[1026] Genuas Licht [Galeno, Arash, Avelina, Aurore (SL)]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Arash
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Re: [1026] Genuas Licht [Galeno, Arash, Avelina, Aurore (SL)]

Beitrag von Arash » Mi 30. Okt 2019, 22:55

Arash spannte sich innerlich an, während Aurore sprach. Sie wollte Namen, Antworten...Dinge die er ihr nicht geben konnte. Zumindest keinen Kainiten. Er würde sich also etwas anderes suchen müssen. Keine Antwort würde sie nicht akzeptieren. Glücklicherweise konnte er so noch Avelinas und Galenos Antwort abwarten. Er bezweifelte, dass sie diese Antworten zufrieden stellten, aber auch er konnte ich nichts anderes erzählen. Zumindest nicht viel.

Schließlich war die Reihe an ihm. Er leckte sich langsam über die Lippen. "Auch ich kam wohl einige Jahre zu spät, um Kainitische Namen zu nennen. Diese Seuche wollte allerdings der wohlwerte Ajax selbst untersuchen und hat alle anderen angewiesen sich von dort fern zu halten." Ein träges Blinzeln unterbrach seine Erzählung kurz. "Ich denke die größte Gefahr für eure Herde geht nicht von einzelnen Kainiten aus, sondern von den Umwelteinflüssen wie Wetter, Raubtiere oder Hunger." wieder brach er kurz ab und versuche Aurores Mimik zu lesen.

"Auch andere Menschen sind immer wieder ein Problem, um diese Räuber, Söldner und Wegelagerer kümmere ich mich allerdings im Moment. Sollten mir aber weitere Kainiten auffallen, die eure Herde schänden, werde ich euch Namen nennen."
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Il Canzoniere
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Re: [1026] Genuas Licht [Galeno, Arash, Avelina, Aurore (SL)]

Beitrag von Il Canzoniere » So 5. Jan 2020, 14:55

Ihr Blick lag einen Moment - vielleicht sogar einen Moment zu lang - auf Avelina, dann glitt er zu Galeno hinüber. Irgendetwas, was hätte hervorkommen wollen, tat es nun doch nicht. Stattdessen nickte sie ihm zu. Als Zeichen das sie seine selbst gewählte Ansage annahm und durchaus auch Ernst nahm.

Als Arash sprach musterte sie ihn abschätzend und verfiel dann in ein längeres Grübeln. Offenbar waren viele Aussagen die mit großem Aufwand an sie herangetragen wurden, mit Audienzen und Geschenken, Schwüren und gewichtigen Mienen ihr zu vage. Ein wenig angespannt tippte sie, abwechselnd mit Zeigefinger und Mittelfinger auf ihre Thronlehne. Dann beugte sie sich leicht vor und ließ den Blick über die drei schweifen.

"Ajax, in Ordnung. Ich werde das im Auge behalten. Bringt mir dennoch die Namen jener die ebenfalls am Konflikt beteiligt waren. Wenn mein Liktor solcherlei Maßnahmen ergreift, möchte ich erfahren weshalb." es gabe eine kurze Pause, dann fuhr sie fort: "Darüber hinaus benötigen wir ein Exempel. Jemanden der die Herde misshandelt hat, an dem wir demonstrieren können was passiert wenn man dies tut. Um jene die es bereits tun davon abzuhalten es weiterhin zu tun und jene die darüber nachdenken abzuschrecken." ihr Blick glitt zu Arash hinüber.

"Was würdest du vorschlagen?...", dann zu Galeno "...wer könnte gewählt werden?..." und schließlich zu Avelina "...und wie sollte man es präsentieren?" irgendetwas neben den reinen Inhalten schien Aurore anzutreiben ausgerechnet diese Fragen an diese Kainiten zu stellen.

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Galeno
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Re: [1026] Genuas Licht [Galeno, Arash, Avelina, Aurore (SL)]

Beitrag von Galeno » Do 9. Jan 2020, 19:01

Er hatte während der Worte Arashs und der der Prinzessin überlegt und mit sich gerungen, ob er mehr sagen sollte, oder es dabei belassen sollte, entschied sich dann aber dafür, das einzig Richtige für ihn zu tun. Sie war die Herrscherin hier, also sollte sie auch am Besten alles erfahren, denn es wirkte so, als sei sie ziemlich im Dunkeln belassen worden. Ob dem wirklich so war, konnte er nicht wiessen, doch lag es auch nicht an ihm, dies wirklich einschätzen zu müssen. An ihm lag es, ob er mitteilte, was er wusste. Ob er ehrlich war, oder jemanden zu decken versuchte.
Ernst sah er zu Aurore und seine angenehme Stimme füllte erneut diese Halle.

"Ich denke, es ist wohl das Beste, wenn ich euch erzähle, was ich bisher über all dies in Erfahrung bringen konnte. Es sind, wie schon erwähnt, keine Beweise, nur Aussagen, die sich teilweise decken, die aber auch von vielen verschiedenen Beziehungen abhängig sind."
Er setzte kurz ab.
"Zwischen dem wohlwerten Ajax und meinem wohlwerten Clansbruder Titus herrscht eine Fehde, schon seit einiger Zeit. Mein Bruder im Blute warnte mich bei meiner Ankunft davor, doch bin ich niemand, der sich in solche Dinge auf diese Art hereinziehen lässt. Ich entscheide selbst, wen ich meide oder wen nicht. So bin ich, entgegen der Meinung meines wohlwerten Bruders, zu eurem Liktor gegangen, um mich unter anderem auch über die Sueche zu informieren, über die ich durch einen Aushang erfuhr. Ich hatte zuvor schon mit der werten Livia darüber gesprochen und meine Hilfe angeboten, doch bekam ich durch eben jenen Aushang mit, dass der wohlwerte Ajax dort ebenfalls Ansprüche hegt.

Beim wohlwerten Liktor erfuhr ich, dass jener meinen Clan verdächtigt, da Quinto al Mare ihm gehörte. Er verdächtigte den verehrten Benedetto, aber auch meine Schwester im Blute und eben auch die wohlwerte Geissel, da mein Clan angeblich zusammen hängen würde. Ich entschied mich, trotzt dieser Vermutung, Nachforschungen anzustreben und den Kern der Seuche zu finden, wobei ich für die erste schon zu spät gekommen war und bei der zweiten nur hatte helfen können.
Ich befragte weitere Kainiten, die mir im Zusammenhang benannt wurden, die werte Livia, die sich mit mir zusammen um die Opfer der Seuche kümmerte und mir zusicherte, meine Empfehlungen für die Heilung umzusetzen. Und meine Schwester im Blute. Ich untersuchte die Menschen und versuchte einen Quell, einen Ursprung zu finden, doch leider und aber auch Gott sei Dank, war dieser nicht mehr vorhanden. Leider, weil so die Erkenntnis darüber verloren ging und erfreulicherweise, weil so die Menschen wieder genesen konnten."

Wieder setzte er ab, schien beinahe einmal kräftig auszuatmen.

"Die werte Livia erzählte mir, sehr wahrscheinlich erfuhr sie dies von den Menschen, die sie um sich hatte, dass eines Tages, noch als die erste Seuche um sich schlug, ein fremder Priester nach Quinto kam und einen Gottesdienst abgehalten habe. Für die Kranken und ihre Familien. Dies war, als die Sarazenen nach dem Krieg schon abgezogen waren. Die Martinsritter, die wohl sonst dort stationiert waren, währen unter der Leitung der wohlwerten Amalia nach Nerfi gezogen. Zu genau diesem Zeitpunkt habe dann eine Horde aus Sarazenen den Gottesdienst angegriffen und abgeschlachtet. Nicht wirklich rechtzeitig, aber rechtzeitig genug, damit der Angriff nicht weiter um sich greifen konnte, kamen des wohlwerten Liktors Mannen und vertrieben die Sarazenen. Diese Sarazenen waren vermummt.

Später kamen dann noch weitere Söldner eures Liktors zurück und auch die Martinsritter, die von dem Massaker erfahren haben und von Nerfi wieder zurückgekommen waren."

Er räusperte sich.

"Meine Schwester im Blute hatte eine andere Anschuldigung vorzubringen und schob die Seuche eher auf den Clan der Verborgenen, besonders ihrem hohen Herrn. Sie sah dies, sowie einige Gerüchte über Rothaarige Teufelsanbeter, als Handlung gegen ihr Aufstreben bezüglich des Mondsenats, da sie sich auch eben um Quinto gekümmert hatte und mit ihren Schwestern dort Leid versucht hatte zu mildern. Aber ich denke, sie sprach da vor allem von der zweiten Seuche, die nach dem massaker Einzug gehalten hatte."

Alles in allem sind dies interessante Geschichten, doch kann jeder von ihnen lügen. Ihr versteht, warum ich deswegen ungern jemanden einfach so namentlich erwähnen möchte, alles zu vage. Deswegen holte ich aus, erzählte euch nun hier, was ich in Erfahrung bringen konnte und ihr könnt selbst entscheiden.

Die Zufälle sind für mein Empfinden zu genau abgestimmt.

Ich weiss, dass wir vom Clan des Todes durchaus in der Lage sind, verherendes anzustellen, da wir daran forschen. Wenn man um die Zusammenhänge von Leben und Tod weiss, so weiss man auch, wie man das eine oder das andere hinauszögern oder schaffen kann. Heilung und Krankheit können da nah beieinander liegen. Nur für eine Fehde zwischen zwei Amtsträgern empfinde ich das Ganze als zu drastisch, aber natürlich nicht unmöglich."

Er seufzte leicht und liess vorerst Ruhe einkehren, ehe er sich der Frage widmete, die ihm gestellt worden war.

"Ein Exempel?" Er schüttelte mit dem Kopf.
"Wenn es jemanden gibt, bei dem man wirklich weiss, dass derjenige dies getan hat, dann sollte man ihn meiner Meinung nach richten. Jedoch werde ich, mit verlaub, niemanden vorschlagen, an dem einfach nur ein Exempel zur Abschreckung anderer durchgeführt werden soll, obwohl ich dessen Schuld nicht klar definieren kann."
Das zu lernen, was Gott uns durch die Not lehren will, ist wichtiger, als aus ihr herauszukommen.

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Re: [1026] Genuas Licht [Galeno, Arash, Avelina, Aurore (SL)]

Beitrag von Arash » Di 14. Jan 2020, 12:17

Arash lauschte den Worten der Prinzessin aufmerksam. Er brauchte nicht viel zu sagen. Es lag einfach nicht in seiner Natur. Das er offenbar die falsche Anrede bei Aurore gewählt hatte fiel ihm allerdings schon auf. Innerlich zog sich in ihm alles zusammen. Er konnte sie lesen. Er konnte sie berühren...aber er was er nicht konnte war sie einschätzen. Vielleicht war dieses Wesen, dieses Uralte Monster, welches unter der Haut der jung aussehenden Prinzessin schlummerte einfach zu undurchdringlich, zu unverständlich für seinen, im Vergleich, jungen Verstand.

So schloss er kurz die Augen, während der Kappadozianer sprach und sogar die Frage beantwortete, welche die Prinzessin ihm gestellt hatte. Leichen konnten also doch nicht zuhören, wie er immer so schön betont hatte. Innerlich regte sich sein Tier. Kratzte und zerrte an keiner anliegenden Kette. Aber es hatte die Augen geöffnet. Sah durch seine Augen, die sich nun öffneten und erst Galeno, dann die Prinzessin mit ihrem Blick trafen.

Schließlich leckte er sich über die Lippen, nachdem Galeno verstummt war und ein leises Knurren untermalte seine Stimme, während er sprach. "Wer nachweislich eure Herde misshandelt, tötet oder sonst in irgendeiner Weise schlecht behandelt wird sollte vernichtet werden." Er hob seinen Zeigefinger, um zu zeigen, dass er noch weitersprechen wollte. "Dies würde eure Härte und Stärke zeigen, gleichzeitig aber auch euch als Gnadenlos darstehen lassen. Eine weitere Möglichkeit wäre dem Kainiten dasselbe anzutun, was er der Herde angetan hat. Hat er ugemordet? Richtet ihn. Hat er sie misshandelt? Misshandelt seinen Körper mit Feuer, Stahl, Holz und Klauen. Lasst sie ihre Privilegien verlieren wie das Jagen in der Stadt oder das sich nähren von der Herde. Nur wenige werden riskieren sich von Tierblut ernähren zu können. Zumal die Wunden die Feuer verursacht schwer verheilen."

Sein Blick huschte erneut über die Züge der Prinzessin. Versuchte abzulesen, ob sie mit seiner Lösung zufrieden war. "Ein Exempel sollte jemandem statuiert werden der nachweislich die Herde geschädigt hat." dabei blickte er zu Galeno hinüber dessen Ausführungen hierbei gehaltvoller waren, als seine Vermutungen.
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Re: [1026] Genuas Licht [Galeno, Arash, Avelina, Aurore (SL)]

Beitrag von Avelina di Braida » Di 14. Jan 2020, 13:06

Unter dem Blick Aurores neigte Avelina den Kopf ein wenig tiefer. Beunruhigend... als hätte sie ihre Gedanken gelesen. Aber nein, sie stand zu ihren Gedanken. So hob sie wieder das Kinn an und lauschte den folgenden Ausführungen und Fragen.
Diese allerdings lösten leichte Verwirrung in ihr aus. Glücklicherweise galt ihr die letzte Frage. Genug Zeit um über die Antwort nachzudenken, während Galeno bereits das Wort erhob. Und er hatte offensichtlich viel zu sagen. Auch Arash sagte für seine Verhältnisse viel, und hatte er damit nicht schon jene Frage beantwortet, die an Avelina gerichtet war?
Sacht runzelte sie die Stirn.

„Ich denke es kommt auf den jeweiligen Fall an, höchst verehrte Majestät. Wichtig scheint mir jedoch, dass den Blutsverwandten dieser Stadt bewusst wird, dass ihr eine Misshandlung der Herde nicht hinnehmt. Amtsenthebung wäre ein erster Schritt für jene, die ein solches inne haben. Womöglich sollten ihre Blutsgebundenen Diener, ebenso wie eine eventuelle Herde in die Obhut anderer übergeben werden. Es bliebe herauszufinden, ob sie zu ermutigen wären ihr Verhalten ändern, was es war das sie dazu veranlasste die Herde zu töten oder zu misshandeln. Und dementsprechend Schritte einzuleiten.“
Sie hielt kurz nachdenklich inne bevor sie mit fester Stimme weiter sprach, „Ich denke den Kainskindern muss bewusst werden, dass diese Stadt, mit eurer Herrschafft, die beste Option ist die sie haben. Dass ihr bereit seid Chancen zu geben, ohne dabei Schwäche zu zeigen, und es muss für alle klar werden, dass eine gesunde und zufriedene Herde für jeden von uns nur positiv sein kann. Sei es in Hinblick auf die Jagd und die Grundlage unser aller Existenz, oder in Hinblick auf die Motivation der Sterblichen ihre Stadt zu verteidigen. Jeder, der zu euch und Genua steht, sollte keinen Nachteil daraus ziehen, so lange er sich ein paar wenigen, kleinen Regeln unterwirft, die zu unser aller Wohl sind. In Gemeinschaft liegt Stärke, dies sollte jedem bewusst werden. Und die Herde ist nicht nur als Nahrung Teil dieser Gemeinschaft. Sie wacht über diese Stadt bei Tage und ihre Moral ist ausschlaggebend für sicher manchen Kampf der geführt werden muss – geistig wie auch körperlich.“
"Die Natur lehrt Miteinander. Ohne Dornen wären die Rosen hilflos, ohne Rosen die Dornen trostlos…" KarlHeinz Karius (*1935)

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