[1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

[Oktober '23]
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Arash
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[1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Arash »

Der Sommer stand vor der Tür und der Frühling wollte langsam gehen. In der Nacht summte es vor Insekten und Fledermäuse jagten in der Dunkelheit. In den Unterhölzern raschelte es und in den Bäumen hörte das Schuhuen von Eulen, Kauzen und anderem Federvieh. Die Luft war warm und selbst die Winde, die von den Bergen kamen waren nicht mehr so kalt.

Zu dieser Zeit wurde eine Nachricht im Elysium für Roya abgeben.
Werte Roya
Neugeborene des Clans des Mondes,
Hilfsgeißel Genuas,

Mir ist bewusst, dass unsere erste Begegnung nicht optimal verlaufen ist.
Gerne würde mich erneut mit euch treffen. Zu einem Wissensaustauch und weiterem Vorgehen insbesondere in der Zusammenarbeit aller drei nun ernannten Amtsträger.

Ich erwarte euch beim nächsten Neumond am Strand zwischen Genua und Sancto Pedro di Arena.

Sichere Wege.

gez.
Arash
Neugeborener vom Clan des Tieres
Geißel Genuas
Es ist das Tier in mir!
Es weckt die Gier nach dir!
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Roya
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Roya »

Die Antwort, welche der Gangrel einige Zeit später erhielt war kurz was deren Inhalt anbelangte, wenn auch förmlich verfasst und in einem Latein geschrieben, dessen Schriftbild schwungvoll wirkte.
Wohlwerter Arash,
Neugeborener vom Clan des Tieres,
Geißel Genuas,

ich bevorzuge ein Treffen im Elysium.

Roya,
Neugeborene des Clan der Malkavianer,
Kind von Jamal ibn Nalut, singender Stern des Westens, Ancilla des Clan der Malkavianer
Dort stand die Malkavianerin in jener Nacht bereits an dem Brunnen, an dem die Beiden sich das erste Mal getroffen hatten. Gekleidet wie so oft in dunklen Tüchern, offenlassend, ob sie denn überhaupt Kleidung in anderer Farbe besaß. Zumindest die einst silbernen Fibeln, die die Kleidung schlossen, sprachen dagegen. Einzig die Lagen an Schmutz, die ihre Kleidung zierte, ließen die Überlegung aufkommen, ob diese wohl beim letzten Mal nicht anders aussahen, oder ob sie sich schlicht mit den Nächten änderten, die zwischen den Treffen lagen, wie ein Kalender, an dem man das Wetter der vergangenen Wochen ablesen konnte.
Am Ende einer Nacht sollten deine Füße dreckig sein, dein Haar zerzaust und deine Augen leuchten.
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Arash
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Arash »

Auf diese Nachricht erhielt Roya keine Antwort mehr, allerdings erschien der Gangrel an besagtem Tag im Elysium. Er betrat etwas später den Garten durch den Eingang von Ravecca aus. Als Kleidung diente ihm erneut ein langer blauer Kapuzenumhang, der von guter Qualität erschien, sauber war und sogar Stickereien am Saum aufwies.

Mit geschmeidigen, aber nicht eiligen Schritten näherte er sich der Malkavianerin am Brunnen und nickte er ihr zu, als er sie erreicht hatte. "Seit gegrüßt werte Roya." begann er das Gespräch, wobei seine Stimme ein leichtes hungriges Knurren beinhaltete. Ich hoffe eure Streifzüge durch die Domäne waren informativ und ihr konntet euch einen Überblick über das Land und seine Lage verschaffen?" er fragte wirklich interessiert, wobei seine Augen noch einmal über den Körper der Malkavianerin glitten. Abschätzend, ob sich ihr Körper für die Aufgabe geeignet war. Ob er zu einer Einschätzung kam, war letztendlich nicht in seinem Gesicht abzulesen.
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Roya
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Roya »

Unter den weiten Kleidern der Malkavianerin fiel es schwer, mehr über ihren tatsächlichen Körperbau herauszufinden. Insbesondere, da nur ihre Hände und Füße unbedeckt waren. Diese wirkten jedoch sehnig und schlank. Auch ihr Körper selbst war weder sonderlich groß, noch sonderlich klein. Weder sonderlich dünn, noch sonderlich dick. Mehr ließ sich dazu kaum sagen. Zumal unklar war, wie viele Lagen sich unter der obersten Schicht Stoff befanden oder wie der Dreck und Schmutz an vielen Stellen zusätzlich auftrug.

Roya nickte dem Gangrel höflich zu, als sie diesem Gewahr geworden war, ließ ihm jedoch die ersten Worte. Erst als er geendet hatte, antwortete sie ihm. „Guten Abend, wohlwerter Arash. Ja, meine Erkundungen waren erfolgreich, wie du weißt.“ Sie schenkte ihm ein kleines Lächeln, als sie ihn freundlich an ihre Nachricht erinnerte. „Konntest du den oder die Fremde finden?“ Interessiert musterte sie den Gangrel.
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Arash
Gangrel
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Arash »

Der Gangrel schüttelte leicht mit dem Kopf. "Bisher nicht. Ich habe mich dort, nach dem Erhalt eurer Nachricht, umgesehen. Allerdings vermute ich, dass es sich hierbei um die Geißel von Savonna handelt. Die Löcher und das Verhalten das ihr beschrieben habt, passt zu ihr. Leider ist sie eine Nosferatu und die Blutskräfte verbergen sie vor mir. Daher war es mir nicht möglich sie bisher aufzuspüren." Er fletschte unzufrieden die Zähne. Wobei sich da wohl eher auf ihn selbst, als auf Roya bezog. Mit einem Knurren fuhr er dann fort. "Ich plane aber in Kürze eine Jagd auf sie und es ist gut zu wissen, dass die Geißel inzwischen auf der Anderen Seite der Domäne herumschleicht. Wir werden das Jagdgebiet also weiter eingrenzen müssen."

Wieder begann er auf und ab zu laufen, bevor er fortfuhr und Roya wieder musterte. "Wollt ihr Teil dieser Jagd sein?" Bisher sind es drei Kainiten und ich selbst. Ihr wärt also unser Fünftes Mitglied. Es geht dabei vornehmlich darum die Geißel zu Pflocken und zu verhindern das sie flüchtet."
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Roya
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Roya »

Royas Nase rümpfte sich angewidert. „Wieso sollte ich?!“ Ihre grauen Augen funkelten, als sie ihre Arme unter ihrer Brust verschränkte und sie sich auf ihr hinteres Bein lehnte. „Du hast doch drei Andere, die dir helfen.“ Offenkundig war sie gekränkt, als sie ihm die kalte Schulter zeigte, während sie sich mehr in Richtung Brunnen wandte, denn in seine Richtung. „Zudem ist vier gegen eine, eine unehrenhafte Jagd.“

Nachdenklich betrachtete sie das Mosaik, welchem dem Wasser seine blutrote Farbe verlieh. „Emma ist eine Nosferatu. Eine Geissel noch dazu. So überhaupt ist sie nur einen kleinen Preis wert. Und so der mit Allen geteilt werden muss, was bleibt denen dann noch, was das Risiko wert ist?“ Ihre grauen Augen wandten sich leicht in Richtung des Gangrels, als sie ihren Kopf zur Seite geneigt hatte und ihn musterte. „Außer Verrat?“

Roya schüttelte den Kopf bevor sie sich zurück zu Arash wandte. „Nein. So ich jage, jage ich allein. Ich verlasse mich nicht auf Andere. Zudem ist Emma gut. Sehr gut. Ganz ohne Zweifel, so es denn ihre Spuren waren, die ich fand. Sie weiß sich zu bewegen. Sie ist klug und denkt voraus. Ein gefährlicher Gegner. Ein würdiger.“

Sie schwieg einen Moment nachdenklich. „Aber sie ist mit einer Aufgabe hier.“ Langsam drehte die Malkavianerin sich zurück zu dem Gangrel. „Ich frage mich welche? Wozu die Wölfe in Votori? Und welchen Zweck haben diese Löcher?“ Erneut schüttelte Roya ihr Haupt. „Zu viele offene Fragen.“
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Arash
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Arash »

Arash zuckte mit den Schultern, als sie sich von ihm abwandte. "Es war ein Angebot. Mehr nicht. Wenn ihr der Meinung seit sie ist eine würdige Beute, dann jagt sie allein, stellt sie und bringt sie vor den Löwenthron. Sicher wird sich der Prinz darüber freuen." Es war kein gehässiger Ton in dem er dies sagte, nur eine schlichte Feststellung. "Für mich ist eine Jagd erfolgreich, wenn die Beute erlegt ist. Der Weg dorthin ist mir gleich. Ich erwarte keine Belohnung für meine Aufgabe als Geißel. Ich tue dies, um die Domäne und die Kainiten in ihr zu schützen. Die Mittel sind dabei egal." erklärte er seine Sichtweise der Jagd. Der Pfad auf dem sie beide wandelten war schließlich keine genau definierter Weg, sondern eine Straße mit vielen Strömungen und jeder Kainit hatte seine eigene Philosophie wie er jagte.

Er betrachtete Roya weiterhin. Ihre Abweisende Art war ihm egal. Es war hier kein persönlicher Nutzen, ob man sich mochte oder nicht. Es ging um eine Jagd.

"Die Wölfe sind seit der Vernichtung Brimirs immer wieder Opfer des Einen oder Anderen Kainiten geworden. Mal folgen sie mehr mir, mal Emma, mal jemand Anderen. Eigentlich wäre am Besten das Rudel auszurotten und so vollkommen von unserem Einfluss zu befreien." Er machte eine wischende Geste mit der Hand und lies sich dabei auf der Ummauerung des Brunnens nieder, während er weiter Roya im Blick behielt. "Wie weit liegen die Löcher voneinander entfernt? Als sie hier in der Nähe von Votori unterwegs war, habe ich Löcher gefunden in denen sie vermutlich übertagt hat. Je nach Abstand könnte dies in Nervi ähnlich sein."

Kurz schwieg er betrachtete weniger Roya, als die Umgebung. Dann schloss er kurz seine Augen. "Bevor wir hier aber in eine Diskussion über die "Richtige" Jagd und ihre Methoden ausbrechen...." er sah sie wieder an. Diesmal interessiert. "Wie jagt ihr? Was ist eure Philosophie? Ich lerne gerne dazu und würde eure Lehren gerne besser kennen lernen. Außerdem...würde ich gerne sehen wie ihr mit den Tieren umgeht." seine Stimme war sanfter geworden. Vielleicht in der Hoffnung auch Roya etwas sanfter und offener für seine Fragen zu stimmen.
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Roya
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Roya »

„Das sagtest du schon.“ Ihre Stimme klang rau, doch nicht sonderlich unfreundlich oder gar abweisend. Vielmehr lag es wohl an ihre eigenartigen Weise zu sprechen. Ihr Kopf wog derweil langsam hin und her. „Letztes Mal.“ Dann blieb er auf einer Seite geneigt, während sie auf hin herabblickte, nachdem er sich zuvor gesetzt hatte und sie seinen Worten zugehört hatte. „Und ich sagte dir, ich habe nicht vor Geissel zu werden. Aber das würde geschehen, so ich tue wie du sagst.“

Erneut wandte sie ihren Körper dabei ab, signalisierend, dass sie keinen Konflikt mit ihm suchte, während sie den Kopf schüttelte und nachdenklich wirkte. Es dauerte einen Moment, bevor sie sich langsam wieder zu dem Gangrel eindrehte. „Was die Löcher angeht.“ Roya zuckte unschlüssig mit den Schulter. „Schwer zu sagen. Ich konnte kein Muster erkennen. Aber was meinst du mit Lehren? Und was ist Philosophie?!“ Offenkundig konnte sie mit dem letzten Wort nichts anfangen, denn es wanderte ihr schwerfällig über die Lippen, als sie es versuchte zu wiederholen.
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Arash
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Arash »

"Ja. Das sagtest du bereits." erwiderte auf ihre Worte hin und legte fragend den Kopf schief. "Was ist dann dein Ziel? Was willst du erreichen in diesem Unleben? Außer...überleben?" interessiert musterte er sie weiterhin. Insbesondere ihre Körpersprache. Sie imitierte manche Tiere und das gefiel ihm. Die Sprache der Tiere war manchmal so viel einfacher zu lesen, als die von Menschen. Vor allem aber war sie eins. Immer ehrlich. Das konnte man von Kainiten sicher nicht behaupten und er war auch nicht so dumm dies bei Roya zu vermuten. Die Vorsicht musste immer bleiben.

"Dann werde ich mir die Löcher bei Gelegenheit noch einmal selbst ansehen ansehen, um mir ein eigenes Bild zu machen." offenbar empfand er diese Information durchaus als nützlich. "Ich meine damit. Was hat euch euer Erzeuger beigebracht? Was hast du von ihm übernommen, was dich zu der macht, die du heute bist?" er wog den Kopf hin und her, schien nach einer besseren, einfacheren Erklärung zu suchen. "Machen wir es kurz. Ich würde gerne sehen, wie du es schaffst mit Tieren umzugehn, ohne mit ihnen sprechen zu können, die aber Angst vor uns haben."
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Roya
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Re: [1086] Reiten Tiere, Tiere reiten [Roya, Arash]

Beitrag von Roya »

„Tiere haben keine Angst vor mir.“ Roya zuckte leicht mit den Schultern. „Nicht mehr als vor Menschen.“ Dann deutete sie mit dem Finger auf ihn. „Aber sie werden Angst haben vor dir. So du siehst zu.“ Fragend legte sie ihren Kopf zur Seite. „So was erhoffst du dir davon?“ Noch einen Moment musterte sie den Gangrel.

Dann erst wechselte sie das Thema. „Mein Erzeuger hat mich auf unseren Weg geführt. Er brachte mir bei, was ich wissen muss. Er ist ein großes Vorbild für mich.“ Die Malkavianerin legte ihre Hand flach auf ihre Brust, um ihren Worten Gewicht zu verleihen. Mehr erzählte sie ihm jedoch hierzu nicht.

Dann schüttelte sie nicht unfreundlich aber bestimmt den Kopf. „Meine Ziele sind dagegen die Meinen. Sie brauchen dich nicht zu kümmern.“ Sie kannte ihn offenkundig nicht gut genug, noch war ihre Beziehung alles andere als an einem Punkt, an dem sie mit ihm offen über derartige Themen gesprochen hätte.
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