[1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Do 24. Okt 2019, 17:18

Mareno war nicht entgangen das sich ein umtriebiger kleiner Mondschatten auf dem Fest herumtrieb. Interessiert beobachte er die Bewegungsmuster des Mondenkindes und versuchte auszumachen, von wem sie sich offenbar fernhielt, während er sich selbst daran machte sich ihr zu nähern. Im respektvollen Abstand blieb er stehen und räusperte sich einmal, bevor er zu sprechen begann.

"Schiavo, Mondenkind Angelique. Wie schön dich hier nach so langer Zeit wiederzusehen.Es hat sich offenbar viel getan in Genua. Und viele Neuankömmlinge gibt es offenbar auch."

Grade als er dies sagte musterte er die Gestalt des Dottore. Diese Nosferatu waren alle so schrecklich entstellt das es schon fast wieder faszinierend war, wie sie hier in ihrer gelben Kleidung auftraten und Einigkeit demonstrierten.Der Gedanke an Avelinas hypothetische Reaktion auf eine von Mareno aufgestellte Kleiderordnung amüsierte ihn soweit das er sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
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Re: [1034]Mühlsteinmal und Mongesicht suchen Verborgenes [Angelique,Dottore,Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Angelique » Do 24. Okt 2019, 18:55

Angelique schaute sich vorsischtig um, schenkte Mareno aber ein Lächeln.
"Seid auch Ihr gegrüßt, Sire", sagte sie leise und verbeugte sich höflich, immer noch manche Gäste argwöhnisch beobachtend.
"Ja,ja,viele Kainiten. Kennt Ihr die Bestrafung der Römer, die poena cullei genannt wurde? Daran erinnert mich das immer, wenn so viele von uns in einem Raum sind."
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Re: [1034]Mühlsteinmal und Mongesicht suchen Verborgenes [Angelique,Dottore,Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Dottore Narcosi » Do 24. Okt 2019, 20:25

Angezogen von dem süffisanten Lächeln des Toreador, welches seinem spähenden Blick ihm ganz offensichtlich nicht entgangen zu sein schien, führte eine unsichtbare Schiene den schlurfenden Nosferatu in die Richtung der beiden Gesprächspartner. Sein Anblick wirkte nicht gerade angenehm und das hatte in diesem Fall nichts mit seinem enststellen Äußeren zu tun. Es war die Verbindung aus seinem vornüber gebeugten Gang, dem hinterher schleifenden Fuß, und der für die Verhältnisse eines Verbrogenen wohl unpassend farbig und festlich wirkenden Kleidung. Ein Kontrast der falsch wirkte, wie die lächerlich aufgezogene Parodie von etwas, das einst einschüchternd hätte wirken sollen.

Einige Schritte vor den beiden Kainiten hielt der Dottore inne, die gesenkte Kapuze anhebend, so dass man in sein halb verdecktes Gesicht blicken konnte. Die lederne Maske mit den gitterartigen Atemschlitzen saß festgeschnallt unter einem animalisch starrenden vergilbten Augenpaar, das einzig ein paar kleine schwarze Pupille beherbergte. Die darum liegende Hautpartie war die einzige, die der Nosferatu offen zeigte: Fahl, kränklich, geradezu tot wirkend. Sein Blick richtete sich stumm und geduldig auf Mareno, welcher der Auslöser für das Herantreten des Medicus zu sein schien.

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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Do 24. Okt 2019, 23:39

Mareno sah Angie an, als hätte sie soeben einen kindisches Quatschwort erfunden.Zu Lebzeiten war er ein einfacher Mann gewesen und hatte nicht viel Bildung genossen. Beinahe hätte er seine Unterweisungen in der Etikette verworfen und der Malkavianerin den Kopf getätschelt, um über seine eigene Unwissenheit hinwegzutäuschen.

"Pöna Kullei? Nie gehört. Was soll das sein? Und warum seht ihr dieses Feier als Bestrafung?"

Argwöhnisch begutachte Mareno den ihm unbekannten Nosferatu, der sich mehr schlecht als Recht auf sie zu bewegte...das was er da veranstaltete konnnte man nur mit viel Phantasie als Gang bezeichnen. Dann stand die Monströsität einfach so vor ihm, und starrte ihn an. Eine Gestalt im Gelb der Huren gewandet, und mit aufmerksamen Augen. Normalerweise hätte Mareno erwartet solch eine Kreatur auf einer Jagd, und nicht auf einem Hoftag zu treffen.Mit einer Mischung aus Irritation und Ekel in der Stimme blickte er das Wesen an, während er jedoch gleichzeitig Angelique ansprach.

"Angelique? Ihr.. wisst nicht zufällig wer die Mühe auf sich genommen hat zu uns zu kommen und wollt uns einander bekannt machen?"

Schlussendlich bemühte sich Mareno dann doch um soetwas wie Freundlichkeit.Und je länger der Nosferatu ihn musterte desto stärker war der Eindruck, den der symphatische Seemann mit dem Engelsgesicht und der schäumenden Frankenstimme auf ihn machte.Nichts erinnerte an den Kainiten der eines Nachts nackt in einer Kiste erwacht war.
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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Angelique » Fr 25. Okt 2019, 10:40

Angelique musterte den fremden Nesuferitu eindringlich von Kopf bis Fuß. Mit ihrem nicht blinzelndem Blick wirkte es, als zöge sie ihn aus und schaute bis auf die Seele hinab.

"Er wird sich sicher uns gleich vorstellen", gab sie dem Mann Hilfestellung.

Zu Mareno sagte sie geistesabwesend: "Poena cullei. Eine Strafe für Vatermord. Man wirft jemanden mit Schlangen oder Hunden zusammen in einen Sack genäht in den Fluß. Während er ertrinkt, verbeißen sich die panischen Tiere auf engstem Raum in das Opfer und erhöhen sein Leid. Und hier sind ebenfalls viele Bestien auf engem Raum. Es würde mich nicht wundern, wenn manche sich in einander verbeißen würden."
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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Dottore Narcosi » Fr 25. Okt 2019, 18:19

Wie ein anhängliche Katze drehte sich das Haupt unter seiner Kapuze neugierig von einem Sprecher zum anderen. Auch Angelique begegnete der Medicus mit einem neugierigen Blick, der knapp an der Grenze zum Starren lag. Mareno war letztlich derjenige, an den er das Wort als erstes richtete.

"Signore."

Seine Stimme drang kratzig und kehlig unter der Maske hervor, wodurch sie etwas gedämpft wirkte. Er neigte das Haupt tief vor den beiden Kainskindern.

"Man nennt mich Dottore Narcosi, Neugeboren im Blute der Verborgenen. Ich wünsche Ihnen einen Guten Abend."

Dabei beließ er es zunächst. Hätte er denn ein sinnvolles Thema anschneiden können? Den Grund für seinen Wunsch, dem Gespräch beizuwohnen? Wenn dem so war, dann hatte er sich offensichtlich dagegen entschieden. Für den Moment schien er die bescheidene Zurückhaltung zu bevorzugen. Das machte seine Anwesenheit jedoch nicht angenehmer. Vielmehr verbereitete er den Charme des fünften Rades am Wagen, der seltsame ungebetene Gast auf der Zusammenkunft altebkannter Vertrauter.

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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Fr 25. Okt 2019, 20:00

Gebannt lauschte Mareno dem Wissen, welches Angelique bereitwillig mit ihm teilte. Sie hatte wohl schon zu Lebzeiten viel mehr davon aufgesogen, als Mareno sich vorstellen konnte.Während sein Vater ihm beigebracht hatte wie man einen Fisch ausnimmt, hatte der Vater Angeliques ihr sicherlich von Pönna Kuley erzählt.
Mareno fand es faszinierend welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede er zwischen seiner Wahrnehmung und der von Angelique ausmachen konnte. Beide erkannten sie die Gefahr, die in der Luft lag. Wo er selbst allerdings durch die Anspannung belebt wurde und lauter Möglichkeiten sah Steine anzustoßen, fürchtete sich Angelique wohl davor von angestoßenen Steinen erschlagen zu werden. Wie sich die Situation wohl auf den Nosferatu auswirken würde? Mit neugierig leuchtenden Augen, die ein Gefühl der Überlegenheit ausstrahlten, wandte er sich an Dottore.


"Dottore also.. Seid gegrüßt. Meine nicht ganz so kindliche Begleitung, die werte Angelique, Neugeborene vom Clan des Mondes verglich diesen Abend, der uns von euch als gut gewünscht wurde, soeben mit der römischen Strafe "Pöna Kullei". Jetzt ist nur noch die Frage wer Hund, wer Sack und wer der Vatermörder ist."

Im übrigen will ich mich euch natürlich auch vorstellen. Mareno di Piave, Neugeborener vom Clan der Rose."


Weder eine direkte Frage, noch eine direkte Antwort folgte auf Dottores Vorstellung. Mareno begnügte sich seinerseits mit Festellungen, und hoffte das ihn dieser Verborgene noch besser unterhalten würde als seine Clansschwester es getan hatte. Leider ließen ihn die Augen Dottores nicht an das offene Meer, sondern vielmehr an einen dringend benötigten Arztbesuch denken. Ob der Salubri dabei eine Hilfe sein konnte?
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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Angelique » Sa 26. Okt 2019, 11:36

Angelique verneigte sich von dem Maskierten.

"Shiavo, die Freude ist auch ganz auf meiner Seite, Euch kennenzulernen. Dottore also? Der Medizin oder der Juristerei? Ich nehme an der Medizin. Hochinteressant!
Wie steht Ihr zur Iatromathematik? Seid Ihr der Meinung, dass man die Gradastrologie mit den Monomörien verbinden kann?
Wir müssen uns unbedingt darüber unterhalten, wenn wir den Hoftag überstanden haben sollten."

Das kleine Mädchen zeigte mit diesen wenigen Worten eine erschreckend hohe Bildung in der vollendeten Wissenschaft der Astrologie im Zusammenspiel mit der Medizin. Wenige gelehrte Männer kanten sich mit solchen Dingen aus und Frauen oder gar kleinen Mädchen blieb solch Wissen natürlich verschlossen.
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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Dottore Narcosi » Sa 26. Okt 2019, 14:07

"Messere di Piave... Madonna Angelique."

Beide erhielten ein erneutes Neigen des Hauptes vom Verborgenen. Zunächst wandt er sich an Mareno.

"Hinsichtlich meines neuen Standes in der Domäne ihrer hochverehrten Majestät, will ich mir hierzu keine Mutmaßung anmaßen. Ich hoffe, ihr könnt mir dies nachsehen, Signore.

Jedoch würdet ihr in mir einen aufmerksamen Zuhörer finden, solltet ihr euch bereit dazu zeigen, eine Einschätzung basierend auf euren eigenen Erfahrung mit uns teilen."


Auch Angelique's Kommentar ließ er nicht unbeachtet. Wenn auch der Verborgene - so monoton und emotionslos wie seine Worte bislang klangen - nun erstmal eine emotionale Regung in Form von Verwunderung zeigte, als seine Augenbrauen sich in die Höhe zogen.


"Nein, keine Juristerei, Signora. Zu unser aller Glück nicht. Ihr würdet feststellen müssen, dass ich ein ganz furchtbarer Jurist wäre."

Ein leises Lachen folgte, das sich kehlig und feucht anhörte. Um nicht zu sagen unangebracht. Von der weiteren Ausführung der Malkavianerin schien der Dottore jedoch sichtlich verwirrt zu sein. Unsicherheit lag in seiner Tonlage, als er antwortete.

"Ich... bin mir nicht ganz sicher, ob ich der richtige Gesprächspartner für jene Fachgebite wäre. Solltet ihr euch jedoch für die Grundsätze der Humoralpathologie oder den Docere Medicinae der Arabi interessieren, so will ich euch gerne mit meinen Erfahrungen bereichern, wo ich es kann."

... antwortete er letztlich wieder sehr nüchtern und zurückhaltend. Es war eine Universalantwort, von der er sich scheinbar selbst noch nicht sicher war, ob sie den Erwartungen Angelique's gerecht werden würde.

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Re: [1034] Mühlsteinmal und Mondgesicht suchen Verborgenes [Angelique, Dottore, Mareno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Sa 26. Okt 2019, 23:24

Etwas verstimmt blickte Mareno den Dottore an. Eine Sekunde zu lang herrschte Stille, ehe er mit deutlicher Stimme zu sprechen begann.
Deutlich bedeutete jedoch nicht unfreundlich.Die Frage ob Marenos Stimme überhaupt unfreundlich klingen konnte, wäre sicherlich berechtigt gewesen.


"Zu Schade Dottore, Zu Schade. Oft sind es ja grade die Blicke von außen, die helfen die eigene Situation neu zu betrachten.
Schon in der Unterhaltung mit der werten Anastasia war schnell klar das sich euer Clan vortrefflich auf das Zuhören versteht.
Wenn ihr also wollt das ich euch etwas erzähle was IHR hören wollt,erzählt mir doch bitte zuvor etwas das Ich hören will."


Mareno unterhielt sich nicht ohne Hintergedanken mit ihm, und das konnte Dottore auch ruhig wissen. Einen Moment schien er fast schon spielerisch zu zögern,
nur um Angelique dann mit einem honigsüßen Ton langsam anzusprechen. Er hielt sie ganz und gar nicht für Begriffsstutzig, wollte dem Dottore aber ein Beispiel für eine seiner Meinung nach gelungene Konversation präsentieren."

"Sagt werte Angelique, wollt ihr mir nicht davon erzählen, was in den letzten Jahren hier in Genua geschehen ist? Was habt ihr erlebt? Ich für meinen Teil war viel in den nicht genuesischen Teilen der Domäne unterwegs, und habe einige bemerkenswerte Entdeckungen gemacht. Einmal habe ich eine Höhle entdeckt, welche mit Malereien verziert war, die in mir beinahe prophetischen Kopfschmerz auslösten... Seltsam anmutende Silhouetten und Spiralen.. Wenn ihr wollt tue ich euch gerne einmal den Gefallen und zeige euch diesen mystischen Ort. Für ein Mondenkind ist dieser Ort sicher verständlicher als für eine Seerose."

Mit einem würdigenden Lächeln beendete er seinen Sprachfluss fürs erste. Dem Zuhörer Dottore war nochmals eindrucksvoll bewiesen worden, wie Marenos Sprache trotz des deutlich fränkischen Akzents seinen Gegenüber umschäumte.Das Gesicht des Seemans wirkte seltsam freundlich, auch wenn dieser den Dottore grade zurechtgewiesen hatte. Es war sicher nur schwer vorstellbar, das so ein Mann ein Verbrechen begehen würde.
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