[1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

[März '25]

Moderator: Ilario

Benutzeravatar
Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Giuseppe »

Die Augen des kleinen Monsters lagen fest auf Lucianos.
Die Rechte ergriff seine Hand, zum ersten Mal, ohne darüber nachzudenken.

„Heute wirst du nicht vergessen, wer du bist.“

Er lächelte ihn an.
Seine Fratze hatte nichts menschliches.
Doch die Gefühle und Gedanken, welche sich hinter ihr abspielten, waren gut zu erkennen.

Er verstand diese Angst.

„Deswegen beginnen wir damit, uns zu erinnern, wer wir sind.“

Sein Lächeln wurde schief.

„Später, in einer anderen Nacht, werden wir kurz vergessen wer wir sind.“

Leicht hob er eine Kralle der anderen Hand in die Luft.

„Doch zunächst werden wir lernen, nicht zu fallen.“

Sanft lies er die er die Hand sinken.

„Wir werden nicht im Vergessen verweilen, sondern zu uns zurück kehren.“

Er sah ihn fest an.

„Heute geht es darum, wer du bist. Was du bist.
Wenn du das gelernt hast, wird er dich nie wieder auf diese Art bekommen."


Dann grinste er:

"Versuch nicht nach außen, sondern nach innen zu sehen.
Wenn dir dieser Ort hilft, dann mach es hier.
Wenn nicht, dann suchen wir einen anderen passenderen Ort."
Dieser Post kann Spuren von KI enthalten - Bei KI-Allergie bitte melden, wir führen auch KI-freie Posts
Benutzeravatar
Luciano Boccanegra
Jünger des Seth
Beiträge: 670
Registriert: So 5. Jan 2025, 15:35

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Luciano Boccanegra »

Luciano hielt inne, Giuseppes Worte hallten in ihm wider wie ein unerbittliches Echo. Sein Blick blieb auf das dunkle, tanzende Meer gerichtet, doch es waren keine Wellen, die er sah. Stattdessen tauchte er in die Schatten seiner Erinnerungen, in jene Tiefen, die er meist zu vermeiden suchte.

"Wer bin ich?" begann er leise, seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, doch jeder Laut trug eine Schwere mit sich. "Was macht mich aus?" Die Frage war an ihn selbst gerichtet, ein Zwiegespräch mit seinem eigenen Inneren. "Ich bin Luciano. Und ich bin mehr als das, was mein Erzeuger aus mir machen wollte. Ich bin mehr als seine Schatten."

Ein Zittern durchlief ihn, als die Last längst vergangener Tage in ihm hochstieg. "Aber manchmal," fuhr er fort, seine Stimme brüchig, "manchmal frage ich mich, ob es überhaupt richtig war, dass ich hier bin. Meine Mutter…" Er hielt inne, als würde er sich zwingen, die Worte auszusprechen. "Meine Mutter hat ihr Leben für mich gegeben. Im Kindbett. Sie starb, damit ich leben konnte. Doch war es das wert? Bin ich das wert?" Sein Blick senkte sich, als ob die Erde die Antwort auf seine Frage kennen könnte.

"Und mein Vater…" Ein bitteres, kaum merkliches Lächeln huschte über sein Gesicht, bevor es wieder verschwand. "Ihm konnte ich es nie recht machen, egal wie sehr ich es versuchte. Aber wie sollte ich auch? Er zeigte mir nie, was er wollte. Nie, wie ich hätte sein sollen. Es fühlte sich immer so an, als wäre ich nicht genug. Vielleicht war ich es auch nicht." Seine Schultern sanken leicht herab, ein Ausdruck der tief in ihm verwurzelten Resignation.

Doch dann schien etwas in ihm aufzuwachen. Er atmete tief durch und hob den Kopf, seine Augen funkelten entschlossener, als er sprach: "Trotzdem… ich trage diese Schuld mit mir. Wie ein Schild, das ich nicht ablegen kann. Doch ich will dieses Schild ablegen. Ich will besser sein, als ich früher war. Ich will zeigen, dass ich mehr bin, mehr sein kann, als es jemals von mir erwartet wurde. Selbst wenn das unmöglich erscheint, ich muss es versuchen."

Seine Hände ballten sich zu Fäusten, während er sich an seinen Erzeuger erinnerte, an die Nächte, die er in dessen Gewalt verbracht hatte. "Ahmose ibn Khalid…" Er sprach den Namen langsam aus, beinahe mit einem Hauch von Verachtung. "Er gab mir nie die Wahl. Er entschied für mich, was ich sein sollte. Und jetzt, jetzt bin ich hier. Mit dem Blut Seths in meinen Adern, das mich an meinen Clan bindet – an meine Familie." Das Wort schien schwer auf seinen Lippen zu liegen. "Eine Familie, die ich nicht verraten will. Selbst wenn sie es verdient hätte. Aber ich weiß auch…" Er zögerte, als ob es ihm schwerfiel, die Wahrheit laut auszusprechen. "Mein ganzes Sein… ist bereits ein Verrat an ihnen."

Luciano hob seinen Blick wieder, sah Giuseppe an, während seine Stimme sanfter, aber nicht weniger entschlossen wurde: "Ich will loyal sein. Ich will, dass meine Existenz mehr bedeutet als ein Fehler oder eine endlose Kette von Schuld und Verrat. Und wenn es einen Weg gibt, diese Loyalität mit meiner Freiheit zu vereinen, dann werde ich ihn finden – oder ihn selbst schaffen."

Er atmete langsam ein, ließ die salzige Luft des Meeres in seine Lungen strömen, und versuchte, seine Gedanken zu ordnen. "Du hast gesagt, ich muss zuerst herausfinden, wer ich bin," begann er erneut, seine Stimme klarer. "Vielleicht hast du recht. Vielleicht ist das der erste Schritt. Nicht für dich, nicht für meinen Erzeuger, sondern für mich selbst."

Luciano ließ den Blick über das Meer schweifen, lauschte dem ewigen Rauschen der Wellen, und fand schließlich Worte, die von einer inneren Kraft getragen wurden: "Heute werde ich mich erinnern. Ich werde mir klar machen, wer ich bin. Und eines Tages… eines Tages werde ich bereit sein, zu vergessen. Aber nicht heute. Noch nicht. Erst, wenn ich genau weiß, wo ich stehe, werde ich sicherstellen können, dass ich den Weg zurückfinde."

Er drehte sich zu Giuseppe, ein schwaches, aber ehrliches Lächeln auf seinen Lippen. "Also gut," schloss er mit sanfter, aber entschlossener Stimme. "Zeig mir, wie man sich erinnert. Und eines Tages… eines Tages zeig mir, wie man vergisst."
Benutzeravatar
Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Giuseppe »

Giuseppe betrachtete Luciano mit einem Hauch von Stolz.

„Das war ziemlich gut.“

Er zögerte einen Moment, suchte nach den richtigen Worten.

„Weißt du, wenn ich von Vergessen spreche, meine ich von unserem Geist.“
„Unser Ziel ist es, dass für einige Sekunden im Geist niemand oder jemand anderes zu sein.“


Ein Lächeln zog sich über sein verzerrtes Gesicht, spitze Zähne blitzten in der Dunkelheit.

„Aber was du niemals vergisst, ist deine Seele.“

Seine Stimme war ruhiger jetzt, fast sanft.

„Der Kern dessen, was du bist. Und der Kern dessen, was du sein möchtest. Du musst sie nur finden.“
„Nachdem dein Geist vergessen hat und dieses Bild in die Nacht hinausgeschrien wurde… suchst du nach dem, was dich wirklich ausmacht. Nicht dass was andere und das Leben aus dir machen wollten, sondern deinen eigenen Kern.“


Seine Hand legte sich auf sein Herz während er weiter sprach:

"Und dann kehrst du zurück."

Das kleine Monster legte Luciano eine Hand auf die Schulter, ein seltener Moment von Nähe.

„Ich glaube, du hast längst bewiesen, dass du diesen Teil von dir immer wiederfinden wirst.“

Seine großen, liedlosen Augen ruhten auf Luciano, sanft, nicht fordernd.

„Nun musst du es nur noch selber glauben und immer wieder üben.“
"Deine Seele erforschen und immer wieder für dich herausfinden, was du bist."


Kein Spott lag in seinen Worten, nur eine nüchterne Feststellung.
Dann musterte er Luciano mit einem nachdenklichen Blick.

„Möchtest du über das sprechen, was du gerade gesagt hast? Oder…“

Sein Blick wurde nachdenklich, ein vorsichtiges Lächeln stahl sich in seine Fratze.

„Möchtest du einen Teil meiner Seele sehen?“
Dieser Post kann Spuren von KI enthalten - Bei KI-Allergie bitte melden, wir führen auch KI-freie Posts
Benutzeravatar
Luciano Boccanegra
Jünger des Seth
Beiträge: 670
Registriert: So 5. Jan 2025, 15:35

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Luciano Boccanegra »

Luciano ließ Giuseppes Worte auf sich wirken, spürte eine Welle der Erleichterung und leises Glück in sich aufsteigen. Das Lob seines Begleiters erfüllte ihn mit Stolz, ein seltenes Gefühl, das ihn für einen Moment aufrecht stehen ließ. Es war, als ob Giuseppe mehr Vertrauen in ihn hatte, als er es selbst besaß – eine Erkenntnis, die ihn gleichermaßen berührte wie nachdenklich stimmte.

Die Offenbarungen, die in dieser Unterhaltung geteilt wurden, hatten ihren Tribut gefordert, nicht körperlich, doch auf einer tieferen, seelischen und mentalen Ebene.

Er hob den Blick zu Giuseppe, ein feines, fast unscheinbares Lächeln umspielte seine Lippen. „Ich brauche nicht über das zu sprechen, was ich gesagt habe,“ sagte er leise. „Ich kenne es. Ich erkenne es. Deswegen konnte ich es sagen.“ Seine Stimme war ruhig, doch trug sie die Schärfe von Klarheit und Einsicht, die er durch diese Worte gewonnen hatte.

Er ließ eine kurze Pause entstehen, um die Bedeutung seiner nächsten Worte zu unterstreichen. „Wenn du Fragen hast, Giuseppe, werde ich sie dir gern beantworten.“ Es war eine offene Einladung, von einer brüderlichen Verbundenheit getragen, die sich zwischen den beiden langsam zu entfalten schien.

Sein Blick blieb auf Giuseppes Gesicht ruhen, als er schließlich fortfuhr, leise, fast schon vertraulich: „Und was deinen Vorschlag angeht – du brauchst nicht zu fragen, ob ich einen Teil deiner Seele sehen möchte. Wenn du etwas teilen willst, Giuseppe, dann werde ich es mit Dankbarkeit annehmen.“
Benutzeravatar
Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Giuseppe »

In der gespannten Haut um Giuseppes schwarze, lidlose Augen bildeten sich feine, schelmische Fältchen, als Luciano anbot, seine Fragen zu beantworten.

Doch er schüttelte leicht den Kopf.
Darum ging es heute nicht.

Wenn Luciano begonnen hatte, sich selbst besser zu verstehen, waren sie dem Ziel ihrer Übung ohnehin bereits näher gekommen.

„Ein anderer Weg“, sagte Giuseppe leise, „ist es, einen Teil des eigenen Selbst hinauszuschreien.“

Die dunklen Augen des kleinen Monsters ruhten still auf Luciano, aufmerksam, fast ernst.

„Ich werde es dir zeigen“, murmelte er mit einem schiefen Lächeln,
„aber Vorsicht – ich glaube nicht, dass es besonders schön ist.“

Noch während er sprach, begannen sich feine Wirbel aus Schatten und Bewegung um ihn zu drehen.
Die Grenzen seiner Gestalt verflossen.

Sein linkes Auge wurde größer, färbte sich goldgelb. Es nahm die runde Form eines Eulenauges an, weit aufgerissen, stechend. Ein Blick, der durch Haut und Lüge drang, der nach Schwachstellen tastete, nach verborgenen Gedanken, nach Dingen, die im Dunkel unter der Oberfläche lagen.

Das rechte Auge hingegen veränderte sich anders – es wurde braun, fast menschlich, trug Wärme und stille Achtsamkeit in sich. Der Blick eines Lernenden, der an einem sanften Ort sitzt und bereit ist, Weisheit in sich aufzunehmen.

Die linke Hälfte seines Mundes krümmte sich zu einem geifernden Zähnefletschen – ein Fratze, die warnte und drohte. Doch die rechte Hälfte lächelte mild, beinahe sanft – wie jemand, der heilt und Trost spendet.

Die Krallen seiner linken Hand wuchsen, glänzten feucht, blutig, bereit zuzuschlagen.
Doch die rechte Hand blieb zart, krallenlos, mit offener Geste – bereit, gehalten zu werden.

Das gespaltene Wesen, halb Monster, halb Mensch, sah ihn ruhig an.

„Das“, sagte es mit zwei Stimmen in einer, „ist es, was ich in mir finde, wenn ich mich nach dem Schrei nach mir selbst suche.“

Langsam drehte er die sanfte Handfläche nach oben, die andere Hand verschwand wieder in den Falten seines Mantels, und mit ihr das bedrohliche Glitzern der Kralle.

„Es ist außerdem möglich, sich an sein früheres Ich zu erinnern.“

Ein leiser Wisch der rechten Hand – fast wie ein Schatten, der sich löst –
und die Gestalt verwandelte sich erneut.

Dort, wo eben noch das kleine Monster gesessen hatte, stand nun ein Junge.

Nicht älter als vierzehn Sommer.
Dunkles, struppiges Haar, zerzaust vom Wind.
Sommersprossen auf der Nase, schmutzige Kleidung.
Das linke Auge geschwollen, gezeichnet von einem Faustschlag –
doch das rechte blickte wachsam und mutig in die Welt.

Sein Mund lächelte verschmitzt.

„Das“, sagte er leise,
„war ich früher einmal.“

Spoiler!
Maske um zum gepaltenen Monster zu werden - Results: 10 2 2 1 5 8 = 1 Erfolg https://discord.com/channels/2237253770 ... 2029834293
Maske um zum kleinen Jungen zu werden - Results: 1 9 4 8 2 9. = 2 Erfolge + 2 BP https://discord.com/channels/2237253770 ... 4981206016
Dieser Post kann Spuren von KI enthalten - Bei KI-Allergie bitte melden, wir führen auch KI-freie Posts
Benutzeravatar
Luciano Boccanegra
Jünger des Seth
Beiträge: 670
Registriert: So 5. Jan 2025, 15:35

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Luciano Boccanegra »

Luciano ließ das Schauspiel, das Giuseppe ihm offenbarte, aufmerksam und schweigend auf sich wirken. Jeder Aspekt der Verwandlungen – die fließenden Übergänge zwischen den Gegensätzen, die Gleichzeitigkeit von Monster und Mensch – trug eine ungeahnte Tiefe in sich. Es war nicht nur beeindruckend, sondern zutiefst bewegend. Luciano konnte die rohe Ehrlichkeit dieser Darstellung spüren, eine Offenheit, die ihn ebenso berührte wie sie ihn ehrte.

Als sich schließlich die Gestalt des Jungen herauskristallisierte und Giuseppe sprach, ließ Luciano die Worte sacken. Er nickte langsam, seine Augen ruhten fest, aber sanft auf der Gestalt. „Das, Giuseppe... ist wirklich etwas Besonderes,“ sagte er leise, beinahe andächtig. „Nicht, weil es dich als schön oder erschreckend zeigt, sondern weil du dich zeigst und mir erlaubst, in deine Seele zu sehen. Weil es ehrlich ist. Und das ist etwas, das nur sehr wenige von uns können oder sich wagen.“

Seine Stimme wurde fester, doch behielt sie einen sanften Ton. „Ich danke dir, dass du mir das gezeigt hast. Es ist ein Vertrauensbeweis, und ich werde ihn mit ebenso viel Respekt behandeln, wie er verdient.“ Ein leises Lächeln spielte auf seinen Lippen, weniger aus Freude, sondern eher als Ausdruck von Verständnis und Wertschätzung.

Luciano machte einen Schritt nach vorne, sodass er sich auf Augenhöhe mit Giuseppes jüngerer Gestalt wiederfand. „Ich sehe nicht nur das Monster oder den Jungen in dir, ich sehe die Verbindung, die Einheit, die aus diesen Gegensätzen entsteht. Und das ist es, was dich ausmacht. Es ist kein Widerspruch – es ist eine Stärke.“ Er ließ die Worte etwas wirken, bevor er fortfuhr. „Ich weiß, dass dich diese Gegensätze belasten, aber ich sehe auch, dass du eine innere Stärke hast, die größer ist, als du selbst glaubst.“ Luciano lächelte verlegen, als er hinzufügte. „Vielleicht ist es das, was wir beide gemeinsam haben.“

Er richtete sich wieder auf, ließ seinen Blick kurz über die schattenverhangene Umgebung schweifen, bevor er hinzufügte: „Ich werde diese Erfahrung mit mir tragen, Giuseppe. Und vielleicht, eines Tages, habe ich das Verständnis und mein Blut die Kraft, dasselbe von mir selbst zu zeigen.“

Seine Worte klangen wie ein Versprechen, nicht nur an Giuseppe, sondern auch an sich selbst. Die Nacht um sie herum schien für einen Moment stiller, die Dunkelheit weniger bedrohlich, als ob sie den Austausch dieser beiden Seelen respektierte.

Luciano ließ die Stille kurz wirken, ehe er nachdenklich fragte: „Aber sag mir, Giuseppe, warum heißt es ‚hinausschreien‘? Was hat es mit dem Schrei auf sich?“ Seine Worte waren von echter Neugier und Reflexion durchdrungen, während er auf Giuseppes Antwort wartete. Die Nacht war still, doch in dieser Stille lag nichts Bedrückendes – nur die Spannung eines Gesprächs, das weitergeführt werden wollte.
Benutzeravatar
Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Giuseppe »

Giuseppe lächelte.

„Ich weiß. Und ich danke dir ebenfalls.“ Seine Stimme war ruhig, fast sanft.

„Wollte dir nur zeigen, dass es neben dem Vergessen noch andere Wege gibt, diese Technik zu lernen.“

Dann blitzte sein Grinsen auf – dieses freche, verschmitzte, das so gar nicht zu seinem monströsen Gesicht passen wollte.

„Weil es sich so anfühlt, denke ich.“
„Du nimmst das Bild, das Selbst, das du gerade bist, und überflutest die Welt damit. Du schreist es hinaus – nicht mit Worten, sondern mit deiner ganzen Existenz. Und in den Augen der anderen bist du dann genau das, was du geschrien hast.“

Er breitete die Arme aus, als wolle er den nächtlichen Himmel umarmen. Ein Lausbubengrinsen huschte über seine Züge.

„Aber das machen wir in einer anderen Nacht.“
„Heute üben wir, bei uns selbst zu bleiben.“


Sein Blick wurde wieder ruhiger, fast nachdenklich.

„Lass uns noch ein wenig hier sitzen. Still werden. Üben. In ein paar Nächten treffen wir uns wieder. Dann versuchen wir es an einem anderen Ort.“

Er sah Luciano an, mit dem schiefen Lächeln eines Freundes.

„Wenn du magst, kannst du den Ort aussuchen. Jetzt weißt du ja, worum es geht.“
Dieser Post kann Spuren von KI enthalten - Bei KI-Allergie bitte melden, wir führen auch KI-freie Posts
Benutzeravatar
Luciano Boccanegra
Jünger des Seth
Beiträge: 670
Registriert: So 5. Jan 2025, 15:35

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Luciano Boccanegra »

Luciano ließ Giuseppes Worte mit einem dankbaren Lächeln in der nächtlichen Ruhe auf sich wirken. Die ehrliche Freude und die lehrreiche Offenheit, die Giuseppe ihm zeigte, berührten ihn. Mit ruhiger Stimme begann er zu sprechen:

„Giuseppe, ich danke dir dafür, dass du mir nicht nur diese Technik nähergebracht hast, sondern auch einen Einblick in dein früheres Ich gegeben hast. Es bedeutet mir viel, dass du so offen warst. Ich muss sagen – ich mag dein früheres Aussehen ebenso wie dein jetziges. Es gibt Aspekte, die beide miteinander verbinden, wenn man genau hinsieht: die Augen, voller Ernsthaftigkeit und Wachsamkeit, aber auch Mitgefühl und Schalk. Dein früheres und dein heutiges Ich mögen äußerlich unterschiedlich sein, doch in ihrem Kern tragen sie Gemeinsamkeiten, die tief gehen.“

Luciano lehnte sich etwas zurück und sein Ton nahm eine sanftere, nachdenklichere Note an: „Die erste Übung hat mich ziemlich angestrengt – eine faszinierende Herausforderung, aber auch etwas, das Zeit braucht, um wirklich zu verstehen und zu meistern. Ich stimme dir zu, dass wir weiter üben sollten, aber vielleicht machen wir jetzt erst einmal eine kleine Pause. Es wäre schön, diesen Moment zu nutzen, um ein paar Informationen zu teilen.“

Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen, während er weitersprach: „In der Zwischenzeit sind mir einige neue Kainiten begegnet – vielleicht interessiert dich das?“

Luciano ließ seine Worte kurz wirken, bevor er Giuseppe wieder ansah, mit einer Haltung von Offenheit und echter Freude über ihre Verbindung. Er wartete geduldig, um zu sehen, ob Giuseppe darauf eingehen wollte, während die Nacht ihre stille Begleitung fortsetzte.
Benutzeravatar
Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Giuseppe »

Der kleine Hafenjunge nickte lächelnd.

Er verstand, dass Luciano ein wenig Zeit benötigte, um sich von der Konfrontation mit sich selbst zu erholen.

Außerdem war es gut das dieser begann, seine Mühe zurück zu zahlen.

„Ja du hast recht, es reicht für heute.“

Er grinste, als Luciano weitersprach.

„Du kennst mich gut, das interessiert mich brennend.“
Dieser Post kann Spuren von KI enthalten - Bei KI-Allergie bitte melden, wir führen auch KI-freie Posts
Benutzeravatar
Luciano Boccanegra
Jünger des Seth
Beiträge: 670
Registriert: So 5. Jan 2025, 15:35

Re: [1111] Vom Vergessen des eigenen Selbst [Giuseppe, Luciano]

Beitrag von Luciano Boccanegra »

Luciano lächelte Giuseppe zu, seine Augen zeigten Dankbarkeit und eine Spur von Erleichterung nach der intensiven Übung. „Danke, Giuseppe, für deine Geduld – und für diese Lektion. Es ist nicht nur eine Technik, die du mir nähergebracht hast, sondern auch ein Einblick in das, was dich ausmacht. Ich schätze das sehr.“

Mit einer lockeren, fast beschwingten Geste fuhr er fort: „Weißt du, in letzter Zeit hatte ich das Glück, einigen interessanten Kainiten zu begegnen. Zum Beispiel der werte Rodrigo della Scala, Neugeborener des Clans der Könige. Ein jovialer Bursche, muss ich sagen, der wenig auf Etikette zu geben scheint – das war... erfrischend.“ Er lachte leise und schüttelte amüsiert den Kopf.

„Dann die wohlwerte Allegra Aldighieri, eine Neugeborene des Clans des Todes. Sie nennt sich selbst eine Grabräuberin, was sie auf eine ganz eigene Weise einnehmend macht. Sie hat mich sogar in ihr Zimmer eingeladen – eine interessante Erfahrung, wenn du mich fragst. Allegra ist sehr auf ihren Status bedacht und erwähnt mit Stolz ihre Kontakte zum hoch verehrten Seelord. Sie strebt wohl danach, Harpie zu werden.“

Seine Stimme wurde sanfter, als er weitersprach: „Und natürlich die wohlwerte Elodie, Neugeborene vom Clan der Gelehrten. Eine beeindruckende Abstammung, wie du dir vielleicht denken kannst – sie ist Liktorin der ehrwürdigen Domäne. Elodie strahlt eine Intelligenz und Präsenz aus, die schwer zu ignorieren ist.“

Luciano schmunzelte und sein Blick wurde nachdenklicher. „Dann gibt es noch die werte Ylva aus dem Clan des Tieres – eine Tochter von Wolfgang, die vom verehrten Baumeister willkommen geheißen wurde. Vielleicht hast du sie schon einmal getroffen? Sie scheint eine starke Verbindung zur Erde zu haben, ganz in der Tradition ihres Clans.“

Er atmete kurz durch, bevor er weitersprach: „Und schließlich meine Clansschwester Ida aus Franken, Kind von Mohamed aus Byzanz. Eine stolze und faszinierende Persönlichkeit – wir haben uns … gut verstanden, wie es Geschwister tun. Natürlich kennst du wahrscheinlich bereits die werten Rivana und Bartolo, deine eigenen Clansgeschwister. Den wohlwerten Giulioano, Neugeborener vom Clan der Gelehrten, der auch sagt, er wäre Liktor, hast du ja kennengelernt, ebenso den wohlwerten Gaspard de Mairin.“

Lucianos Stimme wurde leiser, als er schließlich mit einem fast seeligen Lächeln hinzufügte: „Und dann ist da noch der wohlwerte Rémin d’Autavidda, Neugeborener der Rosen. Wenn er spricht... es ist reine Poesie. Seine Bewegungen sind geschmeidig, wie der Wind, seine Augen so blau wie der Himmel...“ Luciano hielt inne, bemerkte, wie er ins Schwärmen geraten war, und beendete abrupt: „Wie eine normale Rose, also.“ Das Lächeln war verschwunden, und sein Blick wanderte in die Ferne.

Nach einem Moment der Stille sah er Giuseppe wieder an, das warme Lächeln kehrte zurück. „Und du, Giuseppe? Hast du auch einige neue Kainiten kennengelernt? Es würde mich sehr interessieren, mehr darüber zu hören.“ Seine Stimme war freundlich und offen, ein ehrliches Interesse begleitete seine Worte, während er darauf wartete, dass Giuseppe antwortete.
Gesperrt

Zurück zu „1111“