[1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

[August '25]

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Giuliano
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[1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Giuliano »

Das Polpo war an diesem Abend so laut und voll wie ein Kriegsschiff in einer stürmischen Nacht. Die Luft war schwer vom Geruch nach Wein, Salz und heißem Öl, in dem irgendwo hinten in der Küche ein Oktopus brutzelte. Giuliano saß an einem der hinteren Tische, halb im Schatten, und betrachtete die Menge mit einem Lächeln, das nicht recht sagen ließ, ob er belustigt oder hungrig war – vielleicht beides.

Zwischen den rauen Stimmen der Matrosen und dem Schaben von Holzkrügen auf dem Tisch hörte er das Wort „Tänzerin“ mehrmals aufblitzen wie ein gut gezielter Dolch. Manche redeten von ihr mit einem schiefen Grinsen, andere mit ehrfürchtigem Staunen, als handle es sich nicht um ein Mädchen aus Fleisch und Blut, sondern um ein Meerwesen, das den Hafen heimgesucht hatte.

Er lehnte sich zurück, ließ den Wein in seinem Becher kreisen und blickte zum Wirt, der gerade lachend einem Gast die Hand auf die Schulter legte.

„Luigi,“ begann Giuliano, seine Stimme rau, aber warm wie ein Kaminfeuer in einer stürmischen Nacht. Der einäugige Wirt, ein Veteran der Marinesoldaten, wandte sich augenblicklich zu Giuliano um. „Ich will sie sehen. Diese Schönheit, von der sie alle reden.“

Er richtete sich auf, und in seinen Augen blitzte es – eine Mischung aus Neugier, Übermut und etwas, das gefährlich nah an Begierde grenzte.
„Bringt mir diese Tänzerin hier her.“

Das Lachen und Reden im Polpo ging weiter, doch an den Tischen ringsum nahmen ein paar Gäste die Worte wahr, und ein leises Raunen lief durch den Raum, wie das Grollen einer fernen Brandung. Und so machte sich die Botschaft durch die Hafenarbeiter und Matrosen hin zum Hof der Wunder, wo Wilhelmina dieser ungewöhnlichen Einladung vielleicht stattgeben würde.
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Wilhelmina
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Wilhelmina »

Wilhelmina lief raschen Schrittes durch die dunklen Straßen und Gassen Genuas. Eugen blieb heute nacht etwas hinter ihr, so weit es ging in den Schatten der Nacht, um zu beobachten und ihr Sicherheit zu geben. Ihr Ziel waren heute wieder einmal die Tavernen in der Hafengegend.Ein paar Münzen wollten verdient werden. Ja ja, genau, es ging um Münzen, nicht etwa um das warme Gefühl... den Rausch den der Tanz ihr schenkte.

Ihre Klappern steckten in einer verborgenen Tasche ihres Rockes.Ihr heutiges Gewand war von einem tiefen kühlen violett. Die weiten Ärmel ihrer Bluse endeten an denn Ellbogen, damit die Goldreifen an ihren Armen schön klirrten und klimperten. Auf dem Oberteil als auch auf dem Rock waren kleine schillernde Pailletten aufgenäht. Auch ihr Kopftuch war heute violett, aber in einem weniger satten Ton, darunter hatte sie ihre Lockenmähne mit einem Lederband zurückgebunden. An den Füssen trug sie zierliche Pantinen mit Holzsohle, die so keck klapperte, auf hölzernem oder steinernen Boden.


Als sie im Hafenviertel ankam, bemerkte sie sofort die eigenartige Unruhe auf den Strassen. Es summte wie in einem Bienenstock. Hier und da vernahm sie leises Flüstern, die Leute stiessen sich gegnseitig an , wenn sie vorbei ging. Schliesslich hörte sie Eugens Stimme in ihrem Nacken.

"Schwesterchen, der Inhaber der Taverne namens Polpo verlangt eindringlich nach dir. Wollen wir ihm die Freude machen?"

Verdutzt drehte sie sich zu ihrem Ghul um.

"Ist das so? Na schön, warum nicht. Diese spezielle Taverne kenne ich noch nicht."

Sie packte Eugens Kopf, drückte ihm links und rechts einen Schmatzer auf die Wange und lachte ihm ins Gesicht.

"Na dann Brüderchen, bring mich hin."

Es mochte durchaus sein, dass die Kunde von Wilhelminas Absichten das Polpo erreichte, bevor sie selbst dort ankam.
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Giuliano
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Giuliano »

Das Polpo bebte an diesem Abend wie der Rumpf eines Schiffes in schwerer See. Die Luft war warm, dicht und voll von Stimmen, Gelächter und dem würzigen Duft des Fischeintopfs, der in einem großen Kupferkessel hinten in der Kochecke köchelte. Immer wieder tauchte der Koch den Schöpflöffel ein, um die Brühe umzurühren, während eine Schankmaid dicke Scheiben Brot abschnitt und auf hölzernen Platten stapelte.

Giuliano stand nahe des Tresens, die Arme locker verschränkt, den Rücken gegen eine Stützbalkensäule gelehnt. Sein Blick glitt über die Menge wie der eines Kapitäns, der seine Mannschaft mustert – und er wirkte sichtlich zufrieden. Der Wirt Luigi, schwitzend vor Geschäftigkeit, schenkte den Gästen den guten Rotwein aus, den man sonst nur in ruhigeren Nächten öffnete.

Die Taverne war bis zum letzten Platz gefüllt, und selbst an den Wänden drängten sich Menschen – Matrosen in groben Wollhemden, Händler in abgetragenen, aber sauberen Mänteln, und ein paar neugierige Bürger aus besseren Vierteln, die den Reiz des Hafenlebens suchten. Überall hörte man halblaute Gespräche, die immer wieder auf das gleiche Thema zurückkamen: die Tänzerin.


„Man sagt, sie tanzt, als hätte der Teufel persönlich ihre Füße berührt.“„Unsinn, sie tanzt wie eine Göttin.“„Pah, was weißt du von Göttern? Ich sage dir, sie macht dich vergessen, wie dein eigener Name lautet.“

Giuliano hörte diese Brocken aufgeschnappter Gerüchte und ließ ein schmales Grinsen zu. Er hatte dem Wirt klargemacht, dass heute alles stimmen müsse: keine verdorbenen Oliven, keine lauwarmen Krüge, und die Bänke sollten so nah wie möglich an die kleine freie Fläche gerückt werden, die als Bühne dienen würde.

In der Ecke zupfte der Lautenspieler schon leise an den Saiten und der Trommelspieler prüfte sein Fell, nur um die Stimmung zu wärmen. Das Feuer in der offenen Herdstelle warf unruhige Schatten über die Gesichter, und jeder Blick ging immer wieder zur Tür, als könnte sie sich in diesem Moment öffnen.

Giuliano hob seinen Becher, nahm einen tiefen Schluck, und in seinen dunklen Augen funkelte dieselbe Mischung aus Vorfreude und Berechnung, die man bei einem Mann sieht, der genau weiß, dass gleich etwas passieren wird, das keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird.
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Wilhelmina
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Wilhelmina »

Eugen blieb mit Wilhelmina am Arm vor einem Gebäude stehen. Das Gelächter und Gemurmel der Stimmen drang von innen bis hinaus auf die Straße.

"Da sind wir, Schwesterlein."

Eugen verbeugte sich spielerisch vor ihr.
Wilhelmina tappste leise an eines der Fenster heran und lugte hinein. Die Taverne war gerammelt voll, die Stimmung war offensichtlich mehr als gut. Sie blickte sich genau um, entdeckte den Bereich, der offenbar für ihre Darbietung reserviert war, erspähte den Wirt und die Musikanten. In ihrem Bauch machte sich Vorfreude breit. Das mochte ein lustiger Abend werden.

Sie drehte sich kurz zu Eugen um. "Komm in ein paar Minuten auch rein, und misch´dich unter die Menge."

Sie holte die Holzklappern hervor, nahm Haltung an und begann ihren ersten Tanz bereits auf der Schwelle in den Raum.
Ihre Holzklappern gaben einen raschen Rhythmus vor, ihre zierlichen Füsse in den Holzpantinen klapperten synchron dazu den Takt in den Boden.
Bei ihren ersten Schritten in den Raum, vermochten die Klappern die Menge noch nicht zu übertönen, doch mit jedem Schwung ihrer Hüften, mit jedem Stampfen ihrer grazilen Beine, weiter in den Raum hinein, wurde die Menge leiser, und sie selbst präsenter.

Die Schönheit der Tänzerin war nicht auf den ersten Blick offensichtlich, wie bei einem Hoffräulein. Sie war subtiler, gleichfalls wilder. Sie lag in dem Blitzen von Wilhelminas Augen, in dem Leuchten, dass sie irgendwie umgab. In der Leidenschaft und Freude, mit der sie tanzte.

Je mehr Augen sich auf ihr versammelten, desto schneller liess Wilhelmina ihre Klappern schlagen, sie drehte sich flink wie ein Derwisch um ihre eigene Achse,
funkelte mal jenem Herren ins Gesicht, lachte mal dem anderen zu. Ihre Locken, die unter dem Kopftuch hervorblitzen, hüpften im Takt, als tanzten sie ihren eigenen Reigen, während Wilhelmina temperamentvoll durch den Raum sprang.

Bald schon klatschten die ersten den Takt ihrer Klappern mit. Mit grazilen Handbewgungen klapperten sie mal dicht vor ihrem Gesicht, mal auf der Höhe ihrer Hüften. Ihr Tanz, nein, ihr Einmarsch in den Raum war eine Ode an das Leben und die Fröhlichkeit selbst. Auf der für sie bestimmten Fläche angekommen vollführte sie einige blitzschnelle komplizierte Tanzschritte und beendete ihre Darbietung in einer vollendeten Pirouette.

Sie trat einige Schritte zurück und sah sich um. Wer mochte der Herr sein, wegen dem sie heute Abend hier war...?

Spoiler!
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Giuliano
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Giuliano »

Einen Augenblick lang herrschte im Polpo beinahe Stille, nur das letzte Klirren von Wilhelminas Klappern und das schwer atmende Keuchen der dicht gedrängten Menge waren zu hören. Dann brach ein donnerndes Johlen los, Männer schlugen mit den Fäusten auf die Tische, Krüge wurden in die Höhe gereckt, und irgendjemand pfiff so schrill, dass der Lautenspieler erschrocken eine falsche Saite zupfte.

Giuliano hatte die ganze Darbietung mit verschränkten Armen verfolgt, die Stirn leicht gesenkt, als wollte er sich den Augenblick wie ein Seemann den Sternenhimmel einprägen. Dann stieß er sich von der Säule ab, trat in den vorderen Bereich und hob eine Hand, groß und schwer wie ein Ruderblatt. Sofort legte sich ein Teil des Lärms, denn man wusste: wenn Giuliano sprach, tat man gut daran zuzuhören.


„Ihr Hunde,“ begann er mit einer Stimme, die wie eine Trommel durch den Raum rollte, „ich weiß, was in euren Köpfen rumort. Aber hört mir gut zu!“ Er grinste schief, und in seinen Augen funkelte es gefährlich. „Die Schwänze bleiben eingepackt – alle! Wer hier die Hand nach der Tänzerin ausstreckt, als wär sie bloß Fleisch für den Fraß, der kriegt von mir persönlich gezeigt, wie man Zähne ausspuckt. Verstanden?“

Ein aufrauschendes Johlen folgte, diesmal mehr ehrfürchtig als lüstern. Giuliano ließ den Blick schweifen, ließ ihn auf ein paar der gröbsten Kerle ruhen, bis diese betreten auf ihre Krüge starrten. Dann drehte er sich halb zur Tanzfläche, machte eine knappe, fast soldatische Geste mit dem Kopf in Wilhelminas Richtung und fügte hinzu:

„Hier drin behandeln wir Frauen ordentlich. Und diese hier –“ er wies mit einem breiten Arm auf sie, „– tanzt nicht für eure gierigen Finger, sondern für eure verfluchten Augen und eure tauben Ohren. Also benehmt euch. Oder ihr tanzt morgen mit gebrochenen Beinen den Heimweg.“

Ein letztes dröhnendes Lachen von Giuliano – halbernst, halbdrohender Spott – ließ die Menge gleichzeitig lachen und erschaudern. Dann hob er seinen Krug, trank einen kräftigen Schluck und nickte Wilhelmina mit einem kaum zu deutenden Respekt zu.
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Wilhelmina
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Wilhelmina »

Wilhelmina brauchte nicht lange zu suchen. Kaum begann die Menge zu johlen, löste sich ein Prachtexemplar von Mannsbild von einer Säule und begann, der Menge regelrecht den Kopf zu waschen. Offensichtlich war ER der Besitzer der Taverne. Als er - recht vehement - ihre körperliche Tugend und Unversehrtheit sicherte, zuckten ihre Mundwinkel kaum merklich.

Sie hatte als Menschenkind nicht bei einem Mann gelegen und würde das sicherlich auch als Kainskind nicht tun. Sie seufzte leise. Eine Erfahrung mehr, die sie nie machen würde.

Sie ging lächelnd auf ihn zu, knickste formvollendet vor ihm, trat noch einen Schritt näher, so dass nur er sie hören konnte.

"Guten Abend der Herr. Man nennt mich Wilhelmina. Sehr galant von euch, eure Rede. Ich freue mich, eure Bekanntschaft und euch die Taschen voll zu machen."

Bei ihrem letzten Satz zwinkerte Wilhelmina ihm schelmisch zu.
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Giuliano
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Giuliano »

Giuliano beugte sich leicht zu ihr hinunter, so dass seine Stimme kaum über das Dröhnen der Menge hinausdrang – ein dunkles, kehliges Timbre, das fast wie ein Grummeln wirkte.

„Lass das Euchzen, Mädchen,“ sagte er mit einem schiefen Lächeln. „Ich bin Giuliano. Kein Herr, kein feiner Gockel – nur ein Mann, der weiß, wie man eine Schenke voll Betrunkener im Zaum hält.“

Er musterte sie mit offenem, fast prüfendem Blick, doch ohne die lüsterne Schwere, die viele andere in diesem Raum ihr entgegenbrachten. Stattdessen lag da ein Anflug von Respekt, den er mit einem leichten Nicken bekräftigte.

„Und was deine Tugend betrifft – mach dir keine Sorgen. Hier fasst dich keiner an, solange ich den Laden halte. Das Einzige, was dich vielleicht trifft, ist die ein oder andere Münze, wenn sie ihre Begeisterung nicht anders ausdrücken können.“ Seine Zähne blitzten in einem breiten, schelmischen Grinsen. „Aber ich vermute, das könnte eher in deinem Sinne sein.“

Er richtete sich wieder auf, nahm einen Schluck aus seinem Becher und fügte mit gespielt ernster Miene hinzu:
„Also tanze, Wilhelmina. Und lass sie zahlen, bis ihnen die Taschen leer und die Kehlen wund sind.“
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Wilhelmina
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Wilhelmina »

"Fein, du gefällst mir Giuliano. Ach, Sorge hab ich keine. Mein Brüderchen ist mit mir hier. Der hat mich stets gut im Blick.
Tanzen will und werde ich, bis ihr die Taverne schliesst, oder die Dämmerung mich heimruft."


Wilhelmina positionierte sich in der Mitte ihrer Tanzfläche, schaute sich zu den Musikern um und nickte ihnen auffordernd zu.
Einige Augenblicke später, erklang eine leise, wehmütige Melodie. Die Trommeln nur ein leises Prasseln wie von einem wärmenden Herdfeuer.
Wilhelmina begann, sich sanft im Takt der Musik zu wiegen, wenn die Laute leise klagend jammerte, spiegelte Wilhelmina das Gefühl mit tieftrauriger Miene, dann wieder mit hoffnungsvoller Sehnsucht. Ihr Körper bewegte sich mit schlangengleicher Eleganz und Gewandheit. Das anmutige Spiel ihrer Arme und feingliedrigen Hände, das vorsichtige Wiegen ihrer Hüfte, das verhaltene Klappern ihrer Pantinen, ihr ganzer Tanz erzählten eine Geschichte von zwei Liebenden, die durch die weite See von einander getrennt waren und sich heiss und innig vermissten. Ihr Körper sprach von Verzweiflung und Hoffnung, gestohlenen Küssen, Herzschmerz und der Gewissheit, dass es diesmal kein fröhliches Ende für die Liebe gab. Als der letzte Ton der Laute leise verklang, glitt die Tänzerin anmutig in einer dramatischen Endpose zu Boden.

Jeder der zugesehen hatte, hatte sein Herz brechen gespürt, und auch das eine oder andere Auge war nicht mehr trocken. Und doch blieb das Gefühl zurück, Teil von etwas Wunderschönem gewesen zu sein.
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Giuseppe
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Giuseppe »

Gerade hatte sie ihren Tanz begonnen, da huschte ein kleiner Pickeljunge durch die Tür.
Er war hässlich.

Segelohren,
kantige Nase,
mehrere eitrige Pickel bedeckten sein Gesicht.

Einige der Besucher kannten ihn unter dem Namen Giuseppe.
Er war ein lustiger Kerl - nicht schön - aber charmant.

Ein klassischer Tunichtgut, der die ein oder andere schlüpfrige Geschichte zu erzählen wusste.
Das ein oder andere Kraut zu besorgen wusste, welches man hier in der Stadt nur unter dem Tresen handelte.
Ein durchtriebener kleiner Drecksack, aber ein netter.

Der Pickeljunge grinste als er Wilhemina sah.
Nickte ihr zu, falls sie ihn entdeckte.

Verzog sich dann leise und heimlich rüber zu Giuliano.
Grinste den an.
Nickte freundlich.
Grinste.

“Na, haste n bisschen Zeit ?”, fragte er.

Dann nickte er rüber zur Tänzerin.

“Die Wilhelmina is der Hamma, wa ?”
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Giuliano
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Re: [1116] Tanz im Polpo [Wilhelmina, Giuliano, offen]

Beitrag von Giuliano »

Einen langen Atemzug lang blieb alles still, nachdem Wilhelmina wie in Zeitlupe zu Boden gesunken war. Man konnte die Seufzer und das ungläubige Schlucken der Männer hören, die eben noch getost hatten wie ein Sturm auf Deck. Selbst der Koch hinten an seinem Kessel rührte nicht, als hätte er vergessen, dass der Eintopf anbrennen könnte.

Dann, wie ein Donner nach der Stille, brach die Reaktion los: zuerst vereinzeltes Klatschen, dann ein wuchtiges rhythmisches Stampfen, Krüge, die gegen die Tische gehämmert wurden, und schließlich ein kollektives Johlen, das fast die Wände zum Wanken brachte. „Brava! Brava, bella!“ schrie einer, während ein anderer schluchzend lachte und sich mit dem Ärmel über die Augen fuhr. Münzen flogen klimpernd in Richtung der Tanzfläche, manche rollen über die Steine, manche landen klirrend neben Wilhelmina.

Doch keine gierigen Hände streckten sich nach ihr aus – Giulianos Donnerworte hallten den Männern noch in den Köpfen nach, und wer heute Nacht etwas anderes als Respekt zeigte, wusste, dass er morgen ohne Zähne aufwachen würde.


Giuliano hatte den Jubel der Menge mit einem schmalen, zufriedenen Lächeln betrachtet. Als sich Giuseppe an ihn heranschlich, warf er ihm nur einen kurzen Seitenblick zu – aber die Augen des Brujah blitzten, als hätten sie längst gewusst, wer da auf ihn zusteuert.

„Ah Giuseppe,“ brummte Giuliano mit rauer Stimme, „wenn Du hier auftauchst hast Du sicher was für mich.“

Er ließ den Blick kurz wieder zu Wilhelmina wandern, die in Münzen und Beifall badete, und nickte kaum merklich. „Ja, Giuseppe. Sie ist schon ein Prachtweib.“

Dann stieß er den Jungen mit dem Ellenbogen leicht in die Seite, und grinste breit. Dann beugt er sich runter zu ihm, so dass nur er ihn verstand. „Also, was führt Dich zu mir?“
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