano della Gherardesca kennen, einen Toreador. Wir wurden Freunde, und langsam entwickelte sich mehr – zumindest für mich. Doch Adriano blieb verhalten, zu sehr fürchtete er meinen Erzeuger. Irgendwann gab er meinem Drängen nach.“ Luciano verstummte, seine Stimme wurde schwer. „Aber als ich dachte, dass mein Herzenswunsch sich endlich erfüllte, stellte ich fest, dass ich in meinen Armen nicht Adriano hatte, sondern meinen Erzeuger – Ahmose. Er lachte mich aus, verspottete mich. Hätte ich damals noch gelebt, hätte er mich wohl totgeschlagen.“ Luciano schüttelte leicht den Kopf, seine Stimme wurde noch leiser. „Doch mein kainitischer Körper machte es ihm unmöglich, mich zu töten. Ich spürte die Schmerzen, aber nicht die Erlösung des Todes.“
Er ließ die Finger über die Kette gleiten, die um seinen Hals lag, und sprach weiter. „Kurz danach musste Adriano die Domäne verlassen, angeblich im Auftrag seines Erzeugers. Doch ich glaube, Ahmose war der wahre Grund dafür. Zum Abschied gab Adriano mir diese Kette.“ Luciano schloss die Augen für einen Moment, dann öffnete er sie wieder und ließ einen Hauch von Traurigkeit auf seinem Gesicht zurück. „Danach habe ich peinlich darauf geachtet, den Zorn von Ahmose nicht mehr zu wecken. Ich folgte seinen Befehlen, ohne offensichtlichen Widerstand.“
Luciano hielt inne, bevor er mit sanfter Stimme hinzufügte: „Und dann gibt es noch Remin, den du bereits kennst.“ Sein Blick wurde nachdenklich, als er erneut zum Meer blickte. „Was mir an ihm gefällt?“ Er lächelte schwach. „Er ist ansehnlich, das kann ich nicht leugnen. Aber es sind seine Worte, Giuseppe. Worte, die zu meiner Seele sprachen. Er fragte mich, wovon ich träume, wenn das Mondlicht im Wasser funkelt. Es hat mich auf eine Weise gefangen, die ich nicht erklären kann.“
Luciano ließ die Stille einen Moment wirken, bevor er Giuseppe ansah und mit einem sanften Ton fragte: „Sag mir, Giuseppe – hast du niemals für ein Mädchen Gefühle gehabt? So echte Gefühle, nicht wie diese Geschichten von Alfonso und den Eutern?“ Sein Blick blieb ruhig und neugierig, während er auf die Reaktion seines Freundes wartete.
Luciano schwieg für einen Moment, bevor er begann, die Erinnerungen zu schildern, die ihn nicht losließen. „Das erste Mal war hier in Genua. Mario – ein Stallbursche meines Vaters. Er wollte nicht, aber ich blieb hartnäckig, bis ich ihn dazu brachte, meinem Drängen nachzugeben. Es währte nicht lange. Mein Vater erwischte uns, und Mario wurde für meinen Fehler bestraft.“ Lucianos Gesicht verdüsterte sich bei den Worten, seine Stimme zeigte Reue. „Mein Vater schlug ihn fast tot. Und ich? Ich stand einfach da, wie erstarrt, habe nichts gesagt, nichts getan, während er ihn schlug und dann davonjagte.“ Luciano hielt inne, sein Blick wanderte wieder zum Wasser. „Die Gerüchte verbreiteten sich schnell, und um der Schande zu entgehen, zog mein Vater mit unserer Familie nach Sardinien.“
Die Erinnerung schien ihn kurz zu überwältigen, doch Luciano sprach weiter. „Dort traf ich auf Alberto Bianchi. Damals wusste ich noch nicht, dass er mein Erzeuger war – Ahmose ibn Khalid. Er hatte eine Präsenz… eine Ausstrahlung, die mich vollkommen einfing. Ich weiß nicht, welche meiner Gefühle wirklich meine eigenen waren und welche durch seine Kräfte hervorgerufen wurden. Heute denke ich, dass seine fortgeschrittene Aura auf der Via Peccati mich genauso anzog wie alles andere.“
Luciano ließ die Worte kurz in der Stille verhallen, bevor er weitersprach. „Während meiner Zeit dort lernte ich Adriano della Gherardesca kennen, einen Toreador. Wir wurden Freunde, und langsam entwickelte sich mehr – zumindest für mich. Doch Adriano blieb verhalten, zu sehr fürchtete er meinen Erzeuger. Irgendwann gab er meinem Drängen nach.“ Luciano verstummte, seine Stimme wurde schwer. „Aber als ich dachte, dass mein Herzenswunsch sich endlich erfüllte, stellte ich fest, dass ich in meinen Armen nicht Adriano hatte, sondern meinen Erzeuger – Ahmose. Er lachte mich aus, verspottete mich. Hätte ich damals noch gelebt, hätte er mich wohl totgeschlagen.“ Luciano schüttelte leicht den Kopf, seine Stimme wurde noch leiser. „Doch mein kainitischer Körper machte es ihm unmöglich, mich zu töten. Ich spürte die Schmerzen, aber nicht die Erlösung des Todes.“
Er ließ die Finger über die Kette gleiten, die um seinen Hals lag, und sprach weiter. „Kurz danach musste Adriano die Domäne verlassen, angeblich im Auftrag seines Erzeugers. Doch ich glaube, Ahmose war der wahre Grund dafür. Zum Abschied gab Adriano mir diese Kette.“ Luciano schloss die Augen für einen Moment, dann öffnete er sie wieder und ließ einen Hauch von Traurigkeit auf seinem Gesicht zurück. „Danach habe ich peinlich darauf geachtet, den Zorn von Ahmose nicht mehr zu wecken. Ich folgte seinen Befehlen, ohne offensichtlichen Widerstand.“
Luciano hielt inne, bevor er mit sanfter Stimme hinzufügte: „Und dann gibt es noch Remin, den du bereits kennst.“ Sein Blick wurde nachdenklich, als er erneut zum Meer blickte. „Was mir an ihm gefällt?“ Er lächelte schwach. „Er ist ansehnlich, das kann ich nicht leugnen. Aber es sind seine Worte, Giuseppe. Worte, die zu meiner Seele sprachen. Er fragte mich, wovon ich träume, wenn das Mondlicht im Wasser funkelt. Es hat mich auf eine Weise gefangen, die ich nicht erklären kann.“
Luciano ließ die Stille einen Moment wirken, bevor er Giuseppe ansah und mit einem sanften Ton fragte: „Sag mir, Giuseppe – hast du niemals für ein Mädchen Gefühle gehabt? So echte Gefühle, nicht wie diese Geschichten von Alfonso und den Eutern?“ Sein Blick blieb ruhig und neugierig, während er auf die Reaktion seines Freundes wartete.
Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Giuseppe nickte.
Schien bei den Schilderungen von Ahmose, betroffen, fast wütend.
Murmelte etwas leise in seinen nicht vorhandenen Bart.
Versuchte zu verstehen.
Wurde dann erneut rot.
„Hmm, weis nich,“ sagte er.
Schien mit dieser Antwort fast ein bisschen unzufrieden.
„War wahrscheinlich zu jung.“
„Is auch später nich mehr passiert.“
Er wirkte ein bisschen verwirrt.
„Weiß nich obs gut is, wenn man sowas nich hat oder obs einfach ne miese Idee is, jemanden so früh inne Nacht zu holen.“
Irgendwie schien es, als wollte er noch mehr sagen.
Doch er schwieg.
Es dauerte einige Minuten, bevor es doch aus ihm rauspurzelte.
„Je länger ich wech bin, umso öfter frag ich mich, ob Faustus, wirklich son Held is, wie ich immer dachte…“
Schien bei den Schilderungen von Ahmose, betroffen, fast wütend.
Murmelte etwas leise in seinen nicht vorhandenen Bart.
Versuchte zu verstehen.
Wurde dann erneut rot.
„Hmm, weis nich,“ sagte er.
Schien mit dieser Antwort fast ein bisschen unzufrieden.
„War wahrscheinlich zu jung.“
„Is auch später nich mehr passiert.“
Er wirkte ein bisschen verwirrt.
„Weiß nich obs gut is, wenn man sowas nich hat oder obs einfach ne miese Idee is, jemanden so früh inne Nacht zu holen.“
Irgendwie schien es, als wollte er noch mehr sagen.
Doch er schwieg.
Es dauerte einige Minuten, bevor es doch aus ihm rauspurzelte.
„Je länger ich wech bin, umso öfter frag ich mich, ob Faustus, wirklich son Held is, wie ich immer dachte…“
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- Luciano Boccanegra
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Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Luciano ließ Giuseppe sprechen, ohne ihn zu unterbrechen. Seine Aufmerksamkeit blieb fest auf dem Jungen gerichtet, während er die Bedeutung hinter dessen Worten zu erfassen suchte. Die Wut, die Giuseppe bei den Schilderungen über Ahmose zeigte, war ihm nicht entgangen, und die leichte Röte auf seinen Wangen ließ erahnen, wie sehr ihn das Gespräch bewegte.
Luciano wartete geduldig, bis Giuseppe seine Gedanken geordnet hatte und die Worte schließlich aus ihm herauspurzelten. Erst dann nahm er einen tiefen Atemzug, nicht weil er Luft brauchte, sondern weil es eine Gewohnheit war, die ihm half, seine Worte mit Bedacht zu wählen.
„Manchmal,“ begann er ruhig, „fragen wir uns Dinge, die keine leichte Antwort haben, Giuseppe. Ob es gut ist, bestimmte Gefühle nicht zu kennen oder jemanden früh in die Nacht zu holen – solche Fragen können uns lange begleiten.“ Seine Stimme war warm, beinahe beruhigend, während er sich bemühte, Giuseppe in seinem Zwiespalt nicht allein zu lassen. „Du hattest ein schweres Leben voller Verantwortung für deine Familie und deinen Lehrmeister. Es war nicht die Zeit dafür. Ich konnte mir Müßiggang und Dummheiten leisten und doch habe ich auch dafür einen Preis bezahlt. Doch die Gefühle sind generell nicht weg. Zumindest nicht bei denen, die der Via Humanitatis folgen. Vielleicht wird irgendwann die richtige Person kommen und dann wirst du es fühlen.“
Luciano ließ die Stille kurz wirken, bevor er sanft hinzufügte: „Was Faustus angeht, so kann ich nicht beurteilen, wer er ist – ob Held oder Kainit mit Fehlern. Aber was ich weiß, ist, dass unsere Perspektive sich verändert, je länger wir fort sind. Die Helden unserer Vergangenheit werden oft… komplexer, je mehr wir wachsen. Und wir bereuen die geringe Wertschätzung, die wir anderen entgegengebrachten, nur weil wir ihren Wert erst später erkannt haben.“ Sein Blick wanderte erneut über das Meer und er überlegte, bevor er fortfuhr. „Wir müssen auch irgendwann akzeptieren, dass wir unsweren eigenen Weg finden müssen und nicht den Weg gehen können, der uns von unseren Vätern oder Erzeugern gewiesen wurde. Das bedeutet auch, dass wir bestimmt Handlungen und Aussagen neu bewerten müssen, weil es nicht unsere Handlungen oder Aussagen sind.“
Luciano wartete geduldig, bis Giuseppe seine Gedanken geordnet hatte und die Worte schließlich aus ihm herauspurzelten. Erst dann nahm er einen tiefen Atemzug, nicht weil er Luft brauchte, sondern weil es eine Gewohnheit war, die ihm half, seine Worte mit Bedacht zu wählen.
„Manchmal,“ begann er ruhig, „fragen wir uns Dinge, die keine leichte Antwort haben, Giuseppe. Ob es gut ist, bestimmte Gefühle nicht zu kennen oder jemanden früh in die Nacht zu holen – solche Fragen können uns lange begleiten.“ Seine Stimme war warm, beinahe beruhigend, während er sich bemühte, Giuseppe in seinem Zwiespalt nicht allein zu lassen. „Du hattest ein schweres Leben voller Verantwortung für deine Familie und deinen Lehrmeister. Es war nicht die Zeit dafür. Ich konnte mir Müßiggang und Dummheiten leisten und doch habe ich auch dafür einen Preis bezahlt. Doch die Gefühle sind generell nicht weg. Zumindest nicht bei denen, die der Via Humanitatis folgen. Vielleicht wird irgendwann die richtige Person kommen und dann wirst du es fühlen.“
Luciano ließ die Stille kurz wirken, bevor er sanft hinzufügte: „Was Faustus angeht, so kann ich nicht beurteilen, wer er ist – ob Held oder Kainit mit Fehlern. Aber was ich weiß, ist, dass unsere Perspektive sich verändert, je länger wir fort sind. Die Helden unserer Vergangenheit werden oft… komplexer, je mehr wir wachsen. Und wir bereuen die geringe Wertschätzung, die wir anderen entgegengebrachten, nur weil wir ihren Wert erst später erkannt haben.“ Sein Blick wanderte erneut über das Meer und er überlegte, bevor er fortfuhr. „Wir müssen auch irgendwann akzeptieren, dass wir unsweren eigenen Weg finden müssen und nicht den Weg gehen können, der uns von unseren Vätern oder Erzeugern gewiesen wurde. Das bedeutet auch, dass wir bestimmt Handlungen und Aussagen neu bewerten müssen, weil es nicht unsere Handlungen oder Aussagen sind.“
Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Der kleine Hafenjunge grinste schief, schien fast ein verblüfft.
Das waren erstaunlich weise Worte.
Man merkte das Luciano diese Weisheit durch schmerzliche Erfahrungen erkauft hatte.
„Du hast recht, vielleicht isser nich ohne Fehler und ich auch nich.“
Er grinste: „Iss ja irgendwie menschlich.“
Hatte plötzlich das Gefühl einen sehr flachen Witz erzählt zu haben.
Musste lachen. „Gott sei Dank!“.
Giuseppe betrachtete Luciano nachdenklich.
„Wenn de heute, morgen oder die nächsten Nächte, einfach machen könntest was de wolltest, was würdeste tun?“
Das waren erstaunlich weise Worte.
Man merkte das Luciano diese Weisheit durch schmerzliche Erfahrungen erkauft hatte.
„Du hast recht, vielleicht isser nich ohne Fehler und ich auch nich.“
Er grinste: „Iss ja irgendwie menschlich.“
Hatte plötzlich das Gefühl einen sehr flachen Witz erzählt zu haben.
Musste lachen. „Gott sei Dank!“.
Giuseppe betrachtete Luciano nachdenklich.
„Wenn de heute, morgen oder die nächsten Nächte, einfach machen könntest was de wolltest, was würdeste tun?“
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- Luciano Boccanegra
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Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Luciano lachte leise mit Giuseppe, dessen Humor einen Funken Leichtigkeit in die Nacht brachte. Es fühlte sich ehrlich an, und Luciano ließ das Lachen für einen Moment in der Luft verweilen, bevor er auf Giuseppes Frage antwortete – ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.
„Wenn ich heute machen könnte, was ich wollte,“ begann er mit einem warmen und entschiedenen Ton, „dann würde ich genau hier sitzen. Es gibt für mich keinen Grund, irgendwo anders sein zu wollen. Dieser Moment, diese Unterhaltung – sie sind alles, was ich mir wünschen würde.“
Dann hielt Luciano kurz inne, seine Gedanken wanderten tiefer, und er überlegte für einen Augenblick, bevor er weitersprach, diesmal langsamer, nachdenklicher. „Was die anderen Nächte angeht, ist die Antwort schwieriger. Wahrscheinlich würde ich diejenigen suchen, denen ich Unrecht getan habe, und versuchen, es wiedergutzumachen. Die Fehler, die ich gemacht habe, wiegen schwer. Es würde Zeit brauchen, aber es wäre das Richtige.“
Sein Blick wurde sanfter, während er sich einen Moment lang die ersten Strahlen der Sonne vorstellte, die über dem Meer aufgingen. „Ich würde die Sonne nochmal sehen wollen. Wie sie hinter dem Meer auftaucht, wie sie die Welt mit ihrem Licht erfüllt. Die Wärme, die die Nase kitzelt – selbst als Erinnerung wäre das ein Geschenk. Und ich würde gerne reisen, andere Länder und Kulturen sehen. Es gibt so viel da draußen, Giuseppe, mehr, als ich jemals begreifen könnte.“
Luciano richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen Freund, lächelte leicht und fragte schließlich: „Und wie steht es mit dir, Giuseppe? Was würdest du tun, wenn die Nächte dir keine Grenzen setzen würden?“ Seine Stimme war sanft, einladend, voller echter Neugier auf die Gedanken, die Giuseppe in diesem Moment bewegen könnten.
„Wenn ich heute machen könnte, was ich wollte,“ begann er mit einem warmen und entschiedenen Ton, „dann würde ich genau hier sitzen. Es gibt für mich keinen Grund, irgendwo anders sein zu wollen. Dieser Moment, diese Unterhaltung – sie sind alles, was ich mir wünschen würde.“
Dann hielt Luciano kurz inne, seine Gedanken wanderten tiefer, und er überlegte für einen Augenblick, bevor er weitersprach, diesmal langsamer, nachdenklicher. „Was die anderen Nächte angeht, ist die Antwort schwieriger. Wahrscheinlich würde ich diejenigen suchen, denen ich Unrecht getan habe, und versuchen, es wiedergutzumachen. Die Fehler, die ich gemacht habe, wiegen schwer. Es würde Zeit brauchen, aber es wäre das Richtige.“
Sein Blick wurde sanfter, während er sich einen Moment lang die ersten Strahlen der Sonne vorstellte, die über dem Meer aufgingen. „Ich würde die Sonne nochmal sehen wollen. Wie sie hinter dem Meer auftaucht, wie sie die Welt mit ihrem Licht erfüllt. Die Wärme, die die Nase kitzelt – selbst als Erinnerung wäre das ein Geschenk. Und ich würde gerne reisen, andere Länder und Kulturen sehen. Es gibt so viel da draußen, Giuseppe, mehr, als ich jemals begreifen könnte.“
Luciano richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen Freund, lächelte leicht und fragte schließlich: „Und wie steht es mit dir, Giuseppe? Was würdest du tun, wenn die Nächte dir keine Grenzen setzen würden?“ Seine Stimme war sanft, einladend, voller echter Neugier auf die Gedanken, die Giuseppe in diesem Moment bewegen könnten.
Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Ein ironisches Grinsen erschien im Gesicht des kleinen Jungens.
“Würd ein paar Fragen stellen!”
Der Schalk stieg ihm ins Gesicht.
“Nicht nur nette.”
Das Grinsen wurde breiter.
“So lange nerven, bisse endlich antworten.
Wensse nich antworten, ne Fackel rausholen, gucken obse dann reden.”
Er zuckte mit den Schultern.
“Außerdem n bisschen Zeit verschwenden. Dinge lernen, vielleicht n Instrument, Griechisch, Arabisch.”
Wieder ein Grinsen:
“Mir die wichtigen Fragen stellen. Wie man mitter Bestie klarkommt.”
“Wie wa mitten Menschen zusammenleben können, ohne Mord und Lügerei.”
Der Ausdruck in seinem Gesicht wurde fast träumerisch.
“Mich um die ganzen unwichtigen Dinge, die die hohen Herren wissen wollen nich mehr kümmern.”
Seine Hand berührte sein Kinn während er nachdachte.
“Würd vielleicht was machen dass anderen hilft. So wie Nicolo mit seinem Haus der Heiler.”
Dann wurde er trauriger: “Die meisten, bei denen ich was gut zu machen hätte sin blöder weise tot.”
“Würde denke ich drauf achten, es in Zukunft besser zu machen.”
Schließlich lächelte er: “Reisen wäre sicher auch nich schlecht und die Sonne sehen wär zwar schön, würd aber ungern verbrennen.”
“Würd ein paar Fragen stellen!”
Der Schalk stieg ihm ins Gesicht.
“Nicht nur nette.”
Das Grinsen wurde breiter.
“So lange nerven, bisse endlich antworten.
Wensse nich antworten, ne Fackel rausholen, gucken obse dann reden.”
Er zuckte mit den Schultern.
“Außerdem n bisschen Zeit verschwenden. Dinge lernen, vielleicht n Instrument, Griechisch, Arabisch.”
Wieder ein Grinsen:
“Mir die wichtigen Fragen stellen. Wie man mitter Bestie klarkommt.”
“Wie wa mitten Menschen zusammenleben können, ohne Mord und Lügerei.”
Der Ausdruck in seinem Gesicht wurde fast träumerisch.
“Mich um die ganzen unwichtigen Dinge, die die hohen Herren wissen wollen nich mehr kümmern.”
Seine Hand berührte sein Kinn während er nachdachte.
“Würd vielleicht was machen dass anderen hilft. So wie Nicolo mit seinem Haus der Heiler.”
Dann wurde er trauriger: “Die meisten, bei denen ich was gut zu machen hätte sin blöder weise tot.”
“Würde denke ich drauf achten, es in Zukunft besser zu machen.”
Schließlich lächelte er: “Reisen wäre sicher auch nich schlecht und die Sonne sehen wär zwar schön, würd aber ungern verbrennen.”
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- Luciano Boccanegra
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Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Luciano beobachtete Giuseppe, ließ ihn sprechen, ohne ihn zu unterbrechen. Die Ironie in dessen Worten war offensichtlich, doch dahinter lag etwas Tieferes – ein Hauch von echten Gedanken, echten Sehnsüchten. Es war diese Mischung aus Schelmerei und Ernst, die Luciano für einen Moment innehalten ließ.
Luciano hörte Giuseppe aufmerksam zu, ließ dessen Worte einen Moment nachklingen, ehe er sich leicht nach vorne neigte. Sein Blick war offen, doch in seinen Augen lag ein feiner Funken Ernst. „Es trifft dich wirklich, dass du nicht in deiner wahren Gestalt unter Menschen gehen kannst, oder?“ Seine Stimme war ruhig, aber nicht beiläufig – er wollte es wirklich verstehen. „Dass du anders bist, sichtbar anders, und deshalb draußen bleiben musst, wenn du nicht die Maske nutzt.“
Er hielt kurz inne, ließ die Stille zwischen ihnen Raum einnehmen. Dann sprach er weiter, seine Worte bedacht, aber mit einer feinen Dringlichkeit. „Was hält dich davon ab, anderen zu helfen, Giuseppe? Es gibt genug zu tun im Hafen – die Kinder dort kämpfen jeden Tag ums Überleben. Du könntest dich mit mir um sie kümmern, so wie ich es mit Tito tue. Ihnen Brot geben, Schutz, ab und zu eine Münze.“ Luciano ließ den Gedanken bewusst wirken, ehe er leicht die Schultern hob. „Ich dachte, du würdest mit Nicolò zusammenarbeiten, um anderen zu helfen. Oder willst du etwas eigenes haben?“
Dann ließ Luciano eine Pause entstehen, bevor er wieder zu Giuseppe sah. „Und wenn du reisen würdest – wohin würde es dich ziehen?“ Es war keine beiläufige Frage. Es war eine Einladung, die Gedanken weiterzuspinnen, an einen Ort fern der Nacht und ihrer Last.
Luciano hörte Giuseppe aufmerksam zu, ließ dessen Worte einen Moment nachklingen, ehe er sich leicht nach vorne neigte. Sein Blick war offen, doch in seinen Augen lag ein feiner Funken Ernst. „Es trifft dich wirklich, dass du nicht in deiner wahren Gestalt unter Menschen gehen kannst, oder?“ Seine Stimme war ruhig, aber nicht beiläufig – er wollte es wirklich verstehen. „Dass du anders bist, sichtbar anders, und deshalb draußen bleiben musst, wenn du nicht die Maske nutzt.“
Er hielt kurz inne, ließ die Stille zwischen ihnen Raum einnehmen. Dann sprach er weiter, seine Worte bedacht, aber mit einer feinen Dringlichkeit. „Was hält dich davon ab, anderen zu helfen, Giuseppe? Es gibt genug zu tun im Hafen – die Kinder dort kämpfen jeden Tag ums Überleben. Du könntest dich mit mir um sie kümmern, so wie ich es mit Tito tue. Ihnen Brot geben, Schutz, ab und zu eine Münze.“ Luciano ließ den Gedanken bewusst wirken, ehe er leicht die Schultern hob. „Ich dachte, du würdest mit Nicolò zusammenarbeiten, um anderen zu helfen. Oder willst du etwas eigenes haben?“
Dann ließ Luciano eine Pause entstehen, bevor er wieder zu Giuseppe sah. „Und wenn du reisen würdest – wohin würde es dich ziehen?“ Es war keine beiläufige Frage. Es war eine Einladung, die Gedanken weiterzuspinnen, an einen Ort fern der Nacht und ihrer Last.
Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Er blickte Luciano ein wenig traurig an.
Und plötzlich wurde diesem bewusst, dass da kein Hafenjunge mehr war.
„Ja, klar. Wennde nur mittn Menschen zusammensein kanns, wende ihnen was vorspielst, dann macht das was mit dir“
Sein Blick richtete sich grimmig aufs Meer.
„Musst immer dran denken deine Deckung zu waren und inner Rolle bleiben.“
Das Fledermausmaul verzog sich.
„So kannste nich wirklich du selbst sein. Vergisst dich manchmal n bisschen“
Dann wurde er nachdenklich, runzelte die faltige Sirn.
„Ne das mit Nicolo is schon gut“ sagt er.
„Aber wenns nach mir ginge, würd ich das halt sieben Tage die Woche machen, geht aber nich.“
Er zuckte mit den kantigen Schultern.
„Is aber schon ok, s Leben is halt kein Basar.“
Irgendwie wurde es ihm nun zu traurig.
Und so bildete sich wieder ein schelmisches Grinsen.
„Das mittn Kindern versuch ich mal, kannst ja gucken ob de mich erwischst.“
„Is eh gut wenn da mehr von uns sin.“
„Frag mich schon wie lang es dauert, bis einer vonnen anderen Arschlöchern da auftaucht.“
Als es dann um Reiseziele ging lächelte er versonnen.
„Vielleicht Konstantinopel, Faustus sagt is verrückt da.“
Er grinste ihn an: „Warste da schon mal?“
Und plötzlich wurde diesem bewusst, dass da kein Hafenjunge mehr war.
„Ja, klar. Wennde nur mittn Menschen zusammensein kanns, wende ihnen was vorspielst, dann macht das was mit dir“
Sein Blick richtete sich grimmig aufs Meer.
„Musst immer dran denken deine Deckung zu waren und inner Rolle bleiben.“
Das Fledermausmaul verzog sich.
„So kannste nich wirklich du selbst sein. Vergisst dich manchmal n bisschen“
Dann wurde er nachdenklich, runzelte die faltige Sirn.
„Ne das mit Nicolo is schon gut“ sagt er.
„Aber wenns nach mir ginge, würd ich das halt sieben Tage die Woche machen, geht aber nich.“
Er zuckte mit den kantigen Schultern.
„Is aber schon ok, s Leben is halt kein Basar.“
Irgendwie wurde es ihm nun zu traurig.
Und so bildete sich wieder ein schelmisches Grinsen.
„Das mittn Kindern versuch ich mal, kannst ja gucken ob de mich erwischst.“
„Is eh gut wenn da mehr von uns sin.“
„Frag mich schon wie lang es dauert, bis einer vonnen anderen Arschlöchern da auftaucht.“
Als es dann um Reiseziele ging lächelte er versonnen.
„Vielleicht Konstantinopel, Faustus sagt is verrückt da.“
Er grinste ihn an: „Warste da schon mal?“
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- Luciano Boccanegra
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Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
Luciano hielt Giuseppes Blick für einen Moment, ließ die Traurigkeit in dessen Worten auf sich wirken. „Es macht etwas mit einem,“ sagte er leise, fast nachdenklich, „wenn man ständig eine Rolle spielen muss. Ich verstehe, was du meinst.“ Sein Blick wanderte kurz zum Meer, das in der Dunkelheit still vor ihnen lag. „Aber vergiss dich selbst nicht, Giuseppe. Auch hinter der Maske bist du noch da.“
Als Giuseppe das Thema der Kinder ansprach, nickte Luciano langsam. „Du bist immer willkommen, wenn du mir helfen willst oder wenn du einfach dabei sein willst.“ Seine Stimme wurde etwas ernster. „Es ist nicht so, als würden viele Tito kennen. Und wenn wir keine Risiken eingehen, dann leben wir auch nicht. Jede Vorsicht hat auch ihre Grenzen. Ansonsten müßte man sich komplett zurückziehen.“
Bei der Erwähnung von Konstantinopel hob Luciano leicht die Augenbrauen, ein nachdenklicher Ausdruck trat in sein Gesicht. „Konstantinopel…“ Er ließ das Wort einen Moment in der Luft hängen. „Ich war noch nicht dort, aber ich habe viel darüber gehört. Verrückt, sagst du? Vielleicht ist das genau der Grund, warum es sich lohnt, es zu sehen.“ Ein leichtes Lächeln kehrte zurück, während er Giuseppe ansah. „Wann brechen wir auf?“
Als Giuseppe das Thema der Kinder ansprach, nickte Luciano langsam. „Du bist immer willkommen, wenn du mir helfen willst oder wenn du einfach dabei sein willst.“ Seine Stimme wurde etwas ernster. „Es ist nicht so, als würden viele Tito kennen. Und wenn wir keine Risiken eingehen, dann leben wir auch nicht. Jede Vorsicht hat auch ihre Grenzen. Ansonsten müßte man sich komplett zurückziehen.“
Bei der Erwähnung von Konstantinopel hob Luciano leicht die Augenbrauen, ein nachdenklicher Ausdruck trat in sein Gesicht. „Konstantinopel…“ Er ließ das Wort einen Moment in der Luft hängen. „Ich war noch nicht dort, aber ich habe viel darüber gehört. Verrückt, sagst du? Vielleicht ist das genau der Grund, warum es sich lohnt, es zu sehen.“ Ein leichtes Lächeln kehrte zurück, während er Giuseppe ansah. „Wann brechen wir auf?“
Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]
„Dafür hab ich ja euch“ sagte er mit ein wenig Schalk in den lidlosen Augen.
„Die Hafenarbeiter im Hafen, kennen ihn alle.“
„Die Straßenkinder auch.“
„Es ist halt einfach bemerkenswert, das wer was gutes tut ohne Profit draus zu schlagen.“
„Ist aber auch ok. Man kann vermutlich nichts gutes tun, ohne Aufmerksamkeit zu riskieren.“
Er lächelte sein Monsterlächeln.
„Werd mal dazu stoßen, muss mich halt wie immer dabei verstecken.“
Als er dann von Konstantinopel sprach antwortete er grinsend:
„Sollten wir so in den nächsten ein bis zwei Jahrhunderten mal ins Auge fassen, würde ich sagen.“
„Wo möchtest du gerne hin ?“
„Die Hafenarbeiter im Hafen, kennen ihn alle.“
„Die Straßenkinder auch.“
„Es ist halt einfach bemerkenswert, das wer was gutes tut ohne Profit draus zu schlagen.“
„Ist aber auch ok. Man kann vermutlich nichts gutes tun, ohne Aufmerksamkeit zu riskieren.“
Er lächelte sein Monsterlächeln.
„Werd mal dazu stoßen, muss mich halt wie immer dabei verstecken.“
Als er dann von Konstantinopel sprach antwortete er grinsend:
„Sollten wir so in den nächsten ein bis zwei Jahrhunderten mal ins Auge fassen, würde ich sagen.“
„Wo möchtest du gerne hin ?“
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