[1031] Im Hintergrund [Galeno, Ilario]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: [1031] Im Hintergrund [Galeno, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mo 2. Dez 2019, 11:27

"Natürlich, idealerweise sollte es ohne Wissen um etwaige Verfehlungen keine Anklage geben. Auch kann dies bis zum Hoftag warten, wenn die Liktoren ihn schließlich mit seiner Tat konfrontieren soll das Ganze nicht mehr Aufsehen als nötig verursachen."

Mit leichtem Lächeln sah er Galeno an.

"Eben, es wäre schlimm selbst einmal in einer so misslichen Lage zu sein... Da möchte man sich zumindest eine ordentliche Verhandlung erhoffen. Jedoch wird nur in den wenigsten Fällen Schuld oder Unschuld allein den Ausschlag geben, denn den Älteren ist dies meist nebensächlich. Macht, Einfluss und Blut... manchmal auch Nützlichkeit.. sind da wichtiger. Sonst wären einige Kainiten in der Domäne schon vor Jahren bestraft worden für ihre Sünden."
Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.
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Re: [1031] Im Hintergrund [Galeno, Ilario]

Beitrag von Galeno » Mo 2. Dez 2019, 14:16

Er räusperte sich. "Also gibt es nichts Handfestes, sondern nur Vermutungen. Das Ganze klingt sehr danach, als suche man einen Weg, ihn los zu werden."
Es klang keineswegs enttäusch oder gar wütend, nein, Galeno schien dies wie einen Fakt zwischen vielen Fakten zu behandeln, Emotionen schienen nicht damit verbunden zu sein.

"Was Macht und Einfluss angeht...und die Nützlichkeit....denn das Blut dürfte in den selteneren Fällen entscheidend sein...arbeite ich zwar hier und da an so manchem, doch stellt sich mir auch die Frage, ob nicht noch mehr möglich wäre. Wobei, nein. Anders gesagt... Ich fühle mich gesellschaftlich gesehen noch nicht in der Lage, da beim grossen Tanz mitzuwirken. Sprachlich hapert es, für manches fehlt mir das Verständnis und für vieles das Wissen. Ich hoffe, dass ich beim Hoftag keinem auf die Füsse treten werde und würde es begrüssen, danach idealerweise mehr zu lernen. Stadtpolitik, Umgangsformen und wie man andere geschickt dazu bringen kann, etwas zu schaffen, was sie selbst nicht gern unterstützen wollen würden.
Ich weiss, dass wir gesellschaftlich gesehen, wohl eher nicht sonderlich gute Mitspieler sind, doch möchte ich es versuchen, nein...schaffen."
Er wollte sich nützlich machen, wollte vermeiden, dass man ihn einfach so ausschalten konnte. Dies war auch in seinem Blick zu finden. Ehrgeiz und doch auch Zweifel.
Das zu lernen, was Gott uns durch die Not lehren will, ist wichtiger, als aus ihr herauszukommen.

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Re: [1031] Im Hintergrund [Galeno, Ilario]

Beitrag von Ilario » Di 3. Dez 2019, 15:14

"Natürlich versucht man ihn loszuwerden, der verehrte Maximinianus beispielsweise. Aber auch andere... Was allerdings nicht heißen muss, dass an den Verdächtigungen nichts dran wäre."

Ein skeptische Ausdruck schlich sich auf des Kastellans Gesicht.

"Warum solltet kein guter gesellschaftlicher Mitspieler sein oder es werden können? Nach dem Hoftag werdet ihr mir genauso willkommen sein wie davor, ich werde euch das entsprechende Rüstzeug dafür geben beziehungsweise es euch lehren. Keine Sorge, ihr werdet ein Faktor sein mit dem andere zu rechnen haben."
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Re: [1031] Im Hintergrund [Galeno, Ilario]

Beitrag von Galeno » Di 3. Dez 2019, 16:18

In seinen Zügen lagen nun deutlich einige Zweifel verborgen, eine Ungewissheit, Ratlosigkeit.

"Ich habe durchaus Fehlschläge in der Kommunikation erlebt, die mich ab und an zweifeln lassen. Dem einen bin ich zu ehrlich, dem anderen zu undeutlich, wieder ein anderer bevorzugt es, lieber nicht nur die halbe Wahrheit oder gar eine Lüge zu zu hören. Es ist, gelinde gesagt, umständlich und für mich ab und an auch nicht nachvollziehbar. Es gibt keine festen Regeln, an die man sich halten kann. Auch, weil in Genua so viele unterschiedliche Menschen und Kainiten diverser Herkunft aufeinander treffen.
Wissen sich anzueignen finde ich tatsächlich einfacher, als in all dem gesellschaftlichen Chaos einen rechten Weg zu erkennen und zu verfolgen.
Ich sehe auch nicht besonders gut aus, um damit den anderen vielleicht gewogener zu machen, besitze keinerlei Fähigkeiten in diese Richtung, wenn nicht sogar zu sagen, eher Defizite. Lediglich meine Stimme könnte den einen oder anderen mir mehr zugetan erscheinen lassen, nur hilft das erfahrungsgemäss wenig, wenn die Argumente nicht passen.

Es gibt andere Mitspieler, die um einiges besser dafür geeignet sind, oder zumindest den Anschein erregen. Jene, die in dieser Welt damit gross geworden sind und nicht aus einem abgeschiedenen Kloster stammen."

Er setzte ab, die Worte wurden schnell vom Klang des Meeres verschluckt.

"Aber ich werde abwarten, ob der Hoftag erfreulichere Erfahrungen bieten wird, vielleicht auch Kontakte. Ich darf mich nicht zu sehr beirren lassen. Fehlschläge sind zum Lernen da, zum Verbessern. Allerdings sollten sie auch nicht in all zu grossem Schaden enden. Ich hoffe, ihr hattet bisher keine all zu grossen Schwierigkeiten auf Grund meiner ..."

Er stoppte kurz und sah Ilario tatsächlich entschuldigend an. "...Verfehlungen in der Vergangenheit."
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