[1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Galeno » So 10. Nov 2019, 16:32

Galeno sieht ihn nun doch wieder mit leichter Skepsis an. Vielleicht sogar mehr, doch das ausdruckslose Gesicht des Toten gibt oftmals auch nicht viel her, ausser diesem eiskalten Blick, beinahe so kalt, wie seine Hände selbst.
Aber er bewegt sich kein Stück.

"Ich denke nicht, dass ich durchs Zusehen hinter eure Geheimnisse blicken werde, also fürchte ich auch nicht die Rache eurer Familie. Diese Fähigkeit ist durchaus interessant, aber eher, um vielleicht auf einer gemeinsamen Basis etwas damit zu erreichen. Ich für meinen Teil habe genug mit den Kenntnissen meines eigenen Clans zu tun, als mir derlei Dinge aneignen zu wollen, die ihr euer Eigen nennt."

Er blickt den Tzimisce ernst an.
"Ich vertraue euch allerdings noch lange nicht genug, um euch alleine mit meinem Ghul zu lassen!"
Und selbst das Wort Vertrauen klingt deutlich danach, dass es so etwas doch eigentlich in ihrem Sprachgebrauch gar nicht mehr gibt....
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Alain le Beau
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Alain le Beau » Mo 11. Nov 2019, 20:27

"Die Gastfreundschaft meines Clans ist heilig", sagt Alain und sieht Galeno ernst an. "Ihr habt mein Wort als Mitglied der Drachen, dass ihm kein Leid geschieht. Unser Handel ist, dass ich ihn wiederherstelle - und ihr mir dafür von eurer, mh, Malaise erzählt."

Er legt den Finger ans Kinn. "Aber ich verstehe eure Begierde, mehr zu erfahren. Wirklich. Deswegen biete ich euch eine weitere Abmachung an. Ihr zeigt mir eine der Kräfte eurer Familie, lasst mich exakt zuschauen, bei diesem sicherlich gut gehüteten Geheimnis - und ich lasse euch hier zuschauen."

Der Tzimisce schenkt dem Kappadozianer ein freundliches Lächeln.
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Galeno » Mo 11. Nov 2019, 22:33

Das Mitglied des Clan des Todes fixiert Alain. "Ihr wollt euch den Zorn meiner Familie zu Teil werden lassen? Euer Vorschlag klingt schliesslich deutlich danach, dass ihr mehr beabsichtigt, als ich. Ich will lediglich auf meinen Diener achten."

Natürlich wollte er nicht seine Clankräfte preis geben und wer wusste, schon, ob Alain dadurch zu viel erkennen würde.

"Wir wissen beide, was dies bedeutet. Denkt ihr, ich sei so dumm, eure speziellen Fähigkeiten lernen zu wollen? Dann könnten wir uns gleich gegenseitig jene beibringen. Das wäre genauso irrsinnig und gefährlich und würde auf beiden Seiten Zorn erzeugen. Zorn, der uns beide treffen würde...quasi reiner Selbstmord..."
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Alain le Beau » Di 12. Nov 2019, 22:34

"Und eure Fürsorge ehrt euch", sagt Alain, nickend. "Wie wäre es, wenn wir ein Laken zwischen euch und mich hängen. So seid ihr nahe genug um zu hören, aber nicht unbedingt um zu sehen. Das sollte jegliche Probleme beseitigen, ihr seid glücklich, ich bin glücklich und danach kann ich endlich in einen dunklen Raum und einfach nichts mehr hören." Wieder das schmerzverzerrte Lächeln.

Dann zwinkert er. "Es sei denn natürlich, ihr wollt doch noch auf mein Angebot angehen. Das wilde Leben leben... nun ja, ihr wisst, was ich meine."
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Galeno » Mi 13. Nov 2019, 03:06

Er starrte den Drachen ernst an. "Das wilde Leben leben? Ihr scheint viel Erfahrung damit zu haben?"
Fragend musterte er ihn. War Alain jemand, der solch Risiko liebte?

"Ich weiss nicht so recht, ob ich jenes Risiko euch oder mir aufbürden möchte. Hätte ich einen Groll gegen euch..."
Er räusperte sich... "Einen RICHTIGEN Groll, dann womöglich."

Wieder fixierte er seinen Blick genau auf ihn und meinte dann in ruhigem, sogar diplomatisch sanftem Ton:

"Ein anderer Vorschlag zur Güte. Ich beobachte euch von dort." Er deutete dabei auf die am weitesten vom Bett entfernte Wand. "Wie gesagt, mir geht es darum, dass ihr nichts sonst mit meinem Ghul anstellt, was ich nicht möchte. So kann ich euch nicht genau auf die Finger schauen und die Gefahr dürfte für euch somit merklich weniger sein. Ein Tuch der Entfernung...sozusagen..."

Prüfend beobachtete er die Reaktion darauf.
"Wenn euch schon mein Wort nicht ausreicht..."
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Alain le Beau » Mi 13. Nov 2019, 09:07

Alain nickt, als habe er nichts anderes erwartet. "Was euer Wort angeht, so bin ich schon oft enttäuscht worden. Außer von den Königen, natürlich. Und meiner eigenen, höchst ehrenvollen Familie. Aber da ihr weder zu den einen noch zu den anderen gehört..." Er zuckt mit den Schultern. Dann klatscht er in die Hände. Seine Ghule treten ein, bringen seltsame Tongefäße und Räucherwerk, dass sie wie rituell um den schlafenden Körper herum aufstellen.

Der Tzimisce dagegen wartet offenbar höflich darauf, dass sich Galeno entfernt.
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Galeno » Mi 13. Nov 2019, 12:06

Er hebt eine Braue, faltet sacht die Hände hinterm Rücken zusammen, das Kreuz drückt sich etwas mehr durch.
Die Augen starr auf dem Drachen liegend, zieht er kurz einen Mundwinkel nach oben.

"Und erneut irrt ihr euch. Ihr solltet dringend an eurer Gabe der Einschätzung anderer arbeiten. Ihr lauft sonst einmal Gefahr, jemanden genau mit diesen Worten zu beleidigen, den ihr lieber nicht damit hättet angreifen sollen.
Was eure Familie angeht, so weiss ich von einem eurer Familie, dass jener sein Wort nicht einhält und was das Gastrecht anbelangt...auch eher zweifelhaft agiert.
Dennoch habe ich hier übertagt und habe euch eine Möglichkeit gegeben, zumindest im Hinblick auf das Gastrecht, positiv zu überraschen."

Er bewegt weiterhin sich kein Stück. Die Umgebung ist mittlerweile deutlich abgekühlt, besonders die Ghule können dies bemerken, wenn sie mit den Räuchergefässen eintreten.
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Alain le Beau » Mi 13. Nov 2019, 12:23

Alain stutzt und runzelt die Stirn. Dann neigt er den Kopf, ernst. "Mir war nicht klar, dass ihr auf der Via Regalis wandert, werter Galeno. Was dieses Mitglied meiner Familie betrifft..." Der Tzimisce verzieht das Gesicht. "Sagen wir, dass er oder sie sich ausgesprochen unglücklich verhält. Wenn ihr mir sagt, in welcher Hinsicht sein Wort gebrochen wurde, dann kann ich euch eventuell eine Entschädigung dafür anbieten, im Namen der Drachen."

Wie unbewusst reibt er sich die Oberarme. "Nun, jedenfalls sollte euer Wort dann ja euer Band sein, oder wie auch immer. Ich werde nun beginnen." Das Räucherwerk wird angezündet und erfüllt den Raum mit einer süßlichen, würzigen Note. "Zerstörung ist einfach", sagt Alain und lächelt schwach. "Erschaffung sehr viel schwieriger." Er beginnt, in seltsamen, Galeno völlig fremden Zungen zu sprechen, während die Diener um ihn herum Kreise malen und die Kerzen platzieren. Die Männer wirken ihrerseits dabei ziemlich gestresst, so, als hätten sie das dringende Bedürfnis, alles richtig zu machen, ohne wirklich zu wissen, wie.

Es ist eine seltsame und unheilige Vorstellung, die sich vor den Augen des Kappadozianers entfaltet.
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Galeno » Mi 13. Nov 2019, 14:01

Galeno schüttelt sacht mit dem Kopf auf Grund des Angebots des Drachen.
"Es wäre nicht das Gleiche und ihr würdet damit dem Falschen eine Entschädigung anbieten. Mir reicht, dass die Strafe meist auf dem Fuss folgen wird..."
Und ja nun lächelt er und zwar überzeugt, wissend.

Bei dem Ritual achtet er eher nur beiläufig auf das, was die Diener tun, verwundert, ja, aber nicht so wirkend, als wenn er intensiv jegliche Regung von ihnen einzufangen scheint. Auch liegt sonst sein Augenmerk eher auf dem Ghul und dem, was Alain praktiziert. Aber auch hier scheint das Interesse weniger am Detail zu liegen, als an der Handlung im Allgemeinen.

Es ist nicht sonderlich klar geworden, welche der "Abmachungen" nun gelten sollte, aber er bewegt sich tatsächlich auch ein kleines Stück in den Hintergrund, auch, um alles gesamthaft einmal in Augenschein zu nehmen. Dieses unheilige Ritual war seltsam und kam beinahe einem Schauspiel gleich. War dies wirklich nötig? Wenn ja, war diese Kraft ohnehin umständlich und wenig praktikabel.
Er zeigt sich wenig begeistert, aber auch wenig geschockt oder überrascht.
Immer wieder scheint er zu kontrollieren zu wollen, ob es Luciano gut geht, oder nicht.
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Re: [1033] Himmel oder Hölle [Alain, Galeno]

Beitrag von Alain le Beau » Do 14. Nov 2019, 12:04

Der Bemerkung Galenos folgt eine hochgezogene Augenbraue. Dann hebt der Tzimisce seine Hände vor das Gesicht, blickt auf seine Finger. Beginnt, diese zu bewegen. Hin und her, untereinander und übereinander, wie ein kompliziertes Kinderspiel, immer schneller und schneller, schließlich unmenschlich zielsicher. Ein Nicken. Er ist bereit.

Während er weiter seltsame Worte murmelt, stellt er sich vor Luciano und senkt seine Hände. Die schlanken Finger gleiten über das Gesicht, fühlen, tasten, auch über die Haare - was davon übrig ist - die Wangen, die Nase, die Augen. Wie zufällig positioniert er sich dabei zwischen Galeno und seinem Diener, lässt nur gelegentliche Blicke zu, wie seine Hände über den Riss unter der Nase gleiten, oder an den Schläfen massieren.

Gelegentlich stößt er ein "Tss-tss-tss" oder ein scharfes Zischen hervor, murmelt seine mysteriösen Litaneien, beugt sich vor, nimmt wieder kritisch Abstand, schüttelt den Kopf, nickt. Wieder ein Einblick: Alains Finger, die auf Lucianos Wange drücken, dort Abdrücke hinterlassen.

"Jetzt kommt der schwierige Teil", sagt er über die Schultern. "Die Kunst!" Wieder beugte er sich vor, beinahe tief genug, um die Nase des Schlafenden zu lecken. Die Hände greifen zu, verändern und verdrehen, streichen erneut über den Kopf, die Nase, die Schläfen. "Nicht stören!" ruft er, sobald sich Galeno auch nur irgendwie in Bewegung setzt.

Endlich ist es vorbei. Alain tritt zurück und knackt mit den Schultern. "Kenedus! Nun... im Rahmen der Möglichkeiten." Er gibt den Blick frei. Dort liegt Luciano.

Oder zumindest eine Version von Luciano. Eine attraktivere Version. Volles Haar, das selbst im Schlaf attraktiv über die Stirn fällt, deutlich schlankere Wangen mit reiner Haut, die Falten und Äderchen des Alters geglättet und verschwunden. Galeno ist sich sicher, dass an dem Ohr zuvor ein Muttermal war. Und der Mund! So volle Lippen, ebenmäßig und schön, wie zum Küssen gemacht.

Es ist nicht so, dass das Gesicht ein anderes wäre. Es ist definitiv Luciano. So, wie er an seinem besten Tag aussehen würde, ja, besser als das. "Natürlich könnten auch die Hände Arbeit gebrauchen", sinniert Alain, während Galeno bewusst wird, was der Tzimisce getan hat. "Oder der Bauch." Seine Finger zucken, als wolle er direkt sein Werk fortsetzen.

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