[Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1111 (März‘25)
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom machen 1111 kaum sichtbare Fortschritte. Zwar ist der Grundriss des Kirchenschiffs nun deutlich erkennbar, und die Steinmetze, die direkt vor Ort die Steine zuschlagen, bringen die Anwohner bereits jetzt um den Verstand, aber es wird sicher noch eine ganze Weile dauern bis hier der erste Gottesdienst abgehalten werden kann.
Immer wieder hört man von einem kleinen, blutsaugenden Kobold der in der Stadt des Nachts sein Unwesen treiben soll. In Broglio soll er an den Schweinen geknabbert haben und in Domus gar an einem Menschen! Außer den kleinsten Genuesen scheint sich dafür aber aktuell noch niemand so wirklich zu interessieren. Fragt man bei der Wache, erntet man nur Gespött.
Am Hafen scheint es neue findige Wege für Geschäfte zu geben. Sklavenhändler von außerhalb können nun komplette Schiffsladungen an die Negrori verkaufen und rasch wieder ablegen - um keine Zeit zu verlieren oder teure Liegegebühren zahlen zu müssen. Die Negrori kümmern sich dann um den hiesigen Verkauf. Clever!
Der Heiler Matteo Trevisan zieht aktuell allerlei Unmut auf sich. Offenbar behandelt er in Platealonga als auch im Haus der Heiler kostenlos! Andere Knochenrichter, Heiler und Apotheker mussten bereits mit den Preisen heruntergehen ob dieses ruinösen Wettbewerbs. Die Armen hingegen danken es ihm, konnten sie sich bisher soetwas luxuriöses wie einen Arzt niemals leisten...
Wer sich mal richtig aufschlitzen lassen möchte der kann nach Borgio di Bisagno ins Entermesser kommen! So hört man es dieser Tage immer wieder in Platealonga. Offenbar werden dort, nahe der Söldnerschule, des Nächtens Wettkämpfe abgehalten. Mit Fäusten und mit Messern, wie es heißt. Und wenn man genauer nachhorcht, hört man auch das man dort gar auf die Kämpfe wetten könne! Der Vorteil der Lage so weit abseits: nicht die Stadtwache ist zuständig sondern die Männer des Grafen.... von Castelletto ist es ein ganz schönes Stück dort hinunter. Die Kämpfe gingen auch die ganze Nacht, da die Tore ja eh geschlossen seien! Heidewitzka was für eine Sause!
Die Fieschi sollen neuerdings bewachte "Karawanen" bis hin nach Regensburg und Prag anbieten, so sagt man. Für ein gewisses Entgelt würden sie auch familienfremde Händler mitnehmen und diesen so lukrative Märkte jenseits der Alpen erschließen. Wenn das mal kein Wort ist. Das die Fieschi mit diesen Gebühren nicht nur ihre Kosten wieder hereinbekommen und quasi gratis über die Alpen kommen ist natürlich etwas über das man nicht so gerne spricht...
Stadtpolitik
Neuordnung der genuesischen Regierung!
Mit einem wahren Paukenschlag verabschiedete der Senat die Compagna Communis (mit knapper Mehrheit). Dies löst den gesamten Senat auf und bringt lediglich die amtierenden Konsuln ins neue Consilium (d.h. den Senat).
In Zukunft wird Genua von zwei Kammern regiert, nicht wie bisher von lediglich einer. Neben dem Consilium, in welchem alle ehemaligen Konsule sowie die illustren Bürger Genuas einen Platz haben, wird das Parlamento (d.h. das Parlament) von allen männlichen Bürgern zwischen 16 und 70 Jahren besetzt. Es ist also zu jedem Zeitpunkt mehrere hundert Mann groß.
Dieses Parlament wählt eine variable Anzahl von Konsuln, die dann ein Jahr regieren. Unter den Aufgaben der Konsuln sind unter anderem das Kommando der Flotten, der Armee und die Einberufung des Parlaments. Allerdings konnte nur das Consilium den Aufruf zu den Waffen der Bürger arrangieren.
Das Consilium erhielt außerdem ein Vetorecht bei konsularischen Entscheidungen. Im Inneren des Consiliums gibt es nun den Consiglio di Credenza, als eine Art inneren Geheimrat. Dessen Mitglieder werden Silenziari genannt. Diese stimmen über die Themen ab, die geheim gehalten werden sollen, wie etwa die Gelder die dem Heiligen Stuhl für seine Unterstützung gegeben werden usw.
Bei all dem übt der Bischof nur eine beobachtende Funktion aus, wird aber über alle laufenden Aktivitäten des Senats auf dem laufenden gehalten.
Eine weitere, kaum weniger wichtige Reform, war die Stärkung des Stadtgerichts in Clavicula. So wurde die Finanzverwaltung acht Placitis (d.h. Richtern) unterstellt, die die Schlüssel zum Finanzministerium besitzen.
Die Placitis, verwalteten das Recht nach drei gesetzgeberischen Elementen: Brauch, Kurz- und Gesetz, d. h. die römisch-byzantinischen Normen des gemeinsamen Lebens (das Zivilgesetzbuch), die spezifischen rechtlichen Themen (mit Aufmerksamkeit für neue Urteile, genau wie heute) und die kriminellen und öffentlichen Sicherheitsfragen.
Als letztes wird das Amt der Consul de' placiti erschaffen welche ein Büro im Bischofskastell erhalten. Diese acht Amtsträger können Bürger zum Militärdienst einberufen und öffentliche Urteile, einschließlich der Fahnenflucht, vollstrecken. Ebenso sollen sie die Bürger vor Bränden warnen.
Auch der erst kürzlich gewählte Sindaco di genova muss seinen Posten räumen. An seine Stelle tritt der Consoli welcher gesetzgebende, richterliche und ausführende Gewalt auf sich vereint. Er wird von den großen Familien Genuas gewählt. Als erster Consoli Genuas wurde nach kaum vorstellbaren Verhandlungen, Drohungen, Bestechungen, Abmachungen, arrangierten Ehen und politischen Morden jemand gewählt mit dem alle zähneknirschend leben können: Santino Maneciano, Großhändler, Cousin der Arduinici und recht unbescholtenes Blatt.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 9. Februar: In Sutri führen König Heinrich V. und Papst Paschalis II. geheime Verhandlungen zur Beendigung des Investiturstreits. Beide einigen sich auf die iuramentum Sutrinum genannte radikale Lösung. Der Vergleich von Sutri sieht vor, dass der deutsche König auf das Investiturrecht verzichtet und im Gegenzug Paschalis II. Heinrich V. zum Kaiser krönt und die Regalien zurückgibt. Als Preis für den Verzicht des Kaisers auf die Investitur von Bischöfen sollen alle an geistliche Würdenträger verliehenen Grundherrschaften, Zölle und Münzrechte an den Kaiser zurückfallen.
- 12. Februar: Der Vertrag von Sutri scheitert, weil die weltlichen und geistlichen Fürsten nach der Bekanntgaben nicht zustimmen. Auch in der Stadt Rom kommt es zu Aufruhr. Die bereits in Gang befindliche Krönung muss abgebrochen werden. Daraufhin nimmt Heinrich V. den Papst und mehrere Kardinäle gefangen.
- 22. Februar: Roger Borsa, Herzog von Apulien (* um 1061), stirbt.
- 7. März: Bohemund, Fürst von Tarent, ein Führer des ersten Kreuzzugs, Fürst von Antiochia, stirbt.
- 12. April: Heinrich V. erzwingt seine eigene Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Rom durch den Papst. Der in seiner Hand befindliche Papst Paschalis II. akzeptiert den Vertrag von Ponte Mammolo, der dem Kaiser weitgehende Rechte im Investiturstreit zusichert, und kommt anschließend frei. Heinrich erreicht außerdem die Lösung seines verstorbenen Vaters Heinrich IV. vom päpstlichen Bann.
- 24. Mai: Zerstörung von Lodi Vecchio und Ende des Krieges zwischen Mailand und Lodi.
- 7. August: Der Leichnam Heinrichs IV. wird in die Krypta im Speyerer Dom überführt.
- Wegen der Gefangennahme des Papstes verliert Heinrich stark an Rückhalt in der christlichen Welt.
- Die Almoraviden unter Sir ibn Abi Bakr besetzen Lissabon und Santarém und übernehmen auch die Macht in Saragossa. Heinrich von Burgund, Graf von Portugal, erobert kurz darauf Santarém zurück.
- Schlacht von Shaizar: Sultan Muhammad I Tapar ernennt Mawdud ibn Altuntash, den türkischen Gouverneur (Tatabeg) von Mosul, um eine Seldukle-Expedition gegen die Kreuzfahrer zu leiten. Die zusammengesetzte Truppe umfasst muslimische Kontingente aus Damaskus, Diyarbakir, Ahlat und einigen persischen Truppen, angeführt von Bursuq ibn Bursuq aus Hamadan. Die Kreuzfahrer (16.000 Männer), angeführt von König Baldwin I. von Jerusalem, sind von ihren Vorräten abgeschnitten, und innerhalb von zwei Wochen (aufgrund ständiger Seldschuken) gezwungen, auf Afamiya in Nordsyrien zurückzufallen.
- Winter – Kreuzritter, angeführt von Baldwin I, belagern Tyre, ohne Unterstützungsflotte. Während der Belagerung der Stadt kommt eine byzantinische Botschaft im Kreuzfahrerlager an. Die Byzantiner versuchen, Baldwin zu überzeugen, sich einer Koalition gegen Tancred, den italienisch-normannischen Fürsten von Galiläa, anzuschließen, aber er weigert sich.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom machen 1111 kaum sichtbare Fortschritte. Zwar ist der Grundriss des Kirchenschiffs nun deutlich erkennbar, und die Steinmetze, die direkt vor Ort die Steine zuschlagen, bringen die Anwohner bereits jetzt um den Verstand, aber es wird sicher noch eine ganze Weile dauern bis hier der erste Gottesdienst abgehalten werden kann.
Immer wieder hört man von einem kleinen, blutsaugenden Kobold der in der Stadt des Nachts sein Unwesen treiben soll. In Broglio soll er an den Schweinen geknabbert haben und in Domus gar an einem Menschen! Außer den kleinsten Genuesen scheint sich dafür aber aktuell noch niemand so wirklich zu interessieren. Fragt man bei der Wache, erntet man nur Gespött.
Am Hafen scheint es neue findige Wege für Geschäfte zu geben. Sklavenhändler von außerhalb können nun komplette Schiffsladungen an die Negrori verkaufen und rasch wieder ablegen - um keine Zeit zu verlieren oder teure Liegegebühren zahlen zu müssen. Die Negrori kümmern sich dann um den hiesigen Verkauf. Clever!
Der Heiler Matteo Trevisan zieht aktuell allerlei Unmut auf sich. Offenbar behandelt er in Platealonga als auch im Haus der Heiler kostenlos! Andere Knochenrichter, Heiler und Apotheker mussten bereits mit den Preisen heruntergehen ob dieses ruinösen Wettbewerbs. Die Armen hingegen danken es ihm, konnten sie sich bisher soetwas luxuriöses wie einen Arzt niemals leisten...
Wer sich mal richtig aufschlitzen lassen möchte der kann nach Borgio di Bisagno ins Entermesser kommen! So hört man es dieser Tage immer wieder in Platealonga. Offenbar werden dort, nahe der Söldnerschule, des Nächtens Wettkämpfe abgehalten. Mit Fäusten und mit Messern, wie es heißt. Und wenn man genauer nachhorcht, hört man auch das man dort gar auf die Kämpfe wetten könne! Der Vorteil der Lage so weit abseits: nicht die Stadtwache ist zuständig sondern die Männer des Grafen.... von Castelletto ist es ein ganz schönes Stück dort hinunter. Die Kämpfe gingen auch die ganze Nacht, da die Tore ja eh geschlossen seien! Heidewitzka was für eine Sause!
Die Fieschi sollen neuerdings bewachte "Karawanen" bis hin nach Regensburg und Prag anbieten, so sagt man. Für ein gewisses Entgelt würden sie auch familienfremde Händler mitnehmen und diesen so lukrative Märkte jenseits der Alpen erschließen. Wenn das mal kein Wort ist. Das die Fieschi mit diesen Gebühren nicht nur ihre Kosten wieder hereinbekommen und quasi gratis über die Alpen kommen ist natürlich etwas über das man nicht so gerne spricht...
Stadtpolitik
Neuordnung der genuesischen Regierung!
Mit einem wahren Paukenschlag verabschiedete der Senat die Compagna Communis (mit knapper Mehrheit). Dies löst den gesamten Senat auf und bringt lediglich die amtierenden Konsuln ins neue Consilium (d.h. den Senat).
In Zukunft wird Genua von zwei Kammern regiert, nicht wie bisher von lediglich einer. Neben dem Consilium, in welchem alle ehemaligen Konsule sowie die illustren Bürger Genuas einen Platz haben, wird das Parlamento (d.h. das Parlament) von allen männlichen Bürgern zwischen 16 und 70 Jahren besetzt. Es ist also zu jedem Zeitpunkt mehrere hundert Mann groß.
Dieses Parlament wählt eine variable Anzahl von Konsuln, die dann ein Jahr regieren. Unter den Aufgaben der Konsuln sind unter anderem das Kommando der Flotten, der Armee und die Einberufung des Parlaments. Allerdings konnte nur das Consilium den Aufruf zu den Waffen der Bürger arrangieren.
Das Consilium erhielt außerdem ein Vetorecht bei konsularischen Entscheidungen. Im Inneren des Consiliums gibt es nun den Consiglio di Credenza, als eine Art inneren Geheimrat. Dessen Mitglieder werden Silenziari genannt. Diese stimmen über die Themen ab, die geheim gehalten werden sollen, wie etwa die Gelder die dem Heiligen Stuhl für seine Unterstützung gegeben werden usw.
Bei all dem übt der Bischof nur eine beobachtende Funktion aus, wird aber über alle laufenden Aktivitäten des Senats auf dem laufenden gehalten.
Eine weitere, kaum weniger wichtige Reform, war die Stärkung des Stadtgerichts in Clavicula. So wurde die Finanzverwaltung acht Placitis (d.h. Richtern) unterstellt, die die Schlüssel zum Finanzministerium besitzen.
Die Placitis, verwalteten das Recht nach drei gesetzgeberischen Elementen: Brauch, Kurz- und Gesetz, d. h. die römisch-byzantinischen Normen des gemeinsamen Lebens (das Zivilgesetzbuch), die spezifischen rechtlichen Themen (mit Aufmerksamkeit für neue Urteile, genau wie heute) und die kriminellen und öffentlichen Sicherheitsfragen.
Als letztes wird das Amt der Consul de' placiti erschaffen welche ein Büro im Bischofskastell erhalten. Diese acht Amtsträger können Bürger zum Militärdienst einberufen und öffentliche Urteile, einschließlich der Fahnenflucht, vollstrecken. Ebenso sollen sie die Bürger vor Bränden warnen.
Auch der erst kürzlich gewählte Sindaco di genova muss seinen Posten räumen. An seine Stelle tritt der Consoli welcher gesetzgebende, richterliche und ausführende Gewalt auf sich vereint. Er wird von den großen Familien Genuas gewählt. Als erster Consoli Genuas wurde nach kaum vorstellbaren Verhandlungen, Drohungen, Bestechungen, Abmachungen, arrangierten Ehen und politischen Morden jemand gewählt mit dem alle zähneknirschend leben können: Santino Maneciano, Großhändler, Cousin der Arduinici und recht unbescholtenes Blatt.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 9. Februar: In Sutri führen König Heinrich V. und Papst Paschalis II. geheime Verhandlungen zur Beendigung des Investiturstreits. Beide einigen sich auf die iuramentum Sutrinum genannte radikale Lösung. Der Vergleich von Sutri sieht vor, dass der deutsche König auf das Investiturrecht verzichtet und im Gegenzug Paschalis II. Heinrich V. zum Kaiser krönt und die Regalien zurückgibt. Als Preis für den Verzicht des Kaisers auf die Investitur von Bischöfen sollen alle an geistliche Würdenträger verliehenen Grundherrschaften, Zölle und Münzrechte an den Kaiser zurückfallen.
- 12. Februar: Der Vertrag von Sutri scheitert, weil die weltlichen und geistlichen Fürsten nach der Bekanntgaben nicht zustimmen. Auch in der Stadt Rom kommt es zu Aufruhr. Die bereits in Gang befindliche Krönung muss abgebrochen werden. Daraufhin nimmt Heinrich V. den Papst und mehrere Kardinäle gefangen.
- 22. Februar: Roger Borsa, Herzog von Apulien (* um 1061), stirbt.
- 7. März: Bohemund, Fürst von Tarent, ein Führer des ersten Kreuzzugs, Fürst von Antiochia, stirbt.
- 12. April: Heinrich V. erzwingt seine eigene Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Rom durch den Papst. Der in seiner Hand befindliche Papst Paschalis II. akzeptiert den Vertrag von Ponte Mammolo, der dem Kaiser weitgehende Rechte im Investiturstreit zusichert, und kommt anschließend frei. Heinrich erreicht außerdem die Lösung seines verstorbenen Vaters Heinrich IV. vom päpstlichen Bann.
- 24. Mai: Zerstörung von Lodi Vecchio und Ende des Krieges zwischen Mailand und Lodi.
- 7. August: Der Leichnam Heinrichs IV. wird in die Krypta im Speyerer Dom überführt.
- Wegen der Gefangennahme des Papstes verliert Heinrich stark an Rückhalt in der christlichen Welt.
- Die Almoraviden unter Sir ibn Abi Bakr besetzen Lissabon und Santarém und übernehmen auch die Macht in Saragossa. Heinrich von Burgund, Graf von Portugal, erobert kurz darauf Santarém zurück.
- Schlacht von Shaizar: Sultan Muhammad I Tapar ernennt Mawdud ibn Altuntash, den türkischen Gouverneur (Tatabeg) von Mosul, um eine Seldukle-Expedition gegen die Kreuzfahrer zu leiten. Die zusammengesetzte Truppe umfasst muslimische Kontingente aus Damaskus, Diyarbakir, Ahlat und einigen persischen Truppen, angeführt von Bursuq ibn Bursuq aus Hamadan. Die Kreuzfahrer (16.000 Männer), angeführt von König Baldwin I. von Jerusalem, sind von ihren Vorräten abgeschnitten, und innerhalb von zwei Wochen (aufgrund ständiger Seldschuken) gezwungen, auf Afamiya in Nordsyrien zurückzufallen.
- Winter – Kreuzritter, angeführt von Baldwin I, belagern Tyre, ohne Unterstützungsflotte. Während der Belagerung der Stadt kommt eine byzantinische Botschaft im Kreuzfahrerlager an. Die Byzantiner versuchen, Baldwin zu überzeugen, sich einer Koalition gegen Tancred, den italienisch-normannischen Fürsten von Galiläa, anzuschließen, aber er weigert sich.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1112 (April‘25)
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom machen 1112 kaum sichtbare Fortschritte. Zwar liegen nun die ersten Steine, aber mehr als eine mannshohe Mauer gibt es bisher nicht. Die Steinmetze, die direkt vor Ort die Steine zuschlagen, bringen die Anwohner weiterhin um den Verstand.
Der Heiler Matteo Trevisan scheint, nach dem letztjährigen Unmut über seine kostenlosen Dienste, zurückzurudern und nimmt nun Gebühren wie alle anderen auch. Zwar sind seine Sätze nach wie vor recht niedrig und an manchen Tagen behandelt er die Armen gar umsonst, aber es kommt etwas Ruhe in die Diskussion.
Wilderer machen den Verwalter des Grafen in Castelletto immer unruhiger. Zwar habe das schließen der Tore bei Nacht schon etwas geholfen, aber nach wie vor gibt es in den Wäldern des Grafen eine erhebliche Anzahl von Wilddieben. Zur Abschreckung dieser lasse man nun südlich von Castelletto auf einem kleinen Hügel einen Galgen errichten, an dem man jeden gefassten Wilddieb aufknüpfen werde. Auch diejenigen die bisher lediglich eingekerkert seien!
Der einige Jahre etwas nachgelassene Trend der Geschlechtertürme scheint wieder in Mode zu kommen lassen doch aktuell gleich vier angesehene Bürger Genuas einen solchen für sich und ihre Familie errichten, neben den bestehenden in Mascharana und Ravecca nun auch in Platealonga. Die recht teuren Bauten werden offenbar aus den Einnahmen durch Kreuzfahrer und Pilger ins heilige Land bezahlt.
Neben den bestehenden sechs großen und immer reicher werdenden Familien gibt es aber auch weitere Genuesen, wie die Familie Carmandino, die in sehr kurzer Zeit zu einem erheblichen Reichtum gelangt sind. Noch gibt es keine nennenswerten Konflikte mit den anderen Familien, einfach weil so viel Geld auf einmal reinkommt das alle zufrieden sind, aber wer weiß was die Zukunft bringt?
Stadtpolitik
Das erste Jahr der Compagna Communis endet. Hier und dort gab es noch Schwierigkeiten bei der Neuordnung der Stadtregierung, aber alles in allem ging es recht glatt über die Bühne. Die erste Wahl des Parlamentos über neue Konsuln für das Jahr 1113 wurde erfolgreich im genuesischen Dom in Burgus abgehalten - in Ermangelung größerer Örtlichkeiten. Zeitgleich bildete der neue Senat seine geheime, innere Kammer - den Consiglio di Credenza oder Geheimrat - und hielt auch hier seine ersten Sitzungen ab.
Auch die acht Placitis (d.h. Richtern) im Stadtgericht in Clavicula wurden ernannt bzw. bestätigt und nahmen ihre Arbeit auf. Die Stadtverwaltung machte außerdem den bisherigen Scharfrichter zum echten Henker und besoldete ihn aus der Stadtkasse. Auch die acht Consul de' placiti (im Volksmund auch Cintraco genannt) wurden ernannt und bezogen ihre Räumlichkeiten im Bischofskastell.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
1112
- Aragonien erobert Huesca. Im Gegenzug verwüsten die Almoraviden das Land und erreichen die Pyrenäen.
- Balduin I., König von Jerusalem, belagert erfolglos Tyros.
- 12. Dezember: Tankred von Tarent, Unterführer des Ersten Kreuzzugs, Regent von Betlehem, Fürst von Galiläa, Regent des Fürstentums Antiochia und Regent der Grafschaft Edessa, stirbt.
- Dezember: Ghibelin von Arles stirbt in Jerusalem. Sein Nachfolger als Lateinischer Patriarch von Jerusalem wird Arnulf von Chocques, der jedoch nicht unumstritten ist. Das Amt des Erzbischofs von Arles bleibt bis 1115 vakant.
Süditalien 1112:

Die Bauarbeiten am genuesischen Dom machen 1112 kaum sichtbare Fortschritte. Zwar liegen nun die ersten Steine, aber mehr als eine mannshohe Mauer gibt es bisher nicht. Die Steinmetze, die direkt vor Ort die Steine zuschlagen, bringen die Anwohner weiterhin um den Verstand.
Der Heiler Matteo Trevisan scheint, nach dem letztjährigen Unmut über seine kostenlosen Dienste, zurückzurudern und nimmt nun Gebühren wie alle anderen auch. Zwar sind seine Sätze nach wie vor recht niedrig und an manchen Tagen behandelt er die Armen gar umsonst, aber es kommt etwas Ruhe in die Diskussion.
Wilderer machen den Verwalter des Grafen in Castelletto immer unruhiger. Zwar habe das schließen der Tore bei Nacht schon etwas geholfen, aber nach wie vor gibt es in den Wäldern des Grafen eine erhebliche Anzahl von Wilddieben. Zur Abschreckung dieser lasse man nun südlich von Castelletto auf einem kleinen Hügel einen Galgen errichten, an dem man jeden gefassten Wilddieb aufknüpfen werde. Auch diejenigen die bisher lediglich eingekerkert seien!
Der einige Jahre etwas nachgelassene Trend der Geschlechtertürme scheint wieder in Mode zu kommen lassen doch aktuell gleich vier angesehene Bürger Genuas einen solchen für sich und ihre Familie errichten, neben den bestehenden in Mascharana und Ravecca nun auch in Platealonga. Die recht teuren Bauten werden offenbar aus den Einnahmen durch Kreuzfahrer und Pilger ins heilige Land bezahlt.
Neben den bestehenden sechs großen und immer reicher werdenden Familien gibt es aber auch weitere Genuesen, wie die Familie Carmandino, die in sehr kurzer Zeit zu einem erheblichen Reichtum gelangt sind. Noch gibt es keine nennenswerten Konflikte mit den anderen Familien, einfach weil so viel Geld auf einmal reinkommt das alle zufrieden sind, aber wer weiß was die Zukunft bringt?
Stadtpolitik
Das erste Jahr der Compagna Communis endet. Hier und dort gab es noch Schwierigkeiten bei der Neuordnung der Stadtregierung, aber alles in allem ging es recht glatt über die Bühne. Die erste Wahl des Parlamentos über neue Konsuln für das Jahr 1113 wurde erfolgreich im genuesischen Dom in Burgus abgehalten - in Ermangelung größerer Örtlichkeiten. Zeitgleich bildete der neue Senat seine geheime, innere Kammer - den Consiglio di Credenza oder Geheimrat - und hielt auch hier seine ersten Sitzungen ab.
Auch die acht Placitis (d.h. Richtern) im Stadtgericht in Clavicula wurden ernannt bzw. bestätigt und nahmen ihre Arbeit auf. Die Stadtverwaltung machte außerdem den bisherigen Scharfrichter zum echten Henker und besoldete ihn aus der Stadtkasse. Auch die acht Consul de' placiti (im Volksmund auch Cintraco genannt) wurden ernannt und bezogen ihre Räumlichkeiten im Bischofskastell.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
1112
- Aragonien erobert Huesca. Im Gegenzug verwüsten die Almoraviden das Land und erreichen die Pyrenäen.
- Balduin I., König von Jerusalem, belagert erfolglos Tyros.
- 12. Dezember: Tankred von Tarent, Unterführer des Ersten Kreuzzugs, Regent von Betlehem, Fürst von Galiläa, Regent des Fürstentums Antiochia und Regent der Grafschaft Edessa, stirbt.
- Dezember: Ghibelin von Arles stirbt in Jerusalem. Sein Nachfolger als Lateinischer Patriarch von Jerusalem wird Arnulf von Chocques, der jedoch nicht unumstritten ist. Das Amt des Erzbischofs von Arles bleibt bis 1115 vakant.
Süditalien 1112:
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1113 (Mai‘25)
In einem raschen Militärschlag gegen die nahegelegene Siedlung Portovenere, überrumpelte die genuesische Marine die dortigen Verteidiger und besetzte im Anschluss die Siedlung. Durch die zurückgelassene Besatzungsstreitmacht besitzt Genua nun seine erste, ligurische Kolonie und baut seinen Einfluss im nahen Umfeld aus. Und nicht nur das: Bischof Airaldo Guaracco schaffte es in Rom die Anerkennung als außenpolitische, "ligurische" Stimme für Savona, Nokia und Albenga anerkannt zu werden, womit der Einfluss des genuesischen Bischofs enorm anwächst und Genua mit Abstand zum wichtigsten Bistum in der Erzdiöszese des mailändischen Erzbischofs macht.
In den Wirren um Kreuzzüge, explosiven, plötzlichen Wohlstand, Systemwechsel und nun auch noch militärischer Expansion im nahen Umland ein wenig untergegangen, hört man in den letzten Jahren immer wieder die Namen der Malocelli, Guerci, Usodimare, De Mari, Porcelli, Isola , Carmandino, Pevere und Avvocati als die "neuen" Familien, welche aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen, wie die Malocelli, die sich von den Spinola abgetrennt und selbstständig gemacht haben oder den Usodimare sich aus dem Zusammenschluss drei kleinerer Familien, den Brambillas, den Taglierinas und den Serpicos, gebildet haben oder auch dem seltsamen, eher wirtschaftlichen Konstrukt der Avvocati-"Familie" die sich aus den Geldverleihern der Stadt gebildet haben und sogar Juden in ihren Reihen aufgenommen haben. Auch dieser enorme Zuwachs an "neuen Reichen" zeigt wieviel Geld aktuell in die Stadt fließt und wie gut die Geschäfte für alle laufen. So gut, das die bisher regierenden großen sechs Familien zu sehr damit beschäftigt waren mit beiden Händen Geld zu scheffeln, als auf neue Konkurrenten aufzupassen.
Die Fieschi haben offenbar eine neue Überlandroute zum Import slawischer Sklaven entdeckt, die sie aus den deutschen Landen importieren. Es wäre nur eine weitere Gelegenheit reichlich Geld zu verdienen, wenn die Fieschi sich nicht etwas cleveres überlegt hätten: Geldwechsel. Dokumente die man in den Dependancen der Familie in Ligurien und den deutschen Landen gegen echte Münzen eintauschen kann ohne all die schweren Münzen zu schleppen. Zumal Räuber kaum irgendwelche unleserlichen Schriftstücke stehlen werden...
Ein anonymer Heiler hilft kostenlos beim Bau der Kathedrale verwundete Bauarbeiter zu verarzten. Er sei für einen einfachen Knochenrichter zu Gelehrt, wie einige seiner Patienten berichten, er kenne sich sogar mit Krankheiten und Seuchen aus und habe auch den Familien der Arbeiter bereits tatkräftig geholfen.
Auch der Kobold treibt weiter sein Unwesen. Offenbar dieser Tage in Maddalena und Domus, wenn man den Waschweibern vom Astreggi-Brunnen glauben schenken soll. Allerdings verändert sich die Beschreibung dieses so häufig, das die Wache, die Anfangs ein gewisses Interesse an der Sache hatte, langsam eben jenes verliert und wichtigeren Dingen nachgeht.
In Platealonga gab es im späten Herbst eine nächtliche, bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Matrosen der genuesischen Marine und einigen venezianischen Kreuzfahrern, die behaupteten die Genuesen hätten die Jungfrau Maria beleidigt! Beweise dafür gibt es aber offenbar keine, daher ist es wahrscheinlich das diese miesen Venezianer gelogen haben. Arrogantes Pack.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1113 unverändert weiter fort. Ebenso der Bau zahlreicher Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga.
Stadtpolitik
Der handstreichartige, geglückte Überfall der genuesischen Flotte auf Portovenere und die dadurch erlangte Kontrolle über die Siedlung soll sofort gefestigt werden. Neben einer Garnison, möchte man oberhalb der Siedlung eine Burg als Bollwerk errichten und beginnt noch im Winter der Jahres mit dem ersten Transport von Baumaterialien. Sollte der Ort rasch befestigt werden können, könnte er in einem sich anbahnenden Konflikt mit Pisa als wichtiger militärischer Knotenpunkt genutzt werden.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- König Ludwig VI. von Frankreich und König Heinrich I. von England als Herzog der Normandie schließen den Frieden von Gisors. Der Vertrag beendet den Krieg um das Vexin und die Kontrolle der mittleren Seine. Ludwig VI. tritt darin die Oberhoheit über das Herzogtum Maine und die Bretagne ab.
- 15. Januar – Der Orden der Ritter des Hospitals des Heiligen Johannes von Jerusalem (Hospitalritter/Johanniter), der zum Schutz der Pilger im Heiligen Land gegründet wurde, wird durch die päpstliche Bulle (Proklamation) Pie Postulatio Voluntatis von Papst Paschalis II. offiziell anerkannt.
- 28. Juni – Schlacht von Al-Sannabra: Die von Balduin I. angeführten Kreuzfahrer werden (aufgrund einer vorgetäuschten Flucht) von einer seldschukischen Armee unter Mawdud ibn Altuntash, dem türkischen Gouverneur (Atabeg) von Mosul, am Jordan südlich des See Genezareth besiegt. Mawdud schickt plündernde Truppen aus, um das Land zu verwüsten, und plündert die Stadt Nablus.
- Genua erobert die Stadt Portovenere und errichtet dort seinen ersten ligurischen Außenposten. Darüber hinaus erhält es, dank der Intervention Bischof Airaldo Guaraccos, die außenpolitische, "ligurische" Stimme für Savona, Nokia und Albenga und baut damit seine lokale Macht erheblich aus.
- September – König Balduin I. von Jerusalem heiratet Adelaide del Vasto, die reiche Witwe des Grafen Roger I. von Sizilien („Bosso“) in Akko. Sie landet in Begleitung arabischer Soldaten (ihrer persönlichen Leibwache) in Palästina und reist nach Jerusalem. Ihre Ehe ist eine Bigamie, da Balduin rechtlich noch immer mit seiner zweiten Frau Arda von Armenien verheiratet ist.
- 7. September – Die Republik Pisa unterzeichnet einen Vertrag mit Ramon Berengar III. („dem Großen“), Graf von Barcelona. Die pisanische Flotte beginnt einen Feldzug gegen die Mauren auf den Balearen.
- Die Republik Florenz erobert die benachbarte Stadt Montecascioli im Rahmen ihrer Bemühungen, ihre Herrschaft über das Contado auszudehnen.
In einem raschen Militärschlag gegen die nahegelegene Siedlung Portovenere, überrumpelte die genuesische Marine die dortigen Verteidiger und besetzte im Anschluss die Siedlung. Durch die zurückgelassene Besatzungsstreitmacht besitzt Genua nun seine erste, ligurische Kolonie und baut seinen Einfluss im nahen Umfeld aus. Und nicht nur das: Bischof Airaldo Guaracco schaffte es in Rom die Anerkennung als außenpolitische, "ligurische" Stimme für Savona, Nokia und Albenga anerkannt zu werden, womit der Einfluss des genuesischen Bischofs enorm anwächst und Genua mit Abstand zum wichtigsten Bistum in der Erzdiöszese des mailändischen Erzbischofs macht.
In den Wirren um Kreuzzüge, explosiven, plötzlichen Wohlstand, Systemwechsel und nun auch noch militärischer Expansion im nahen Umland ein wenig untergegangen, hört man in den letzten Jahren immer wieder die Namen der Malocelli, Guerci, Usodimare, De Mari, Porcelli, Isola , Carmandino, Pevere und Avvocati als die "neuen" Familien, welche aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen, wie die Malocelli, die sich von den Spinola abgetrennt und selbstständig gemacht haben oder den Usodimare sich aus dem Zusammenschluss drei kleinerer Familien, den Brambillas, den Taglierinas und den Serpicos, gebildet haben oder auch dem seltsamen, eher wirtschaftlichen Konstrukt der Avvocati-"Familie" die sich aus den Geldverleihern der Stadt gebildet haben und sogar Juden in ihren Reihen aufgenommen haben. Auch dieser enorme Zuwachs an "neuen Reichen" zeigt wieviel Geld aktuell in die Stadt fließt und wie gut die Geschäfte für alle laufen. So gut, das die bisher regierenden großen sechs Familien zu sehr damit beschäftigt waren mit beiden Händen Geld zu scheffeln, als auf neue Konkurrenten aufzupassen.
Die Fieschi haben offenbar eine neue Überlandroute zum Import slawischer Sklaven entdeckt, die sie aus den deutschen Landen importieren. Es wäre nur eine weitere Gelegenheit reichlich Geld zu verdienen, wenn die Fieschi sich nicht etwas cleveres überlegt hätten: Geldwechsel. Dokumente die man in den Dependancen der Familie in Ligurien und den deutschen Landen gegen echte Münzen eintauschen kann ohne all die schweren Münzen zu schleppen. Zumal Räuber kaum irgendwelche unleserlichen Schriftstücke stehlen werden...
Ein anonymer Heiler hilft kostenlos beim Bau der Kathedrale verwundete Bauarbeiter zu verarzten. Er sei für einen einfachen Knochenrichter zu Gelehrt, wie einige seiner Patienten berichten, er kenne sich sogar mit Krankheiten und Seuchen aus und habe auch den Familien der Arbeiter bereits tatkräftig geholfen.
Auch der Kobold treibt weiter sein Unwesen. Offenbar dieser Tage in Maddalena und Domus, wenn man den Waschweibern vom Astreggi-Brunnen glauben schenken soll. Allerdings verändert sich die Beschreibung dieses so häufig, das die Wache, die Anfangs ein gewisses Interesse an der Sache hatte, langsam eben jenes verliert und wichtigeren Dingen nachgeht.
In Platealonga gab es im späten Herbst eine nächtliche, bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Matrosen der genuesischen Marine und einigen venezianischen Kreuzfahrern, die behaupteten die Genuesen hätten die Jungfrau Maria beleidigt! Beweise dafür gibt es aber offenbar keine, daher ist es wahrscheinlich das diese miesen Venezianer gelogen haben. Arrogantes Pack.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1113 unverändert weiter fort. Ebenso der Bau zahlreicher Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga.
Stadtpolitik
Der handstreichartige, geglückte Überfall der genuesischen Flotte auf Portovenere und die dadurch erlangte Kontrolle über die Siedlung soll sofort gefestigt werden. Neben einer Garnison, möchte man oberhalb der Siedlung eine Burg als Bollwerk errichten und beginnt noch im Winter der Jahres mit dem ersten Transport von Baumaterialien. Sollte der Ort rasch befestigt werden können, könnte er in einem sich anbahnenden Konflikt mit Pisa als wichtiger militärischer Knotenpunkt genutzt werden.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- König Ludwig VI. von Frankreich und König Heinrich I. von England als Herzog der Normandie schließen den Frieden von Gisors. Der Vertrag beendet den Krieg um das Vexin und die Kontrolle der mittleren Seine. Ludwig VI. tritt darin die Oberhoheit über das Herzogtum Maine und die Bretagne ab.
- 15. Januar – Der Orden der Ritter des Hospitals des Heiligen Johannes von Jerusalem (Hospitalritter/Johanniter), der zum Schutz der Pilger im Heiligen Land gegründet wurde, wird durch die päpstliche Bulle (Proklamation) Pie Postulatio Voluntatis von Papst Paschalis II. offiziell anerkannt.
- 28. Juni – Schlacht von Al-Sannabra: Die von Balduin I. angeführten Kreuzfahrer werden (aufgrund einer vorgetäuschten Flucht) von einer seldschukischen Armee unter Mawdud ibn Altuntash, dem türkischen Gouverneur (Atabeg) von Mosul, am Jordan südlich des See Genezareth besiegt. Mawdud schickt plündernde Truppen aus, um das Land zu verwüsten, und plündert die Stadt Nablus.
- Genua erobert die Stadt Portovenere und errichtet dort seinen ersten ligurischen Außenposten. Darüber hinaus erhält es, dank der Intervention Bischof Airaldo Guaraccos, die außenpolitische, "ligurische" Stimme für Savona, Nokia und Albenga und baut damit seine lokale Macht erheblich aus.
- September – König Balduin I. von Jerusalem heiratet Adelaide del Vasto, die reiche Witwe des Grafen Roger I. von Sizilien („Bosso“) in Akko. Sie landet in Begleitung arabischer Soldaten (ihrer persönlichen Leibwache) in Palästina und reist nach Jerusalem. Ihre Ehe ist eine Bigamie, da Balduin rechtlich noch immer mit seiner zweiten Frau Arda von Armenien verheiratet ist.
- 7. September – Die Republik Pisa unterzeichnet einen Vertrag mit Ramon Berengar III. („dem Großen“), Graf von Barcelona. Die pisanische Flotte beginnt einen Feldzug gegen die Mauren auf den Balearen.
- Die Republik Florenz erobert die benachbarte Stadt Montecascioli im Rahmen ihrer Bemühungen, ihre Herrschaft über das Contado auszudehnen.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1114 (Juni‘25)
In Portovenere wurde mit dem Bau einer Burg begonnen. Mehrere der großen Familien haben Großaufträge für Baumaterial und Handwerker erhalten. Gerüchten zufolge geht es rasch voran, als ob sie Eile hätten. Was geht da vor?
In Maddalena erfährt das Haus der Heiler einen ziemlichen Zustrom an Besuchern. Es gibt "Geheimtipps" die über die Uhrzeit ausgetauscht werden, an der man gar einen wahren Wunderheiler zu Gesicht bekommen könne. Er habe unheilbare Krankheiten geheilt und Krüppel zu strammen Matrosen gemacht, erzählt man! Kein Wunder das mehr und mehr Patienten bis tief in die Nacht vor dem Haus Schlange stünden.
Die Übergriffe von Kreuzfahrern auf genuesische Juden nimmt rasant zu. Schon zweimal wurden in den letzten Monaten Juden erschlagen aufgefunden. Die Geldwechsler am Hafen - nicht alles Juden, aber dennoch unter Generalverdacht - leisten sich seitdem eine auffällig große Truppe an breitschultrigen Mitarbeitern...
Obacht! Wie auch in Venedig, Amalfi und anderen Nachschubzentren der Kreuzzügler, aber auch in Städten weiter im Inland, breitet sich eine neue Krankheit in rasantem Tempo vor allem unter den Rückkehrern aus dem heiligen Land aus. Auch in Genua scheinen einige Tavernen am Hafen betroffen zu sein! Die - aufgrund des Auftretens in den Siechhäusern des Lazarusordens - auch Lazarus-Krankheit, Mieselsucht oder schlichtweg "Aussatz" bezeichnete Krankheit ist gut erkennbar, gibt sie doch Flecken auf der Haut und teilweise offene Stellen, bildet Geschwüre, Infektionen und sogar Verstümmelungen.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1114 unverändert weiter fort. Ebenso der Bau zahlreicher Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga.
Stadtpolitik
Erster größerer Machtkampf im Senat. Der erste Consoli Genuas, Santino Maneciano, übernimmt die Handelsprivilegien im östlichen Mittelmeerraum für die Stadt - und irgendwie auch für sich, ganz zum Ärgernis der bisherigen Privilegienträgern. Das wird sicher noch ein Nachspiel haben.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 7. Januar: Kaiser Heinrich V. heiratet Matilda (oder Maude), die 11-jährige Tochter von König Heinrich I. von England, in Worms. Nach der Heirat kommt ein politischer Konflikt im Heiligen Römischen Reich auf, der dadurch ausgelöst wurde, das Heinrich den Kanzler Adalbert und verschiedene andere deutsche Fürsten verhaftet.
- 5. August/3. September: Ein großes Heer der Almoraviden unter Muhammad ibn al-Hadsch von Saragossa und Muhammad ibn Aischa von Valencia fällt in Katalonien ein. Die Mauren geraten in einen Hinterhalt und werden in der Schlacht von Martorell in die Flucht geschlagen.
- Graf Ramon Berengar III (der Große) von Barcelona schließt sich der Expedition zu den Balearen an. Eine pisanisch-katalanische Flotte (etwa 450 Schiffe), unterstützt von einer großen Armee, erobert Ibiza und Mallorca. Sie zerstören die Basen auf den Inseln, die von maurischen Piraten benutzt werden, um die mediterrane Schifffahrt zu stören.
- Der Orden der Chorherren vom Heiligen Grab wird in Jerusalem gegründet.
- 29. November: Ein großes Erdbeben beschädigt die Reiche der Kreuzfahrer im Nahen Osten. Von Antiochien und Mamistra bis Marash und Edessa werden Städte von den Beben getroffen.
In Portovenere wurde mit dem Bau einer Burg begonnen. Mehrere der großen Familien haben Großaufträge für Baumaterial und Handwerker erhalten. Gerüchten zufolge geht es rasch voran, als ob sie Eile hätten. Was geht da vor?
In Maddalena erfährt das Haus der Heiler einen ziemlichen Zustrom an Besuchern. Es gibt "Geheimtipps" die über die Uhrzeit ausgetauscht werden, an der man gar einen wahren Wunderheiler zu Gesicht bekommen könne. Er habe unheilbare Krankheiten geheilt und Krüppel zu strammen Matrosen gemacht, erzählt man! Kein Wunder das mehr und mehr Patienten bis tief in die Nacht vor dem Haus Schlange stünden.
Die Übergriffe von Kreuzfahrern auf genuesische Juden nimmt rasant zu. Schon zweimal wurden in den letzten Monaten Juden erschlagen aufgefunden. Die Geldwechsler am Hafen - nicht alles Juden, aber dennoch unter Generalverdacht - leisten sich seitdem eine auffällig große Truppe an breitschultrigen Mitarbeitern...
Obacht! Wie auch in Venedig, Amalfi und anderen Nachschubzentren der Kreuzzügler, aber auch in Städten weiter im Inland, breitet sich eine neue Krankheit in rasantem Tempo vor allem unter den Rückkehrern aus dem heiligen Land aus. Auch in Genua scheinen einige Tavernen am Hafen betroffen zu sein! Die - aufgrund des Auftretens in den Siechhäusern des Lazarusordens - auch Lazarus-Krankheit, Mieselsucht oder schlichtweg "Aussatz" bezeichnete Krankheit ist gut erkennbar, gibt sie doch Flecken auf der Haut und teilweise offene Stellen, bildet Geschwüre, Infektionen und sogar Verstümmelungen.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1114 unverändert weiter fort. Ebenso der Bau zahlreicher Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga.
Stadtpolitik
Erster größerer Machtkampf im Senat. Der erste Consoli Genuas, Santino Maneciano, übernimmt die Handelsprivilegien im östlichen Mittelmeerraum für die Stadt - und irgendwie auch für sich, ganz zum Ärgernis der bisherigen Privilegienträgern. Das wird sicher noch ein Nachspiel haben.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 7. Januar: Kaiser Heinrich V. heiratet Matilda (oder Maude), die 11-jährige Tochter von König Heinrich I. von England, in Worms. Nach der Heirat kommt ein politischer Konflikt im Heiligen Römischen Reich auf, der dadurch ausgelöst wurde, das Heinrich den Kanzler Adalbert und verschiedene andere deutsche Fürsten verhaftet.
- 5. August/3. September: Ein großes Heer der Almoraviden unter Muhammad ibn al-Hadsch von Saragossa und Muhammad ibn Aischa von Valencia fällt in Katalonien ein. Die Mauren geraten in einen Hinterhalt und werden in der Schlacht von Martorell in die Flucht geschlagen.
- Graf Ramon Berengar III (der Große) von Barcelona schließt sich der Expedition zu den Balearen an. Eine pisanisch-katalanische Flotte (etwa 450 Schiffe), unterstützt von einer großen Armee, erobert Ibiza und Mallorca. Sie zerstören die Basen auf den Inseln, die von maurischen Piraten benutzt werden, um die mediterrane Schifffahrt zu stören.
- Der Orden der Chorherren vom Heiligen Grab wird in Jerusalem gegründet.
- 29. November: Ein großes Erdbeben beschädigt die Reiche der Kreuzfahrer im Nahen Osten. Von Antiochien und Mamistra bis Marash und Edessa werden Städte von den Beben getroffen.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1115 (Juli‘25)
Die Geschäfte laufen glänzend. Auch von außerhalb strömen immer mehr Händler in die Stadt. Teilweise um zu bleiben, teilweise um den wachsenden Markt zu nutzen, der sich dieser Tage den Piazza Lunga hinauf bis hin nach Nord zieht. Aber auch ausländische Händler die eine permanente Dependance in Platealonga errichten wollen kommen immer mehr, durchstreifen die Tavernen des Hafens nach interessierten Geschäftspartner und dem Verdacht auf reiche Beute.
Die an den "Kreuzfahrerseuchen" leidenden Kranken werden, aufgrund der Ansteckungsgefahr, vielerorts vertrieben - häufig gar mit Gewalt. Auch im Senat macht sich der Unmut breit und ein Gesetz wird vorbereitet das sie vor die Tore der Stadt verbannen soll. Um die guten Bürger Genuas zu schützen! Denn tatsächlich: die Zahl derjenigen mit großen schwarzen Flecken auf der Haut ist stark gestiegen...
Im "La Sciabola" in Borgio di Bisagno sorgt ein neuer Kämpfer für Aufsehen der an den blutigen Wettkämpfen der dortigen Söldner mit dem Kreuz auf dem Mantel teilnimmt. Offenbar versucht er Männer für den heiligen Krieg zu gewinnen. Eigenartig das es ihn daher in solch ein Drecksloch verschlagen hat!
In Platealonga scheinen im Getümmel zwischen Kreuzfahrern, Händlern, muslimischen Sklaven, Kranken, Bettlern, Geldverleihern und sogar Einheimischen auch gutmütige Menschen unterwegs zu sein. Immer wieder hört man dieser Tage von nicht-kirchlichen Armenspeisungen. Von Privatpersonen organisiert! Wenn das mal keine Nächstenliebe ist. Die Kirche reagiert sofort und bietet ihre Räumlichkeiten zur Unterstützung dieser noblen Tat an.
Platealonga ist dieser Tage (und Nächte) wirklich Brennpunkt der Aktivitäten. Bersten die Tavernen vor Kunden, verlängern sich die Öffnungszeiten immer weiter in die Nacht hinein, ziehen auch die Händler sowie die Hafenkommadantur nach. Um eine höhere Auslastung der bestehenden Kais zu gewährleisten werden nun sogar Nachts die Schiffe entladen! Die leeren Schiffe können dann rasch ablegen und vor der Stadt vor Ankern gehen, beispielsweise in der Bucht vor Quinto. Ein cleveres Geschäftsmodell hat sich der Senat da einfallen lassen!
Der wachsende nächtliche Trubel in Platealonga zieht natürlich auch Schauspieler, Tänzer, Sänger und anderes kulturelles Pack an. So hört man dieser Tage immer wieder von einer wild tanzenden Schönheit die die Tavernenbesitzer dieser Nächte reich macht! Die ersten scheinen gar von sich aus nach ihr Ausschau zu halten um sie in ihre Gaststätte zu locken und sie nicht an die Konkurrenz zu verlieren!
Die Übergriffe von Kreuzfahrern auf genuesische Juden nehmen weiter zu. Gab es Ende des Jahres sogar erneut eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen einem Geldverleiher und Pilgern die mit einem erschlagenen Pilger endete. Die Kirche hat daraufhin sofort beim Sena protestiert, der versichert hat die Stadtwache Platealongas aufzustocken. Aber ob das reicht...
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1115 unverändert fort. Die Außenmauern stehen mittlerweile und ragen weit über alle umstehenden Gebäude hinaus. Aktuell finden vor allem die Arbeiten am Kirchturm und am Dach der Kathedrale statt. Auch der weitere Bauboom, vor allem derjenige der Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga läuft ungebremst weiter. Mittlerweile gibt es bereits mehr als ein dutzend fertiggestellt und ein weiteres dutzend welches sich im Bau befindet.
Stadtpolitik
- Die Manecianos und Carmandinos beginnen ihren intensiven Handelskonflikt auf den Senat auszuweiten, nach der Übernahme der Handeslprivilegien im vergangenen Jahr, gibt es zahlreiche Vorstösse der Carmandinos, in der Zollpolitik der Stadt. Viele davon finden auch bei den Älteren Familien positiven Anklang.
- Mit dem Tod der mächtigen Markgräfin Matilda von Canossa aus der Toskana und damit auch dem Ende ihrer Kontrolle über die Region Ligurien bieten sich Genua neue Möglichkeiten der Expansion. Das hat auch der Senat bereits erkannt und stockt bereits die Streitkräfte der Stadt auf.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 11. Februar: Die noch im Sachsenkrieg Heinrichs IV. wurzelnde Schlacht am Welfesholz zwischen Kaiser Heinrich V. und der sächsischen Fürstenopposition endet mit einem Sieg der Aufständischen unter Lothar von Süpplingenburg. Heinrichs Feldmarschall Hoyer I. von Mansfeld kommt in der Schlacht ums Leben. Der Kaiser verliert als Folge für den Rest seiner Regierungszeit jeglichen Einfluss in Sachsen. Der oppositionelle sächsische Bischof Reinhard von Blankenburg verweigert den gefallenen Feinden ein christliches Begräbnis.
- 24. Juli: Nach dem Tod der Mathilde von Canossa rebelliert das Volk von Florenz gegen die Markgrafschaft Toskana und gründet die Republik Florenz.
- 14. September: Die Kreuzfahrer unter Prinz Roger von Salerno überraschen und schlagen die seldschukische Armee (etwa 8.000 Mann), angeführt von Emir Bursuq ibn Bursuq, in Sarmin (modernes Syrien). Bursuq vermeidet knapp seine Gefangennahme und entkommt mit ein paar hundert Reitern. Roger besetzt die Festung Kafartab und konsolidiert sein Gebiet um Antiochien.
- Die Grafen von Scheyern verlegen ihren Sitz von Scheyern nach Burg Wittelsbach und heißen von nun an „Wittelsbacher“.
- Arnulf von Chocques wird eine sexuelle Beziehungen zu einer muslimischen Frau vorgeworfen. Er wird kurz darauf von seiner Position als Patriarch von Jerusalem entfernt.
- Der Gouverneur von Saragossa, Abu Bakr ibn Ibrahim ibn Tifilwit, belagert 20 Tage lang Barcelona. Die Mauren ziehen sich zurück, nachdem Graf Raimund Berengar III. aus Mallorca zurückkehrt. Die Flotte der Almoraviden erobert daraufhin die Balearen von den Pisanern wieder zurück. Der Gouverneur von Granada, Mazdali ibn Tilankan, stirbt im Kampf.
Die Geschäfte laufen glänzend. Auch von außerhalb strömen immer mehr Händler in die Stadt. Teilweise um zu bleiben, teilweise um den wachsenden Markt zu nutzen, der sich dieser Tage den Piazza Lunga hinauf bis hin nach Nord zieht. Aber auch ausländische Händler die eine permanente Dependance in Platealonga errichten wollen kommen immer mehr, durchstreifen die Tavernen des Hafens nach interessierten Geschäftspartner und dem Verdacht auf reiche Beute.
Die an den "Kreuzfahrerseuchen" leidenden Kranken werden, aufgrund der Ansteckungsgefahr, vielerorts vertrieben - häufig gar mit Gewalt. Auch im Senat macht sich der Unmut breit und ein Gesetz wird vorbereitet das sie vor die Tore der Stadt verbannen soll. Um die guten Bürger Genuas zu schützen! Denn tatsächlich: die Zahl derjenigen mit großen schwarzen Flecken auf der Haut ist stark gestiegen...
Im "La Sciabola" in Borgio di Bisagno sorgt ein neuer Kämpfer für Aufsehen der an den blutigen Wettkämpfen der dortigen Söldner mit dem Kreuz auf dem Mantel teilnimmt. Offenbar versucht er Männer für den heiligen Krieg zu gewinnen. Eigenartig das es ihn daher in solch ein Drecksloch verschlagen hat!
In Platealonga scheinen im Getümmel zwischen Kreuzfahrern, Händlern, muslimischen Sklaven, Kranken, Bettlern, Geldverleihern und sogar Einheimischen auch gutmütige Menschen unterwegs zu sein. Immer wieder hört man dieser Tage von nicht-kirchlichen Armenspeisungen. Von Privatpersonen organisiert! Wenn das mal keine Nächstenliebe ist. Die Kirche reagiert sofort und bietet ihre Räumlichkeiten zur Unterstützung dieser noblen Tat an.
Platealonga ist dieser Tage (und Nächte) wirklich Brennpunkt der Aktivitäten. Bersten die Tavernen vor Kunden, verlängern sich die Öffnungszeiten immer weiter in die Nacht hinein, ziehen auch die Händler sowie die Hafenkommadantur nach. Um eine höhere Auslastung der bestehenden Kais zu gewährleisten werden nun sogar Nachts die Schiffe entladen! Die leeren Schiffe können dann rasch ablegen und vor der Stadt vor Ankern gehen, beispielsweise in der Bucht vor Quinto. Ein cleveres Geschäftsmodell hat sich der Senat da einfallen lassen!
Der wachsende nächtliche Trubel in Platealonga zieht natürlich auch Schauspieler, Tänzer, Sänger und anderes kulturelles Pack an. So hört man dieser Tage immer wieder von einer wild tanzenden Schönheit die die Tavernenbesitzer dieser Nächte reich macht! Die ersten scheinen gar von sich aus nach ihr Ausschau zu halten um sie in ihre Gaststätte zu locken und sie nicht an die Konkurrenz zu verlieren!
Die Übergriffe von Kreuzfahrern auf genuesische Juden nehmen weiter zu. Gab es Ende des Jahres sogar erneut eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen einem Geldverleiher und Pilgern die mit einem erschlagenen Pilger endete. Die Kirche hat daraufhin sofort beim Sena protestiert, der versichert hat die Stadtwache Platealongas aufzustocken. Aber ob das reicht...
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1115 unverändert fort. Die Außenmauern stehen mittlerweile und ragen weit über alle umstehenden Gebäude hinaus. Aktuell finden vor allem die Arbeiten am Kirchturm und am Dach der Kathedrale statt. Auch der weitere Bauboom, vor allem derjenige der Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga läuft ungebremst weiter. Mittlerweile gibt es bereits mehr als ein dutzend fertiggestellt und ein weiteres dutzend welches sich im Bau befindet.
Stadtpolitik
- Die Manecianos und Carmandinos beginnen ihren intensiven Handelskonflikt auf den Senat auszuweiten, nach der Übernahme der Handeslprivilegien im vergangenen Jahr, gibt es zahlreiche Vorstösse der Carmandinos, in der Zollpolitik der Stadt. Viele davon finden auch bei den Älteren Familien positiven Anklang.
- Mit dem Tod der mächtigen Markgräfin Matilda von Canossa aus der Toskana und damit auch dem Ende ihrer Kontrolle über die Region Ligurien bieten sich Genua neue Möglichkeiten der Expansion. Das hat auch der Senat bereits erkannt und stockt bereits die Streitkräfte der Stadt auf.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 11. Februar: Die noch im Sachsenkrieg Heinrichs IV. wurzelnde Schlacht am Welfesholz zwischen Kaiser Heinrich V. und der sächsischen Fürstenopposition endet mit einem Sieg der Aufständischen unter Lothar von Süpplingenburg. Heinrichs Feldmarschall Hoyer I. von Mansfeld kommt in der Schlacht ums Leben. Der Kaiser verliert als Folge für den Rest seiner Regierungszeit jeglichen Einfluss in Sachsen. Der oppositionelle sächsische Bischof Reinhard von Blankenburg verweigert den gefallenen Feinden ein christliches Begräbnis.
- 24. Juli: Nach dem Tod der Mathilde von Canossa rebelliert das Volk von Florenz gegen die Markgrafschaft Toskana und gründet die Republik Florenz.
- 14. September: Die Kreuzfahrer unter Prinz Roger von Salerno überraschen und schlagen die seldschukische Armee (etwa 8.000 Mann), angeführt von Emir Bursuq ibn Bursuq, in Sarmin (modernes Syrien). Bursuq vermeidet knapp seine Gefangennahme und entkommt mit ein paar hundert Reitern. Roger besetzt die Festung Kafartab und konsolidiert sein Gebiet um Antiochien.
- Die Grafen von Scheyern verlegen ihren Sitz von Scheyern nach Burg Wittelsbach und heißen von nun an „Wittelsbacher“.
- Arnulf von Chocques wird eine sexuelle Beziehungen zu einer muslimischen Frau vorgeworfen. Er wird kurz darauf von seiner Position als Patriarch von Jerusalem entfernt.
- Der Gouverneur von Saragossa, Abu Bakr ibn Ibrahim ibn Tifilwit, belagert 20 Tage lang Barcelona. Die Mauren ziehen sich zurück, nachdem Graf Raimund Berengar III. aus Mallorca zurückkehrt. Die Flotte der Almoraviden erobert daraufhin die Balearen von den Pisanern wieder zurück. Der Gouverneur von Granada, Mazdali ibn Tilankan, stirbt im Kampf.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1116 (August‘25)
Trauerglocken im Bischofskastell! Airaldo Guaracco, Bischof von Genua, stirbt nach einer beinahe 20jährigen Amtszeit. Das Volk, welches an ihm großen Gefallen gefunden hat trauert und begleitet sein Begräbnis zu hunderten, ja zu tausenden. Ein großer Mann ist von uns gegangen. Über seinen Nachfolger wird in Mailand bereits überlegt, vermutlich wird er im Laufe des Jahres die Nachfolge Airaldo Guaraccos antreten.
Im Kloster San Andrea in Staglieno werden seit einiger Zeit Kreuzfahrer kostenlos untergebracht. Gegen etwas Hilfe bei der klösterlichen Arbeit wird Kost und Logis gratis gewährt. So können die Beneditkiner dort ihren Teil zum christlichen Bestreben der vollständigen Eroberung des heiligen Landes tun. Hurra!
Es scheinen zunehmend auch private Personen sich am Hafen um die Obdachlosen zu kümmern. Neben den - nicht kleinlichen - Spenden der Kirchen scheinen auch eine Reihe Händler für etwas Hilfe hier und da Suppe und älteres Gemüse herauszurücken. Eigenartigerweise ist man unter den begünstigten jedoch weiterhin skeptisch. Es sollen einige Bettler auch des Nächtens wie vom Erdboden verschwunden sein...
Auch eine blonde, auffällig vernarbte Frau soll sich unter den nächtlichen Armenspeisungen der Kirche tummeln. Jene die ihrer Einladung folgen schwärmen danach in den höchsten Tönen von ihr. Ihre gezeilten und weisen Worte hätten ihnen die Augen geöffnet! Mamma mia eine wahre Offenbarung!
Erneut Aufruhr im Hafen! Des nächtens soll ein dort liegendes Schiff gar in Flammen aufgegangen sein, auch wenn das Feuer rasch unter Kontrolle gebracht worden scheint. Angeblich gab es vorhergehend eine Keilerei oder gar Messerstecherei. Offenbar erneut mit Toten. Die Stadtwache Platealongas bittet den Senat nun um mehr Männer da die bisherige Truppe den stark gewachsenen Hafen kaum noch unter Kontrolle halten kann.
Erneuter Großauftrag der Stadt Genua für die Werften der Stadt und des Umlandes. 26 See- und kriegstaugliche Galeeren sollen binnen drei Jahren ausgeliefert werden. Eine sportliche Leistung, falls überhaupt zu schaffen. Dennoch klingeln bei den Werftbesitzern die Kassen und frische Arbeitskräfte werden dieser Tage überall - insbesondere in Platealonga und Domus - gesucht.
Das Kloster San Marcellino nahe Burgus hat der Stadt Genua sowie dem Grafen von Mailand angeboten nördlich des Zentralfriedhos nahe Luccoli eine Siechenkolonie für die von der "Kreuzfahrerseuche" betroffenen einzurichten und sich um die Versorgung dieser zu kümmern. Im Gegenzug soll das Gebiet der Siechenkolonie dem Kloster überantwortet sowie Gelder für die Versorgung dieser von der Stadt bereitgestellt werden. Eine Antwort des Grafen hierzu steht noch aus. Währenddessen nimmt auch in den umliegenden Dörfern die Ausbreitung der Seuche rasant zu. Eine Lösung ist dringend gefragt!
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1116 unverändert fort. Es finden nur noch die Arbeiten am Kirchturm statt, der bereits alle umliegenden Gebäude weit überragt. Bei dem derzeitigen Baufortschritt wird im kommenden Jahr (1117) mit dem Abschluss der Arbeiten gerechnet. Angeblich soll bereits der Papst in Rom um eine Weihung gebeten worden sein. Kann das sein? Kommt Paschalis II. nach Genua?
Der weitere Bauboom, vor allem derjenige der Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga läuft ungebremst weiter. Mittlerweile gibt es bereits beinahe zwei dutzend fertiggestellte Türme und ein weiteres dutzend welches sich im Bau befindet.
Stadtpolitik
- Der Senat verdoppelt die Stadtwache in Platealonga, da diese den nächtlichen Entladeprozessen, der Kneipengänger und Kreuzfahrer zahlenmässig nicht mehr Herr werden konnte. Damit ist sie nun bei weitem die größte der Kapitel der Stadtwache.
- Venedig soll eine Flotte von über einhundert Schiffen ausgesandt haben um den Levantehandel unter Kontrolle zu bringen. Durch Unterstützung der Venezianer soll bereits Sidon im heiligen Land erobert werden sein. In Genua macht man sich nun jedoch Sorgen das es zu direkten Konfrontationen mit Venedig kommen könnte, da sie es teilweise offenbar auf die selben Handelswege abgesehen haben die Genua bereits bedient... Im Senat wird viel diskutiert aber noch keine klare Linie zu diesem Thema gefunden.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 5. Oktober – Die Basilika Saccargia auf Sardinien wird geweiht.
- Herbst – Schlacht von Philomelion : Kaiser Alexios I Komnenos von Byzanz schlägt die Seldschuken. Er erzwingt damit einen Friedensvertrag indem sie sich dazu bekennen die Grenzen des byzantinischen Reichs zu wahren.
- Sommer – Kreuzritter unter König Baldwin I. von Jerusalem unternehmen eine Expedition nach Ägypten und marschieren bis nach Akaba am Roten Meer. Nachdem die Einheimischen aus der Stadt geflohen sind, baut Baldwin Burgen in Akaba und auf einer nahe gelegenen Insel. Er hinterlässt eine Garnison in beiden Festungen. Die drei Kreuzfahrerhochburgen – Montréal, Eilat und Graye – sichern die Kontrolle über die Karawanenrouten zwischen Syrien und Ägypten.
- Ramon Berengar III, Graf von Barcelona ("der Große"), segelt nach Rom, um Unterstützung von den italienischen Staaten und eine Lizenz von Papst Paschal II. für seinen Kreuzzug gegen die Mauren in Spanien zu erhalten.
- 15. Juli: Ordelafo Faliero, Doge von Venedig, besiegt ungarische Truppen unter König Stephan II., die gekommen sind, um Zadar zu entlasten; die übrigen Städte Dalmatiens ergeben sich daraufhin Venedig.
- Die Ansiedlung Malamoccos am Lido (Venedig) steht infolge einer außergewöhnlichen Sturmflut unter Wasser.
Trauerglocken im Bischofskastell! Airaldo Guaracco, Bischof von Genua, stirbt nach einer beinahe 20jährigen Amtszeit. Das Volk, welches an ihm großen Gefallen gefunden hat trauert und begleitet sein Begräbnis zu hunderten, ja zu tausenden. Ein großer Mann ist von uns gegangen. Über seinen Nachfolger wird in Mailand bereits überlegt, vermutlich wird er im Laufe des Jahres die Nachfolge Airaldo Guaraccos antreten.
Im Kloster San Andrea in Staglieno werden seit einiger Zeit Kreuzfahrer kostenlos untergebracht. Gegen etwas Hilfe bei der klösterlichen Arbeit wird Kost und Logis gratis gewährt. So können die Beneditkiner dort ihren Teil zum christlichen Bestreben der vollständigen Eroberung des heiligen Landes tun. Hurra!
Es scheinen zunehmend auch private Personen sich am Hafen um die Obdachlosen zu kümmern. Neben den - nicht kleinlichen - Spenden der Kirchen scheinen auch eine Reihe Händler für etwas Hilfe hier und da Suppe und älteres Gemüse herauszurücken. Eigenartigerweise ist man unter den begünstigten jedoch weiterhin skeptisch. Es sollen einige Bettler auch des Nächtens wie vom Erdboden verschwunden sein...
Auch eine blonde, auffällig vernarbte Frau soll sich unter den nächtlichen Armenspeisungen der Kirche tummeln. Jene die ihrer Einladung folgen schwärmen danach in den höchsten Tönen von ihr. Ihre gezeilten und weisen Worte hätten ihnen die Augen geöffnet! Mamma mia eine wahre Offenbarung!
Erneut Aufruhr im Hafen! Des nächtens soll ein dort liegendes Schiff gar in Flammen aufgegangen sein, auch wenn das Feuer rasch unter Kontrolle gebracht worden scheint. Angeblich gab es vorhergehend eine Keilerei oder gar Messerstecherei. Offenbar erneut mit Toten. Die Stadtwache Platealongas bittet den Senat nun um mehr Männer da die bisherige Truppe den stark gewachsenen Hafen kaum noch unter Kontrolle halten kann.
Erneuter Großauftrag der Stadt Genua für die Werften der Stadt und des Umlandes. 26 See- und kriegstaugliche Galeeren sollen binnen drei Jahren ausgeliefert werden. Eine sportliche Leistung, falls überhaupt zu schaffen. Dennoch klingeln bei den Werftbesitzern die Kassen und frische Arbeitskräfte werden dieser Tage überall - insbesondere in Platealonga und Domus - gesucht.
Das Kloster San Marcellino nahe Burgus hat der Stadt Genua sowie dem Grafen von Mailand angeboten nördlich des Zentralfriedhos nahe Luccoli eine Siechenkolonie für die von der "Kreuzfahrerseuche" betroffenen einzurichten und sich um die Versorgung dieser zu kümmern. Im Gegenzug soll das Gebiet der Siechenkolonie dem Kloster überantwortet sowie Gelder für die Versorgung dieser von der Stadt bereitgestellt werden. Eine Antwort des Grafen hierzu steht noch aus. Währenddessen nimmt auch in den umliegenden Dörfern die Ausbreitung der Seuche rasant zu. Eine Lösung ist dringend gefragt!
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1116 unverändert fort. Es finden nur noch die Arbeiten am Kirchturm statt, der bereits alle umliegenden Gebäude weit überragt. Bei dem derzeitigen Baufortschritt wird im kommenden Jahr (1117) mit dem Abschluss der Arbeiten gerechnet. Angeblich soll bereits der Papst in Rom um eine Weihung gebeten worden sein. Kann das sein? Kommt Paschalis II. nach Genua?
Der weitere Bauboom, vor allem derjenige der Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga läuft ungebremst weiter. Mittlerweile gibt es bereits beinahe zwei dutzend fertiggestellte Türme und ein weiteres dutzend welches sich im Bau befindet.
Stadtpolitik
- Der Senat verdoppelt die Stadtwache in Platealonga, da diese den nächtlichen Entladeprozessen, der Kneipengänger und Kreuzfahrer zahlenmässig nicht mehr Herr werden konnte. Damit ist sie nun bei weitem die größte der Kapitel der Stadtwache.
- Venedig soll eine Flotte von über einhundert Schiffen ausgesandt haben um den Levantehandel unter Kontrolle zu bringen. Durch Unterstützung der Venezianer soll bereits Sidon im heiligen Land erobert werden sein. In Genua macht man sich nun jedoch Sorgen das es zu direkten Konfrontationen mit Venedig kommen könnte, da sie es teilweise offenbar auf die selben Handelswege abgesehen haben die Genua bereits bedient... Im Senat wird viel diskutiert aber noch keine klare Linie zu diesem Thema gefunden.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 5. Oktober – Die Basilika Saccargia auf Sardinien wird geweiht.
- Herbst – Schlacht von Philomelion : Kaiser Alexios I Komnenos von Byzanz schlägt die Seldschuken. Er erzwingt damit einen Friedensvertrag indem sie sich dazu bekennen die Grenzen des byzantinischen Reichs zu wahren.
- Sommer – Kreuzritter unter König Baldwin I. von Jerusalem unternehmen eine Expedition nach Ägypten und marschieren bis nach Akaba am Roten Meer. Nachdem die Einheimischen aus der Stadt geflohen sind, baut Baldwin Burgen in Akaba und auf einer nahe gelegenen Insel. Er hinterlässt eine Garnison in beiden Festungen. Die drei Kreuzfahrerhochburgen – Montréal, Eilat und Graye – sichern die Kontrolle über die Karawanenrouten zwischen Syrien und Ägypten.
- Ramon Berengar III, Graf von Barcelona ("der Große"), segelt nach Rom, um Unterstützung von den italienischen Staaten und eine Lizenz von Papst Paschal II. für seinen Kreuzzug gegen die Mauren in Spanien zu erhalten.
- 15. Juli: Ordelafo Faliero, Doge von Venedig, besiegt ungarische Truppen unter König Stephan II., die gekommen sind, um Zadar zu entlasten; die übrigen Städte Dalmatiens ergeben sich daraufhin Venedig.
- Die Ansiedlung Malamoccos am Lido (Venedig) steht infolge einer außergewöhnlichen Sturmflut unter Wasser.
- Il Canzoniere
- Erzähler
- Beiträge: 9782
- Registriert: Fr 22. Jan 2016, 20:22
Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1117 (September ‘25)
Otto I. der neue Bischof von Genua, erreicht die Stadt Mitte des Jahres. Der ehemalige Berater des Erzbischofs von Mailand wird im Volk jedoch mit einer gewissen Skepsis gesehen, heißt es doch er wäre weniger moderat als sein Vorgänger, der überall beliebte Airaldo Guaracco. Dennoch begrüßte der Senat den neuen Bischof mit einem stadtweiten Fest und lädt ihn alsbald zu einer Parlamentssitzung ein.
Bluttat in Platealonga! Offenbar hat eine Gruppe gieriger Straßenhunde sich mit einer Gruppe Straßenkinder um die selben Essensreste geprügelt und die Kinder dabei völlig zerfetzt. Auch die Hunde sind daraufhin von Anwohnern gejagt und erschlagen worden und noch viele mehr. Die Stimmung im Hafen steht zeitweise auf Messers Schneide, als nun eine Horde Betrunkener, aufgestachelter Menschen behauptet, das ein Sarazene daran schuld sei. Mehrere der Sklaven im Hafen wurden daraufhin gelyncht. Erst als die Wachen der großen Familien die Menge auseinantertrieb um ihr Eigentum zu schützen, kehrte wieder etwas Ruhe ein.
Auch das Umland Genuas bekommt etwas vom genuesischen Reichtum ab. In den nahen Dörfern schießen immer mehr Betriebe aus dem Boden, die den kaum zu sättigenden Markt Genuas beliefern und alle wichtigen Handelswege nach Pisa, Mailand, Turin oder ins Frankenreich sind voller Karren und Händler die von Genua kommen oder dorthin gehen. Dies hat unter anderem zufolge das auch neue Gasthäuser im Umland der Stadt eröffnen, wie etwa die Taverne zwischen Quinto und Nervi die sofort einen etwas anrüchigen Ruf wegzuhaben scheint der diese Dörfer bereits in der Vergangenheit immer wieder befleckt hat.
Nun werden sie aber verrückt. In Clavicula wird in den Armenspeisungen nun sogar Fisch verschenkt! Wer genau dahinter steckt wird nicht ganz klar, aber es scheint ebenfalls um die Bekämpfung der Lazaruskrankheit zu gehen, was den häufig begleitenden Aderlass erklärt. Verrückt, sage ich euch!
In Sardinien soll es Streit um einige zentral gelegene Wälder zwischen pisanischen und genuesischen Holzfällern gegeben haben, der in mehrere Wochen andauernde "Holzfällerkriege" ausgeartete worden sein in der es dutzende Tote auf beiden Seiten gab. Sowohl Genua als auch Pisa verlegten daraufhin Söldner auf die Insel um ihre Interessen zu schützen.
Ausgebaut! Das letzte brach liegende Grundstück innerhalb der Mauer (Staglieno) ist bebaut! Die Mauererweiterungskapazität von 1082 ist also bereits heute, nach nur 35 Jahren, völlig ausgenutzt worden. Das sind gute 15 Jahre bevor der Senat damit gerechnet hat. Und es sieht aktuell nicht danach aus als ob das rasante Wachstum der Stadt in jüngster Zeit abebben würde. Sicher werden sich bald schon wieder die ersten Händler, Handwerker und Gemeinden anfangen, außerhalb der alten Mauern in Vorstädten zu siedeln - etwas das man durch die Erweiterung der Mauer eigentlich hatte beenden wollen (und eine Weile auch hatte).
Der Graf von Mailand genehmigte dem Kloster San Marcellino die Errichtung der Siechenkolonie nördlich des Zentralfriedhofs nahe Luccoli und verlangte vom genuesischen Senat eine finanzielle Beteiligung durch regelmäßige, außerordentlich hohe Spenden an das Kloster, sowie Ausgleichszahlungen an den Grafen, da dieser die Landrechte des Gebietes an das Kloster San Marcellino abtritt. Aufgrund mangelnder Alternativen der "Kreuzfahrerseuche" Herr zu werden ist der Senat aktuell gewillt diesen Zahlungen folge zu leisten.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1117 weiter. Es finden noch immer Arbeiten am Kirchturm statt, das Kirchenschiff selbst jedoch kann bereits für Gottesdienste genutzt werden - was es wegen der fehlenden Weihe noch nicht wird. Angeblich berate man im Vatikan aktuell über einen Besuch seiner Eminenz des Papstes in Pisa (die den Bau ihrer Kathedrale jüngst ebenfalls abgeschlossen haben) und Genua. Der Papst besucht Genua? Kann das sein?
Der Bauboom der Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga läuft trotz allem weiter. Mittlerweile gibt es bereits mehr als zwei dutzend fertiggestellte Türme und ein weiteres dutzend welches sich im Bau befindet.
Stadtpolitik
- Der Senat diskutiert über die Einführung einer Gesundheits- und Quarantänepflicht für Schiffe die Sklaven geladen haben. Die Lazaruskrankheit scheint nämlich von eben diesen eingeschleppt worden zu sein. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen, müsse man den Hafen rigoroser kontrollieren, fordern die einen, die anderen wollen den Sklavenmarkt vor die Stadt verlegen, um dem Problem Herr zu werden. Mit dem Grafen werden man sich schon einig. Insbesondere die Familie Negrori scheint innerlich sehr gespalten, ob der beiden Lager.
- Ein gewisser Antonio, Vorarbeiter in Platealonga, fordert im Parlament und auch auf der Straße die Schauerleute Platealongas dazu auf sich zusammen zu tun, um gemeinsam bessere Löhne fordern zu können. Da dies vom Senat jedoch nicht als rechtlich kodifizierte «Compagnia» mit Exklusivrechten anerkannt wird, verbietet das Stadtgericht die illegale Organisation der Hafenarbeiter. Antonio wird dazu aufgefordert die Ordnung der Stadt nicht weiter zu stören.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 3. Januar: Ein schweres Erdbeben ereignet sich bei Verona und sucht Oberitalien heim (ca. 30.000 Tote). Das Erdbeben von Verona beschädigt unter anderem die Arena von Verona schwer, ihre Außenmauer wird teilweise zerstört. Außerhalb von Verona sind nach zeitgenössischen Berichten ein Gebiet von Cividale bis Pavia, nach Süden bis Pisa und nach Norden bis in die Schweiz, nach anderen Quellen bis Frankreich, Lüttich und Böhmen betroffen. Auch in Genua ist es zu spüren, auch wenn nur eine handvoll Menschen von herabfallenden Dachziegeln erschlagen werden.
- Die Republik Genua schließt ein Bündnis mit König Balduin I. von Jerusalem. Im Gegenzug für die Allianz übergibt Balduin Genua einen Teil der Herrschaft über Arsuf, Caesarea und Acre sowie deren Hafen-Einkommen an einige noble Familien Genuas, was die maritime und wirtschaftliche Stärke La Superbas weiter stärkte.
- Balduin I., König von Jerusalem, dringt mit einem Heer gegen die Fatimiden über den Sinai bis zum Nil vor, erobert dort kampflos die Stadt Pelusion und lässt diese zerstören. Nach dem Verzehr lokalen Fischs erkrankt Balduin an einer Fischvergiftung (die ihn zwingt, sich 1118 wieder nach Palästina zurückzuziehen, und an der er noch auf dem Rückzug stirbt).
- Die Amiriden unter Emir Ali ibn Yusuf erobern Coimbra, müssen jedoch bereits einige Tage später die Stadt aufgeben.
Otto I. der neue Bischof von Genua, erreicht die Stadt Mitte des Jahres. Der ehemalige Berater des Erzbischofs von Mailand wird im Volk jedoch mit einer gewissen Skepsis gesehen, heißt es doch er wäre weniger moderat als sein Vorgänger, der überall beliebte Airaldo Guaracco. Dennoch begrüßte der Senat den neuen Bischof mit einem stadtweiten Fest und lädt ihn alsbald zu einer Parlamentssitzung ein.
Bluttat in Platealonga! Offenbar hat eine Gruppe gieriger Straßenhunde sich mit einer Gruppe Straßenkinder um die selben Essensreste geprügelt und die Kinder dabei völlig zerfetzt. Auch die Hunde sind daraufhin von Anwohnern gejagt und erschlagen worden und noch viele mehr. Die Stimmung im Hafen steht zeitweise auf Messers Schneide, als nun eine Horde Betrunkener, aufgestachelter Menschen behauptet, das ein Sarazene daran schuld sei. Mehrere der Sklaven im Hafen wurden daraufhin gelyncht. Erst als die Wachen der großen Familien die Menge auseinantertrieb um ihr Eigentum zu schützen, kehrte wieder etwas Ruhe ein.
Auch das Umland Genuas bekommt etwas vom genuesischen Reichtum ab. In den nahen Dörfern schießen immer mehr Betriebe aus dem Boden, die den kaum zu sättigenden Markt Genuas beliefern und alle wichtigen Handelswege nach Pisa, Mailand, Turin oder ins Frankenreich sind voller Karren und Händler die von Genua kommen oder dorthin gehen. Dies hat unter anderem zufolge das auch neue Gasthäuser im Umland der Stadt eröffnen, wie etwa die Taverne zwischen Quinto und Nervi die sofort einen etwas anrüchigen Ruf wegzuhaben scheint der diese Dörfer bereits in der Vergangenheit immer wieder befleckt hat.
Nun werden sie aber verrückt. In Clavicula wird in den Armenspeisungen nun sogar Fisch verschenkt! Wer genau dahinter steckt wird nicht ganz klar, aber es scheint ebenfalls um die Bekämpfung der Lazaruskrankheit zu gehen, was den häufig begleitenden Aderlass erklärt. Verrückt, sage ich euch!
In Sardinien soll es Streit um einige zentral gelegene Wälder zwischen pisanischen und genuesischen Holzfällern gegeben haben, der in mehrere Wochen andauernde "Holzfällerkriege" ausgeartete worden sein in der es dutzende Tote auf beiden Seiten gab. Sowohl Genua als auch Pisa verlegten daraufhin Söldner auf die Insel um ihre Interessen zu schützen.
Ausgebaut! Das letzte brach liegende Grundstück innerhalb der Mauer (Staglieno) ist bebaut! Die Mauererweiterungskapazität von 1082 ist also bereits heute, nach nur 35 Jahren, völlig ausgenutzt worden. Das sind gute 15 Jahre bevor der Senat damit gerechnet hat. Und es sieht aktuell nicht danach aus als ob das rasante Wachstum der Stadt in jüngster Zeit abebben würde. Sicher werden sich bald schon wieder die ersten Händler, Handwerker und Gemeinden anfangen, außerhalb der alten Mauern in Vorstädten zu siedeln - etwas das man durch die Erweiterung der Mauer eigentlich hatte beenden wollen (und eine Weile auch hatte).
Der Graf von Mailand genehmigte dem Kloster San Marcellino die Errichtung der Siechenkolonie nördlich des Zentralfriedhofs nahe Luccoli und verlangte vom genuesischen Senat eine finanzielle Beteiligung durch regelmäßige, außerordentlich hohe Spenden an das Kloster, sowie Ausgleichszahlungen an den Grafen, da dieser die Landrechte des Gebietes an das Kloster San Marcellino abtritt. Aufgrund mangelnder Alternativen der "Kreuzfahrerseuche" Herr zu werden ist der Senat aktuell gewillt diesen Zahlungen folge zu leisten.
Die Bauarbeiten am genuesischen Dom laufen auch im Jahre 1117 weiter. Es finden noch immer Arbeiten am Kirchturm statt, das Kirchenschiff selbst jedoch kann bereits für Gottesdienste genutzt werden - was es wegen der fehlenden Weihe noch nicht wird. Angeblich berate man im Vatikan aktuell über einen Besuch seiner Eminenz des Papstes in Pisa (die den Bau ihrer Kathedrale jüngst ebenfalls abgeschlossen haben) und Genua. Der Papst besucht Genua? Kann das sein?
Der Bauboom der Geschlechtertürme in Mascharana, Ravecca und im Süden von Platealonga läuft trotz allem weiter. Mittlerweile gibt es bereits mehr als zwei dutzend fertiggestellte Türme und ein weiteres dutzend welches sich im Bau befindet.
Stadtpolitik
- Der Senat diskutiert über die Einführung einer Gesundheits- und Quarantänepflicht für Schiffe die Sklaven geladen haben. Die Lazaruskrankheit scheint nämlich von eben diesen eingeschleppt worden zu sein. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen, müsse man den Hafen rigoroser kontrollieren, fordern die einen, die anderen wollen den Sklavenmarkt vor die Stadt verlegen, um dem Problem Herr zu werden. Mit dem Grafen werden man sich schon einig. Insbesondere die Familie Negrori scheint innerlich sehr gespalten, ob der beiden Lager.
- Ein gewisser Antonio, Vorarbeiter in Platealonga, fordert im Parlament und auch auf der Straße die Schauerleute Platealongas dazu auf sich zusammen zu tun, um gemeinsam bessere Löhne fordern zu können. Da dies vom Senat jedoch nicht als rechtlich kodifizierte «Compagnia» mit Exklusivrechten anerkannt wird, verbietet das Stadtgericht die illegale Organisation der Hafenarbeiter. Antonio wird dazu aufgefordert die Ordnung der Stadt nicht weiter zu stören.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 3. Januar: Ein schweres Erdbeben ereignet sich bei Verona und sucht Oberitalien heim (ca. 30.000 Tote). Das Erdbeben von Verona beschädigt unter anderem die Arena von Verona schwer, ihre Außenmauer wird teilweise zerstört. Außerhalb von Verona sind nach zeitgenössischen Berichten ein Gebiet von Cividale bis Pavia, nach Süden bis Pisa und nach Norden bis in die Schweiz, nach anderen Quellen bis Frankreich, Lüttich und Böhmen betroffen. Auch in Genua ist es zu spüren, auch wenn nur eine handvoll Menschen von herabfallenden Dachziegeln erschlagen werden.
- Die Republik Genua schließt ein Bündnis mit König Balduin I. von Jerusalem. Im Gegenzug für die Allianz übergibt Balduin Genua einen Teil der Herrschaft über Arsuf, Caesarea und Acre sowie deren Hafen-Einkommen an einige noble Familien Genuas, was die maritime und wirtschaftliche Stärke La Superbas weiter stärkte.
- Balduin I., König von Jerusalem, dringt mit einem Heer gegen die Fatimiden über den Sinai bis zum Nil vor, erobert dort kampflos die Stadt Pelusion und lässt diese zerstören. Nach dem Verzehr lokalen Fischs erkrankt Balduin an einer Fischvergiftung (die ihn zwingt, sich 1118 wieder nach Palästina zurückzuziehen, und an der er noch auf dem Rückzug stirbt).
- Die Amiriden unter Emir Ali ibn Yusuf erobern Coimbra, müssen jedoch bereits einige Tage später die Stadt aufgeben.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1118 (Oktober ‘25)
Der Papst ist da! In einer großen Zeremonie mit mehreren tausend Besuchern aus Genua und dem Umland weiht Papst Gelasius II. die noch im Bau befindliche Kathedrale von Genua und tauft sie auf den Namen San Lorenzo. Zukünftige Gottesdienste des Bischofs von Genua (aktuell Otto I) sollen nun hier und nicht mehr in der bisherigen Kathedrale San Siro in Burgus stattfinden. Hier! Mitten in Clavicula. Das wird das Sestieri völlig umkrempeln.
Eigentümliche Todeswelle im Bischofskastell. Noch während des Besuch des Papstes stirbt offenbar der Großteil des Bischofsrats. Offenbar eine neue, tödliche Krankheit steckt hinter dem verscheiden der meisten Mitglieder dieser hohen Institution. Auch der Bischof selbst scheint erkrankt zu sein, hat sich in seine Gemächer zurückgezogen.
Krieg mit Pisa! Nur kurz nach seinen Besuchen in Pisa und Genua gibt der Papst ein Edikt heraus, das Korsika unter Kontrolle der pisanischen Kirche stellt. Die Pisani verlieren danach keine Zeit und erheben Anspuch auf ganz Sardinien und damit auf genuesisches Territorium! Dabei gehören doch Sardinien und Korsika von rechts wegen zu Genua! Diesen pisanischen Hunde schrecken offenbar vor nichts zurück. Bestimmt haben sie auch den letzten Papst auf dem Gewissen.
Erste Seegefechte zwischen der pisanischen und genuesischen Marine enden ausgeglichen, beide Städte werben Söldner an und erhöhen den Sold von Marinesoldaten um weitere Mannschaften ausheben zu können. Beide Städte erheben neue Kriegssteuern um dem gewachsenen Haushaltsaufkommen effektiv entgegenzutreten.
Kriminalität im Hafen! Den Gerüchten in einigen der etwas anrüchigeren Etablissements nach, soll ein Handelshaus im Hafen falsches Gold und gegen echtes Silber tauschen um Profit zu machen. Das falsche Gold soll angeblich aus Venedig stammen und über Sizilien nach Genua gelangen. Auch andere dubiose Dinge sollen dort vorgehen, bis hin zu Ketzerei!
Ausbau der Strata Romana nach Pisa. Offenbar lässt der Graf von Mailand an einigen Stellen Trinkbrunnen für Reisende errichten. Ein erster wurde bereits zwischen Quinto al Mare und Nervi errichtet. Oder sind dies gar militärische Überlegungen die Truppen auf dem Weg nach Pisa versorgt zu halten?
Hoffungsspendende Nachrichten aus einem der Siechenlager außerhalb der Stadt. Angeblich sollen mehrere Leute von der Lazaruskrankheit vollständig genesen sein! Gibt es gar einen Medicus der ein Heilmittel dagegen gefunden hat? Gefährliche Hoffnung keimt auf, während immer mehr Leute erkranken.
Eine zunehmende Anzahl einheimischer Händler, veranstaltet private Armenspeisungen. Neben den kirchlichen Speisungen von den Gemeinden aus wächst offenbar die Zahl derer die ihrer Stadt etwas zurückgeben wollen. Und tatsächlich: die Zahl der Hungernden geht zurück und sogar die schlimmsten Ecken Claviculas wirken dieser Tage weniger lebensgefährlich wie noch vor wenigen Jahren.
Der Bauboom der Geschlechtertürme erreicht nun auch Domus, wo die ersten beiden Gebäude abgerissen wurden, auf dessen Grund zwei Geschlechtertürme entstehen sollen. Einige der fertiggestellten Türme in Mascharana sind vom Meer noch weiter zu sehen als der Leuchtturm am Hafen!
Stadtpolitik
- Ein heiß diskutierter Antrag im Senat, Genua passierende Sklaven (was 95% aller Sklaven entspräche) einen Monat unter Quarantäne zu stellen wird auch in Platealongas Kneipen heftig diskutiert. Die Sklaven aus dem heiligen Land seien für die Lazaruskrankheit verantwortlich und die Slawen schleppen sicher auch nicht nur gutes ein, sagen die einen. Ein solches Nadelöhr wie der genuesische Hafen sei ein Fest für des Teufels Krankheiten! Genuas Wohlstand hänge an diesem Gechäft! Schreien die anderen. Der Aufschwung der letzten Jahre, die neue Kathedrale der Stadt, der Besuch des Papstes hätte alles nicht ohne die Einnahmen aus dem Sklavengeschäft stattgefunden.
- Ein alternativer Antrag über eine Registrierungspflicht für Sklaven, die gegen Gebühr im Rathaus beantragt werden könne, wurde bereits abgelehnt. Die Mehrheit der Händler sieht weitere Regulatorien für unnötig an. Das Geschäft mit den Sklaven ist einfach zu lukrativ.
- Dennoch scheint man im Bischofskastell darüber nachzudenken eine Taufpflicht für Sklaven einzuführen, was die örtlichen Händler recht nervös zu machen scheint.
- Antonio, Anführer der Schauerleute die bessere Löhne fordern, wird vom Stadtgericht zum Pranger verurteilt. Als das nichts hilft,wird er aus der Stadt verbannt. Daraufhin brechen Unruhen im Hafen aus.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 21. Januar: Raniero di Bieda, unter dem Namen Paschalis II. Papst der katholischen Kirche, stirbt.
- 24. Januar: Drei Tage nach dem Tod von Papst Paschalis II. wird Johannes von Gaeta zu seinem Nachfolger gewählt, ohne dass der gebannte Kaiser Heinrich V. in den Wahlvorgang einbezogen wird. Der neue Papst nimmt den Namen Gelasius II. an. Der Kaiser eilt unverzüglich nach Rom, um seine Ansprüche geltend zu machen, doch Gelasius II. flieht in seine Heimatstadt Gaeta, wo er am 10. März die päpstlichen Weihen empfängt.
- 8. März: Maurice Bourdin wird auf Veranlassung von Kaiser Heinrich V. zum Gegenpapst gewählt und wählt den Namen Gregor VIII.
- 2. April: Balduin von Boulogne, Graf von Verdun, ein Anführer des ersten Kreuzzugs, Graf von Edessa, König von Jerusalem, stirbt.
- 18. April: Adelheid von Savona, Gräfin und Regentin von Sizilien sowie Königin von Jerusalem, stirbt.
- 22. April: Arnulf von Chocques, Kleriker, Teilnehmer des ersten Kreuzzugs und Lateinischer Patriarch von Jerusalem, stirbt.
- 28. Juli: Auf der Synode von Fritzlar wird der päpstliche Bann gegen Kaiser Heinrich V. erneuert und Fürstbischof Otto von Bamberg wegen seiner Kaisertreue im Investiturstreit seines Amtes enthoben. Norbert von Xanten, der nachmalige Gründer des Prämonstratenserordens und spätere Erzbischof von Magdeburg verteidigt sich erfolgreich gegen den Vorwurf der Ketzerei.
- Ordelaffo Falier fällt in der Schlacht von Zadar gegen die Ungarn. Zu seinem Nachfolger als Doge von Venedig wird Domenico Michiel gewählt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger setzt Michiel anfangs stärker auf den diplomatischen Weg und verhandelt mit dem Königreich Ungarn. So kommt es zu einem Vertrag, der fünf Jahre lang Bestand hat. Dieser lässt Venedig im Besitz von Zara, der großen Inseln des Quarnero und weiterer Städte in Dalmatien. Infolgedessen führte der Doge weiterhin den Titel eines dux Croatiae.
- 2. April: Nach dem kinderlosen Tod Balduins I. wird sein Vetter Balduin von Bourcq, bisher Graf von Edessa, König von Jerusalem. Die Grafschaft Edessa übernimmt dessen Vetter Joscelin von Courtenay.
- 15. August: Kaiser Alexios I. Komnenos stirbt nach 37 Jahren Herrschaft, bei der er die Kontrolle über Westanatolien (moderne Türkei) wiedererlangt hat. Er stabilisiert seine Grenzen gegen die Kriege mit den Normannen auf dem westlichen Balkan und den Seldschuken im Osten. Alexios wird von seinem 30-jährigen Sohn Johannes II. Komnenos (dem Guten) als Herrscher des Byzantinischen Reiches abgelöst.
- Papst Gelasius II. gewährt dem christlichen Feldzug im Ebro-Tal den Status eines Kreuzzugs. Dieser zieht zahlreiche Ritter aus Gascon, Okzitanien und der Normandie an.
- 18. Dezember: Das Heer von Alfons I. erobert im Rahmen der Reconquista nach längerer Belagerung die von den Almoraviden gehaltene Stadt Saragossa. Der König bestimmt den Ort zur neuen Hauptstadt von Aragonien. Die Stadt bleibt von da an in christlicher Hand. Siedler in den wiedereroberten Gebieten erhalten Sonderrechte. Die Taifa von Saragossa geht damit endgültig unter. Der frühere Emir Abd al-Malik Imad ad-Daula wird in seiner Festung Rueda geduldet.
- Die Truppen von Ramon Berenguer III., Graf von Barcelona, angeführt von Erzbischof Oleguer Bonestruga, erobern Tarragona von den Mauren.
- Der wirtschaftliche Wettbewerb zwischen Mailand und Como treibt die beiden Städte in den Krieg.
- 26. September: Die Kathedrale Pisa in den toskanischen Marschen wird von Papst Gelasius II. geweiht.
- Neun französische Kreuzritter, unter ihnen Hugo von Payns und Gottfried von Saint-Omer, gründen in Jerusalem die „Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel“ (Templerorden). Die Templer haben die Hauptaufgabe, die Pilgerwege in Palästina zu schützen.
Der Papst ist da! In einer großen Zeremonie mit mehreren tausend Besuchern aus Genua und dem Umland weiht Papst Gelasius II. die noch im Bau befindliche Kathedrale von Genua und tauft sie auf den Namen San Lorenzo. Zukünftige Gottesdienste des Bischofs von Genua (aktuell Otto I) sollen nun hier und nicht mehr in der bisherigen Kathedrale San Siro in Burgus stattfinden. Hier! Mitten in Clavicula. Das wird das Sestieri völlig umkrempeln.
Eigentümliche Todeswelle im Bischofskastell. Noch während des Besuch des Papstes stirbt offenbar der Großteil des Bischofsrats. Offenbar eine neue, tödliche Krankheit steckt hinter dem verscheiden der meisten Mitglieder dieser hohen Institution. Auch der Bischof selbst scheint erkrankt zu sein, hat sich in seine Gemächer zurückgezogen.
Krieg mit Pisa! Nur kurz nach seinen Besuchen in Pisa und Genua gibt der Papst ein Edikt heraus, das Korsika unter Kontrolle der pisanischen Kirche stellt. Die Pisani verlieren danach keine Zeit und erheben Anspuch auf ganz Sardinien und damit auf genuesisches Territorium! Dabei gehören doch Sardinien und Korsika von rechts wegen zu Genua! Diesen pisanischen Hunde schrecken offenbar vor nichts zurück. Bestimmt haben sie auch den letzten Papst auf dem Gewissen.
Erste Seegefechte zwischen der pisanischen und genuesischen Marine enden ausgeglichen, beide Städte werben Söldner an und erhöhen den Sold von Marinesoldaten um weitere Mannschaften ausheben zu können. Beide Städte erheben neue Kriegssteuern um dem gewachsenen Haushaltsaufkommen effektiv entgegenzutreten.
Kriminalität im Hafen! Den Gerüchten in einigen der etwas anrüchigeren Etablissements nach, soll ein Handelshaus im Hafen falsches Gold und gegen echtes Silber tauschen um Profit zu machen. Das falsche Gold soll angeblich aus Venedig stammen und über Sizilien nach Genua gelangen. Auch andere dubiose Dinge sollen dort vorgehen, bis hin zu Ketzerei!
Ausbau der Strata Romana nach Pisa. Offenbar lässt der Graf von Mailand an einigen Stellen Trinkbrunnen für Reisende errichten. Ein erster wurde bereits zwischen Quinto al Mare und Nervi errichtet. Oder sind dies gar militärische Überlegungen die Truppen auf dem Weg nach Pisa versorgt zu halten?
Hoffungsspendende Nachrichten aus einem der Siechenlager außerhalb der Stadt. Angeblich sollen mehrere Leute von der Lazaruskrankheit vollständig genesen sein! Gibt es gar einen Medicus der ein Heilmittel dagegen gefunden hat? Gefährliche Hoffnung keimt auf, während immer mehr Leute erkranken.
Eine zunehmende Anzahl einheimischer Händler, veranstaltet private Armenspeisungen. Neben den kirchlichen Speisungen von den Gemeinden aus wächst offenbar die Zahl derer die ihrer Stadt etwas zurückgeben wollen. Und tatsächlich: die Zahl der Hungernden geht zurück und sogar die schlimmsten Ecken Claviculas wirken dieser Tage weniger lebensgefährlich wie noch vor wenigen Jahren.
Der Bauboom der Geschlechtertürme erreicht nun auch Domus, wo die ersten beiden Gebäude abgerissen wurden, auf dessen Grund zwei Geschlechtertürme entstehen sollen. Einige der fertiggestellten Türme in Mascharana sind vom Meer noch weiter zu sehen als der Leuchtturm am Hafen!
Stadtpolitik
- Ein heiß diskutierter Antrag im Senat, Genua passierende Sklaven (was 95% aller Sklaven entspräche) einen Monat unter Quarantäne zu stellen wird auch in Platealongas Kneipen heftig diskutiert. Die Sklaven aus dem heiligen Land seien für die Lazaruskrankheit verantwortlich und die Slawen schleppen sicher auch nicht nur gutes ein, sagen die einen. Ein solches Nadelöhr wie der genuesische Hafen sei ein Fest für des Teufels Krankheiten! Genuas Wohlstand hänge an diesem Gechäft! Schreien die anderen. Der Aufschwung der letzten Jahre, die neue Kathedrale der Stadt, der Besuch des Papstes hätte alles nicht ohne die Einnahmen aus dem Sklavengeschäft stattgefunden.
- Ein alternativer Antrag über eine Registrierungspflicht für Sklaven, die gegen Gebühr im Rathaus beantragt werden könne, wurde bereits abgelehnt. Die Mehrheit der Händler sieht weitere Regulatorien für unnötig an. Das Geschäft mit den Sklaven ist einfach zu lukrativ.
- Dennoch scheint man im Bischofskastell darüber nachzudenken eine Taufpflicht für Sklaven einzuführen, was die örtlichen Händler recht nervös zu machen scheint.
- Antonio, Anführer der Schauerleute die bessere Löhne fordern, wird vom Stadtgericht zum Pranger verurteilt. Als das nichts hilft,wird er aus der Stadt verbannt. Daraufhin brechen Unruhen im Hafen aus.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 21. Januar: Raniero di Bieda, unter dem Namen Paschalis II. Papst der katholischen Kirche, stirbt.
- 24. Januar: Drei Tage nach dem Tod von Papst Paschalis II. wird Johannes von Gaeta zu seinem Nachfolger gewählt, ohne dass der gebannte Kaiser Heinrich V. in den Wahlvorgang einbezogen wird. Der neue Papst nimmt den Namen Gelasius II. an. Der Kaiser eilt unverzüglich nach Rom, um seine Ansprüche geltend zu machen, doch Gelasius II. flieht in seine Heimatstadt Gaeta, wo er am 10. März die päpstlichen Weihen empfängt.
- 8. März: Maurice Bourdin wird auf Veranlassung von Kaiser Heinrich V. zum Gegenpapst gewählt und wählt den Namen Gregor VIII.
- 2. April: Balduin von Boulogne, Graf von Verdun, ein Anführer des ersten Kreuzzugs, Graf von Edessa, König von Jerusalem, stirbt.
- 18. April: Adelheid von Savona, Gräfin und Regentin von Sizilien sowie Königin von Jerusalem, stirbt.
- 22. April: Arnulf von Chocques, Kleriker, Teilnehmer des ersten Kreuzzugs und Lateinischer Patriarch von Jerusalem, stirbt.
- 28. Juli: Auf der Synode von Fritzlar wird der päpstliche Bann gegen Kaiser Heinrich V. erneuert und Fürstbischof Otto von Bamberg wegen seiner Kaisertreue im Investiturstreit seines Amtes enthoben. Norbert von Xanten, der nachmalige Gründer des Prämonstratenserordens und spätere Erzbischof von Magdeburg verteidigt sich erfolgreich gegen den Vorwurf der Ketzerei.
- Ordelaffo Falier fällt in der Schlacht von Zadar gegen die Ungarn. Zu seinem Nachfolger als Doge von Venedig wird Domenico Michiel gewählt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger setzt Michiel anfangs stärker auf den diplomatischen Weg und verhandelt mit dem Königreich Ungarn. So kommt es zu einem Vertrag, der fünf Jahre lang Bestand hat. Dieser lässt Venedig im Besitz von Zara, der großen Inseln des Quarnero und weiterer Städte in Dalmatien. Infolgedessen führte der Doge weiterhin den Titel eines dux Croatiae.
- 2. April: Nach dem kinderlosen Tod Balduins I. wird sein Vetter Balduin von Bourcq, bisher Graf von Edessa, König von Jerusalem. Die Grafschaft Edessa übernimmt dessen Vetter Joscelin von Courtenay.
- 15. August: Kaiser Alexios I. Komnenos stirbt nach 37 Jahren Herrschaft, bei der er die Kontrolle über Westanatolien (moderne Türkei) wiedererlangt hat. Er stabilisiert seine Grenzen gegen die Kriege mit den Normannen auf dem westlichen Balkan und den Seldschuken im Osten. Alexios wird von seinem 30-jährigen Sohn Johannes II. Komnenos (dem Guten) als Herrscher des Byzantinischen Reiches abgelöst.
- Papst Gelasius II. gewährt dem christlichen Feldzug im Ebro-Tal den Status eines Kreuzzugs. Dieser zieht zahlreiche Ritter aus Gascon, Okzitanien und der Normandie an.
- 18. Dezember: Das Heer von Alfons I. erobert im Rahmen der Reconquista nach längerer Belagerung die von den Almoraviden gehaltene Stadt Saragossa. Der König bestimmt den Ort zur neuen Hauptstadt von Aragonien. Die Stadt bleibt von da an in christlicher Hand. Siedler in den wiedereroberten Gebieten erhalten Sonderrechte. Die Taifa von Saragossa geht damit endgültig unter. Der frühere Emir Abd al-Malik Imad ad-Daula wird in seiner Festung Rueda geduldet.
- Die Truppen von Ramon Berenguer III., Graf von Barcelona, angeführt von Erzbischof Oleguer Bonestruga, erobern Tarragona von den Mauren.
- Der wirtschaftliche Wettbewerb zwischen Mailand und Como treibt die beiden Städte in den Krieg.
- 26. September: Die Kathedrale Pisa in den toskanischen Marschen wird von Papst Gelasius II. geweiht.
- Neun französische Kreuzritter, unter ihnen Hugo von Payns und Gottfried von Saint-Omer, gründen in Jerusalem die „Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel“ (Templerorden). Die Templer haben die Hauptaufgabe, die Pilgerwege in Palästina zu schützen.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1119 (November ‘25)
Krieg gegen Pisa: Offenbar greifen nun auch die großen Familien in den Konflikt ein. Corrado Doria wirbt mit der Unterstützung der Embriaci weitere Söldner an - angeblich um sie nach Sardinien zu verschiffen und die genuesischen Besitztümer der großen Familien dort zu beschützen. Im Senat wird heiß diskutiert ob solche "zivilen Alleingänge" denn sinnvoll seien oder ob man lieber die gesamte Koordinatio der Truppen in die Hände des Capitano della Cita sowie des capitano della Mare legen sollte.
Chaos um den Bischof, nachdem Otto I seine Kammer verlassen hat, machen sich Gerüchte breit er sei gemeinsam mit dem Papst abgereist und diene diesem nun als Messdiener. Allerdings ist der Papst ebenfalls verstorben, vermutlich die selbe seltsame Krankheit, die Otto I und den Großteil des Bischofsrats dahingerafft hat! In Mailand wiederrum ist man sich um das ableben von Otto I gar nicht so sicher und sieht daher davon ab einen neuen Bischof zu ernennen, bevor der Verbleib des alten nicht geklärt sei. Genua ist nun also offenbar erstmal Bischofslos. Und auch der Bischofsrat befindet sich in einem ziemlich unterbesetzten Zustand. Die genuesische Kurie ist daher ziemlich zurückhaltend, was den Konflikt mit Pisa angeht.
Im Zuge des Kriegs gegen Pisa wurden die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der Stadt enorm erhöht. Hauptsächlich wohl um pisanische Agenten und Saboteure zu erwischen. Vor allem in Mascharana und Platealonga sind wesentlich mehr Wachen unterwegs, die Stadt hat dem Capitano della Cita Gelder für weitere 100 Mann in der Stadtwache zur Verfügung gestellt.
Zwei im Hafen liegende Schiffe wurden konfisziert und die Kapitäne verhaftet. Angeblich sollen sie Pisani sein und gute Geschäfte mit der Stadt gemacht haben, auch wenn der Großteil der Besatzung aus Franken bestünde. Das Stadtgericht tagt um über ihre Schicksale zu entscheiden.
Im Haus der Heiler hat - wohl als Reaktion auf die sich ausbreitende Lazarusseuche - die Ausbildung weiterer Medicusse begonnen, welche die immer azhlreicher auftretenden Krankheiten aus aller Herren Länder in Genua effektiv bekämpfen sollen. Auch der Verwalter des Grafen in Castelletto scheint sich dafür sehr zu interessieren und überlegt eine Hofmedicus-Stelle zu schaffen um selbst vor Seuchen geschützt zu sein.
Weitere Geschlechtertürme heben sich in den Himmel, auch in Domus wurde bereits einer fertiggestellt. Und nun scheint tatsächlich jemand einen Turm in Clavicula zu bauen! In Clavicula! Was kommt als nächstes? Hunde miauen und Katzen fangen mit dem bellen an?
Stadtpolitik
- Im Senat wird aktuell darüber diskutiert Nicht-Genuesen die Dienst in der genuesischen Marine leisten die Bürgerrechte anzubieten. Wer für Genua blutet, könne auch hier leben, meinen die Befürworter.
- Die Unruhen unter den Hafenarbeitern werden brutal niedergeschlagen. Zwei dutzend Männer werden an den Pranger gestellt, zwei werden gehängt. Danach scheint Ruhe einzukehren.
- Zur Bekämpfung der Lazaruskrankheit verabschiedet der Senat einige Gesetze die nur die Erkrankten betrafen: Zum einen durften sie die Stadt nicht mehr ohne Erlaubnis betreten, noch normale Kleidung tragen, noch am Marktgeschehen teilnehmen, noch Brot, Wasser oder Haustiere anderer berühren, noch Umgang mit Kindern oder Schwangeren pflegen. Zudem müssen sie nun eine Glocke, Rassel oder Holzklapper mit sich führen und sich von weither erkenntlich machen sowie eine besondere Kapuze oder Mantel in gelber Farbe tragen.
- Der Senat steht mit dem Verwalter des Grafen von Mailand in Kontakt um ein Leprosorium außerhalb der Mauern, auf gräflichem Land zu errichten. Offenbar ist man sich jedoch noch nicht über die genauen Konditionen einig.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 29. Januar: Papst Gelasius II. stirbt nach nur einjährigem Pontifikat im Exil in der Abtei Cluny, während der von Kaiser Heinrich V. eingesetzte Gegenpapst Gregor VIII. weiter in Rom residiert.
- 2. Februar: Guido von Vienne wird in Vienne von der kurialen Partei zum Papst gewählt und nimmt den Namen Calixt II. an.
- 28. Juni: Ein muslimisches Heer unter Ilghazi, dem Emir von Aleppo aus der Dynastie der Ortoqiden und Ibn al-Chaschschab schlagen das Heer der Kreuzfahrer aus dem Fürstentum Antiochia in der Schlacht auf dem Ager Sanguinis vernichtend. Auch Roger von Salerno, der Regent von Antiochia, kommt in der Schlacht ums Leben. Der Kanzler Walter gerät in Gefangenschaft und wird in Aleppo eingekerkert. König Balduin II. von Jerusalem kommt nach Norden und übernimmt für den minderjährigen Fürsten Bohemund II. die Regentschaft im Fürstentum. Ilghazi zieht triumphal in Aleppo ein, Kreuzritter-Gefangene werden in Ketten präsentiert und auf den Straßen zu Tode gefoltert. Das Massaker führt zum Namen der Schlacht, Ager Sanguinis (oder "Blutfeld").
- 14. August: Die Kreuzfahrer unter König Baldwin II. von Jerusalem (unterstützt von Pons, Graf von Tripolis) besiegen Ilghazis Armee in Ariha in Syrien. Baldwin schafft es, alle kurz zuvor verlorenen Kreuzfahrerburgen zurückzuerobern und kehrt triumphierend nach Antiochia zurück. Er stabilisiert die Grenzen und verhindert, dass Ilghazi auf Antiochia marschiert.
- Oktober: Papst Calixt II. beruft das Konzil zu Reims ein, um im Investiturstreit Unterstützung für die päpstliche Position gegenüber Kaiser Heinrich V. zu erhalten. Heinrich wird ebenso wie der von ihm unterstützte Gegenpapst Gregor III. am 30. Oktober neuerlich gebannt.
- 23. Dezember: Papst Calixt II. bestätigt die von Stephan Harding geschaffene Ordensverfassung Charta Caritatis der Zisterzienser.
- Die Zwei Türme in Bologna werden fertiggestellt.
Krieg gegen Pisa: Offenbar greifen nun auch die großen Familien in den Konflikt ein. Corrado Doria wirbt mit der Unterstützung der Embriaci weitere Söldner an - angeblich um sie nach Sardinien zu verschiffen und die genuesischen Besitztümer der großen Familien dort zu beschützen. Im Senat wird heiß diskutiert ob solche "zivilen Alleingänge" denn sinnvoll seien oder ob man lieber die gesamte Koordinatio der Truppen in die Hände des Capitano della Cita sowie des capitano della Mare legen sollte.
Chaos um den Bischof, nachdem Otto I seine Kammer verlassen hat, machen sich Gerüchte breit er sei gemeinsam mit dem Papst abgereist und diene diesem nun als Messdiener. Allerdings ist der Papst ebenfalls verstorben, vermutlich die selbe seltsame Krankheit, die Otto I und den Großteil des Bischofsrats dahingerafft hat! In Mailand wiederrum ist man sich um das ableben von Otto I gar nicht so sicher und sieht daher davon ab einen neuen Bischof zu ernennen, bevor der Verbleib des alten nicht geklärt sei. Genua ist nun also offenbar erstmal Bischofslos. Und auch der Bischofsrat befindet sich in einem ziemlich unterbesetzten Zustand. Die genuesische Kurie ist daher ziemlich zurückhaltend, was den Konflikt mit Pisa angeht.
Im Zuge des Kriegs gegen Pisa wurden die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der Stadt enorm erhöht. Hauptsächlich wohl um pisanische Agenten und Saboteure zu erwischen. Vor allem in Mascharana und Platealonga sind wesentlich mehr Wachen unterwegs, die Stadt hat dem Capitano della Cita Gelder für weitere 100 Mann in der Stadtwache zur Verfügung gestellt.
Zwei im Hafen liegende Schiffe wurden konfisziert und die Kapitäne verhaftet. Angeblich sollen sie Pisani sein und gute Geschäfte mit der Stadt gemacht haben, auch wenn der Großteil der Besatzung aus Franken bestünde. Das Stadtgericht tagt um über ihre Schicksale zu entscheiden.
Im Haus der Heiler hat - wohl als Reaktion auf die sich ausbreitende Lazarusseuche - die Ausbildung weiterer Medicusse begonnen, welche die immer azhlreicher auftretenden Krankheiten aus aller Herren Länder in Genua effektiv bekämpfen sollen. Auch der Verwalter des Grafen in Castelletto scheint sich dafür sehr zu interessieren und überlegt eine Hofmedicus-Stelle zu schaffen um selbst vor Seuchen geschützt zu sein.
Weitere Geschlechtertürme heben sich in den Himmel, auch in Domus wurde bereits einer fertiggestellt. Und nun scheint tatsächlich jemand einen Turm in Clavicula zu bauen! In Clavicula! Was kommt als nächstes? Hunde miauen und Katzen fangen mit dem bellen an?
Stadtpolitik
- Im Senat wird aktuell darüber diskutiert Nicht-Genuesen die Dienst in der genuesischen Marine leisten die Bürgerrechte anzubieten. Wer für Genua blutet, könne auch hier leben, meinen die Befürworter.
- Die Unruhen unter den Hafenarbeitern werden brutal niedergeschlagen. Zwei dutzend Männer werden an den Pranger gestellt, zwei werden gehängt. Danach scheint Ruhe einzukehren.
- Zur Bekämpfung der Lazaruskrankheit verabschiedet der Senat einige Gesetze die nur die Erkrankten betrafen: Zum einen durften sie die Stadt nicht mehr ohne Erlaubnis betreten, noch normale Kleidung tragen, noch am Marktgeschehen teilnehmen, noch Brot, Wasser oder Haustiere anderer berühren, noch Umgang mit Kindern oder Schwangeren pflegen. Zudem müssen sie nun eine Glocke, Rassel oder Holzklapper mit sich führen und sich von weither erkenntlich machen sowie eine besondere Kapuze oder Mantel in gelber Farbe tragen.
- Der Senat steht mit dem Verwalter des Grafen von Mailand in Kontakt um ein Leprosorium außerhalb der Mauern, auf gräflichem Land zu errichten. Offenbar ist man sich jedoch noch nicht über die genauen Konditionen einig.
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 29. Januar: Papst Gelasius II. stirbt nach nur einjährigem Pontifikat im Exil in der Abtei Cluny, während der von Kaiser Heinrich V. eingesetzte Gegenpapst Gregor VIII. weiter in Rom residiert.
- 2. Februar: Guido von Vienne wird in Vienne von der kurialen Partei zum Papst gewählt und nimmt den Namen Calixt II. an.
- 28. Juni: Ein muslimisches Heer unter Ilghazi, dem Emir von Aleppo aus der Dynastie der Ortoqiden und Ibn al-Chaschschab schlagen das Heer der Kreuzfahrer aus dem Fürstentum Antiochia in der Schlacht auf dem Ager Sanguinis vernichtend. Auch Roger von Salerno, der Regent von Antiochia, kommt in der Schlacht ums Leben. Der Kanzler Walter gerät in Gefangenschaft und wird in Aleppo eingekerkert. König Balduin II. von Jerusalem kommt nach Norden und übernimmt für den minderjährigen Fürsten Bohemund II. die Regentschaft im Fürstentum. Ilghazi zieht triumphal in Aleppo ein, Kreuzritter-Gefangene werden in Ketten präsentiert und auf den Straßen zu Tode gefoltert. Das Massaker führt zum Namen der Schlacht, Ager Sanguinis (oder "Blutfeld").
- 14. August: Die Kreuzfahrer unter König Baldwin II. von Jerusalem (unterstützt von Pons, Graf von Tripolis) besiegen Ilghazis Armee in Ariha in Syrien. Baldwin schafft es, alle kurz zuvor verlorenen Kreuzfahrerburgen zurückzuerobern und kehrt triumphierend nach Antiochia zurück. Er stabilisiert die Grenzen und verhindert, dass Ilghazi auf Antiochia marschiert.
- Oktober: Papst Calixt II. beruft das Konzil zu Reims ein, um im Investiturstreit Unterstützung für die päpstliche Position gegenüber Kaiser Heinrich V. zu erhalten. Heinrich wird ebenso wie der von ihm unterstützte Gegenpapst Gregor III. am 30. Oktober neuerlich gebannt.
- 23. Dezember: Papst Calixt II. bestätigt die von Stephan Harding geschaffene Ordensverfassung Charta Caritatis der Zisterzienser.
- Die Zwei Türme in Bologna werden fertiggestellt.
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Re: [Sterblich] Gerüchte, Stadtpolitik & genuesisches Umland
Das Jahr 1120 (Dezember ‘25)
Krieg gegen Pisa: Die genuesische Marine führt ein halbes Dutzend Strafaktionen gegen pisanische Außenposten auf Korsika durch. Neben einigen erbeuteten Rohstoffen wie etwa Holz, werden auch Gefangene gemacht und in den Zellen im Stadtgericht in Clavicula untergebracht. Angeblich soll ein Abkömmling einer der pisanischen Adelsfamilien unter den Gefangenen sein und eine Lösegeldforderung nach Pisa überbracht worden sein. Im Gegenzug gab des einen pisanischen Überfall auf einen genuesischen Handelskonvoi der nach Spanien unterwegs war. Zwar kam der Konvoi durch, aber die Entwicklung bedroht den örtlichen Handel und macht die großen Familien nervös.
Der Bischof ist tot! Otto I von Genua ist tot. Diese Mitteilung überbrachte ein päpstlicher Bote Ende des Jahres. Die Sedisvakanz scheint auch nicht so schnell aufzulösen sein, sieht man sich den Streit zwischen dem Erzbischof von Mailand der Gegenpast Gregor VIII. unterstützt und Papst Calixt II. an. Genua scheint, vor allem nach dem kürzlichen Besuchs Calixt II nämlich eher auf dessen Seite zu stehen...
In den zwielichtigeren Gegenden der Stadt machen Gerüchte über einen Juden die Runde, der kostenlos die Schwachen und Kranken behandelt. Angeblich soll er auch im Kampf gegen die Lazaruskrankheit schon Erfolge gefeiert haben und so halten die Hoffungslosen Claviculas und Broglios nach ihm Ausschau. Auch die Übergriffe auf Juden scheinen - zumindest zeitweilig - zurückgegangen zu sein.
Gläubige und wehrhafte Christen können sich aktuell im Kloster San Andrea in Staglieno melden. Offenbar stellen hier einige tapfere Recken eine Gruppe Waffenvolk zusammen welches die von Mailand und Turin kommenden Pilger unbeschadet über den Bocchetta-Pass und bis in den genuesischen Hafen eskortieren sollen. In der Vegrangenheit gab es in den Apenninen immer wieder Wegelagerer und Banditen, welche die Kreuzfahrer auf ihrer Reise ins heilige Land um ihr Hab und Gut erleichtern wollten. Dem soll nun Einhalt geboten werden!
Seuche in Burgus! Es behaupten zwar einige Dörfler steif und fest das jemand ihren Brunnen vergiftet habe, aber viel wahrscheinlicher ist natürlich das die nahe Seuchenkolonie Tod und Verderben ins beschauliche Burgus gebracht hat! Zahlreiche Beschwerden und besorgte Bürger haben beim Verwalter des Grafen von Mailand in Casteletto vorgesprochen und ihr Leid geklagt! Ein Medicus aus dem Haus der Heiler bekräftigt jedoch das es keine ansteckende Seuche sei und alle beruhigt nach Hause gehen könnten. Aber wer glaubt denen schon! Die Siechenkolonie muss weg!
Zwei im Hafen liegende Schiffe wurden konfisziert und die Kapitäne verhaftet. Angeblich sollen sie Pisani sein und gute Geschäfte mit der Stadt gemacht haben, auch wenn der Großteil der Besatzung aus Franken bestünde. Das Stadtgericht tagt um über ihre Schicksale zu entscheiden.
Noch mehr Geschlechtertürme heben sich in den Himmel, nachdem im vergangenen Jahr sogar in Clavicula mit dem Bau eines solchen begonnen wurde, sind nun alle Dämme gebrochen. Offenbar baut nun jeder der etwas auf sich hält an einem solchen Turm herum. Da die Stadt innerhalb derMauer auch vollständig ausgebaut ist auch keine schlechte Möglichkeit all seine Lieben unterzubringen: gleiche Grundfläche doppelter oder gar deifacher Wohnraum im Vergleich mit einem normalen genuesischen Haus. Und die Einnahmen aus dem heiligen Land decken die Kosten locker.
Stadtpolitik
- Nicht-Genuesen, die drei Jahre Dienst in der genuesischen Marine leisten sollen in Zukunft die Bürgerrechte erhalten - wenn sie sich eine Wohnstatt in der Stadt leisten können. Eine Einbürgerung fremder Söldner soll so vereinfacht werden. Im Kriegsfall sind Bürger die mit einer Waffe umgehen können immer besser als keine.
- Der Senat hat sich noch immer nicht mit dem Verwalter des Grafen von Mailand über die Errichtung eines Leprosoriums geeinigt. Der Standort der jetztigen Siechenkolonie kann es auf jeden Fall nicht mehr werden, seitdem die Seuche auf Burgus übergegriffen hat. Aber wohin dann mit den Kranken?
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 16. Januar – Rat von Nablus: König Balduin II. von Jerusalem und Patriarch Warmund berufen eine Versammlung in Nablus ein, auf der die frühesten erhaltenen schriftlichen Gesetze des Kreuzfahrerreichs Jerusalem festgelegt werden. Die anwesenden Prälaten und Adligen bestätigen das Recht des Klerus, den Zehnten zu erheben und „zur Verteidigung“ Waffen zu tragen.
- Baldwin II. gewährt den Tempelrittern unter Hugues de Payens und Godfrey de Saint-Omer einen Hauptsitz in einem Flügel des Königspalasts auf dem Tempelberg in der eroberten Al-Aqsa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem.
- Sommer – Balduin II. führt eine Expedition nach Antiochia an, um die nördlichen Kreuzfahrerstaaten zu verteidigen. Er unterzeichnet einen einjährigen Waffenstillstand mit Ilghazi, dem Artukiden-Herrscher von Mardin, und sichert sich damit den Besitz von Kafartab und anderen Festungen in Syrien.
- 17. Juni – Reconquista: Schlacht von Cutanda: Die vereinten Truppen von Aragon und Navarra unter König Alfons dem Kämpfer vernichten die Armee der Almoraviden in der Nähe von Calamocha. Alfons erobert die befestigten Städte Calatayud und Daroca zurück.
- Die Almoraviden-Flotte unter den Admirälen Abu Abd Allah ibn Maymum aus Almería und Isa ibn Maymum aus Sevilla greift die Küste des christlichen Königreichs Galicien an.
- 25. November: Das Weiße Schiff sinkt im Ärmelkanal. Unter den Toten ist auch der englische Kronprinz William Ætheling. Der Schiffbruch macht alle Pläne König Heinrichs I. für eine geregelte Erbfolge in England und der Normandie zunichte und zählt damit zu einer der folgenreichsten Schiffskatastrophen der Geschichte.
- Der Wanderprediger Norbert von Xanten gründet mit dreizehn Gefährten in Prémontré westlich von Laon die Abtei Prémontré, das Mutterhaus des Prämonstratenserordens. Die Gemeinschaft orientiert sich am Ideal des gemeinsamen Lebens im Stil der Urkirche und entwickelte bald auf der Grundlage der Augustinusregel eine klösterliche Gemeinschaft. Norbert selbst behält sein Leben als Wanderprediger bei und gründet in den Folgejahren weitere Klöster. Eine Besonderheit – in dieser Zeit allerdings nicht einzigartig – der ersten prämonstratensischen Gemeinschaften ist, dass es sich bei ihnen um Doppelklöster handelt, in denen also Frauen und Männer, wenn auch in zwei voneinander organisatorisch getrennten Konventen, leben.
- Dank der Vermittlung der Familie Orlandi wird ein Friedensvertrag zwischen den Seerepubliken Amalfi und Pisa unterzeichnet.
Krieg gegen Pisa: Die genuesische Marine führt ein halbes Dutzend Strafaktionen gegen pisanische Außenposten auf Korsika durch. Neben einigen erbeuteten Rohstoffen wie etwa Holz, werden auch Gefangene gemacht und in den Zellen im Stadtgericht in Clavicula untergebracht. Angeblich soll ein Abkömmling einer der pisanischen Adelsfamilien unter den Gefangenen sein und eine Lösegeldforderung nach Pisa überbracht worden sein. Im Gegenzug gab des einen pisanischen Überfall auf einen genuesischen Handelskonvoi der nach Spanien unterwegs war. Zwar kam der Konvoi durch, aber die Entwicklung bedroht den örtlichen Handel und macht die großen Familien nervös.
Der Bischof ist tot! Otto I von Genua ist tot. Diese Mitteilung überbrachte ein päpstlicher Bote Ende des Jahres. Die Sedisvakanz scheint auch nicht so schnell aufzulösen sein, sieht man sich den Streit zwischen dem Erzbischof von Mailand der Gegenpast Gregor VIII. unterstützt und Papst Calixt II. an. Genua scheint, vor allem nach dem kürzlichen Besuchs Calixt II nämlich eher auf dessen Seite zu stehen...
In den zwielichtigeren Gegenden der Stadt machen Gerüchte über einen Juden die Runde, der kostenlos die Schwachen und Kranken behandelt. Angeblich soll er auch im Kampf gegen die Lazaruskrankheit schon Erfolge gefeiert haben und so halten die Hoffungslosen Claviculas und Broglios nach ihm Ausschau. Auch die Übergriffe auf Juden scheinen - zumindest zeitweilig - zurückgegangen zu sein.
Gläubige und wehrhafte Christen können sich aktuell im Kloster San Andrea in Staglieno melden. Offenbar stellen hier einige tapfere Recken eine Gruppe Waffenvolk zusammen welches die von Mailand und Turin kommenden Pilger unbeschadet über den Bocchetta-Pass und bis in den genuesischen Hafen eskortieren sollen. In der Vegrangenheit gab es in den Apenninen immer wieder Wegelagerer und Banditen, welche die Kreuzfahrer auf ihrer Reise ins heilige Land um ihr Hab und Gut erleichtern wollten. Dem soll nun Einhalt geboten werden!
Seuche in Burgus! Es behaupten zwar einige Dörfler steif und fest das jemand ihren Brunnen vergiftet habe, aber viel wahrscheinlicher ist natürlich das die nahe Seuchenkolonie Tod und Verderben ins beschauliche Burgus gebracht hat! Zahlreiche Beschwerden und besorgte Bürger haben beim Verwalter des Grafen von Mailand in Casteletto vorgesprochen und ihr Leid geklagt! Ein Medicus aus dem Haus der Heiler bekräftigt jedoch das es keine ansteckende Seuche sei und alle beruhigt nach Hause gehen könnten. Aber wer glaubt denen schon! Die Siechenkolonie muss weg!
Zwei im Hafen liegende Schiffe wurden konfisziert und die Kapitäne verhaftet. Angeblich sollen sie Pisani sein und gute Geschäfte mit der Stadt gemacht haben, auch wenn der Großteil der Besatzung aus Franken bestünde. Das Stadtgericht tagt um über ihre Schicksale zu entscheiden.
Noch mehr Geschlechtertürme heben sich in den Himmel, nachdem im vergangenen Jahr sogar in Clavicula mit dem Bau eines solchen begonnen wurde, sind nun alle Dämme gebrochen. Offenbar baut nun jeder der etwas auf sich hält an einem solchen Turm herum. Da die Stadt innerhalb derMauer auch vollständig ausgebaut ist auch keine schlechte Möglichkeit all seine Lieben unterzubringen: gleiche Grundfläche doppelter oder gar deifacher Wohnraum im Vergleich mit einem normalen genuesischen Haus. Und die Einnahmen aus dem heiligen Land decken die Kosten locker.
Stadtpolitik
- Nicht-Genuesen, die drei Jahre Dienst in der genuesischen Marine leisten sollen in Zukunft die Bürgerrechte erhalten - wenn sie sich eine Wohnstatt in der Stadt leisten können. Eine Einbürgerung fremder Söldner soll so vereinfacht werden. Im Kriegsfall sind Bürger die mit einer Waffe umgehen können immer besser als keine.
- Der Senat hat sich noch immer nicht mit dem Verwalter des Grafen von Mailand über die Errichtung eines Leprosoriums geeinigt. Der Standort der jetztigen Siechenkolonie kann es auf jeden Fall nicht mehr werden, seitdem die Seuche auf Burgus übergegriffen hat. Aber wohin dann mit den Kranken?
Aus dem italienischen Umland & dem heiligen Land
- 16. Januar – Rat von Nablus: König Balduin II. von Jerusalem und Patriarch Warmund berufen eine Versammlung in Nablus ein, auf der die frühesten erhaltenen schriftlichen Gesetze des Kreuzfahrerreichs Jerusalem festgelegt werden. Die anwesenden Prälaten und Adligen bestätigen das Recht des Klerus, den Zehnten zu erheben und „zur Verteidigung“ Waffen zu tragen.
- Baldwin II. gewährt den Tempelrittern unter Hugues de Payens und Godfrey de Saint-Omer einen Hauptsitz in einem Flügel des Königspalasts auf dem Tempelberg in der eroberten Al-Aqsa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem.
- Sommer – Balduin II. führt eine Expedition nach Antiochia an, um die nördlichen Kreuzfahrerstaaten zu verteidigen. Er unterzeichnet einen einjährigen Waffenstillstand mit Ilghazi, dem Artukiden-Herrscher von Mardin, und sichert sich damit den Besitz von Kafartab und anderen Festungen in Syrien.
- 17. Juni – Reconquista: Schlacht von Cutanda: Die vereinten Truppen von Aragon und Navarra unter König Alfons dem Kämpfer vernichten die Armee der Almoraviden in der Nähe von Calamocha. Alfons erobert die befestigten Städte Calatayud und Daroca zurück.
- Die Almoraviden-Flotte unter den Admirälen Abu Abd Allah ibn Maymum aus Almería und Isa ibn Maymum aus Sevilla greift die Küste des christlichen Königreichs Galicien an.
- 25. November: Das Weiße Schiff sinkt im Ärmelkanal. Unter den Toten ist auch der englische Kronprinz William Ætheling. Der Schiffbruch macht alle Pläne König Heinrichs I. für eine geregelte Erbfolge in England und der Normandie zunichte und zählt damit zu einer der folgenreichsten Schiffskatastrophen der Geschichte.
- Der Wanderprediger Norbert von Xanten gründet mit dreizehn Gefährten in Prémontré westlich von Laon die Abtei Prémontré, das Mutterhaus des Prämonstratenserordens. Die Gemeinschaft orientiert sich am Ideal des gemeinsamen Lebens im Stil der Urkirche und entwickelte bald auf der Grundlage der Augustinusregel eine klösterliche Gemeinschaft. Norbert selbst behält sein Leben als Wanderprediger bei und gründet in den Folgejahren weitere Klöster. Eine Besonderheit – in dieser Zeit allerdings nicht einzigartig – der ersten prämonstratensischen Gemeinschaften ist, dass es sich bei ihnen um Doppelklöster handelt, in denen also Frauen und Männer, wenn auch in zwei voneinander organisatorisch getrennten Konventen, leben.
- Dank der Vermittlung der Familie Orlandi wird ein Friedensvertrag zwischen den Seerepubliken Amalfi und Pisa unterzeichnet.