[1120] In Diensten verbunden [Sara, Tiziano (SL)]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Sara
Assamit
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Re: [1120] In Diensten verbunden [Sara, Tiziano (SL)]

Beitrag von Sara »

Sara hatte Ihr Gegenüber schweigend, aber durchaus interessiert betrachtet, ob den politischen Überlegungen und Gedankenspielereien. Schließlich hatte sie zustimmend genickt, bevor sie mit der Selbstverständlichkeit einer Wesirin versichert hatte: „Natürlich.“ Offensichtlich schien ihr noch etwas anderes auf dem Herzen zu liegen, weshalb sie nur kurz gezögert und sich schließlich höflich erklärt hatte: „Eine Überlegung noch, die die strategischen Ansätze Ihres verehrten Tiziano Khalid ibn Al-Mansur womöglich ergänzen können. Ihr verehrter Siniscalco hatte einige Jahre vor dem Verschwinden Ihrer höchst verehrten Aurore mit Ihr selbst Gespräche geführt, welche wohl nicht zur Unzufriedenheit Ihrer höchst verehrten Aurore gewesen sein sollen. Ich kann nicht beurteilen, ob hieraus etwas erwachsen sein mag. Doch es ist ein Hinweis, den ich Ihrem verehrten Tiziano Khalid ibn Al Mansur nicht vorenthalten wollte.“ Respektvoll hatte sie ihr Haupt geneigt.

Dann hatte die Banu Haqim auf den Deut hin mit spitzen Fingern in geschickter Leichtigkeit die Stoffe vor ihren Körper und über ihr Haupt zurückdrapiert, derweil sie sich gemeinsam auf den Weg gemacht hatten, den Raum zu verlassen. Als die Banu Haqim die frische Luft erreicht hatten, war Sara Ihrer Begleitung weiter gefolgt. Unter den Lagen schwarzen Stoffes war die Mimik der Banu Haqim nicht auszumachen, doch die ruhige und unaufgeregte Art wie sie sich fast lautlos bewegt hatte, aber auch jenes kurze, knappe Nicken, ob der Bitte um Verzeihung, sprach davon, dass sie es Ihrem Älteren nicht übelnahm, eben jenes Thema aufgeworfen zu haben. Dennoch vertiefte sie es von ihrer Seite aus nicht, ganz so, als wäre es in ihren Augen nichts, was für ihre derzeitige Situation, Mission oder auch Aufgabe von Relevanz war. Ihr Ihrem Älteren zugewandt gebliebenes Wesen spiegelte jedoch wider, dass sie durchaus offen für Fragen war, sollten dieses sie für nötig erhalten, um sich ein besseres Bild von ihr machen zu können.

„Kurz nach meiner Ankunft hatte ich bereits das Vergnügen einer Audienz bei Ihrem nunmehr höchst verehrten Seelord“, deutete Sara mit leiser gewordener Stimme an, ob dem Ort vor dem sie standen, dass sie bereits Kontakte in der Vergangenheit gepflegt hatte. Ein tieferes Nicken war gefolgt, welches in eine stumme Verneigung übergegangen war, als ihr später die Tür aufgehalten worden war und sie bereitwillig dem Wunsch Ihres Älteren respektzollend nachgekommen war. Nachdem sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, hatte Sara sich in einem kurzen dezenten Blick durch die Kapelle versichert, dass keine Sterblichen anwesend oder andere Ungewöhnlichkeiten zu entdecken waren, bevor sie die Stoffe erneut zurückgeschoben hatte, so dass ihr Gesicht, aber vor allem auch ihre Hände und ihr Körper zu sehen, und für Ihr Gegenüber zu lesen waren. Auf ein sichtbares religiöses Zeichen hatte Sara im Gegensatz zu Ihrem Ältesten jedoch verzichtet. Auch trug sie keinerlei sichtbaren Kennzeichen ihres, geschweige denn überhaupt eines Glaubens, auch wenn ihre Kleidung insgesamt eher genuesisch und somit christlich, denn arabisch und somit muslimisch geprägt war.

Auf das Muss Ihres Gegenübers hin, hatte Sara ihr Haupt sacht zur Seite geneigt und ihre Augenbrauen hatten sich leicht zur Mitte hin zusammengezogen, bevor sie ihr Haupt erneut mittig trug und sie sich erkundigte, indem sie meinte: „Ihr verehrter Tiziano Khalid ibn Al-Mansur mögen mir meine Skepsis und mein Zögern nachsehen, doch ich verstehe noch nicht ganz, weshalb wir einen Kontakt zu Ihrem verehrten Parastu hinsichtlich höchstsensibelster Informationen aufbauen müssen, der im besten Fall einzig Verrat durch mich an meinem höchst verehrten Lehnherrn und Traditionsbruch bedeuten würden, im Schlechtesten jedoch die gesamte Reputation der Banu Haqim über Jahrzehnte hinweg im Norden nicht nur zu tiefst beschädigen, sondern auch unsere Position in und auf massivste Weise schwächen würde?“ Fragend blickte sie auf Ihr Gegenüber. Es war offenkundig kein grundsätzliches Nein, auch wenn ihr dezent gesenkter Blick auf die Klinge Ihres Blutvogts ging und widerspiegelte, dass sie nur bedingt Freude daran empfinden würde, durch diese gerichtet zu werden.
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Il Canzoniere
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Re: [1120] In Diensten verbunden [Sara, Tiziano (SL)]

Beitrag von Il Canzoniere »

Ob der Information bezüglich des Gesprächs Ilarios mit der weißen Prinzessin nickte er nur knapp, als würde er die Information zur Kenntnis nehmen, aber für sich allein gestellt damit noch nichts anfangen können.

Später, an der neuen Destination verharrte er schließlich, verschränkte die langgestreckten Arme hinter dem Rücken und wandte sich Sara voll zu. Mit gleichmütiger Miene folgte er ihren Anmerkungen und runzelte nur bei der letzten Aussage die Stirn. "Inwiefern ist eine recht verlässliche Quelle bezüglich potentieller Anschläge auf ihrer Majestät ein Traditionsbruch? Sind es die Kosten? Das potentielle Offensivaktionen Genuas zugunsten der Sicherheit Galbas vereitelt werden würden? Oder meine Annahme das ihre Majestät ihr eigenes Leben höher schätzt als den Tod eines Feindes? Diesbezüglich lehne ich mich gerne etwas aus dem Fenster. Auch sehe ich nicht wo dies als negative Reputation aufgefasst werden würde, wenn unser Clan beide Leibwächteraufträge im Norden vertragsgerecht erfüllen kann. Wäre es nicht eher schlecht für unsere Reputation falls wir einen der beiden oder gar beide der Leibwächteraufträge nicht erfüllen könnten?" stellte er ihr mit einem gewissen skeptischen Unterton einige Gegenfragen.

Dann lag sein Blick weiter auf ihr, als würde er noch warten bis sie zu den anderen Fragen ein paar Worte verlor. Draußen hörte man Schritte mehrerer Personen die offenbar den Hof überquerten. Vielleicht war das Klosterleben des Nächtens doch nicht ganz so still wie man es sich vorstellte. Vielleicht war dies auch der Grund wieso sie die Lokalität gewechselt hatten.
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