Pietro hörte ruhig zu, ohne die Veränderung in Benedettos Antlitz offen zu mustern. Sein Blick blieb auf das Wachstäfelchen gerichtet, auf den Griffel, der bereit war, Worte festzuhalten.
„Ich danke Euch für die Warnung, Bruder,“ sagte er leise. „Ich werde mit den Verborgenen mit der gebotenen Vorsicht verkehren. Respektvoll – aber wachsam.“
Dann kam er auf die wichtigere Frage zurück.
„Was den Prinzen betrifft ... er ist kein Mann vieler Worte. Er wirkt ruhig, aber seine Entscheidungen sind klar. Nicht launisch, nicht impulsiv. Ich würde sagen: bestimmt. Er erwartet, dass man seinen Platz kennt und ihn nicht zwingt, ihn daran zu erinnern.“ Ein kurzer Atemzug, als prüfe er die Angemessenheit seiner Worte. „Er kann durchaus freundlich sein, auch wenn er es nicht immer offen zeigt. Doch wer ihm nützlich ist oder Loyalität beweist, findet in ihm einen verlässlichen Herrscher. Seine Forderungen sind nicht willkürlich – zumindest hatte ich diesen Eindruck.“ Pietro senkte leicht den Blick. „In seiner Schuld zu stehen bedeutet nicht, sich klein zu fühlen. Eher … dass man aufmerksam sein sollte.“
Als Benedetto schließlich San Sisto erwähnte, nickte Pietro zustimmend.
„Ich werde am Donnerstag dort sein und Euren Namen nennen. Es ist gut zu wissen, dass ich in dieser Stadt einen Ort haben kann, an dem ich schreiben und dienen darf.“
Er richtete sich ein wenig auf, ohne die Haltung der Demut zu verlassen.
„Ich danke Euch, Bruder Benedetto. Für die Gelegenheit und für das Vertrauen, das Ihr mir damit entgegenbringt.“
Dann schwieg er wieder, wie es einem Chronisten geziemt, der weiß, wann Worte genug sind.
[1119] Pietro wird bei Benedetto vorstellig [Pietro, SL]
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Re: [1119] Pietro wird bei Benedetto vorstellig [Pietro, SL]
Ein paar, kurze Notizen waren in einer so fließenden Bewegung in das Wachstäfelchen geritzt, das man annehmen konnte das er schon viele tausend solcher Täfelchen beschrieben hatte. Auch wenn er nach wie vor platzsparend klein, mit wenigen Worten, aj vielleicht sogar nur stichwortartig seine Notizen niederschrieb.
"Gut. Ich benötige dich außerdem für eine meiner Aufgaben hier. Bin ich doch Chronist und Geissel. Und die eine Tätigkeit frisst mehr Zeit als die andere. Du kannst mir daher zur Hand gehen. Als Schreiber, versteht sich." als hätte er einen Witz gemacht das er den Neugeborenen mit einem Griffel als Hilfs-Geissel losschicken würde gluckste er einen Moment. Das er genau das seit vielen Jahrzehnten tat schien ihm dabei gar nicht einmal aufzufallen.
"Für beide Aufgaben benötige ich eine Übersicht welche Kainiten sich in der Domäne befinden und wo diese anzutreffen sind. Insbesondere ob sie sich zur See bewegen oder in den Randbereichen der Domäne ihren Geschäften nachgehen. Vielleicht könntet ihr ein paar mal im Elysium vorbeischauen und solcherlei Informationen für mich einsammeln. Ich schaffe es leider nicht mehr sondelrich häufig dort hin und würde ungern jemandem einen Pfahl durch das Herz rammen der bereits ein gemeldeter Gast ist, nur weil ich ihn noch nie gesehen habe. Wäre das etwas das du für mich erledigen könntest?" und schon kam die Retour für die Unterkunft im Nachbarkloster. In der Nacht war wirklich überhaupt nichts umsonst, auch wenn man es so freundlich und brüderlich verkaufte wie der feiste Benediktiner der Pietro gegenüber den Anschein einer bereits ein wenig angegammelten Wasserleiche machte.
"Gut. Ich benötige dich außerdem für eine meiner Aufgaben hier. Bin ich doch Chronist und Geissel. Und die eine Tätigkeit frisst mehr Zeit als die andere. Du kannst mir daher zur Hand gehen. Als Schreiber, versteht sich." als hätte er einen Witz gemacht das er den Neugeborenen mit einem Griffel als Hilfs-Geissel losschicken würde gluckste er einen Moment. Das er genau das seit vielen Jahrzehnten tat schien ihm dabei gar nicht einmal aufzufallen.
"Für beide Aufgaben benötige ich eine Übersicht welche Kainiten sich in der Domäne befinden und wo diese anzutreffen sind. Insbesondere ob sie sich zur See bewegen oder in den Randbereichen der Domäne ihren Geschäften nachgehen. Vielleicht könntet ihr ein paar mal im Elysium vorbeischauen und solcherlei Informationen für mich einsammeln. Ich schaffe es leider nicht mehr sondelrich häufig dort hin und würde ungern jemandem einen Pfahl durch das Herz rammen der bereits ein gemeldeter Gast ist, nur weil ich ihn noch nie gesehen habe. Wäre das etwas das du für mich erledigen könntest?" und schon kam die Retour für die Unterkunft im Nachbarkloster. In der Nacht war wirklich überhaupt nichts umsonst, auch wenn man es so freundlich und brüderlich verkaufte wie der feiste Benediktiner der Pietro gegenüber den Anschein einer bereits ein wenig angegammelten Wasserleiche machte.