[1033] Darf ich vorstellen ... [Alexandre, Ilario, Gasparo]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Gasparo
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[1033] Darf ich vorstellen ... [Alexandre, Ilario, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Do 31. Okt 2019, 22:37

Gasparo und Crispianus schritten eilig durch die Gassen Raveccas. Die Kälte hatte sich eisig über Genua ausgebreitet und die Bewohner der Stadt hatten sich in ihre Behausungen zurückgezogen, an Decken und einander klammernd.

Er hatte einen Monat zuvor eine Nachricht an den Kastellan senden lassen, sehr darum bemüht, dass die Zeilen keinen Hinweis auf die wahre Natur des Verfassers oder Empfängers enthielten. Vor seinem inneren Auge sah der Lehrmeister noch einmal die Worte, die er niedergeschrieben hatte.
„Verehrter Signore Contarini,

ich grüße Euch. Bereits zu lange ist es her, dass wir Gelegenheit hatten, nach alter Sitte Politik und Neuigkeiten aus der Region zu diskutieren und ich vermisse Euer Urteil und Eure Einsicht. Hinzu kommt, dass ein entfernter Verwandter aus der Normandie sich entschlossen hat, hier ein Heim zu suchen. Eure Bekanntschaft zu machen ist ihm ein großes Bedürfnis und ich hoffe, dieses Treffen arrangieren zu können. Gemeinsam können wir sicherlich einen Ratschlag ausfeilen, der seinen Absichten gerecht wird.

Ich schlage vor, dass wir uns in Media Nox zwei Tage nach dem Neumond im Dezember 1033 an dem Ort treffen, der zu Ehren des Bischoff von Arezzo geweiht wurde.

Ich danke Euch dafür, dieses Anliegen in Erwägung zu ziehen und verbleibe,

Gasparo di Como
Magister Trivium“
Ja, die Worte waren sorgfältig gewählt und der Kastellan würde verstehen, dass ein Neuankömmling vom Clan der Könige ihn treffen wollte. Gasparo hoffte, dass Ilario ebenfalls das Elysium als Treffpunkt schätzen würde. Es war ein neutraler und sicherer Ort, an dem er gewiss sein konnte, dass ihm keine Gefahr drohen würde. Auch war es keine Bitte, einen Fremden in sein Heim zu laden.

Ein ähnlich diffus verfasster Brief hatte Alexandre erreicht, um das Treffen zu fixieren.

Ungefähr eine halbe Stunde vor Mitternacht erreichte Gasparo San Donato. Mit einer Geste bedeutete er seinem Leibwächter, in der Nähe zu warten. Crispianus nickte und zog sich dann die Kapuze tiefer ins Gesicht, um den Temperaturen zu trotzen. Der Ventrue selbst betrat die Kirche mit gemäßigtem Schritt. Am Eingang verharrte er kurz und ließ die Atmosphäre des Ortes auf sich wirken. Wie immer war kam es ihm vor, als ob in den Nischen und Winkeln die Essenz der Hüterin selbst verborgen war, lauschend, lauernd. Gasparo hatte ihre erste Begegnung nicht vergessen.

Dann gab er sich einen Ruck und ging, langsam und bedächtig, in Richtung der Aushänge. Er würde geduldig die Ankunft der anderen Kainiten erwarten.

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Alexandre d'Harfleur
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Re: [1033] Darf ich vorstellen ... [Alexandre, Ilario, Gasparo]

Beitrag von Alexandre d'Harfleur » Di 19. Nov 2019, 19:14

Auch Alexandre erreichte den beschrieben Ort zu Pferde, auch wenn Ihm die Ortsbeschreibung nichts sagte und er seinen Ghul in die Stadt schicken musste um herauszufinden wo er hinmusste.

Er reiste ebenfalls in Begleitung seines Getreuen den er anwies vor dem Treffpunkt auf seine Rückkehr zu warten. Als die letzten Worte mit Geoffrey gewechselt waren betrat auch Alexandre die Kirche und blieb gerade eingetreten einen Moment stehen um sich zu orientieren und eventuell ein bekanntes Gesicht zu erspähen.

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Gasparo
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Re: [1033] Darf ich vorstellen ... [Alexandre, Ilario, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Fr 22. Nov 2019, 23:16

Gasparo erkannte das zugereiste Mitglied seines Clans und tat einige Schritte auf Alexandre zu, aber er blieb in etwa zehn Meter Entfernung stehen. Er nickte bevor er die Stimme erhob, die laut durch San Donato hallte. Gasparo sprach auf italienisch, gespannt, ob sich die Sprachkenntnisse des Franken verbessert hatten.

„Ich grüße Euch, Alexandre d'Harfleur, Kind des Zwentibold, Ancilla der Könige, Kind Lothar des Zweiten, Ancilla der Könige, aus der Linie des höchstverehrten Hardestadt, Ahnherr der Könige.“

Nachdem Alexandre die Begrüßung erwiderte hob der Lehrmeister den rechten Arm und spreizte ihn seitlich ab, als wolle er den Ort präsentieren. „Ist dies Euer erster Besuch im Elysium?“ Er atmete laut durch die Nase ein und seufzte dann zufrieden, eine unnötige Geste aus alter Gewohnheit. „Wenn ja, dann seht Euch ruhig um. Die heiligen Traditionen des dunklen Vaters sind es, die in San Donato gepredigt werden. Die verehrte Hüterin des Elysiums hat eine würdige Atmosphäre geschaffen.“

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Re: [1033] Darf ich vorstellen ... [Alexandre, Ilario, Gasparo]

Beitrag von Alexandre d'Harfleur » Mo 2. Dez 2019, 20:55

Alexandre verneigte sich tief in Gasparos Richtung, als er ihm gewahr wurde. Endlich ergaben die Worte seines Clansbruders auch auf italienisch einen Sinn.

Ebenfalls auf italienisch, wenn auch sehr grobschlächtig:

"Seid mir ebenfalls gegrüßt, wohlwerter Signore di Como vom Blut der Könige. Es ist, wie ihr richtig vermutet habt mein erster Besuch in diesen Hallen. Gleichwohl muss ich gestehen dass mir diese Umgebung noch nicht gänzlich vertraut ist. Würde es euch etwas ausmachen mir das Wichtigste über diesen Ort und seine Bedeutung zu erläutern? Ich Weiss zumindest was ein Elysium ist und weiss mich entsprechend standesgemäß zu verhalten. Damit hoffe ich eure erste Sorge zerstreuen zu können und lausche nun gespannt euren Worten.

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Re: [1033] Darf ich vorstellen ... [Alexandre, Ilario, Gasparo]

Beitrag von Gasparo » Mi 4. Dez 2019, 22:12

Mit einem zufriedenen Nicken fuhr Gasparo auf Italienisch fort. „Die verehrte Acacia vom Clan der Schatten, Mondsenatorin und Hüterin des Elysiums, hat diesen Ort sowohl als Treffpunkt unserer Art eingerichtet wie auch als Ort, wo wir den Traditionen des dunklen Vaters huldigen können.“

Er drehte sich etwas zur Seite und gestikulierte in Richtung der Schiefertafeln. „Ich gehe davon aus, dass auch in Eurer Heimat den heiligen Regeln Tribut gezollt wird? Der Bund, die Domäne, die Nachkommenschaft, die Rechenschaft, die Vernichtung und die Stille.“ Der Lehrmeister pausierte einen Moment, als ob er seinen eigenen Worten Respekt erweisen wollte.

„Aushänge informieren über Ankündigungen, die die Amtsträger im Namen des höchstverehrten Prinzen aussprechen, und es wird auch vernichteten Bewohnern Genuas gedacht. Eure angestrebte Aufgabe, das Amt des Liktoren, scheint besonders viele Opfer zu fordern.“

Er machte einige große Schritte auf eine der Wände hin und deutete auf die kunstvoll gefertigten Statuen. „Der wohlwerte Herold, Toma, ist eine begnadete Künstlerin, die einige andere der Bewohner Genuas in Stein gebannt hat.“

Erneut wandte Gasparo sich Alexandre zu. „Seid unbesorgt. Mir wurde versichert, dass die Spuren der Kinder Kains zum Ende jeder Nacht vor den Blickend der Sterblichen verborgen werden.

Aber wie es in einem Elysium sein soll ist dieser Ort auch eine Zuflucht vor den Konflikten, die oft unter unserer Art entstehen. Die Kräfte des Blutes dürfen nicht benutzt werden und wer einen Tropfen Vitae vergießt muss die Konsequenzen tragen. Selbst Waffen dürfen nicht in San Donato getragen werden.

Ihr seht, warum es dem wohlwerten Kastellan leichtgefallen ist, sich mit Euch hier zu treffen.“
So beendete der Ventrue seinen kurzen Vortrag über das Elysium.

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