[1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Fr 6. Dez 2019, 21:05

„Broglio … Die wohlwerte Toma wird nicht müde zu betonen, dass niemand die Hände nach dem Sestieri ausstrecken sollte. Ihre Worte und … ihr Besitzanspruch sind mir bekannt. War sie es auch, die Euch fernhalten wollte?“

Gasparo hob kurz die linke Hand hinter seinem Rücken hervor und schien sein Kinn berühren zu wollen, während Nicolo von Tomas Methoden erzählte, stoppte aber dann mitten in der Bewegung und legte die Fingerspitzen auf das Amulett, das er um den Hals trug.

„In der Tat begrüßte mich die höchstverehrte Aurore, Prinz Genuas, persönlich. Ein würdiger Empfang. Dünnblütige, sagt Ihr?“ Der Gesichtsausdruck des Lehrmeisters wurde etwas strenger. „Einerseits kann ich den wohlwerten Herold verstehen. Dieser Abschaum muss vernichtet werden, wo er auftritt, bevor sie unser aller Ende einläuten. Jedoch … ein Mitglied des Clans der Einhörner zu verdächtigen scheint … unnötig. Ähnlich wie die Drachen steht die Reinheit Eurer Vitae außer Frage.“

Dann presste er seine Lippen zusammen. Ein Mundwinkel zuckte kurz, dann blieb seine Miene emotionslos und kaum lesbar. „Eure Worte verfehlen ihre Wirkung nicht. Meine Aufmerksamkeit gehört Euch. Geht voraus, werter Nicolo.“

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Nicolo Trevisan
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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » Sa 14. Dez 2019, 14:14

"Nein, mir teilte die wohlwerte Seresa mit, dass ich es zu meiden habe. Weil es nicht sicher sei."

Nicolò warf dem Ventrue einen musternden Blick zu. Sicherlich das konnte eine Begründung sein, aber... er zuckte die Achseln.

Langsam setzte er sich in Bewegung, nahm einen müßigen Gang an, um keine weitere Aufmerksamkeit zu erzielen.

"In der Tat war es unnötig, weil ich ihr ein Empfehlungsschreiben meines Erzeugers vorab sendete." Der Groll war inzwischen aus Nicolò Stimme herauszuhören.
"Natürlich ist es wichtig, nach Dünnblütigen zu suchen, aber ihre Herangehensweise offenbart, dass die wohlwerte Heroldin diesen Grund nur vorschiebt. Sie sollte entweder geschickter vorgehen oder es sein lassen. Meiner Meinung nach, schadet sie damit der Domäne."

Als sie schließlich das Elysium verlassen hatten und einige Schritte gegangen waren, vergewisserte Nicolò sich, dass niemand in ihrer direkten Nähe stand. Erst dann fuhr er sehr leise an Gasparo gewandt fort:
"Ihr könnt die Wohlwerte Heroldin Seresa nicht mehr kontaktieren, weil sie den endgültigen Tod gefunden hat. Mutmaßlich in Broglio..."

Während er die Worte sprach, ließ er Gasparo nicht aus dem Blick.

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » So 15. Dez 2019, 10:24

Die erste Erwähnung Seresas führte dazu, dass Gasparo nickte. „Ich bin sicher, die wohlwerte Seresa hatte Euer Bestes im Sinn mit dieser Warnung. Ich selbst bedauere jeden Schritt, den ich außerhalb Mascharanas machen muss. Sicherheit … ist eine Illusion. Niemand sollte dies besser wissen als wir. Ich weiß nicht, wie viele unserer Art durch die Gassen Genuas schleichen, getrieben von niederen Instinkten, von Hunger, von der Dunkelheit in ihnen.“ Er räusperte sich und seine Mundwinkel zuckten für einen Augenblick. „Ich hoffe, mir bei der Feier unserer höchstverehrten Majestät ein besseres Bild über unsere … Gemeinschaft machen zu können.“

Mit den Fingerspitzen griff er seinen rechten Ärmeln und zupfte daran. Seine Stimme blieb gemäßigt, als habe er die Verärgerung Nicolòs nicht bemerkt. „Eure … Sorgen um die Methoden der wohlwerten Toma scheinen gerechtfertigt. Unser Stand verdient eine andere Behandlung als jene von niederem Blut.“ Gasparo hob seinen Blick. „Der wohlwerte Kastellan scheint der richtige Adressat für diese Bedenken zu sein. Ich habe Ilario Contarini als ehrenwerten und pflichtbewusstenVertreter unser Art kennengelernt.“

Als Nicoló und Gasparo das Elysium verließen konnte der Salubri sehen, wie Gasparo jemanden auf der anderen Seite der Straße ein Handzeichen gab. Eine gedrungene, kräftige Gestalt lehnte dort gegen eine Wand und machte nun einige Schritte auf die Kainiten zu, hielt aber deutlichen Abstand.

Als schließlich Nicoló die Worte über Seresas Schicksal sprach veränderte sich Gasparos Gesichtsausdruck nicht. Er blieb neutral, emotionslos, man konnte ihn würdevoll oder gelangweilt nennen. Stille lag zwischen den Männern für einen langen Moment, 10 … 15 … 20 Sekunden. „Seid ihr sicher?“ Die Worte waren ebenso leise wie Nicolós. Dann hob er seine rechte Hand und rieb mit dem Zeigefinger über sein Kinn. Er redete nun etwas lauter. Seine Augen sahen an dem Medicus vorbei, in Richtung der Gassen Broglios, an denen San Donato grenzte. „Natürlich seid Ihr das. Dies ist keine Behauptung, die man leichtfertig macht, und Ihr vermittelt nicht den Eindruck einer Klatschbase.“

Erneut vergingen einige Lidschläge ohne ein gesprochenes Wort, in denen Gasparo versuchte, die Situation einzuschätzen. Schließlich legte er die Hände hinter seinem Rücken ineinander und betrachtete den Salubri erneut. Die Lippen des Ventrue waren eine dünne Linie. Hatte er Nicoló gerade noch als Neuankömmling in Genua kennengelernt so war das Einhorn nun zu einem Todesboten geworden. „Ich danke Euch für diese Neuigkeit, auch wenn es ein herber Rückschlag für die gesamte Domäne ist, von der Ihr berichtet. Darf ich fragen, woher Ihr Euer Wissen bezieht, werter Nicoló?“

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » Mo 23. Dez 2019, 22:17

"Das hoffe ich ebenso, doch bedingt durch meine Arbeit als Medicus bewege ich mich weit häufiger durch die Gassen Genuas. Zumindest in der Nähe des Hafens. Doch auch ich bin gespannt, auf die Feier ihrer Majestät. Bisher sah ich nur einen kleinen Teil der Bewohner Genuas und ich sehe dies als eine gute Gelegenheit..."

Auf die Erwähnung des Kastellans hin, nickte Nicolò nur. Sein Groll schien wieder verebbt oder er hatte sich nun einfach besser unter Kontrolle.

Er folgte kurz dem Handzeichen und wirkte etwas neugierg, als er die Gestalt abschätzend anblickte, bevor er sich wieder Gasparo und dem ernsterem Thema zuwandte.
Aufmerksam hatte er Gasparo bei seinen Worten angeschaut, auch wohin sein Blick zog, bevor der Ventrue weitersprach. Nicoò selbst ließ sich Zeit mit seiner Antwort, während er Gasparo abschätzend anblickte.

"Ja ich bin mir sicher." Nicolò war um einen neutralen Gesichtsausdruck bemüht, die Hände waren auf seinem Rücken zusammengefaltet, aber das Bedauern über ihren Tod schien dennoch durchzublicken. "Sie unterrichtete mich regelmäßig in der Schriftkunst und in Latain. Als ihr Unterricht ausblieb fing ich an, Erkundigungen einzuziehen." Wieder machte er eine kurze Pause.

"Mit...nun sagen wir eingeschränkten Erfolg. Jedoch arbeitete ich in dieser Hinsicht mit Galeno Fiore zusammen und er überbrachte mir später jene Nachricht."

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Do 26. Dez 2019, 10:52

Eine Augenbraue hob sich, fragend und überrascht. „Ah, der werte Galeno. Er scheint bemüht, ein Netz von Kontakten aufzubauen. Ich bin bekannt mit ihm.“

Etwas leiser, aber durchaus noch hörbar, murmelte Gasparo: „Es ist schade, dass er bis jetzt noch keine Möglichkeit hatte, mir die Neuigkeiten über das Ende Seresas mitzuteilen.“

Dann betrachtete er wieder Nicoló und führte das Gespräch fort. „Die Domäne muss einen furchtbaren Eindruck auf Euch machen. Eine Amtsträgerin vernichtet, ein Sestieri in der Hand von unbekannten Feinden … Dies sind … Ausreißer. Die höchstverehrte Aurore führt Genua mit gerechter Hand und die Möglichkeiten, die diese Stadt bietet, sind vielfältig.

Ihr seid ein … Händler?“
Fast konnte man eine Spur von Herablassung im letzten Wort erahnen. „Welche Waren bringt ihr mit Euch aus Bologna?“

In Gasparos Gesicht sah man einen Mundwinkel zucken. „Ich hoffe, Seresas Unterricht hat Euch geholfen, Eure Arbeit durchzuführen. Konnte sie Ihr Werk beenden oder benötigt Ihr noch weitere Lektionen?“

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » Fr 27. Dez 2019, 21:32

"Richtig, in diesem Fall ist es vor allem unserem gemeinsamen Interesse verschuldet, da wir beide Medici sind."

Ebenso leise murmelte Nicolo im Anschluss: "Ich vermute er hat hierzu noch nicht die Zeit gefunden. Verschiedene Anliegen halten ihn beschäftigt und die Zeit, die uns in der Nacht gegeben ist, verrinnt schnell."

Als Gasparo die Ausrutscher erwähnte, runzelte Nicolo die Stirn - er wartete aber höflich, bis sein Gegenüber geendet hatte.
"Ich habe bereits viel Gutes über die höchstverehrte Aurore gehört. Und ich hoffe, dass man sich bald dieser Ausreißer annehmen kann. Dennoch kommt man nicht umhin, sich zu fragen, warum Mailand als Lehnsherr nicht stärker unterstützt. Zumindest sagte man mir, dass die Liktoren momentan auch in der Unterzahl seien."

Dann zuckte Nicolo mit den Schultern und beließ es zunächst mit diesem Thema. Stattdessen warf er dem Ventrue einen leicht fragenden Blick zu und versuchte wohl herauszufinden, ob Gasparo sich ernsthaft für das Thema des Handels interessierte.
"Wir Trevisans sind eine Familie alteingesessener Händler in Bologna, doch unser Handelsziel war bisher nicht Genua. Unzweifelhaft bietet die Lage Genuas, zudem mit einem Hafen viele Vorteile, die man als Händler nutzen möchte. Ich handle mit Ölen einerseits und Salz und Weinen aus Aquitanien andererseits. Aber Verzeiht, ich langweile Euch sicherlich mit diesen profanen Dingen. Was führte Euch dereinst nach Genua? "

Erneut warf ihm Nicolo einen neugierigen Blick zu:
"Geholfen hat es auf jeden Fall, aber beendet... " Nicolo schüttelte den Kopf, "Man lernt wohl nie aus...
Gerne würde ich beispielsweise die Schriften der anderen Sprachen lernen, welche ich beherrsche, aber man sollte eines nach dem anderen meistern. Entsprechend arbeite ich bereits mit Hilfe weiter an meinem Schriftbild und auch daran Latain zu beherrschen. Trotzdem nutze ich gerne Gelegenheiten mich hierzu weiter auszutauschen. "

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Mo 30. Dez 2019, 18:04

Eine Spur von Unverständnis lag in Gasparos Stimme, als er antwortete. „Ihr langweilt mich sicher nicht, werter Nicoló. Ich frage mich nur … wie Ihr richtig erwähnt schränkt der Verlauf von Apolls Streitwagen unsere Zeit stark ein. Die Jahre mögen auf unserer Seite stehen aber doch beneide ich jedes Wesen, dass nicht wie wir so eng an Sol und Luna gebunden ist. Wie gelingt es Euch, zwei so unterschiedliche Beschäftigungen wie den Kauf und Absatz von solch diversen Gütern zu vereinbaren mit Eurem Handwerk als Medicus? Hinzu kommen sicherlich noch Angelegenheiten, die … die Nacht mit sich bringen. Wäre ein Fokus nicht wünschenswerter?“ Er schien einen Moment über etwas nachzudenken, bevor er fortfuhr. „Und welche Eure Tätigkeiten haltet Ihr für profan? Sowohl das Schachern und Feilschen mit anderen Krämern scheint mir möglicherweise sehr ermüdend ebenso wie auch der Umgang mit Kranken und Siechenden.“

Etwas theatralisch legte er seine rechte Hand auf seine Brust, wobei seine Finger fast verspielt trommelten. „Mir wurde vor einigen Jahren die Möglichkeit zu geben, die Priesterschule im Bischofskastell zu leiten. Lehren … das Sammeln und Weitergeben von Wissen … ist meine Domäne und so nahm ich die Gelegenheit ohne zu zögern wahr. Ich habe es nicht bereut, Lucca zu verlassen und meine Arbeit hier trägt durchaus Früchte.“ Die Zufriedenheit war deutlich im Tonfall des Ventrue zu vernehmen.

„Bis es zur Feier des höchstverehrten Prinzen hat mir Aurore eine besondere … Klasse zugewiesen aber wenn Ihr es wünscht könnte ich einen meiner Diener … jemand, der eingeweiht ist … bitten, Euer Studium fortzusetzen? Jeder Kainit hohen Blutes … von italienischer Abstammung ganz zu schweigen ... sollte in der Lage sein, etwaige Botschaften auf Latein zu verfassen. Omnia dicta fortiora si dicta Latina.“ Ein musternder Blick traf Nicoló als Gasparo mit dem letzten Satz offensichtlich die Fortschritte des Medicus einschätzen wollte.

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » Sa 4. Jan 2020, 22:29

"Ihr geht völlig richtig davon aus, dass beide Tätigkeiten zusammen durchzuführen schwierig sind. Es bedarf da einer genauen Planung und Abstimmung. Jedoch..." es schien, dass er was anderes sagen wollte und sich erst im letzten Moment die Worte anders überlegte. Schließlich erinnerte sich Nicolò über den Stolz, den die Ventrue hegten und wollte vermeiden, dass er seinem Gegenüber allzu deutlich zeigte, dass er scheinbar wenig Ahnung vom Fernhandel hatte.
"Nun, es ist so, dass ich die Geschäftsführung meinem Diener überließ. Natürlich verschaffe ich mir regelmäßig selber noch einen Überblick, aber so kann er die Organisation der Handelszüge und Abstimmung mit den Geschäftspartnern meiner Familie in Aquitanien übernehmen. Und tatsächlich bezeichne ich dieses als profan. Die Behandlung der Kranken und Siechenden sehe ich als eine hehre Aufgabe, der ich mich, wie auch einige andere meines Clans verschrieben habe."

Dabei schlich sich gar ein kritischer Unterton in seine Stimme, als Nicolò seinen Worten entnahm, dass er der Arbeit mit den Kranken wenig Bedeutung beimaß.
Schnell wich es aber einen Ausdruck größerer Wertschätzung, als er Gasparos folgende Worte vernahm.
"Lehren und Sammeln von Wissen... Eine sehr ehrenwerte Aufgabe und es zollt großen Respekt, eine solche auszuüben. Eure Entscheidung kann ich vollends nachvollziehen. Auch ich bin am Sammeln von Wissen, aber auch dem Lehren interessiert, njedoch nur in einem weit begrenzteren Umfang und natürlich überhaupt nicht vergleichbar, mit Eurer ehrenvollen Aufgabe."


Nicolò zog interessiert eine Augenbraue hoch.
"Gerne nehme ich Euer Angebot an, doch drückte ich mich vielleicht vorhin unklar aus. Mein Studium setze ich bereits fort, mit einem anderen Gelehrten dieser Domäne. Entsprechend ist neben meinen... Aufgaben, auch meine nächtliche Zeit zu begrenzt, für einen zusätzlichen regelmäßigen Unterricht."
Als der Ventrue ins Lateinische verfiel, bewegte Nicolò seine Lippen mit, wie um die Worte gleich nachzusprechen. Seine Stirn war gerunzelt und er nahm einen sehr konzentrierten Gesichtsausdruck an. Schließlich nickte er, sprach aber dennoch in Italienisch weiter:
"Ich sehe es überwiegend auch so, dennoch halte ich - wiederum wohlweislich meiner Berufung verschuldet - das griechische auch nicht zu unterschätzend."

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Mo 6. Jan 2020, 22:19

Gasparo nickte mit einem mitfühlenden Gesichtsausdruck. „Ich verstehe. Es ist wichtig, fähige Gefolgsleute zu haben, die unsere Nächte erleichtern. Ich bin sicher, die Mittel, die Ihr erwirtschaftet, sind Euch von großem Nutzen.“

In seine Stimme schlich sich ein fragender Unterton ein: „Wenn Ihr von einem 'hehren' Ziel sprecht, sagt mir, werter Nicoló, ist es der Glaube, der Euch zu dieser Tätigkeit antreibt? Ist es einer … unserer … Wege? Wem ist Euer Talent zum Nutzen? Cui bono? Eure Schwester im Blute, die wohlwerte Amalia, schien mir weniger altruistisch veranlagt, als ich sie kennenlernen durfte.“

Gasparo hatte das Treffen mit der entstellten Salubri nicht vergessen. Die Wut, die Gefahr und die Verbitterung, die von der Liktorin ausgegangen waren, hatten einen bleibenden auf den Magister hinterlassen. Sie stammte aber auch aus einer weit entfernten Region, während sein jetziger Gesprächspartner auf dem gleichen Grund und Boden aufgewachsen war wie der Magister selbst.

Als sie weiter über Sprachen redeten zuckten Gasparos Mundwinkel amüsiert. „Ean ēis philomathēs, esei polymathēs*.“ Der Akzent schien Byzantinisch zu sein. Gasparo fuhr in fehlerfreiem Griechisch fort. „Die Sprache der verehrten Philosophen bleibt natürlich relevant. Die Dialoge, die Tragödien, die Berichte über Themistokles und Alexander … nur wenige dieser Werke scheinen noch in Latein zu existieren.“

Er seufzte und wechselte erneut ins Italienische. „Doch das Erbe Europas wird in Latein verfasst werden, in der Sprache des römischen Reiches. Zumindest dies hat die Kirche und ihr heiliges Buch erreicht.“ Er machte eine wegwerfende Bewegung mit seiner linken Hand. „Es ist gut, dass Ihr einen weiteren Lehrer nach der wohlwerten Seresa gefunden habt. Ist es ebenfalls ein Kind Kains?“

*Wenn du gerne lernst, wirst du auch viel lernen. 

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Re: [1033] Eine Begegnung im Sanctum Sanctorum [Nicolò, Gasparo]

Beitrag von Nicolo Trevisan » Mo 6. Jan 2020, 23:26

Nicolò nickte nun ebenfalls:
"Ja, sie sind von Nutzen und ermöglichen es mir, den Fokus richtig zu setzen."

Dann blickte Nicolò ihn zunächst einen Augenblick überrascht an, dann verdüsterte sich sein Blick kurz, als der Name Amalia fiel und er schüttelte den Kopf
"Nicht alle meines Clans sind Krieger, wie die wohlwerte Amalia. Es tut mir Leid, dass sie ein falsches Bild meines" Nicolò stockte kurz
" Clans bot. Es gibt auch... andere, wenn auch es scheint, dass die Krieger in Genua stärker präsent waren. Kennt Ihr zufällig den Wohlwerten Gaius Marcellus?"

Dann räusperte sich Nicolò. Er fuhr zunächst noch gedankenverloren über seinen Bart, dann aber untermalte seine Gestik zunehmend seine Worte.
"Wie dem auch sei, um zu Eurer ursprünglichen Frage zurück zu kommen - Mein Weg schreibt mir dies vor, aber es ist auch eine Frage meiner persönlichen Überzeugungen, sowie wohl eine Frage des Blutes...
Ich denke der Nutzen liegt auf der Hand. Eine gesunde Gemeinde nützt uns allen - es birgt weniger Gefahr, dass wir Seuchen übertragen und gleichzeitig ist uns eine gesunde Herde von größerem Nutzen...

Es ist vergleichbar wie Euer Streben nach Wissen und Wissen zu verbreiten - Ihr dient damit der Domäne, lasst diese Gedeihen und sich
weiterentwickeln. So dient auch mein Sinn nach der Behandlung von Kranken, der Besserung der Domäne und zuletzt könnte man sagen, dass ein gesunder Körper auch einen gesunden Geist birgt, welches Euch sicherlich widerum dienlich sein kann."

"Έχετε δίκιο."*1 Auch Nicolòs Akzent war byzantinisch, wenn auch auch die Aussprache an mancher Stelle von seiner italeniänischen Muttersprache geprägt war. "Νομίζω ιδιαίτερα τον Ιπποκράτη,"*2
"wie Ihr Euch sicher denken könnt."

Bei den folgenden Worten nickte Nicolò zunächst nur, natürlich war die Kirche bedeutend, aber er konnte die wegwerfende Bewegung dennoch gut nachvollziehen.
"Tatsächlich ist es abermals der Werte Galeno, welcher mich unterricht. Da jedoch seine Zeit begrenzt ist, ist mein Studium zunächst auf die latainische Schrift begrenzt..."

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beide Übersetzungen sind nicht ganz korrekt, aber gemeint ist:
*1 Da habt ihr wahrlich recht
*2 Ich halte es eher mit Hippokrates

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