[1027] Ersehntes Erwachen [Alain, Toma]
Verfasst: So 7. Apr 2019, 00:35
Er hatte sie umschmeichelt, sie geradezu umgarnt, was sie noch nie erlebt hatte. Niemand hatte je ein solches Interesse an ihr gezeigt und das war ihr mehr als unangenehm. Nicht weil er ihr Komplimente machte, sie betrachtete und berührte, das hatten schon andere, sondern weil sie eigentlich nur Toma liebte und ihm nahe sein wollte, auch wenn dieser dem menschlichen Akt ohnehin nichts abgewinnen konnte und sie ihn nie so haben können würde wie eine Frau ihren Mann, war es ihr unangenehm von einem anderen Kainiten so begehrt zu werden. Wusste nicht damit umzugehen. Sie wies Alains Avancen ab, so höflich und zurückhaltend es ihr möglich war, doch er war der Hausherr hier, er war ihr Gastgeber. Er versorgte sie sogar mit seinem Blut.
So war es nicht in der ersten Nacht, auch nicht in der nächsten, aber nach einigen Wochen des stetigen Zusammenseins und dem Umstand, dass Alain der einzige war, der ihr Nähe schenkte, erlag sie seinen Verführungen ohne dass er sie zwang. Sie hätte nie gedacht, dass einer der göttlichen Wesen noch so etwas tat. Toma war dem menschlichen Akt immer abgeneigt gewesen. Warum war Alain so anders? Martha war auch überrascht wie weniger kalt dessen Haut sein konnte. Man hätte fast meinen können er wäre noch ein Mensch.
Es war ein schöner Moment, einzigartig und für diesen einen Moment vergaß sie all die Sorgen, was sie nur schlechter fühlen ließ als es vorbei war, als sie zurück kehrte an das Bett ihres geliebten Herren und ihn in steter Bewegungslosigkeit zu sehen.
Tag wie Nacht blieb sie fast durchgängig an seine Seite. Schmiegte sich an seinen kalten Körper in seinem Bett und wartete, wartete auf die Nacht in der er endlich wieder erwachen würde.
Es war nur so lang. Ein Jahr...ein gutes Jahr. Jede Woche flößten sie ihm das Blut der Menschen ein, im Glauben, dass er das doch brauchen würde, doch es zeigte keine Wirkung, bis auf dass sich irgendwann eine leichte Röte auf der sonst weißen blassen Haut zeigte.
Und eines Nachts geschah etwas sehr seltsames, das Martha erschrocken zurückweichen ließ. Als Tomas Haut von seinem Körper fiel, sich in Blut verwandelte und in das Stroh seines Lagers sickerte, schrie sie panisch nach Hilfe.
Doch so plötzlich wie es begann, war es auch wieder vorbei. Alain sah sich das alles aufmerksam an und versuchte sie zu beruhigen, doch erst als sie sah, dass er nicht weiter verletzt war, dass sein Körper unter dem Blut so intakt schien wie er zuvor gewesen war, entspannte sie sich. Berührte ihn wieder und konnte keine Veränderung feststellen. Auch Alain schien nicht weiter besorgt, untersuchte das ganze aber.
Das zurückgebliebene Blut wusch sie Toma schließlich vom Körper und als Alain nicht mehr hinsah leckte auch ihre Zunge es auf.
Es blieb nicht bei dem einen Mal. Es geschah so oft. Wusste Alain wirklich was er tat? Martha war so verunsichert, aber noch war Toma immer noch unbeschadet.
Nach weiteren vielen Monaten hatte sie dann so viel Blut gesehen, dass es sie womöglich nie wieder kümmern würde.
Sie zählte die Nächte und als ein Jahr vorüber ging füllten Tränen ihre Augen. War es das letzte Mal wirklich ein Jahr gewesen, hatte sie sich da verzählt? Vielleicht war es noch gar nicht so weit? Oder vielleicht dauerte es nun nur noch länger, wie sie befürchtet hatte. Was wenn es zwei Jahre wären? Könnte sie das weiter durchhalten? Warten und warten und warten? Mit jeder Nacht mehr war sie sich nicht mehr sicher. War es nicht unnötig? Sollte sie sich etwas anderem widmen? Sie hatte so selten ihre Familie gesehen, so selten nur noch das Tageslicht, wirklich draußen zu sein.
Wenn Alain nicht wäre und dieses Leben das hier herrschte...Sie hätte nicht einmal mehr gewusst wann ein Tag zur Nacht wechselte.
In einer Nacht dann saß sie müde an die Wand gelehnt, nachdem sie ihn gefüttert hatten und sah wie so oft auf den starren Leib Tomas und erwartete das Blut wieder herausgeschwemmt zu sehen...doch es geschah nicht.
Martha blinzelte und sie brauchte ein paar längere Momente bis es ihr richtig auffiel.
Unvermittelt ging plötzlich ein Ruck durch den Körper des Tzimisce und es war kein langsames Erwachen wie aus einem Schlaf. Sein Rücken drückte sich durch, die Hand ballte sich zur Faust, die Augenlider schlugen auf und der Schmerz traf Toma so hart und unvorbereitet, dass er ihn in einem lauten Schrei Ausdruck verlieh. Ein Schrei der in ein kratziges Knurren überging.
Diesmal klebte er nicht an der Unterlage fest und er versuchte sich aufzusetzen, was nur in einen weiteren Schrei endetet. Sein Kopf drehte sich zur Seite und sein einer noch vorhandener Arm tastete seine Brust ab, seinen Schultern und die leere Stelle seines linken Armes.
Er wusste nicht wo er war, er hatte Schmerzen, er vermisste einen Teil von sich, er erinnerte sich an Zähne in seinem Hals, die Wut, das Reißen...Die Dunkelheit..schon wieder...
Er brüllte und knurrte wie ein Tier und sein Kopf warf sich von einer Seite auf die andere, sein unversehrter Arm schlug um sich und sein sehr schwer verwundeter Körper warf sich plötzlich ohne Probleme herum und rollte sich von dem Bett.
Martha die vor Überraschung und Freude aufgesprungen war und zu seinem Bett gekommen war, schreckte mit einem Mal wieder vor ihm zurück, schrie auf und sie wusste, dass sie nicht hier bleiben konnte. Sie taumelte zurück und erst jetzt schien Toma sie richtig wahrzunehmen, dass er hier gar nicht alleine war.
Sein Arm griff nach ihr, doch er verlor irgendwie die Balance ohne seinen zweiten Arm und konnte sie nicht gut genug zu fassen kriegen. Sie entging ihm um Haaresbreite und hechtete aus der Tür, gegen die er in dem Moment krachte, als sie sich hinter sich zu drückte.
„Alain!“ gellte Marthas Schrei durch die Gänge.
So war es nicht in der ersten Nacht, auch nicht in der nächsten, aber nach einigen Wochen des stetigen Zusammenseins und dem Umstand, dass Alain der einzige war, der ihr Nähe schenkte, erlag sie seinen Verführungen ohne dass er sie zwang. Sie hätte nie gedacht, dass einer der göttlichen Wesen noch so etwas tat. Toma war dem menschlichen Akt immer abgeneigt gewesen. Warum war Alain so anders? Martha war auch überrascht wie weniger kalt dessen Haut sein konnte. Man hätte fast meinen können er wäre noch ein Mensch.
Es war ein schöner Moment, einzigartig und für diesen einen Moment vergaß sie all die Sorgen, was sie nur schlechter fühlen ließ als es vorbei war, als sie zurück kehrte an das Bett ihres geliebten Herren und ihn in steter Bewegungslosigkeit zu sehen.
Tag wie Nacht blieb sie fast durchgängig an seine Seite. Schmiegte sich an seinen kalten Körper in seinem Bett und wartete, wartete auf die Nacht in der er endlich wieder erwachen würde.
Es war nur so lang. Ein Jahr...ein gutes Jahr. Jede Woche flößten sie ihm das Blut der Menschen ein, im Glauben, dass er das doch brauchen würde, doch es zeigte keine Wirkung, bis auf dass sich irgendwann eine leichte Röte auf der sonst weißen blassen Haut zeigte.
Und eines Nachts geschah etwas sehr seltsames, das Martha erschrocken zurückweichen ließ. Als Tomas Haut von seinem Körper fiel, sich in Blut verwandelte und in das Stroh seines Lagers sickerte, schrie sie panisch nach Hilfe.
Doch so plötzlich wie es begann, war es auch wieder vorbei. Alain sah sich das alles aufmerksam an und versuchte sie zu beruhigen, doch erst als sie sah, dass er nicht weiter verletzt war, dass sein Körper unter dem Blut so intakt schien wie er zuvor gewesen war, entspannte sie sich. Berührte ihn wieder und konnte keine Veränderung feststellen. Auch Alain schien nicht weiter besorgt, untersuchte das ganze aber.
Das zurückgebliebene Blut wusch sie Toma schließlich vom Körper und als Alain nicht mehr hinsah leckte auch ihre Zunge es auf.
Es blieb nicht bei dem einen Mal. Es geschah so oft. Wusste Alain wirklich was er tat? Martha war so verunsichert, aber noch war Toma immer noch unbeschadet.
Nach weiteren vielen Monaten hatte sie dann so viel Blut gesehen, dass es sie womöglich nie wieder kümmern würde.
Sie zählte die Nächte und als ein Jahr vorüber ging füllten Tränen ihre Augen. War es das letzte Mal wirklich ein Jahr gewesen, hatte sie sich da verzählt? Vielleicht war es noch gar nicht so weit? Oder vielleicht dauerte es nun nur noch länger, wie sie befürchtet hatte. Was wenn es zwei Jahre wären? Könnte sie das weiter durchhalten? Warten und warten und warten? Mit jeder Nacht mehr war sie sich nicht mehr sicher. War es nicht unnötig? Sollte sie sich etwas anderem widmen? Sie hatte so selten ihre Familie gesehen, so selten nur noch das Tageslicht, wirklich draußen zu sein.
Wenn Alain nicht wäre und dieses Leben das hier herrschte...Sie hätte nicht einmal mehr gewusst wann ein Tag zur Nacht wechselte.
In einer Nacht dann saß sie müde an die Wand gelehnt, nachdem sie ihn gefüttert hatten und sah wie so oft auf den starren Leib Tomas und erwartete das Blut wieder herausgeschwemmt zu sehen...doch es geschah nicht.
Martha blinzelte und sie brauchte ein paar längere Momente bis es ihr richtig auffiel.
Unvermittelt ging plötzlich ein Ruck durch den Körper des Tzimisce und es war kein langsames Erwachen wie aus einem Schlaf. Sein Rücken drückte sich durch, die Hand ballte sich zur Faust, die Augenlider schlugen auf und der Schmerz traf Toma so hart und unvorbereitet, dass er ihn in einem lauten Schrei Ausdruck verlieh. Ein Schrei der in ein kratziges Knurren überging.
Diesmal klebte er nicht an der Unterlage fest und er versuchte sich aufzusetzen, was nur in einen weiteren Schrei endetet. Sein Kopf drehte sich zur Seite und sein einer noch vorhandener Arm tastete seine Brust ab, seinen Schultern und die leere Stelle seines linken Armes.
Er wusste nicht wo er war, er hatte Schmerzen, er vermisste einen Teil von sich, er erinnerte sich an Zähne in seinem Hals, die Wut, das Reißen...Die Dunkelheit..schon wieder...
Er brüllte und knurrte wie ein Tier und sein Kopf warf sich von einer Seite auf die andere, sein unversehrter Arm schlug um sich und sein sehr schwer verwundeter Körper warf sich plötzlich ohne Probleme herum und rollte sich von dem Bett.
Martha die vor Überraschung und Freude aufgesprungen war und zu seinem Bett gekommen war, schreckte mit einem Mal wieder vor ihm zurück, schrie auf und sie wusste, dass sie nicht hier bleiben konnte. Sie taumelte zurück und erst jetzt schien Toma sie richtig wahrzunehmen, dass er hier gar nicht alleine war.
Sein Arm griff nach ihr, doch er verlor irgendwie die Balance ohne seinen zweiten Arm und konnte sie nicht gut genug zu fassen kriegen. Sie entging ihm um Haaresbreite und hechtete aus der Tür, gegen die er in dem Moment krachte, als sie sich hinter sich zu drückte.
„Alain!“ gellte Marthas Schrei durch die Gänge.