[1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Gasparo
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[1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Di 29. Okt 2019, 20:16

In dieser Nacht hallten nur Gasparos Schritte durch die Leere von San Donato. Der Gesichtsausdruck des Lehrmeisters verriet, dass er unzufrieden mit etwas war. Es hatte in den letzten Monaten oft das Elysium besucht, um die Aushänge zu studieren oder jemanden anzutreffen, aber die Informationen, die er suchte, offenbarten sich dem Ventrue nicht.

An diesem Abend trug er einen mit Lammfell gefütterten Umhang über seinem schwarzen Gewand mit dunklen, gelben Ärmeln. Er warf einen Blick auf die junge Frau, die die Hüterin des Elysiums vertrat. Mit großen, steifen Schritten näherte er sich ihr und sah auf sie herab. „Verzeiht. Wurde eine Nachricht für mich, für Gasparo di Como, hinterlassen?“

Die Frau verbeugte sich und schüttelte dann stumm den Kopf. Ohne ein weiteres Wort an die Sterbliche zu richten drehte Gasparo ihr den Rücken zu und bewegte sich in Richtung des Tores. Er hatte bereits zu viel Zeit verschenkt durch diesen erneuten Marsch nach Ravecca, Stunden, die er für eine seiner zahlreichen anderen Aufgaben hätte verwenden können. Seine Schüler freuten sich darüber, keine Lektionen in dieser Nacht erteilt zu bekommen, aber er hatte Sixtus instruiert, die Aufgaben für den nächsten Tag zu verdoppeln.

Bevor er seine Hand zur Tür ausstrecken konnte wurde diesen von außen geöffnet. Gasparo straffte sich und wich einige Schritte zurück als er den Neuankömmling begutachtete.

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Nicolo Trevisan
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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » Sa 2. Nov 2019, 20:42

Der Neuankömmling trug einen Kapuzenumhang und die Kapuze war so tief herunter gezogen, dass man kaum das Gesicht ausmachen konnte.
Seltsam wenn man bedachte, dass es bisher nicht nach Regen ausgesehen hatte und auch der Stoff war trocken.

Unter dem Umhang war ein Kittel aus Wolle zu erahnen, schlicht aber in einem sehr guten Zustand. Ab und zu blitzte eine verzierte Gürteltasche hervor, die wohl mit allerhand Werkzeug vollgestopft war, so wie sie sich ausbeulte und für die meisten Waffen dennoch zu klein war, zumal sie ohnehin hätten abgegeben werden müssen.

Dann bemerkte er offenbar sein Gegenüber, denn die Kapuze wandte sich ihm zu.
Ein paar Augenblicke vergingen, in denen er ihn musterte, bis ihm bewusst wurde, dass er den Eingang blockierte. Daraufhin zog er die Kapuze herunter. Ein Mann mit sorgfältig gestutzten Vollbart, dunklen Haaren und Augen blickte ihn nun an. Auf seiner Stirn prägte ein seltsamer Knoten.
"Verzeiht Messere" sprach er mit einer angenehmen Bariton-Bass Stimme.
"Ich hoffe, ich habe Euch nicht unnötig aufgehalten."

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Gasparo
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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Di 5. Nov 2019, 21:28

Gasparo wich höflich einige Schritte zurück und schielte in aus dem Augenwinkel auf die Wachen des Elysiums. Sie schienen den Fremden zur Kenntnis zu nehmen aber zeigten sonst keine Reaktion. Dies genügte dem Ventrue, der leicht seinen Kopf zur Begrüßung neigte bevor er Nicolo mit einem kühlen Lächeln musterte.

„Eure Sorge ist unbegründet. Euer Gesicht ist mir nicht vertraut und doch scheint Ihr Euch in San Donato nicht unwohl zu fühlen.“ Seine Stimme war ebenfalls tief und deutlich.

Er trat noch einige Schritte zurück und faltete seine Hände hinter seinem Rücken. Offensichtlich hatte Gasparo nicht mehr vor, das Elysium umgehend zu verlassen und lud ohne Worte den Fremden ein, näher zu treten.

„Erlaubt mir, mich Euch vorzustellen.“ Gasparo führte seine flache Hand zu seiner Brust.

„Mein Name ist Gasparo, Neugeborener des Clan Ventrue,
Kind des Majorianus,
Kind des Desiderio,
Kind der Brutia Livia,
Kind des Caracallas, Ahn des Clans der Könige und Herrscher der 12 Städte,
Kind des Lucius Tarquinus Priscus, Ahnherr des Clans der Könige und Kind von Ventrue selbst.“


Die Worte sprach er laut und deutlich, voll Ehrfurcht, und Gasparo selbst schien ergriffen von seiner eigenen Ahnenlinie. Für einen kurzen Moment schloss er die Augen bevor er Nicolo wieder ansah, eine stumme Aufforderung in seinem Blick.

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Nicolo Trevisan
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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » So 10. Nov 2019, 21:42

Nicolo faltete die Hände hinter seinem Rücken und machte ein paar Schritte in seine Richtung, bevor er Gasparo zunickte.

Als der Ventrue sich dann mit seiner vollen Ahnen Linie noch vorgestellt hatte, senkte Nicolo sein Haupt, um diesem Respekt zu zollen, insbesondere als der Name Caracallas fiel. Bevor er sich dann selbst vorstellte.

"Nicolo Trevisan, Neugeborener vom Clan der Einhörner,
Kind von Eleazar, Ancilla der Einhörner, Kind Amadi 's, Ancilla der Einhörner aus der Linie von Mokur, Kind des Saulot.
Angenehm Euch kennen zu lernen, Werter Gasparo.

Ich entnehme Euren Worten, dass Ihr häufiger in San Donato verweilt und bereits länger in Genua lebt."

Es klang nach einer Mischung aus Frage und Feststellung, dabei musterte er sein Gegenüber etwas genauer.
"Aus welcher der etruskischen Städte stammt Ihr?"

Sein Blick war weiter neugierig auf den Ventrue gerichtet, während er ein paar Schritte schräg seitwärts ging, um Distanz zum Tor aufzubauen und gleichzeitig näher an sein Gegenüber zu kommen.

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Gasparo
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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Mi 13. Nov 2019, 21:16

Gasparo erwiderte die leichte Verneigung, nachdem Nicolo sich vorgestellt hatte.

„Es freut mich sehr, Eure Bekanntschaft zu machen, werter Nicolo, Kind von Elezar, Kind Amadis, vom Clan der Einhörner.“

Eine gewisse Wissbegierde war nun auf seiner Miene ebenfalls nicht zu leugnen. „Tatsächlich darf ich schon seit einigen Jahren in dieser Domäne residieren, allerdings bin auch ich zur Zeit nur ein Gast ihrer höchstverehrten Majestät, Prinz Aurore.“

Auch wenn die Haltung beider Männer mit den hinter den Rücken gefalteten Händen ähnlich war, so waren sie doch kein Spiegelbild. Der Ventrue stand fast schmerzhaft straff vor Nicolo, gerade, gereckt, um jeden Zentimeter Größe zu schinden ohne sich auf die Zehenspitzen zu stellen.

„Das Elysium ist ein heiliger Ort, geweiht in den Traditionen unserer Art. Gerne komme ich hierher, um diesen Gesetzen zu gedenken.“ Kurz drehte er sich in Richtung der Gesetzestafeln nur um seine Aufmerksamkeit umgehend wieder Nicolo zu schenken.

„Während die Herkunft meines Ahnherren, invincibile per saecula saeculorum, das etruskische Reich ist, so hat sich der Einfluss seiner Nachkommen doch über diesen Ursprung hinaus verbreitet. Die di Comos stammen aus Piatrasanta, einer eher kleinen Ortschaft. Nachdem ich auserwählt wurde das Blut der Könige in mir zu tragen verbrachte ich Zeit mit meiner neuen Familie in Lucca, wo mich der höchstverehrte Prinz Karkana freigesprochen hat.“

Stolz, fast Arroganz, schwang erneut in seiner Stimme mit. „Darf ich fragen, was Euch nach Genua führt? Ist es ein bestimmter Anlass oder erwägt Ihr, Euch hier niederzulassen? Man sagt Eurem Clan nach, dass Ihr eher selten anzutreffen seid und doch scheint dieser Ort den einen oder anderen Vertreter Eurer … Familie zu beherbergen.“

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