[1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

Moderatoren: Ilario, Henri de la Nuit

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Augusta Blau
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[1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Augusta Blau »

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Die Nacht war perfekt und unbewölkt. In Domus herrschten wie stets Anstand und Rechtschaffenheit. Halb verborgen lag das Cortile delle Meraviglie inmitten von bunten Farben, einer Kakophonie aus Gerüchen und einem Durcheinander von Geräuschen, die hier Tag und Nacht herrschten. Es stellte einen Kontrast zu der ansonsten tüchtigen Stadt dar. Gelegen zwischen Platealonga, Clavicula und Domus befand sich hier ein Ort der Exotik und des Rausches. Markant war die große Eiche in seiner Mitte an der sich ein hölzernes Gerüst herumschwang. Zwischen all dem Getümmel befand sich ein junger Mann mit einer Fidel, der sie auch spielte, und seine Augen dabei auf einen Mann gerichtet hatte, nämlich auf dich. Das Stück, das er spielte, war unbekannt, aber schön. Er spielte es mit Geschick. Seltsam nur, dass seine aristokratisch dreinblickenden Augen den Kainit nicht losließen als kannten sich die beiden. Auf den ersten Blick wirkte der Fremde nicht wie ein Vampir. Auf den zweiten Blick spürte man seinen lebhaften Herzschlag. Seine blonden Haare waren zu einem langen, welligen Zopf gebunden. Sein Hemd war gepflegt und sauber. Seine Bewegungen waren adrett und ästhetisch sowie versehen mit einer fast übermenschlichen Schönheit. Ja, dieser Mann war ein Mann zum Angucken. Ein Mensch, verletzlich und zerbrechlich.
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Remin
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Remin »

Auch Remin war an diesem Abend zugegen. Er hatte sich nicht unbedingt heraus geputzt - jedenfalls sah er mit den zerzausten Locken und dem schönen, aber reichlich zerknitterten Leinenhemd so aus, als passe er perfekt hierher. Tatsächlich schien er auch mit dem ein oder anderen bekannt zu sein. Er grüßte diesen, sprach kurz mit jener oder scherzte in einer Gruppe.
Er hatte wohl auch den Mann mit der Fidel und sein Spiel gehört, ihn aber zunächst nicht beachtet. Erst nach einiger Zeit schlenderte er herüber, recht beiläufig, und ließ sich in seiner Nähe in die Hocke nieder. Beide Fersen fest auf dem Boden, die Arme locker über die Oberschenkel gelegt, lauschte er einige Zeit nur, ohne etwas zu sagen.
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Augusta Blau
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Augusta Blau »

Das erste Lied glitt in ein zweites Lied über, eins, das schneller war und durchaus tanzbar anmutete. Der Fremde spielte sich dabei ganz offensichtlich die Lunge aus dem Leib. Sein zweites Stück war fröhlich, schien jedoch eine Eigenkomposition zu sein, denn bekannt war es ebenfalls nicht. Währenddessen freute er sich sichtlich über seinen Zuhörer, denn ein eitles Grinsen lag auf seinem Gesicht, das der Fremde nicht abschütteln konnte. Nachdem das Stück beendet war, verneigte er sich elegant vor seinem Publikum. Seine Fidel machte eine Pause. Seine Blicke glitten über die Menschen und den Mann, der am Boden hockte. Ob seiner Pose schaute er ihn mit Verwunderung an. Die wich jedoch schnell wieder der Etikette hin zur Normalität.
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Remin
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Remin »

Remin klatschte aufgeregt und eifrig in die Hände, als der Spieler geendet hatte, und schlug dabei jede vornehme Zurückhaltung in den Wind. Auch blieb er in seiner bequemen, wenig eleganten Haltung.
"Ein wunderbares Spiel!", sagte er mit einem verzückten Lächeln, "Sehr lebhaft, sehr schnell. Euer eigenes? Ich glaube ich habe diese Töne noch nie gehört."
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Augusta Blau
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Augusta Blau »

"Habt Dank, habt Dank. Ja, es handelt sich um ein Original. Ich nenne es 'La rosa che salta'.", erklärte er dem Zuhörer selbstzufrieden.

"Ihr seid ein wahrlich aufmerksamer Zuhörer. Ich wette, Ihr seid selbst ein Musikant? Spielt gar ein Instrument?", riet der Fidelspieler ins Blaue hinein. Doch sein Instinkt trügte ihn selten.
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Remin
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Remin »

"Die springende Rose? Wie schön! Ein passender Name, man mag direkt tanzen!", sagte Remin und ließ seinen Blick etwas schüchtern über den Platz schweifen. "Ich...spiele in der Tat, hin und wieder - die Laute, wenn ihr es genau wissen wollt - kann aber ganz sicher nicht mit eurem Talent mithalten. Ich bin mehr ein...Sänger. Oder Dichter, je nachdem... Ihr seid noch nicht lange hier, oder? Ich bilde mir ein, mittlerweile die meisten Dauergäste am Hof kennen zu müssen."
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Augusta Blau
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Augusta Blau »

"Ihr seid zu freundlich!", verneigte sich der Musikant erneut und berauschte sich an den gesprochenen Worten.

"Ich verehrte Sänger und Dichter, dies ist eine Kunst, die mir nicht gegeben ist.", teilte er seinem Gegenüber mit, der ihn ein wenig an seine eigene Herrin erinnerte. Sie konnte singen wie ein Engel!

"Es ist wahr, wir... ich bin neu hier. Und es ist mir eine Freude jemanden wie Euch kennenzulernen, der mir Einiges über Genua berichten kann.", ließ er ihn wissen.
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Remin
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Remin »

"Ah! Ah, nun, so ist es mir eine Freude, euch willkommen zu heißen. Mein Name ist Remín", sagte selbiger mit einem Augenzwinkern und verschwieg seinen Nachnamen. "Aber schmeichelt mir nicht zu sehr, ich bin dafür allzu empfänglich. Was führt euch also her? Nach Genua und an den Hof. Habt ihr heute schon etwas in den Magen bekommen?"
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Augusta Blau
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Augusta Blau »

Der Sänger und Dichter, der sich als Remin vorstellte, entfachte in seinem Gegenüber ein Lächeln.

"Man nennt mich Parzival. Normalerweise bin ich Teil eines... Duetts, doch heute spiele ich alleine auf. Hier soll mein neuer Lebensmittelpunkt sein. Ich glaube an Genua! Ich hoffe, Ihr auch?", wollte der Musikant von dem Fremden wissen. Er war noch nicht lange hier, doch er liebte diesen Platz schon jetzt.

"Gegessen... ja, glücklicherweise mangelt es mir daran nicht.", verkündigte er stolz. Parzival konnte sich Essen leisten.

"Und wie steht es um Euch?", bot er an. Ihm war es wichtig, dass andere sahen, dass er für sich und andere, die aus seiner Herrin bestanden, sorgen konnte.
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Remin
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Re: [1116] Die zwei Rosen [Remin, Augusta]

Beitrag von Remin »

"Ihr seid ein Duett? Und wo ist dann euer Partner?", Remin blickte verdutzt, als könnte er sich keinen Grund vorstellen, aus dem ein Teil eines Duett alleine aufspielen sollte. Oder atmen. Er beobachtete den jungen Mann ihm gegenüber noch einmal etwas genauer. "Parzival? Ein ungewöhnlicher Name. Ein Künstlername? Hübsch ist er in jedem Fall und ihr habt die Nase dafür."

Der Toreador zwinkerte dem Sterblichen zu, dann stand er auf, streckte seinen Rücken durch, als wäre er vom langen Hocken steif geworden.
"Danke, ja, ich habe bereits gegessen. Meine Freunde und ich spielen regelmäßig in den Schenken und hier auf dem Platz, da fällt immer etwas ab. Aber sagt, Parzival, denn ihr habt mich neugierig gemacht: Wie sieht euer Duett dann aus? Wenn euer Partner halb so gut ist, wie ihr, muss es ein Ereignis sein."
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