[1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Als einer der Letzten kam Asim zum Hoftag. Er besaß keine aufwendige Kleidung, hatte sich aber zurecht gemacht und trug einen kleinen, weißen Turban da er heute seine sarazenische Erscheinung nicht runterspielen musste. Froh, wenn auch etwas eingeschüchtert mischte er sich unter die zahlreichen Gäste, nachdem er seinen verzierten Krummdolch, den er in einer roten Schärpe trug die er um seine Hüfte gebunden hatte als Geschenk überreichte. Er hatte noch genug davon und es war ein schönes Geschenk, das man vielleicht als Dienstangebot verstehen konnte, auch wenn er sich nicht näher dazu äußerte. Er verbeugte sich vor jedem bescheiden.
- Allegra Aldighieri
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Allegra fühlt sich so halb herausgetreten exponiert, und zugleich fremd in der Menge. Auf der Suche nach einem Anknüpfpunkt fällt ihr Blick auf Vincentes seltsam geschmückten Knotengürtel.
Froh darum, mit jemandem ins Gespräch zu kommen und nicht mehr den Eindruck zu machen, sie sei in das sich anbahnende Drama um Adamo verwickelt, tritt sie auf den Kapitän zu.
viewtopic.php?p=81974#p81974
Froh darum, mit jemandem ins Gespräch zu kommen und nicht mehr den Eindruck zu machen, sie sei in das sich anbahnende Drama um Adamo verwickelt, tritt sie auf den Kapitän zu.
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
So viele Untote auf einem Haufen! So viele neue Gesichter, so viele neue Gedanken!
Es fühlte sich wie das Summen eines aufgeregten Bienenschwarms für Angelique an. Als würde sich ihr Kopf füllen, wie eine Schweinsblase mit Blutwurst.
Sie hoffte, dass das nur die Präsenz so vieler mörderischer Monster auf einem Haufen war und nicht die Vorboten irgendeines posthypnotischen Befehls, den sie sich auf ihren närrischen Reisen eingefangen hatte.
Die lächerlichen Forderungen der Mailänder Metze waren ihr noch sehr präsent und sie fürchtete um ihren eigenen Willen, das einzige Geschenk Gottes, was ihr geblieben war.
Wie sie Hoftage hasste!
Es fühlte sich wie das Summen eines aufgeregten Bienenschwarms für Angelique an. Als würde sich ihr Kopf füllen, wie eine Schweinsblase mit Blutwurst.
Sie hoffte, dass das nur die Präsenz so vieler mörderischer Monster auf einem Haufen war und nicht die Vorboten irgendeines posthypnotischen Befehls, den sie sich auf ihren närrischen Reisen eingefangen hatte.
Die lächerlichen Forderungen der Mailänder Metze waren ihr noch sehr präsent und sie fürchtete um ihren eigenen Willen, das einzige Geschenk Gottes, was ihr geblieben war.
Wie sie Hoftage hasste!
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"
- Il Cavaliere
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Die Einladung für den Hoftag hatte ihn überrascht, war doch – für kainitische Verhältnisse – vor kurzem doch erst der Wettkampf der Künste als eine Veranstaltung unter den Augen des Prinzen ausgetragen worden. Offenbar gab es wichtige Ankündigungen zu machen. Für diesen Abend hatte er Vorbereitungen getroffen. Unterkünfte, Kleidung, Verpflegung, Anreisezeiten und andere Dinge organisiert. Alles verlief reibungslos und er hatte keinen Grund zur Verärgerung. Die Kleider für den Abend waren neu geschneidert und aufeinander abgestimmt. Blutrote Seidenhemden, dunkel gegerbte Hosen aus dem zartesten Leder das er erwerben konnte. Leicht gefütterte Lederwesten mit Silber durchwirkten Verzierungen. Umhänge aus ebendiesem Leder mit verschiedenen Pelzbesätzen. Ein Meisterwerk der Etikette und Handwerkskunst. Sein Geschenk hatte er bereits im Vorfeld an die Villa übersenden lassen*, ganz so, wie es gefordert wurde.
Es war nicht nur ein Hoftag. Es ging auch um Repräsentation. Vermutlich würde es auch um die Aufgabe und die Fürsprecher gehen und es würde sich zeigen wieviel auf die Worte der Harpyie oder der Herolde zu geben war. Er hatte zwei seiner Fürsprecher und den Fortschritt über die Aufgabe innerhalb der gegebenen Frist an den verblichenen ersten Herold gemeldet und die Harpyie ebenfalls noch einmal darauf aufmerksam gemacht. Sein Handel mit Galeno, der nun Nubis hieß, sollte ihm ebenfalls noch Erwähnung finden lassen und auch einer seiner Fürsprecher hatte zugesagt ihn bei der Verbesserung von Genuas kulturellem Ansehen zu unterstützen. Auch weiterer Dinge hatte er sich angenommen und so der Domäne und ihren sterblichen und unsterblichen Bewohnern Handwerksstücke hinzugefügt.
Kurz nach dem Erwachen hatte er gebadet, die vorbereiteten Kleider angelegt und noch letzte Gespräche im Schutz seiner Zuflucht geführt, ehe er hinaustrat in die Dunkelheit, um sich gemeinsam mit weiteren Gästen der Domäne in Richtung Villa Illuminata zu begeben. Mit dem gebotenen Respekt begrüßte er den höherstehenden Gast* und gliederte sich in den Tross ein der in Richtung der Villa Illuminata aufbrach. Vielleicht würde es diesmal ruhiger für ihn werden und wenn nicht, konnte sich sein Lehensherr selbst ein Bild machen.
Das Bellen der Hunde vermochte den aufkeimenden Tumult im Inneren vielleicht etwas zu unterbrechen. Waren da etwa mehrere Raubtiere angekommen? Zumindest schienen sich die Hunde nicht wirklich zu beruhigen als dort mehrere Personen schließlich das Castelleto erreichten und nach einer kurzen Begrüßung des Allesfressers, scheinbar in perfektem Einklang die Casa betraten. Sie alle trugen die schwarzen schweren Stiefel, eine schwarze Lederhose mit silbernen Stickereien an der Seite. Dazu ein Hemd aus blutroter Seide, eine Lederweste, die wohl auch etwas Schutz bieten mochte und mit feinem Silberdraht verziert war. Über die Schultern hatten alle einen Umhang ähnlicher Machart, doch mit unterschiedlichen Pelzbesätzen. Als erstem oblag es einem dunkelhaarigen Mann, mit dunklen Rändern unter den wachen Augen den Raum zu betreten und er machte nicht halt, bevor sein weiteres Gefolge nicht eingetreten war. Der Bärenpelz machte deutlich, dass er in dieser Gesandtschaft die Führung innehatte und auch ein Schwert hing in einer verzierten Schwertscheide an dessen Seite. Etwas rechts hinter ihm, mit einem Wolfspelz, war ein Mann an die vierzig, mit braunem Haar und sauber gestutztem Bart. Auch dieser trug ein Schwert an der Seite, ganz im Gegensatz zum linksstehenden Mann, den die Anwesenden wohl als Gabriel kannten. Auch er trug die gleiche Kleidung, jedoch war dessen Umhang mit einem Fuchsfell versehen. In der Mitte des Raumes machten die drei Personen halt und ohne ein erkennbares Zeichen trat Gabriel vor und machte den Anwesenden die drei Kainiten bekannt „Seine höchstverehrte Majestät Josef Szőkyel. Prinz der genuesisch-sardischen Territorien. Ancilla vom Clan der Gelehrten. Vasall ihrer höchstverehrten Majestät Aurore, Prinz von Genua, Ahn vom Blut der Könige, Kind des Geoffrey le Croise, Ahn vom Blut der Könige, Kind des Alexandre de Paris, Ahnherr vom Blut der Könige, Kind des Ventrue, erster seines Blutes, Kind des Enoch, des Weisen, Kind des Kain, des Vaters.“ er machte eine kurze Pause um dem Stand gerecht zu werden, ehe er seinen weiteren Begleiter vorstellt. „In Begleitung des wohlwerten Leandro Cerquiera, Kind des Miguel Andrade Ancilla der Gelehrten.“ Alle drei schenkten den versammelten Gästen die gebotene Aufmerksamkeit, ganz so, als wären sie ein allnächtlicher Teil der hiesigen Gesellschaft und würden nicht aus Sardinien anreisen.
Der Blick des Brujahprinzen glitt über die versammelte Kainitenschaft, fordernd. Ja er erkannte einige Gesichter wieder, andere waren ihm fremd, von jedem aber forderte er den Respekt ein der ihm zustand. Als Ancilla und als Prinz. Besonders lange, kalt und berechnend, besah er die Geißel von Clan des Tiers, Arash.
Es war nicht nur ein Hoftag. Es ging auch um Repräsentation. Vermutlich würde es auch um die Aufgabe und die Fürsprecher gehen und es würde sich zeigen wieviel auf die Worte der Harpyie oder der Herolde zu geben war. Er hatte zwei seiner Fürsprecher und den Fortschritt über die Aufgabe innerhalb der gegebenen Frist an den verblichenen ersten Herold gemeldet und die Harpyie ebenfalls noch einmal darauf aufmerksam gemacht. Sein Handel mit Galeno, der nun Nubis hieß, sollte ihm ebenfalls noch Erwähnung finden lassen und auch einer seiner Fürsprecher hatte zugesagt ihn bei der Verbesserung von Genuas kulturellem Ansehen zu unterstützen. Auch weiterer Dinge hatte er sich angenommen und so der Domäne und ihren sterblichen und unsterblichen Bewohnern Handwerksstücke hinzugefügt.
Kurz nach dem Erwachen hatte er gebadet, die vorbereiteten Kleider angelegt und noch letzte Gespräche im Schutz seiner Zuflucht geführt, ehe er hinaustrat in die Dunkelheit, um sich gemeinsam mit weiteren Gästen der Domäne in Richtung Villa Illuminata zu begeben. Mit dem gebotenen Respekt begrüßte er den höherstehenden Gast* und gliederte sich in den Tross ein der in Richtung der Villa Illuminata aufbrach. Vielleicht würde es diesmal ruhiger für ihn werden und wenn nicht, konnte sich sein Lehensherr selbst ein Bild machen.
Das Bellen der Hunde vermochte den aufkeimenden Tumult im Inneren vielleicht etwas zu unterbrechen. Waren da etwa mehrere Raubtiere angekommen? Zumindest schienen sich die Hunde nicht wirklich zu beruhigen als dort mehrere Personen schließlich das Castelleto erreichten und nach einer kurzen Begrüßung des Allesfressers, scheinbar in perfektem Einklang die Casa betraten. Sie alle trugen die schwarzen schweren Stiefel, eine schwarze Lederhose mit silbernen Stickereien an der Seite. Dazu ein Hemd aus blutroter Seide, eine Lederweste, die wohl auch etwas Schutz bieten mochte und mit feinem Silberdraht verziert war. Über die Schultern hatten alle einen Umhang ähnlicher Machart, doch mit unterschiedlichen Pelzbesätzen. Als erstem oblag es einem dunkelhaarigen Mann, mit dunklen Rändern unter den wachen Augen den Raum zu betreten und er machte nicht halt, bevor sein weiteres Gefolge nicht eingetreten war. Der Bärenpelz machte deutlich, dass er in dieser Gesandtschaft die Führung innehatte und auch ein Schwert hing in einer verzierten Schwertscheide an dessen Seite. Etwas rechts hinter ihm, mit einem Wolfspelz, war ein Mann an die vierzig, mit braunem Haar und sauber gestutztem Bart. Auch dieser trug ein Schwert an der Seite, ganz im Gegensatz zum linksstehenden Mann, den die Anwesenden wohl als Gabriel kannten. Auch er trug die gleiche Kleidung, jedoch war dessen Umhang mit einem Fuchsfell versehen. In der Mitte des Raumes machten die drei Personen halt und ohne ein erkennbares Zeichen trat Gabriel vor und machte den Anwesenden die drei Kainiten bekannt „Seine höchstverehrte Majestät Josef Szőkyel. Prinz der genuesisch-sardischen Territorien. Ancilla vom Clan der Gelehrten. Vasall ihrer höchstverehrten Majestät Aurore, Prinz von Genua, Ahn vom Blut der Könige, Kind des Geoffrey le Croise, Ahn vom Blut der Könige, Kind des Alexandre de Paris, Ahnherr vom Blut der Könige, Kind des Ventrue, erster seines Blutes, Kind des Enoch, des Weisen, Kind des Kain, des Vaters.“ er machte eine kurze Pause um dem Stand gerecht zu werden, ehe er seinen weiteren Begleiter vorstellt. „In Begleitung des wohlwerten Leandro Cerquiera, Kind des Miguel Andrade Ancilla der Gelehrten.“ Alle drei schenkten den versammelten Gästen die gebotene Aufmerksamkeit, ganz so, als wären sie ein allnächtlicher Teil der hiesigen Gesellschaft und würden nicht aus Sardinien anreisen.
Der Blick des Brujahprinzen glitt über die versammelte Kainitenschaft, fordernd. Ja er erkannte einige Gesichter wieder, andere waren ihm fremd, von jedem aber forderte er den Respekt ein der ihm zustand. Als Ancilla und als Prinz. Besonders lange, kalt und berechnend, besah er die Geißel von Clan des Tiers, Arash.
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Auch Arash schien sich von Adamo irgendwie übergangen zu fühlen. Man konnte deutlich sehen wie seine Reißzähne ausfuhren und er begann sich rasch auf den Toreador zuzubewegen. Schon allein von der Art wie er sich bewegte mochte er den Beobachter daran erinnern das bisher ja noch gar kein Blut geflossen sei - sich dies aber vermutlich bald erledigen würde.
Der Gangrel hatte vielleicht die Hälfte der Strecke zu Adamo hinter sich, als das Eingangsportal erneut aufgestoßen wurde und die Brujah den Hof erreichten. Diese aus dem Augenwinkel weiter betrachtend steuerte er dennoch weiter auf den Toreador zu. Erst als Gabriel verkündete wer hier zu Besuch gekommen war hielt Arash inne und verneigte sich wie es ebenso Ferrucio tat. Sogar verdächtig ähnlich wie es Ferrucio tat.
Dann passierten Dinge gleichzeitig, denn im Hintergrund betraten zwei weitere Kainiten den Saal. Auch wenn es soeben im Raum merklich eine Nuance dunkler geworden war - ganz so als ob einige der Kerzen im Kerzenstände am Rande erloschen waren - zog der Seneschall viele Blicke und Reaktionen auf sich. Verneigungen, das rasche Absenken von Blicken und das Abbrechen von Gesprächen - wenn nich zuvor schon bei der Verkündung der jüngsten Gäste passiert.
Für jeden der in den letzten Jahren Kontakt mit jenem gehabt hatte, war die Gestalt Lydiadas ungewöhnlich gut zu erkennen, wenn auch trotz allem düster, verwaschene Gesichtszüge, ein falsches Echo in den festen Schritten. Die sterbliche Gestalt mochte einst nicht sonderlich auffällig gewesen sein, durschnittlich groß, sehr kurzes, schwarzes Haar und eine schwere Rüstung aus dunklem Stahl. Trotzdem war die Erscheinung kaum weniger als jene sterbliche Hülle. Das seltsame an ihm war nicht sein vernarbtes, ernste Gesicht oder die Art wie er meisten Anwesenden ignorierte. Es war die Art wie er auftrat. Irgendetwas daran war surreal. Als ob ein zu genauer Blick auf ihn die Augen Schmerzen ließ, ja wer einen zu genauen Blick auf ihn zu werfen versuchte, musste gar erfahren wie sich Schatten vom Rande des eigenen Sichtfeldes ins fokussierte Zentrum fraßen und das eigene Sichtfenster verkleinerten. Würde man gar erblinden, wenn man ihn zu lange beobachtete?
Seine festen Schritte waren sicher gesetzt. Am Gürtel trug er eine schlichte, schwarze Scheide in der ein Schwert mit breiter Klinge steckte.
Hinter dem Ahnen der Schatten, sich gleichzeitig vor jenem fürchtend wie bei ihm Schutz suchend, wackelte eine kleine, zusammengesunkene Gestalt. Sie war über und über in mehreren Lagen Lumpen gehüllt. Ein schmutziges Kopftuch verhüllten die strähnigen Haare. Das Gesicht war das einer uralten Frau, faltenzerfurcht, eingefallen, hässlich. Aber dennoch zu menschlich um wirklich eine der Nosferatu zu sein. Sie lief vom hohen Alter vorne übergebeugt, wackelig und humpelte. Ihre zitternden Hände rieb sie ständig und ihre dunklen Augen zuckten nervös hin und her. Den Eindruck, den sie machte war jämmerlich und bemitleidenswert.
La Strega wurde sie genannt, für alle die sie noch kannten aus der Zeit vor den Nächten. In der übergroßen Nase und Ohrläppchen blitzten goldene Ringe. Die Fingernägel waren schmutzig.
Vor allen Neugeborenen an denen sie vorüber kam, machte sie eine Verbeugung, wagte es nicht ihnen die die Augen zu sehen. Vor den Ancilla jedoch verbeugte sich die uralte Frau so tief, dass man immer den Eindruck hatte als würde sie jeden Moment vorne überkippen und auf das Gesicht fallen, so umständlich und erbärmlich wirkten ihre Bewegungen. Einzig Vergonzo schenkte sie ein nervöses Lächeln, dass aber mehr zu einem Grinsen verzerrt war. Ansonsten hielt sie sich in Lydiadas Nähe auf. Ganz offenbar fühlte sie sich an diesem Ort unwohl.
Auch Arash hielt inne und grüßte den Älteren der Lasombra auf eine Art und Weise zu, wie es ebenso Ferrucio tat. Was jener jedoch mit einem aufblitzen der Zähne beantwortete - was ein schräges Lächeln hätte sein können - oder eine charmante Art gebleckte Zähne zu zeigen.
Lydiadas seinerseits grüßte lediglich Josef Szokyel mit einer leichten Verneigung, ehe er an der versammelten Gruppe Kainiten vorbeirauschte. Direkt auf den Thron zu. Er ging dabei nicht ungebührlich schnell, aber jeder der seinem Gang durch den Saal mit den Augen folgte gelangte zu der Erkenntnis, das er sich auf dem Löwenthron niederlassen werde, wenn ihn niemand davon abhalten würde...
Der Gangrel hatte vielleicht die Hälfte der Strecke zu Adamo hinter sich, als das Eingangsportal erneut aufgestoßen wurde und die Brujah den Hof erreichten. Diese aus dem Augenwinkel weiter betrachtend steuerte er dennoch weiter auf den Toreador zu. Erst als Gabriel verkündete wer hier zu Besuch gekommen war hielt Arash inne und verneigte sich wie es ebenso Ferrucio tat. Sogar verdächtig ähnlich wie es Ferrucio tat.
Dann passierten Dinge gleichzeitig, denn im Hintergrund betraten zwei weitere Kainiten den Saal. Auch wenn es soeben im Raum merklich eine Nuance dunkler geworden war - ganz so als ob einige der Kerzen im Kerzenstände am Rande erloschen waren - zog der Seneschall viele Blicke und Reaktionen auf sich. Verneigungen, das rasche Absenken von Blicken und das Abbrechen von Gesprächen - wenn nich zuvor schon bei der Verkündung der jüngsten Gäste passiert.
Für jeden der in den letzten Jahren Kontakt mit jenem gehabt hatte, war die Gestalt Lydiadas ungewöhnlich gut zu erkennen, wenn auch trotz allem düster, verwaschene Gesichtszüge, ein falsches Echo in den festen Schritten. Die sterbliche Gestalt mochte einst nicht sonderlich auffällig gewesen sein, durschnittlich groß, sehr kurzes, schwarzes Haar und eine schwere Rüstung aus dunklem Stahl. Trotzdem war die Erscheinung kaum weniger als jene sterbliche Hülle. Das seltsame an ihm war nicht sein vernarbtes, ernste Gesicht oder die Art wie er meisten Anwesenden ignorierte. Es war die Art wie er auftrat. Irgendetwas daran war surreal. Als ob ein zu genauer Blick auf ihn die Augen Schmerzen ließ, ja wer einen zu genauen Blick auf ihn zu werfen versuchte, musste gar erfahren wie sich Schatten vom Rande des eigenen Sichtfeldes ins fokussierte Zentrum fraßen und das eigene Sichtfenster verkleinerten. Würde man gar erblinden, wenn man ihn zu lange beobachtete?
Seine festen Schritte waren sicher gesetzt. Am Gürtel trug er eine schlichte, schwarze Scheide in der ein Schwert mit breiter Klinge steckte.
Hinter dem Ahnen der Schatten, sich gleichzeitig vor jenem fürchtend wie bei ihm Schutz suchend, wackelte eine kleine, zusammengesunkene Gestalt. Sie war über und über in mehreren Lagen Lumpen gehüllt. Ein schmutziges Kopftuch verhüllten die strähnigen Haare. Das Gesicht war das einer uralten Frau, faltenzerfurcht, eingefallen, hässlich. Aber dennoch zu menschlich um wirklich eine der Nosferatu zu sein. Sie lief vom hohen Alter vorne übergebeugt, wackelig und humpelte. Ihre zitternden Hände rieb sie ständig und ihre dunklen Augen zuckten nervös hin und her. Den Eindruck, den sie machte war jämmerlich und bemitleidenswert.
La Strega wurde sie genannt, für alle die sie noch kannten aus der Zeit vor den Nächten. In der übergroßen Nase und Ohrläppchen blitzten goldene Ringe. Die Fingernägel waren schmutzig.
Vor allen Neugeborenen an denen sie vorüber kam, machte sie eine Verbeugung, wagte es nicht ihnen die die Augen zu sehen. Vor den Ancilla jedoch verbeugte sich die uralte Frau so tief, dass man immer den Eindruck hatte als würde sie jeden Moment vorne überkippen und auf das Gesicht fallen, so umständlich und erbärmlich wirkten ihre Bewegungen. Einzig Vergonzo schenkte sie ein nervöses Lächeln, dass aber mehr zu einem Grinsen verzerrt war. Ansonsten hielt sie sich in Lydiadas Nähe auf. Ganz offenbar fühlte sie sich an diesem Ort unwohl.
Auch Arash hielt inne und grüßte den Älteren der Lasombra auf eine Art und Weise zu, wie es ebenso Ferrucio tat. Was jener jedoch mit einem aufblitzen der Zähne beantwortete - was ein schräges Lächeln hätte sein können - oder eine charmante Art gebleckte Zähne zu zeigen.
Lydiadas seinerseits grüßte lediglich Josef Szokyel mit einer leichten Verneigung, ehe er an der versammelten Gruppe Kainiten vorbeirauschte. Direkt auf den Thron zu. Er ging dabei nicht ungebührlich schnell, aber jeder der seinem Gang durch den Saal mit den Augen folgte gelangte zu der Erkenntnis, das er sich auf dem Löwenthron niederlassen werde, wenn ihn niemand davon abhalten würde...
Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Liutprand hatte sich in der Nähe des Löwenthrons positioniert, um die weiteren Ankömmlinge zu begutachten.
Als der Prinz von Sardinien den Raum betrat senkte Liutprand das Knie vor diesem und neigte das Haupt, um ihm den gebührenden Respekt zu zollen. Den anderen Brujah musterte er einen Augenblick etwas neugierig.
Dann betrat der Seneschall den Raum und er verbeugte sich tief vor dem Ahn. Er erhob sich wieder und verfolgte die Bewegung des Seneschalls. Die hutzelige hässliche Gestalt in dessen Schatten beachtete er nicht weiter. Dann dämmerte Liutprand, was der Seneschall vor hatte und seine Anspannung wuchs in seinem Körper. Die Gedanken in seinem Kopf rasten und er überlegte, was zu tun war. Als erster Liktor der Domäne hatte er Verantwortung...und er hatte einen Treueeid geschworen und dieser galt Aurore. Als Ventrue und auch als ihr Vasall war es seine Pflicht zu tun, was er nun tat. Er atmete bewusst ein und wappnete sich innerlich gegen die Spannungen, die nun folgen würden.
Und schließlich...war es Liutprand, der sich dem Seneschall kurz bevor dieser den Thron erreichte in den Weg stellte und sich wiederum tief vor diesem verneigte.
Als der Prinz von Sardinien den Raum betrat senkte Liutprand das Knie vor diesem und neigte das Haupt, um ihm den gebührenden Respekt zu zollen. Den anderen Brujah musterte er einen Augenblick etwas neugierig.
Dann betrat der Seneschall den Raum und er verbeugte sich tief vor dem Ahn. Er erhob sich wieder und verfolgte die Bewegung des Seneschalls. Die hutzelige hässliche Gestalt in dessen Schatten beachtete er nicht weiter. Dann dämmerte Liutprand, was der Seneschall vor hatte und seine Anspannung wuchs in seinem Körper. Die Gedanken in seinem Kopf rasten und er überlegte, was zu tun war. Als erster Liktor der Domäne hatte er Verantwortung...und er hatte einen Treueeid geschworen und dieser galt Aurore. Als Ventrue und auch als ihr Vasall war es seine Pflicht zu tun, was er nun tat. Er atmete bewusst ein und wappnete sich innerlich gegen die Spannungen, die nun folgen würden.
Und schließlich...war es Liutprand, der sich dem Seneschall kurz bevor dieser den Thron erreichte in den Weg stellte und sich wiederum tief vor diesem verneigte.
Nobilitas obligat
Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Paolo unterbrach sein Gespräch mit Weihlaer für einen Moment, als die Brujah eintraten, die er alle bis auf Gabriel, natürlich nicht als solche erkannte und so nickte er diesem zunächst zu und ging erst auf ein Knie herunter, als Gabriel seine Begleitung als Prinzen ankündigte und nickte Leandro kurz zu nachdem Paolo sich wieder erhoben hatte.
Als dann noch der Seneschall kurz danach kam, verneigte sich Paolo tief und hielt diese Pose auch solange bis der Lasombra an ihnen vorbei war.
Dass dieser zielgerichtet auf den Thron zu hielt, nahm der Ravnos gar nicht so wahr. Genauso gut konnte es auch nur die ungefähre Richtung sein und er sich daneben stellen.
Der nachschleichenden Frau sah er einen Moment nach. Jene hatte er noch nie gesehen.
Als dann noch der Seneschall kurz danach kam, verneigte sich Paolo tief und hielt diese Pose auch solange bis der Lasombra an ihnen vorbei war.
Dass dieser zielgerichtet auf den Thron zu hielt, nahm der Ravnos gar nicht so wahr. Genauso gut konnte es auch nur die ungefähre Richtung sein und er sich daneben stellen.
Der nachschleichenden Frau sah er einen Moment nach. Jene hatte er noch nie gesehen.
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- Atessa Federizzi
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Und auf einmal herrschte reges Treiben im Saal. Atessa beendete das Gespräch mit Allegra und wandte sich der Aufregung rund um ihren Clansbruder zu. Sie hatte nicht bemerkt, was genau passiert war, nur dass die Aufmerksamkeit auf ihm lag - und das nicht im Positiven.
Sie stand nicht in der Nähe ihrer Clansbrüder, hatten sie sich doch nicht in ihre Nähe begeben, als sie nach ihr eingetreten waren und so verhielt sich Atessa als stille Beobachterin dieses Aufruhrs. War das der Stand ihres Blutes hier und wie würden Liviu und Adamo reagieren.
Doch wurde ihre Aufmerksamkeit erneut umgelenkt, auf die Entourage von Fremden, von denen einer als Prinz und der andere als Ancilla vorgestellt wurde. So begab sich die Neugeborene auf ein Knie und senkte den Kopf, bevor sie Leandro eine Verbeugung schenkte.
Dann trat der Nächste ein, den sie nicht kannte - hektisch sah sich Atessa um und erblickte Liutprand - er verneigte sich tief vor dem für Atessa fremden Mann, der auf den Thron zusteuerte. Also tat sie es ihm gleich, das konnte zumindest nicht gänzlich falsch sein.
Welch Glück sie hatte, dass sie nicht mehr die Qualen der Sterblichen erleiden musste, sonst wäre dieser Abend ein Garant für Rücken- und Knieschmerzen.
Atessa richtete sich wieder auf und versuchte die Szenerie im Blick zu halten - ihre Clansbrüder, die Fremden... man hätte die Luft hier regelrecht schneiden können.
Sie stand nicht in der Nähe ihrer Clansbrüder, hatten sie sich doch nicht in ihre Nähe begeben, als sie nach ihr eingetreten waren und so verhielt sich Atessa als stille Beobachterin dieses Aufruhrs. War das der Stand ihres Blutes hier und wie würden Liviu und Adamo reagieren.
Doch wurde ihre Aufmerksamkeit erneut umgelenkt, auf die Entourage von Fremden, von denen einer als Prinz und der andere als Ancilla vorgestellt wurde. So begab sich die Neugeborene auf ein Knie und senkte den Kopf, bevor sie Leandro eine Verbeugung schenkte.
Dann trat der Nächste ein, den sie nicht kannte - hektisch sah sich Atessa um und erblickte Liutprand - er verneigte sich tief vor dem für Atessa fremden Mann, der auf den Thron zusteuerte. Also tat sie es ihm gleich, das konnte zumindest nicht gänzlich falsch sein.
Welch Glück sie hatte, dass sie nicht mehr die Qualen der Sterblichen erleiden musste, sonst wäre dieser Abend ein Garant für Rücken- und Knieschmerzen.
Atessa richtete sich wieder auf und versuchte die Szenerie im Blick zu halten - ihre Clansbrüder, die Fremden... man hätte die Luft hier regelrecht schneiden können.
- Il Cavaliere
- Erzähler
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Als Arashs Respektsbekundung gegenüber dem Prinzen und Ancilla so dürftig ausfiel, hob Josef fragend eine Augenbraue und sah kurz zu Gabriel. Ein Nicken bekundete, dass etwas zwischen den Brujah besprochen worden war, dann verzog der Prinz Nordsardiniens verächtlich eine Mundwinkel und bedachte das Ganze mit einer Geste als würde er sich Arashs Verneigung wie Schmutz vom Gewand wischen. Über die Schulter hinweg wollte er gerade den beiden anderen Brujah etwas verkünden, da wurde auch Josef von der Ankunft des Schwarzen Seneschalls unterbrochen, vor dem er sich verneigte ob seiner Stellung und Alters.
Die Szene vor dem Thron zwischen Luitprand und Lydiadas ließ nun höchste Konzentration und Anspannung bei dem Brujahprinzen erkennen. Noch nicht einmal begonnen, argwöhnte er, dass dieser Hof womöglich schon jetzt Blutvergießen gipfeln könne.
Die Szene vor dem Thron zwischen Luitprand und Lydiadas ließ nun höchste Konzentration und Anspannung bei dem Brujahprinzen erkennen. Noch nicht einmal begonnen, argwöhnte er, dass dieser Hof womöglich schon jetzt Blutvergießen gipfeln könne.
- Iulia Cornelia
- Ventrue
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Re: [1078] Das Bouquet der Debatten [Hof, Alle]
Asim hatte ein dezentes, beiläufig wirkendes Nicken der Ventrue erhalten, bevor die Ankunft des Prinzen von Sardinien Iulia dazu veranlasst hatte, ihr Gespräch umgehend zu unterbrechen. So hatte das Kind des Prinzen von Genua sich, noch weit bevor Gabriel überhaupt dazu gekommen war dessen Begleitung offiziell anzukündigen, auf ein Knie hinab begeben, sowie ihr Haupt in einer sowohl grüßenden, wie auch respektzollend anmutenden Geste, vor Josef geneigt, in jener ehrerweisenden Haltung verharrend, bis sein Blick über sie hinweggeglitten war und noch einige falsche Herzschläge länger, bevor sie sich langsam erhoben hatte, Leandro anschließend, ein zartes Lächeln des Widersehens schenkend, sowie ein höfliches Nicken, einem gesellschaftlich angesehenem Kainiten wie ihm angemessen, bevor sie Gabriel etwas weniger tief wie Leandro zuvor zunickte, wenn auch sich ihre Stirn bei dessen Vorstellung in zarte Fältchen gelegt hatte.
Bevor Iulia jedoch etwas sagen oder tun konnte, hatte das Flackern der Lichter dafür gesorgt, dass ihr Blick instinktiv in Richtung des Eingangs gezuckt war, bevor sie ihre blaugrauen Augen zu den Schuhen des Seneschalls absenkte, als dieser den Raum einnahm, gleichsam ihrem Körper. Regungslos verweilte sie knieend, als dieser zügig in Richtung Thron schritt, diesen nicht ab oder gar aufhaltend. Vielmehr wirkte es, als läge ein äußerst feines, wenn auch durchaus verbissen wirkendes Lächeln auf ihren Lippen, ob des eigenwilligen Humors des Ahnen vom Blut der Schatten. Liutprand, der sich diesem in den Weg stellte, fixierte sie derweil mit ihren blaugrauen Augen kurz, bevor sie ihren Blick dezent in einer verneinenden Geste hin und her wandern ließ, doch hielt sie ihren Bruder im Blute nicht verbal noch körperlich weiter auf, als dieser sich tief vor dem Seneschall verneigte, nachdem er sich diesem in den Weg gestellt hatte. Stattdessen erhob sie sich langsam von ihren beiden Knien und verharrte vorerst ruhig der Dinge, die unweigerlich geschehen würden, nachdem sie Liutprand diskret auf den Beginn eines vermeintlichen Fehlers hingewiesen hatte.
Bevor Iulia jedoch etwas sagen oder tun konnte, hatte das Flackern der Lichter dafür gesorgt, dass ihr Blick instinktiv in Richtung des Eingangs gezuckt war, bevor sie ihre blaugrauen Augen zu den Schuhen des Seneschalls absenkte, als dieser den Raum einnahm, gleichsam ihrem Körper. Regungslos verweilte sie knieend, als dieser zügig in Richtung Thron schritt, diesen nicht ab oder gar aufhaltend. Vielmehr wirkte es, als läge ein äußerst feines, wenn auch durchaus verbissen wirkendes Lächeln auf ihren Lippen, ob des eigenwilligen Humors des Ahnen vom Blut der Schatten. Liutprand, der sich diesem in den Weg stellte, fixierte sie derweil mit ihren blaugrauen Augen kurz, bevor sie ihren Blick dezent in einer verneinenden Geste hin und her wandern ließ, doch hielt sie ihren Bruder im Blute nicht verbal noch körperlich weiter auf, als dieser sich tief vor dem Seneschall verneigte, nachdem er sich diesem in den Weg gestellt hatte. Stattdessen erhob sie sich langsam von ihren beiden Knien und verharrte vorerst ruhig der Dinge, die unweigerlich geschehen würden, nachdem sie Liutprand diskret auf den Beginn eines vermeintlichen Fehlers hingewiesen hatte.