[1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Galeno
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » Do 31. Okt 2019, 23:15

Er war erstaunt auf Grund der Aggression seines Gegenübers. Er hatte es nicht verdient. Tatsächlich wirkte er nun auch unzufrieden, zumal dieser Kainit gerade dabei war, womöglich viel Schaden anzurichten, den man bei Hofe nicht brauchen könnte. Wenn er weitere Dinge so laut aussprechen würde...

Aber gut. Vermutlich würde jener auch der erste sein, der davon die Konsequenzen zu tragen hatte.
Enttäuscht schüttelte er mit dem Kopf.

„Ich weiss nicht, warum ihr so aggressiv gegenüber meiner freundlich gemeinten Warnung seid, aber sei es drum. Pfuscht den wohlwerten Liktoren, allen voran dem wohlwerten Ajax und dazu noch dem wohlwerten Kastellan in die Arbeit hinein und ich denke, dass keiner von ihnen sehr erfreut darüber sein wird. Ich helfe ihnen direkt bei jener Aufgabe. Habt ihr vor, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen, dann noch einmal meine wirklich gut gemeinte Warnung an euch. Nicht von mir geht die Gefahr aus, sondern wohlweisslich von Menschen. Meidet Broglio. Es ist schon eine sehr geschätzte Kainitin gestorben. Es müssen nicht noch mehr werden.“

Er seufzte.
„Reicht eich dies nicht, dann fragt beim wohlwerten Liktor und beim wohlwerten Kastellan vorher nach. Stürzt euch nicht kopflos in euer Verderben, nur weil ihr denkt, ich möchte euch von einem kostbaren Schatz abhalten.
Keine Aushänge und kein öffentliches Ausrufen bedeutet übrigens auch nicht immer, dass nichts geplant ist. Die Probleme sollen es eben auch nicht erfahren.“

Er war sehr ernst geworden und stand aufrecht da, Mareno die Stirn bietend.

Dann schloss er die Augen, sein Blick danach verblieb ernst auf jenem Kainiten.
„Und nun entschuldigt mich. Ich hoffte auf ein angenehmeres Gespräch, doch muss ich mich von euch nicht wie ein Feind behandeln lassen. Ebensowenig müssen dies meine Verbündeten.“
Scheinbar hatte er keine Lust mehr mit Mareno zu sprechen, zumindest war die Lust ziemlich gesunken. Auch würde er ihn sicher niemanden vorstellen, nicht so, wie er sich ihm gegenüber gerade zeigte.

Dennoch war er trotz allem noch immer sehr ruhig, aber mit fester Stimme. Angst hatte er nicht, aufbrausend war er aber auch nicht. Er schien viel Geduld zu haben. Aber sie schien wohl auch langsam zur Neige zu gehen.
Das zu lernen, was Gott uns durch die Not lehren will, ist wichtiger, als aus ihr herauszukommen.

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Mareno
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Mareno » Sa 2. Nov 2019, 19:32

Mareno zwinkerte ungläubig mit beiden Augen, nahm das Gebaren des Kappadozianers aber zur Kenntnis. Nicht nur das Galenos Worte wirr wirkten, sie ließen viele Fragen offen. Eindringlich wandte er sich daher an den Kappadozianer.

"Entschuldigt? Wenn ich euch wie einen Feind behandelt hätte, dann wüsstet ihr das. Und wenn euch so daran gelegen wäre, angenehme und unverfängliche Gespräche zu führen, hättet ihr weniger auf meine Ernsten aber nicht feindseeligen Feststellungen, und mehr auf meine Schilderung von menschlichen Bedürfnissen die uns alle antreiben achten sollen.Außerdem schätze ich den wohlwerten Ilario als Kainit von Format, wie ich in dieser Domäne noch keinen zweiten getroffen habe, und mit dem wohlwerten Ajax kämpfte ich immerhin gemeinsam in Sardinien. Hört also auf mir zu unterstellen ich würde diese geschätzen Mitglieder der Domäne Genuas kritisieren. Das einzige was ich kritisiere ist eure verqueere Art des Ausdrucks."


Er machte den Eindruck kurz ein und wieder auszuatmen, ehe er fortfuhr und sich um einen beruhigteren Klang seiner Stimme bemühte.


"Wenn ihr wirklich daran interessiert seid, Kainiten aus Broglio fernzuhalten weil es dort Menschen gibt die für sie eine Gefahr sind, dann beschreibt die Gefahr genauer. Ihr habt von einer Kainitin erzählt. Was genau ist mit ihr passiert? Was wissen diese Menschen, die offenbar für uns gefährlich sind über uns ? Und was können Kainiten tun, falls sie doch daran interessiert sein sollten, diese Bedrohung einzudämmen?
Vielleicht wollt ihr euch gegenüber dem wohlwerten Kastellan und den wohlwerten Liktoren beweisen. Aber das wird euch nicht gelingen indem ihr versucht andere Kainiten davon abzuhalten es euch gleich zu tun. Versucht doch stattdessen die freiwilligen Kräfte zu organisieren, sodass sie den Liktoren produktiv zuarbeiten können. Und bitte begegnet euren Gesprächspartnern nicht mehr mit dieser fürchterlich abweisenden Art. Ich dachte zuerst es würde uns irgendwie verbinden das ihr nun die Geschichte kennt, wie ich einen Esel im wahrsten Sinne des Wortes zerfickt habe, und dann begegnet ihr mir mit solch widerlich kalten Worten ... Ich habe in Sardinien gekämpft. Da werde ich mit ein paar aufmüpfigen Menschen schon klar kommen.


Nur ein Augenzwinkern, dann umkreiste Mareno den Kappadozianer halbseitig und sprach ihn anschließend wieder an.


"Ich verstehe jedenfalls immer noch nicht... wieso ihr euch so verhalten habt, oder sogar verhaltet. Erst fragt ihr mich voller Verwunderung wieso ich auf menschliche Bedürfnisse Wert lege... und dann bewahrt ihr mich davor mein Leben zu verlieren und nennt mir zumindestens den Namen eines Kainiten, mit dem ich gute Geschäfte machen könnte. Und das alles ohne Gegenleistung? Eure Menschlichkeit scheint mir noch nicht gänzlich ausgestorben, und dennoch habt ihr seltsame Wege sie zu zeigen.


Mareno schien Galenos Wunsch nach einem Abbruch des Gesprächs offenbar nicht nachkommen zu wollen. Zwar war Galeno nicht eingezwängt, aber Mareno wollte ihm definitiv das Gefühl echter Irritation, aber auch Neugier vermitteln. Die angebrachten Ratschläge sah er für sich selbst als Gegenleistung für die Nennung des Namens des Gasparo di Como.Ob er wohl hier in diesem Raum war? Kurz wanderte Marenos Blick über die Anwesenden.
Wir sind nicht Kinder einer erlesenen Epoche,
sondern Freibeuter eines Zusammenbruchs.

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Galeno
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Re: [1034] Doch nicht im Kriege verwelkt [Mareno, Galeno] [Hoftag]

Beitrag von Galeno » Mo 11. Nov 2019, 04:29

Wieder kopfschüttelnd wandt sich der junge Kainit der Rose zu. Sein Blick war weiterhin ernst.

"Nein..ich entschuldige nicht." meinte er nun wirklich eisig. Deutlich erkennbar, dass er nun doch noch um einiges anders war, als noch zu Anfangs des Gespräches. Denn bis jetzt hatte er ruhig und besonnen gesprochen, doch nie in einem Tonfall, der das Absinken der Raumtemperatur um sie beide noch zusätzlich unterstützte und die Luft förmlich klirren liess.
Die sonst so angenehme Stimme war fast nicht mehr zu hören.

"Eure Annahmen und Kritik resultiert aus Unwissenheit, die ich euch nicht zu Lasten lege. Ihr seid gerade erst wieder zurückgekommen und besitzt keine nachweisbaren Kompetenzen. Wie euren Worten zu entnehmen ist. Dass ihr den wohlwerten Kastellan schätzt und dass ihr den wohlwerten Ajax im Krieg zur Seite standet, tut absolut nichts zur Sache und macht euch auch nicht besser, als alle anderen hier. Nicht was Broglio anbelangt. Nicht zur Zeit.
Holt euch eure Befugnisse bei den betreffenden Stellen, die ich euch nannte und wir reden vielleicht noch einmal miteinander, weil wir dann offiziell für die gleiche Sache streiten. Doch im Moment werdet ihr von mir keine weiteren Informationen erhalten."

Und seine eisige Haltung und Art zu sprechen blieb weiterhin bestehen.
An dem Kappadozianer waren in diesem Moment jeglichen menschlichen Züge verschwunden, kein Lächeln, nur ein fester Blick, der nicht zurück weichen würde.

"Was ihr Menschlichkeit nennt, nenne ich Etikette."

Und dann liess das Mitglied des Clan des Todes die Rose eiskalt stehen. Ein sehr knappes Nicken, dann ging er, ohne ihn noch weiter eines Blickes zu würdigen, an ihm vorbei in Richtung seines Clans.
Das zu lernen, was Gott uns durch die Not lehren will, ist wichtiger, als aus ihr herauszukommen.

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