[1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » So 27. Okt 2019, 13:04

Auf dem Hof war so einiges los, jeder hatte sich zu jedem gesellt, um Gespräche zu starten. Auch er selbst hatte schon ein paar hinter sich und sah sich um, ob bekannte Gesichter, oder auch neue, interessante dabei waren. Doch hier war schon jemand belegt und da war jemand aus dem Krieg..und dort der sah auch...
Sein Blick schwenkte noch einmal zurück. Aus dem Krieg?
Etwas verwirrt starrte er zu dem Mann, der dem Anlass entsprechend gut gekleidet war, mit einer honigsüssen Stimme und einem freundlichen Erscheinen gerade ein Gespräch zu beenden schien.
Diesen kannte er. Zwar nur flüchtig, aber man hatte sich schon gesehen. Sardinien. Im Lazarett war er schon gewesen. Und nun hier?
Doch warum hatte er ihn nicht eher schon einmal getroffen? Er hatte angenommen, dass jener vielleicht gestorben war. Ohnehin wäre er dort nur einer von vielen gewesen. Doch nun stand der hier, Jahre später und das war durchaus seine Aufmerksamkeit wert. Denn die Erscheinung sonst sagte Galeno nun nicht wirklich, ob jener wichtig war, oder nicht. Er hatte ihn noch nicht einmal beim Hereinkommen bemerkt, war doch der Blick von jemand anderem abgelenkt worden und sein Gehör stets damit beschäftigt gewesen, sich irgendwo noch mit seinem eigenen Clan zu beschäftigen. Womöglich war er auch herein gekommen, als gerade die Begrüssung und Geschenkübergabe angestanden hatte.
Er fragte sich nicht wirklich, ob es sinnvoll sein würde, eben jenen kennen zu lernen, war er doch der Meinung, dass es bei so ziemlich jedem Sinn machte. Sogar bei Alain war er zu einem erneuten Gespräch bereit gewesen. Und diesen hier kannte er doch nur von kurzen Augenblicken.

Er näherte sich ihm an, wartete, ob dieser auch zum Gespräch bereit schien und nickte ihm dann zu. Die Schritte führten ein wenig vom Tumult weg, nahe eine Säule.
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » So 27. Okt 2019, 14:33

Im Gegensatz zu Galeno wirkte Mareno gradezu menschlich. Mit federndem Schritt und einem höflichen Nicken folgte er der Einladung des Scheintoten bereitwillig und mit einer gewissen Neugier, was dieser im wohl über die vergangenen Jahre in Genua erzählen wollte und konnte.

"Signore Fiore,wie schön das ihr mir Gesellschaft leistet. Ich hoffe für euch das ihr heute niemanden verarzten müsst."


Ein Schmunzeln zeigte sich auf Marenos Gesicht, welches den Kappadozianer noch immer amüsiert musterte.
Offenbar handelte es sich bei Galeno nicht nur um einen Heilkundigen, sondern auch um einen christlichen Gelehrten.

"Vielleicht wäre es euch aber ganz Recht? Man sagt eurem Clan ja nach das er dem Tode zugeneigter als dem Leben ist."

Die Haltung, in der Mareno an der Säule lehnte war entspannt.Dennoch war ihm eine innere Unruhe anzusehen.Entweder wartete er darauf das etwas passierte, oder er wollte für alles bereit sein. Abwechselnd musterte er den Kappadozianer und ließ seinen Blick dann wieder durch die Menge streifen.
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » So 27. Okt 2019, 14:49

Er musterte den Mann eindringlicher. Ja, er erinnerte sich genauer und ein Schmunzeln huschte über die toten Lippen.
"Wenn ihr euch nicht wieder eine Salve Pfeile einhandelt, dann nicht. Und wenn, hat Genua mittlerweile ein paar mehr Medici, mit denen es aufwarten kann."

Er sah dabei aber keinen besonders an, sondern verblieb mit dem starren Blick auf Mareno ruhen.

"Hattet ihr mir euren Namen im Lager verraten? Wenn ja, dann entschuldigt, dass ich diesen in all der Aufregung vor Ort, nicht behalten habe."

Ruhig und ernst wirkte er, mit aufrechtem Gang. Der magere Jüngling mit sehr blasser Haut und eingefallenen Augenhöhlen war gekleidet in gutes Leinen, dunkel gehalten. Es war durchaus eine einfache, elegante Kleidung, nicht zu auffällig, aber von dennoch guter Qualität.

"Wir beschäftigen uns mit dem Tod, wir leben mit ihm, wir verstehen ihn." meinte der junge Mann lächelnd. "Aber dennoch wenden wir uns nicht völlig dem Leben ab. Beides gehört dazu. Das eine kann ohne das andere nicht definiert werden."
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » So 27. Okt 2019, 15:38

Mareno bemühte sich, die Mischung aus Enttäuschung und Wut die in ihm tobte, nicht nach außen zu tragen. Wenn er fertig mit diesem Kappadozianer war, würde er sich an den Namen Mareno di Piave erinnern. Mit der freundlichsten Art die ihm nur möglich war, machte er sich daran, Galeno davon zu überzeugen das er sich auch verbal durchaus zu wehren wusste.


"Oh, wie Schade dass ihr euch nicht mehr an mich erinnert, lasst mich eurem Verstand nachhelfen.
Ihr sprecht mit Mareno di Piave, Neugeborener vom Clan der Rose, Sohn des Jacque Monjeau, Ancilla vom Clan der Rosen.
Der Krieg und seine Grausamkeiten sind sicherlich nicht für jeden etwas, umso tapferer von euch das ihr euch euren Ängsten gestellt habt, und für ihre höchstverehrte Majestät Aurore von Genua mit in den Krieg um Sardinien gezogen seid. Es ist keine Schande, das ihr euch als Medicus die Namen eurer Patienten nicht einprägt. Ich hoffe jedoch das es euch trotz der ganzen Konkurrenz immer noch gelingt euren Ruf als Medicus zu verbessern? Immerhin habt ihr doch jetzt fast eine handvoll kainitische Konkurrenten auf diesem Gebiet. Und das sind nur die von denen ich weiß."


Spielerisch winkte der Toreador ab, ganz so als ob er eine wichtige Tatsache außer Acht gelassen hatte.

"Ich sollte mir einfach keine Sorgen um eure Ambitionen machen. Euer Clan genießt hier in Genua ja durchaus den Ruf, das Wohl der Domäne stehts dem eigenen Machtausbau vorzuziehen, warum sollte da also bei euch anders sein?."

Nun war Marenos Lächeln verschmitzter, ganz so als hätte er einen Witz gemacht der besonders gut war. Er musterte den Kappadozianer intensiver, ließ grade genug Zeit um Galeno das Gefühl zu geben das er nun antworten konnte, nur um ihm dann doch mit einer Frage zu überraschen.Offenbar hatte der Toreador nicht nur ein einnehmende Erscheinung, sondern auch eine einnehmende Stimme.

"Aber genug von eurem Clan und der beruflichen Konkurrenz: Lasst uns über euch und das Leben sprechen. Wie ist es euch in Genua nach dem Krieg ergangen?"
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » So 27. Okt 2019, 16:13

Er wartete gänzlich in aller Ruhe ab, was jener sagen würde und ob er noch etwas anzuhängen hatte. Kurz war es fast so weit gewesen, dann aber reichte er noch etwas nach. Dies störte denn jungen, aufmerksamen Kappadozianer aber nicht. Hatte er dies gelegentlich auch schon so ähnlich gehalten. Er musste wieder ein klein wenig schmunzeln, schien keineswegs erbost oder gar überrascht.

"Ah, ihr wart jene Rose, die ich so ungewöhnlich fand, da ich noch wenig Erfahrungen mit eurem Clan sammeln durfte und bisher eher jenem Schlag begegnete, der dem Krieg gegenüber eher abgeneigt ist, sich zumindest nicht aktiv daran beteiligen würde. Verzeiht noch einmal, werter Mareno di Piave, Neugeborener vom Clan der Rose, Sohn des Jacque Monjeau, Ancilla vom Clan der Rosen.
Im Krieg gab es einiges zu tun, da sind tatsächlich Namen zweitrangig. In erster Linie gilt es, den Sieg zu sichern, den Nachschub an einigermassen gesunden Streitkräften zu gewährleisten und das Eindämmen von Seuchen zu schaffen, sowie eine Vermeidung eben solcher. Ich hatte euch danach nicht mehr gesehen. Vermutete schon das Schlimmste."

Ein Lächeln zierte seine Lippen.

"Umso schöner, euch hier an einem Stück vorzufinden und scheinbar recht erholt von den Strapazen."

Er nickte noch einmal bedächtig, mehr eine Geste einer besonderen Aufmerksamkeit.
"Die Medici dieser Domäne stellen sich nicht untereinander als Konkurrenten vor, sondern als Ergänzung, werter Mareno. Wir profitieren voneinander und so profitiert Genua davon und besonders die Herde ihrer höchst verehrten Majestät."

Er blickte zu seinem Clan herüber, hob sacht eine Braue, schloss dann kurz die Augen mit einem sachten Kopfschütteln.
"Ihr mögt richtig damit liegen..." meinte er dann nur, aber sein Ausdruck war urplötzlich von eben dem freundlichen Lächeln zu reinster Neutralität gewichen.
"Ich fände es viel interessanter, wie es euch erging, statt über mich zu sprechen. Ich denke, ihr habt viel bessere Geschichten zu erzählen, als ich. "
Und da war es wieder, das freundliche Lächeln, als hätte ihn absolut nichts verstimmt. Vielleicht war es ja auch wirklich so.
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Mi 30. Okt 2019, 00:10

Marenos Lächeln hatte wenig von seiner Freundlichkeit verloren und wirkte nach Galenos Äußerungen über seinen Clan eine Spur dreckiger. Er belohnte die Recht kurze aber aufschlussreiche Antwort des Kappadozianers seinerseits mit einigen Ausführungen über seine Reise, jedoch nicht ohne zuvor noch auf Galenos Äußerungen zu antworten.

"Na, wenn wenigstens die Medici der Domäne zusammenhalten und für die Herde gesorgt ist will ich mal nicht näher nachhaken wie es um die Einigkeit eures Clans bestellt ist. Zumal ihr offenbar genug Fernweh verspürt um euch ein paar Geschichten von meiner Zeit fern von Genua anzuhören."


Kurz schien der Toreador zu überlegen, ehe er herzlich lachte und anschließend über eine in der Ferne liegende Dummheit den Kopf schüttelte, ehe er mit seiner Stimme begann den Kappadozianer in die Welt der Abenteuer zu entführen.

"Ich denke ich sollte euch von Viola erzählen.Wohlmöglich war sie das schönste Mädchen Sardiniens..oder ist es noch. Jedenfalls erwischte ich sie, ganz ähnlich wie die wohlwerte Amalia, eines Nachts beim Baden in einem See.Oder war es das Meer? Nunja.. Im Gegensatz zur wohlwerten Liktorin trug Viola jedenfalls kein schwarzes Kleid bei unserem Aufeinandertreffen, sondern war gänzlich nackt. Ihre Haut war für eine Wirtstochter außerordentlich makellos, die einzigen Warzen die sie besaß standen so stramm wie Soldaten. Zuerst durch das kalte Seewasser, danach wegen der Lust die ihren Körper durchzuckte.........."

".......Grade waren wir also bei der Sache, als wir von einem tierischen Schmerzensschrei unterbrochen wurden. Ihr müsst wissen, sie hatte ihren Esel hinter sich an einen Baum angebunden, da ihr Vater sie auf einen Botengang geschickt hatte. Nachlässige Väter... Ich weiß nicht ob ich ihnen böse oder dankbar sein sollte. Was denkt Ihr? Jedenfalls war das arme Tier offenbar von einem herabfallenden Ast erschlagen worden.
Offenbar waren die ruckartigen Stoßbewegungen zwar sehr angenehm für Viola, kosteten ihren Esel jedoch letztlich das Leben. Solltet ihr also jemals vorhaben eine Frau an einen Baum zu lehnen, während ihr sie beglückt, stellt sicher das sie keinen Esel mitgebracht hat........

".........Unser Techtelmechtel war also verständlicherweise vom Verlust des Esels überschattet. Dennoch ritt Viola noch ein wenig auf mir, ehe sie ohne Esel die Weiterreise antrat, und mich mit einer weiteren noch zu machenden Erfahrung zurückzulassen. Noch nie zuvor hatte ich von einem Esel getrunken, schon gar nicht von einem dessen Schmerzenslaute mich beim Verkehr unterbrochen hatten. So ein sinnloser Tod! Hätte er doch wenigstens still sterben können! Viola jedenfalls sah ich nie wieder.. gut möglich das sie den Esel ersetzen konnte,Ich kann mir wenig Männer in Terranova vorstellen, welche für eine Nacht mit ihr bezahlt hätten.. Immerhin würde sie nun auch kein sterbender Esel mehr unterbrechen."


Zufrieden mit seiner Darbietung blickte der Toreador den Kappadozianer an. Hatte dieser Gefallen an seiner Geschichte gefunden, und vielleicht sogar etwas daraus gelernt? Hatte er überhaupt Interesse an solchen Erzählungen? Und was hielt er wohl von verantwortungslosen Vätern und der angedeuteten Begegnung mit Amalia.Erwartungsvoll wurde Galeno gemustert, bis dieser endlich etwas sagen würde.

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Charisma+Vortrag: 4 Erfolge
@🌹 Mareno (Felix) rolled 36. (6 + 10 + 9 + 9 + 2 = 36)
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » Mi 30. Okt 2019, 01:26

Fernweh hatte er nicht wirklich, aber ihn interessierten durchaus gewisse Geschichten, denn schliesslich hatte jeder von ihnen anderes auf Sardinien erlabt. Dorthin zurück wünschte er sich nicht.
So lauschte er den Worten Marenos, der ausgiebig und gut erzählte. Seine Geschichte konnte fesseln, war aber auch sonderbar skuril und von einem Thema, welches Galeno eher nicht erwartet hatte zu hören.
Er zog manches Mal eine Braue hoch, besonders auch bei der Erwähnung Amalias.
Und doch..hier und da war die Geschichte einfach zu komisch, was ihm tatsächlich ab und an ein Lächeln oder ganz sachtes Auflachen abrang. Natürlich alles nicht laut, denn man war schliesslich bei Hofe.

Sprachlos blieb er für einen Moment dann stehen, als Mareno geendet hatte und musterte den Toreador noch einmal eindringlich.

"Nun...." sagte er etwas in die Länge gezogen, um sich selbst wieder etwas besser fassen zu können.
"Also das war eine unerwartete Geschichte...Interessant, aber unerwartet." Sein Blick suchte kurz Amalia in der Menge, doch fand dann wieder zu Mareno zurück.
"Auf Sardinien fand, wie mir scheint, der eine sein Vergnügen, der andere seine Bestimmung..." er liess offen, was davon auf wen von beiden zutraf, oder ob es beides sogar auf beide Herren gleich wirkend war.
"In Genua gab es sicherlich auch einige unachtsame Väter und so manch Dame, die so ihren Freier suchte, aber...nun, nach Sardinien gab es hier auch wieder einiges zu tun. Die Zeit steht eben leider nicht still, sondern rennt unaufhörlich weiter. Ich bekämpfte auch hier eine Seuche und lernte neue ... Probleme kennen. Wie es immer so ist, nicht wahr? Man löst eines und irgendwo tauchen neue auf."

Noch immer war des Kappadozianers Interesse an der Rose nicht verschwunden, doch ob es an der eben hinreissend erzählten Geschichte lag, oder etwas anderem....wer wusste das schon.
"Da ihr nun wieder zurück seid, was ist euer Ziel in Genua? Möchtet ihr hier etwas Besonderes schaffen? Finden eure Augen nebst weiblichen Rundungen auch noch andere Ziele attraktiv?"
Nun musste er doch leicht schmunzeln.
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Mi 30. Okt 2019, 20:35

Mit einem fragenden Ausdruck sah Mareno seinen Gegenüber an.Er hatte einige Fragen gestellt, und noch mehr bei ihm aufgeworfen. So eine unscheinbare Gestalt Galeno auch war, er gab einen interessanten Gesprächspartner ab.


"Seuchen in Genua? Nun wie mir scheint war meine Abwesenheit tatsächlich nicht die schlimmste Fügung des Schicksals. Habt ihr schonmal von einem schwer Kranken getrunken? Sie schmecken teilweise so widerlich wie ungenießbare Früchte. Manche die ich auf Sardinien gekostet habe schmeckten ehrlich gesagt sogar besser..."


Die Mimik des Seefahres ließ vermuten das dieser grade auf eine Zitrone gebissen hatte.Erst langsam beruhigte er sich, um den Fragen des wissbegierigen Kappadozianers Rede und Antwort zu stehen.


"Ich diente ihrer höchstverehrten Majestät schon vor dem Sardinienfeldzug, und ich wäre dankbar so sie mich ihr nun weiter zu Diensten sein lässt.
Wenn es so viele aktuelle Probleme gibt wie ihr andeutet, sollte eine weitere helfende Hand sicher willkommen sein. Auch wenn ihr, vielleicht unabsichtlich, andeutet das ihr mein auftauchen als Problem seht, wäre ich an einer Geschichte über die Probleme die in der Domäne aufgetaucht sind interessiert. Diese wäre sicherlich auch genug Anreiz um mich dazu zu bringen euch zu erzählen welche... Rundungen attraktiv für mich sind."


Der Kapitän fuhr den Körper des Kappadozianers mit einem vielsagenden Blick ab. Ob er jedoch tatsächlich auch ein Interesse an Galenos Rundungen hatte, konnte dieser ohne weiteres nicht ausmachen. Offenbar fühlte sich der Toreador gut unterhalten.
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » Do 31. Okt 2019, 04:55

Er legte den Kopf schief.
"Von Kranken trinken? Ich würde dies nicht versuchen. Zumindest nicht von schwer kranken Menschen, denn sie haben ohnehin schon Probleme damit sich zu erholen. Wenn ihr ihnen auch noch die Lebenssäfte raubt, dann ist da bald nicht mehr viel, aus dem noch ein Weiterleben möglich wird. Ihr tötet damit denjenigen womöglich. Auch meinte jemand zu mir einmal, dass er gehört habe, dass Seuchen dadurch womöglich auch überspringen könnten. Ob dies wirklich so ist und wie das funktioniert, weiss ich nicht. Aber wenn die Möglichkeit besteht, dann sollte man es lassen und nur im absoluten Notfall zu rate ziehen."

Er wirkte leicht angewidert von dem Gedanken von schwer krankem Blut zu kosten.

"Euer Auftauchen ein Problem? Ich masse es mir nicht an darüber zu urteilen, kenne ich euch doch kaum. Wieso also denkt ihr, dass ich dies so meinte?"
Er lächelte.
"Ich appelierte eher an eure Erfahrung, denn ihr wisst sicher selbst, wie es um Probleme beschaffen ist, verweilt ihr sicherlich auch schon einige Jahre länger auf dieser Welt, als euer Äusseres es erscheinen lässt. Da stösst man hier und da auf sicherlich einige und versucht diese möglicherweise auch zu lösen. Nicht wahr? Wie mit eurer Wirtstochter.. Ihr fandet zwar eine geeignete Stütze, um sie besser beglücken zu können, doch der arme Esel wurde erschlagen..."

Er lächelte dabei nicht, sondern erzählte dies eher sehr trocken, am Ende sogar ein wenig betrübt, des Esels wegen.

"Was die aktuellen Probleme betrifft, so denke ich, werden wir noch einiges womöglich hier zu hören bekommen. Ihr solltet euch allerdings aus Geschicke um Broglio fern halten, denn dieser Stadtteil ist gefährlich für unsereins. Wir versuchen das allerdings aufzulösen. Allerdings..zu viele Köche verderben den Brei, so sagt man. Wem ihr vielleicht helfen könnt, ist aber der werte Gasparo di Como. Er hatte vor einigen Jahren nach Personen gesucht, die sich mit der Seefahrt auskennen. Habt ihr nicht auch ein Schiff, oder munkelte man da auf Sardinien falsch? Ob er schon fündig geworden ist, weiss ich allerdings nicht."

Er setzte kurz ab.
"Ihr scheint noch sehr auf menschliche Bedürfnisse Wert zu legen."
Er verfolgte den Blick der Rose, schien davon nun aber nicht wirklich beeindruckt oder gestört.
"Wieso eigentlich?"
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Do 31. Okt 2019, 20:30

Mareno schien etwas hin und hergerissen zwischen verschiedenen Emotionen.Schlussendlich biss er jedoch die Zähne zusammen und fing wieder an mit Galeno zu plaudern, wenn auch in einem anfänglich leicht gepresst klingenden Ton.


"Wir alle, werter Galeno, legen Wert auf menschliche Bedürfnisse. Selbst der wohlwerte Herold Toma, der so offensichtlich darauf brennt alle menschlichen Makel auszulöschen, wird in seinem Inneren von einem Bedürfnis getrieben welches zutiefst menschlich ist. Dieses Bedürfnis, so bin ich überzeugt, ist mindestens ebenso stark wie das Tier welches uns innewohnt, wenn nicht sogar stärker. Aber verzeiht, ich will euch meine Moral nicht aufdrängen.Ich wünsche euch allerdings das ihr das Gefühl erkennt, wenn es euch das nächste Mal ergreift."


Als dann das für den Toreador unverfängliche Thema abgehakt, und damit ein weiterer Köder ausgeworfen war, kam er zu einem für ihn deutlich weniger erfreulichen Thema. Er hatte nicht vor, sich von diesem Medicus Befehle erteilen zu lassen, noch dazu wenn es dieser nötig hatte, etwaige Verbündete in der Sache Broglios nicht beim Namen zu nennen. Was auch immer der Kappadozianer dort vorhatte, es schien ihm äußerst wichtig dabei nicht gestört zu werden.Der erste Satz war als reine Feststellung formuliert, die Mareno im gut gefüllten Saal verhallen ließ,alles was darauf folgte, erreichte den Kappadozianer mit einer ordentlichen Portion Argwohn in der Stimme und Mimik Marenos.


"Ihr wollt also das ich euch in Broglio nicht in die Suppe spucke die ihr grade kocht.
Wer ist denn dieses "Wir" das euch dabei unterstützt Broglio wieder sicher für "uns" zu machen?
Ich hoffe doch, das "Wir" heute noch Informationen zur Lage in Broglio erhalten, so diese wirklich so dramatisch ist wie ihr sagt.
Mir ist jedenfalls kein offizieller Aushang oder Befehl ihrer höchstverehrten Majestät oder einer ihrer wohlwerten Amtsträgern bekannt,
der vor Aktionen in Broglio warnt, oder gar eine Gefahr für die Stille oder das Unleben der Domänenbewohner befürchtet.
Solange entscheide ich weiterhin selbst, ob und wie ich mich in Broglio einbringe. Wenn ich euch damit in die Suppe spucke tue ich das nicht gerne, aber ich tue es."


Nachdem Mareno seinem Ärger Luft gemacht hatte, wirkte er nun wieder so freundlich wie zuvor, allerdings hatte er zuvor wohl etwas ergrübelt, denn die folgenden Worte waren ihm sicherlich nicht spontan in den Sinn gekommen, und wurden von ihm auch nicht im Plauderton vorgetragen.

"Einen Kainiten namens Gasparo di Como habe ich jedenfalls nie kennengelernt... Ist er heute hier anwesend?
Wenn ich mehr über ihn wüsste, würde mich das sicher einige Zeit von so gefährlichen Stadtteilen wie Broglio fernhalten.
Ihr könntet uns doch miteinander bekanntmachen! Die Vorfreude auf dieses Treffen ließe Broglio wirklich zu einer Suppe verkümmern."
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