[1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

Moderatoren: Ilario, Henri de la Nuit

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Ida
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ida »

Ida lauschte Ilarios sanftem, fast mitleidigem Tonfall, ohne dass sich eine einzige Faser ihres Körpers entsannte. Sie durchschaute das kalkulierte Spiel aus Zuckerbrot und Peitsche, das er als Lasombra so meisterhaft beherrschte. Doch als er davon sprach, dass die Dunkelheit noch ganz andere Schrecken bereithielt, neben denen Mohameds Verliese verblassten, veränderte sich etwas in ihrer Aura.

Ihre blau-grauen Augen fixierten ihn. Es lag kein Schrecken in ihrem Blick, sondern das tiefe, uralte Wissen ihres Blutes. Setiten entsprangen der Finsternis. Sutekh selbst wurde im Abyss geboren und war dorthin zurückgekehrt, lange bevor die Lasombra lernten, mit den Schatten zu spielen. Ilario drohte einer Tochter der Nacht mit der Dunkelheit, ein beinahe amüsanter Fehlschluss.

Als er jedoch das Wort „Sicherheitslücke“ aussprach und laut darüber nachdachte, sie zu vernichten, weiteten sich Idas Augen abrupt. Es war kein Ausdruck von Furcht, sondern echte, fassungslose Entrüstung über so viel Kurzsichtigkeit. Sie schüttelte den Kopf mit einer so heftigen, absolut bestimmten Härte, dass ihr blonder Zopf peitschte.

"Nein."

Noch während er versuchte, ihre Reaktion zu ergründen, griff sie nach der Feder. Sie wartete nicht, bis er das Gespräch beendete. Mit schnellen, harten Strichen hämmerte sie die Tinte auf das Papier, wobei ihr Zeigefinger immer wieder anklagend auf die Stellen tippte, die sie eigentlich längst entlasten sollten:

"Ihr sprecht von unklaren Loyalitäten und einer Sicherheitslücke, Herr Seneschall? Wenn ich eine Spionin für Mohamed wäre, wenn mein Wille gebrochen worden wäre, stünde ich dann hier vor Euch? Hätte ich Euch dann sein Angebot und seine Bedingungen sofort offen auf den Tisch gelegt? Ein wahrer Spion schweigt. Er kriecht unbemerkt zurück in Eure Domäne, verheilt seine Wunden im Verborgenen und sendet Berichte aus den Schatten, während er Euch ins Gesicht lächelt. Ich aber bin direkt zu Euch gekommen. Ich habe vor Euren Augen meine Lippen aufgeschnitten. Ich habe Euch Mohameds Kohle vor die Füße gespieen. Ich habe Euch die nackte, hässliche Wahrheit diktiert, noch bevor das Blut auf meinem Kleid getrocknet ist. Das ist nicht das Verhalten einer Verräterin. Das ist das Verhalten einer Frau, deren Loyalität zu Genua mit ihrem eigenen Fleisch bezahlt wurde."

Sie hielt kurz inne, strich sich das Blut vom Kinn, das die Feder zu benetzen drohte, und schrieb mit eiskalter, scharfer Logik weiter:

"Wenn Ihr mich vernichtet, tut Ihr exakt das, was Mohamed von Euch erwartet. Ihr tanzt nach seiner Pfeife. Ihr zerstört eine loyale Spielfigur, weil er es Euch so diktiert hat. Wenn Ihr mich aber leben lasst, gebt Ihr Genua die mächtigste Waffe, die Ihr gegen ihn haben könnt: Eine kontrollierte Verbindung. Mohamed erwartet Berichte von mir? Wir werden ihm Berichte senden. Aber es werden Berichte sein, die jedes Wort enthalten, das Genua ihn glauben lassen will. Wir machen seine Falle zu unserem Spielfeld. Ihr habt mir Vergeltung angeboten, Herr Seneschall. Und ich nehme dieses Angebot an. Ich will Mohamed zu Fall bringen. Ich will ihn vernichtet sehen für das, was er meinem Fleisch und meinem Stolz angetan hat. Aber Rache ist ein Geschäft, das man mit kühlem Kopf abwickelt. Lasst mich mein Doppelspiel beginnen, um sein Vertrauen zu erschüttern, während wir seinen Untergang planen."

"Und was den Bankier betrifft: Ich habe es niedergeschrieben und mein Wort ist Gesetz. Ich werde nach Sardinien zurückkehren. Ich werde ihn entführen und ich werde ihn Euch ausliefern. Nicht weil ich muss, sondern weil ich ein begonnenes Geschäft niemals unvollendet lasse. Erlaubt mir, Mohameds Hochmut gegen ihn selbst zu wenden. Die Dunkelheit, mit der Ihr droht, erschreckt mich nicht. Mein Blut kennt den Abyss besser, als Eure Schatten es je könnten."

Mit einer sittsamen, aber unnachgiebigen Geste schob sie ihm das Pergament hin. Sie bot ihm kein Flehen, keine Demut. Sie bot ihm einen strategischen Geniestreich und die unbändige, kalte Motivation einer Frau, die ihren Peiniger brennen sehen will.
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Ilario
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ilario »

"Ich finde euren Mangel an Demut beklagenswert." Die Stimme des Lasombra klang kalt, nicht wütend aber die Verärgerung drang spürbar durch. "Er wird nur noch durch eure Impertinenz in den Schatten gestellt. Ihr begreift offenbar nichteinmal, dass ihr bei Mohammed in einer Lebensschuld steht. All das... endet. Jetzt." Auf seinen Wink hin verließ die noch neben der Tür verbliebene Wache den Raum und schloss die Tür.

Ihre Worte über den Abyss, die Geringschätzung des Clans der Schatten, ließen die Stimmung in der Kapelle noch eisiger werden. Die Augen des Lasombra wurden zu schmalen Schlitzen, sein Tonfall leise-flüsternd, lauernd.


"Ihr fürchtet die Finsternis nicht... Ist das so?"

Schlagartig erfüllte eine abgründige Dunkelheit* die Kapelle. Jedes Licht schluckend, jeden Klang dämpfend und jede Lebenskraft erstickend...


* Schattenspiele 2: @Ilario (Martin) I rolled 8d10 for you which resulted in 47.
Results: 4 9 1 10 8 6 4 5.
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Ida
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ida »

Als die Finsternis wie eine eiskalte Welle über die Kapelle hereinbrach, erlosch auch jede Möglichkeit des Widerstands. Die Kälte schnitt durch Idas dünnes Kleid, und die lastende Schwere der nächtlichen Finsternis drückte auf ihre Brust wie eine physische Hand. Das war die geballte, gnadenlose Macht des Seneschalls von Genua, dem Kind des Prinzen. In dieser absoluten, erstickenden Schwärze erreichte Idas scharfer Verstand die rettende Klarheit. Sie war zu weit gegangen. Ihre Feder war zu scharf gewesen, sie hatte einen Würdenträger in seiner eigenen Festung herausgefordert. Ihn jetzt noch weiter zu reizen, wäre kein Stolz mehr gewesen, sondern purer Leichtsinn. Ein guter Händler weiß, wann er feilscht und wann er den Preis des Gegenübers akzeptiert, um das eigene Überleben zu sichern.

Das Pergament auf dem Tisch war in dieser vollkommenen Nacht nutzlos geworden. Sie konnte Ilario keine Worte mehr diktieren, sondern ihm nur noch durch Taten antworten.
Ida erhob sich nicht. Sie versuchte nicht, in der Schwärze nach ihm zu greifen oder sich zu rechtfertigen. Stattdessen gab sie dem Druck der Finsternis nach.

Langsam glitt sie von ihrem Stuhl hinab. Sie tastete nicht panisch im Raum, sondern ließ sich direkt neben dem Tisch auf die Knie sinken. Es war das bittere, notwendige Eingeständnis ihrer Position. Sie beugte den Oberkörper tief nach vorn, legte die Stirn auf die kalten, steinernen Bodenplatten der Kapelle und streckte die Arme flach mit den Handflächen nach oben vor sich aus. Es war die absolute, unmissverständliche Haltung der Unterwerfung. Sie bot ihm keine Stirn mehr, sondern ihren Nacken.

In der lautlosen, eisigen Dunkelheit sandte sie ihm kein Aufbegehren mehr entgegen. Wenn Ilario nach ihrer Aura lauschte, würde er spüren, dass die arrogante Schärfe aus ihr gewichen war. Zurück blieb nur die stille Akzeptanz einer Kainitin, die ihre Lektion gelernt hatte. Sie hatte den Seneschall aus seiner Komfortzone gezwungen und seinen Zorn gesehen, nun beugte sie sich vor der Finsternis und wartete auf sein Urteil.
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ilario »

Es erfolgte kein Urteil, oder doch? Jedenfalls keines, das erwartbar gewesen wäre. Zunächst regte sich nichts in der Finsternis, dann jedoch erstarben auch die letzten, gedämpften Geräusche die noch erahnbar gewesen sein mochten. Ida blieb allein, blind, stumm und taub in der zehrenden Kälte des Abgrunds. Der steinerne Boden der Kapelle, den sie unter ihren Händen, unter ihrer Stirn spürte, gab möglicherweise Halt, doch keine Wärme. Er war genauso kalt wie die der Schwärze gewichene Luft.

Nichts regte sich.
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Ida
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ida »

Die Dunkelheit war absolut. Ein gieriges, lebendiges Nichts, das jede Farbe, jeden Laut und jede Wärme fraß. Für einen Sterblichen wäre diese sensorische Deprivation der sichere Weg in den Wahnsinn gewesen. Und ein stolzer Lasombra wie Ilario glaubte zweifellos, dass diese Demonstration seiner Macht ausreichte, um Ida in die Knie zu zwingen. Um ihr zu zeigen, wie unbedeutend sie in diesem großen Spiel war.

Doch er irrte sich.

Ida lag auf dem eiskalten Steinboden der Kapelle. Sie spürte die zehrende Kälte des Abgrunds, die wie Nadeln an ihrer Haut fraß, und sie konnte weder hören noch sehen. Aber sie zitterte nicht. Das Blut, das durch ihre kainitischen Adern floss, war das Blut der Schlange. Die Dunkelheit war für ihren Clan keine Strafe sie war die Ursuppe, der Ort, an dem die Wahrheit lag, verborgen vor den blendenden, verlogenen Lichtern der Sterblichen.

Ilario entzog ihr die Welt? Gut. Sie nahm diese Stille an.

In dieser absoluten Isolation, abgeschnitten von Genuas Intrigen, formte sich eine eiskalte Klarheit in Idas Geist. Das war also der große, mächtige Hof. Ein Seneschall, der sich hinter seinen kindischen Spielchen versteckte, anstatt einer nützlichen Verbündeten direkt ins Gesicht zu sehen. Eine Domäne, die so gelähmt war von ihrer eigenen Paranoia vor Mohammed, dass sie das eigentliche Potenzial vor ihrer Nase gar nicht mehr erkannte.

Sie dachten, sie würden sie strafen, indem sie sie in die Finsternis stürzten. Sie begriffen nicht, dass sie ihr damit nur einen Raum schenkten, in dem sie ungestört nachdenken konnte.

Ida schloss die Augen in der Schwärze. Sie wehrte sich nicht gegen die Kälte, sie nahm sie an, machte sich starr wie eine Schlange im Winter und wartete geduldig darauf, dass Ilario seine Spielchen beendete. Wenn dieser Vorhang aus Schatten sich hob, würde er keine gebrochene Frau vorfinden. Sondern eine eiskalte Tochter von Set, die bereit war, diese Farce geduldig auszusitzen.
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ilario »

Diese Dunkelheit blieb und hatte nichts mit der gemein, die Ida kannte. Sie zehrte selbst an ihrer untoten, geraubten Lebenskraft. Nichts tat sich, weder wich die Stille, noch verblasste die abyssale Finsternis. Sie blieb, ließ die Setitin allein mit sich und ihren Gedanken. Wie lange konnte man sich einreden alles wäre gut, wenn etwas an der eigenen Existenz nagte, sie dämpfte? Wann begann die Furcht in den hinteren Winkeln des Geistes sich zu regen, an den vermeintlichen Gewissheiten nagend, die die Ahnen ihr eingeflüstert hatten?

Nichts Wahrnehmbares geschah in der Dunkelheit, nur die Zeit verstrich und auch das Gefühl dafür erodierte ohne Sinneseindrücke nach und nach.
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ida »

Wann begann die Furcht? Wenn es nach Ilario ging, vermutlich genau jetzt. Die Dunkelheit war kein passiver Zustand; sie war ein Raubtier, das mit unsichtbaren Zähnen an Idas kainitischer Essenz nagte. Jede Sekunde lähmte sie weiter, dämpfte das ohnehin gestohlene Leben in ihren Adern und versuchte, die Gewissheiten zu zertrümmern, die man ihr einst eingeflüstert hatte.
Aber wo keine Sinneseindrücke mehr waren, gab es bald auch keinen Widerstand mehr.

Es gab keine Angst...

Ida lag auf dem eiskalten Steinboden, während die Finsternis schwer wie ein Haufen Sand auf ihr lastete. Das Nagen des Abgrunds schmerzte, doch inmitten dieses lähmenden Drucks zog sie langsam, fast unmerklich die Knie an. Sie krümmte ihren Körper zusammen, legte die Arme eng an die Brust und nahm auf den eiskalten Platten eine feste Embryonalstellung ein. Doch sie tat es nicht, um sich schutzsuchend vor Ilarios Zorn zu verstecken.

In ihrer tiefen, unerschütterlichen Philosophie war diese Schwärze kein Gefängnis und keine Strafe. Es war das Reich ihres Gottes. Set herrschte in der Unterwelt, er war der Meister der Schatten. Und dieser Abgrund war für die Tochter von Set nichts Geringeres als der sakrale Mutterleib der Finsternis selbst. Ilario glaubte, sie zu brechen, doch in Wahrheit entzog er sie nur den verlogenen, blendenden Lichtern dieser Welt. Er half ihr unbewusst dabei, ihre eigene Spiritualität auf die Spitze zu treiben. Diese Finsternis war eine Ursuppe, und Idas zusammengekrümmter Körper wartete hier unten geduldig. Sie wehrte sich nicht gegen die Kälte, sie ließ das Zeitgefühl erodieren und atmete die Schwärze metaphorisch ein.

Egal, wie diese Nacht enden würde, egal, ob der Seneschall die Schatten hob oder den finalen Schlag ausführte...Ida würde aus dieser Dunkelheit neugeboren werden...Spirituell transformiert...unempfänglich für die weltlichen Drohungen dieses Hofes. Es gab nur noch das stumme, ausdauernde Ausharren einer Kainitin, die in der Schwärzeihres Gottes ruhte...und wartete.
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ilario »

Vielleicht lauerte der Lasombra irgendwo dort draußen, doch weder erfolgte ein Schlag noch hob sich die stille Finsternis. Augenblicke wurden zu Minuten, dehnten sich zu Stunden. Man konnte Ilario vieles nachsagen, aber Ungeduld war keine seiner Eigenschaften.

Wie lange würde Ida aushalten?
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ida »

Minuten dehnten sich zu Stunden, und die Stunden verschmolzen zu einer formlosen Ewigkeit. Wenn Ilario glaubte, dass die Zeit sein treuester Verbündeter war, um ihren Geist zu mürben, dann verstand er die Natur der Schlange noch immer nicht. Ungeduld mochte keine Eigenschaft des Lasombra sein...doch absolute, unbewegliche Ausdauer war das Fundament von Idas gesamter Existenz.

In ihrer embryonalen Haltung auf dem kalten Stein war Ida längst über den Punkt reiner Schadensbegrenzung hinausgegangen. Ihr Geist hatte sich von den physischen Sinnen gelöst. Das Nagen der Dunkelheit war zu einem steten, vertrauten Hintergrundrauschen geworden, fast wie der Herzschlag einer dunklen Mutter, die ihr Kind im Leib bewacht.

Wie lange sie hier aushalten würde? So lange, wie es nötig war...

Kainitische Willenskraft war kein Strohfeuer, das nach ein paar Stunden der Isolation erlosch, und ihre Selbstbeherrschung war tief in ihrem Glauben verankert. Sollen die Schatten da draußen lauern. Sollen die Zeiger der Uhr sich drehen, bis die Nacht dem Tag wich und ein weiterer Kreislauf begann. Für Ida gab es in dieser heiligen Schwärze kein Gestern und kein Morgen mehr. Es gab nur das Hier und Jetzt, den Schutzraum ihres Gottes, in dem sie vollkommen ruhig verweilte.
Sie rührte keinen Muskel. Sie sandte kein Flehen aus. Sie war bereit, diese Ewigkeit auszusitzen, bis der Lasombra sich entschied, die Maskerade zu beenden...oder den Schleier selbst zu lüften. Sie war hier. Und sie ging nirgendwo hin.
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Re: [1120] Heimkehr im Schatten des Schweigens [Ilario, Ida]

Beitrag von Ilario »

Stunden vergingen. Dann verspürte Ida die unerbittliche Schwere des nahenden Tages, die bleierne Decke legte sich über sie und bald schon überkam sie die Starre.

Die verschlingende Dunkelheit des Abyss war vergangen und während die Nacht noch einige Augenblicke der Dämmerung trotzte, kehrte Ruhe ein in der Kapelle.

Weniger Augenblicke später schloss andernorts der Ilario mit einem sinistren Lächeln die Augen und sank auf seiner Bettstatt in die Starre des Tages.

Einige Minuten später sandte die Sonne erste Helligkeit von Osten. Der Tag begann, und unweigerlich tasteten sich das Licht auch durch die Fenster der Kapelle, fanden ihren Weg bis zu der ruhenden Kainitin...
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