"Oh, nein, ihr versteht mich falsch. Ich habe mich mit Absicht weit draußen niedergelassen. Ich kann jederzeit bei meiner, mh, Verwandtschaft in Genua unterkommen. Ja. Aber ich bin oft in den Wäldern unterwegs, um Gottes Gaben zu ernten und ich mag die Abgeschiedenheit... und die Menschen vor Ort, ich kenne sie, es ist eine gute Existenz." Bei dem Gedanken an das Dorf war ihre Stimme wärmer geworden. "Außerdem", fügte sie nachdenklich hinzu, "hat mich der wohlwerte Barkephas gebeten, ein Auge und ein Ohr offenzuhalten, dort draußen, wegen der..." sie senkte die Stimme "...Bedrohung aus Pisa."
Als er ihr die Hand auf die Schulter legte, konnte er den Knochen fühlen. Da war wenig Fleisch übrig geblieben in diesem Wesen. Die Nosferatu zuckte kurz zusammen, aber entzog sich dem Griff nicht. Stattdessen sah sie zu ihm hoch, als er die Ideale der Menschlichkeit aufzählte und auf den runzligen Zügen stand eine Art andächtige Zustimmung. Nur das Wort "Hybris" ließ sie die Stirn runzeln.
"Balance, mh, ja..." sagte sie langsam, so als müsse sie überlegen, was in den beiden Schalen der imaginären Waage lag. "Ich persönlich halte den Kontakt zu den Menschen für sehr wichtig, Freundschaft, wie ihr sagt. Viele von uns scheinen vergessen zu haben, was sie einst waren. Natürlich nähren wir uns von ihnen. Aber das bedeutet nicht, dass ihre Sorgen und Nöte für uns unwichtig sein sollten. Wir und die Menschen - das ist anders als ein Bauer und sein Vieh, aber selbst der Bauer weiß, dass er sein Vieh gut behandeln muss... also, ein guter Bauer."
Wieder lächelte die Alte breit. "Euer Angebot ist sehr freundlich, aber mein Cocco ist kein Kind mehr, mh, also älter als ein Kind. Er verdient sich sein Brot - und auch seine Berufung scheint er, Gott sei Dank, bereits gefunden. Ihr könnt ihn gerne einmal kennen lernen, wenn ihr mögt. Und was die Idee eines Treffens im Elysium angeht, nun, warum nicht? Auch wenn es natürlich möglich ist, dass dies zu, mh, Gerede führen könnte. Unsereins wittert stets unlautere Motive..."
[1123] Homines sumus [Nicolo, Epifania]
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Re: [1123] Homines sumus [Nicolo, Epifania]
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Re: [1123] Homines sumus [Nicolo, Epifania]
Nicolò neigte leicht den Kopf, als sie von Pontedecimo und den Wäldern sprach. Ein kleines, nachdenkliches Lächeln glitt über seine Züge.
„Dann habe ich Euch missverstanden und bitte das zu verzeihen. Wer die Abgeschiedenheit bewusst wählt und darin seinen Frieden findet, der hat etwas verstanden, dass manche nach Jahrhunderten noch suchen.“
Er schwieg einen Moment und ließ ihre Worte über die Bedrohung aus Pisa unkommentiert – doch sein Blick verriet, dass er sie gehört hatte.
„Was Ihr über den Kontakt zu den Menschen sagt, trifft es gut. Besser vielleicht, als Ihr selbst denkt.“
Dann lehnte er sich leicht vor.
„Wir nähren uns von ihnen – das ist wahr. Und dennoch sind wir keine Räuber, wenn wir uns entscheiden, es nicht zu sein. Das Tier kennt nur Hunger. Der Mensch kennt Verantwortung.“
Einen Augenblick schwieg er, als erinnere er sich an ihre früheren Worte.
„Eure Worte über die Geburten lassen mich nicht los.“ Sein Blick ruhte ruhig auf ihr.
„Ihr habt gesagt, dass Ihr nicht entbindet, wenn der Hunger zu stark ist. Viele unserer Art würden glauben, sie könnten sich dennoch beherrschen.“ Ein leises, nachdenkliches Lächeln erschien auf seinen Zügen.
„Und gerade darin liegt oft der erste Schritt zur Hybris.“
Schließlich neigte der Salubri leicht den Kopf. „Doch Ihr kennt Eure Grenzen – und achtet sie. Das ist keine Schwäche, sondern Disziplin. Und Disziplin ist oft der stillste Sieg über das Tier.“
Und wieder legte sich jene ruhige Nachdenklichkeit in seinen Blick, die Epifania inzwischen vielleicht schon kannte.
„Sagt mir…“
Es lag keine Schärfe in dieser Frage und seine Stimme war sanft. Man konnte ehrliches Interesse heraushören.
„Wenn Ihr in solchen Momenten den Hunger spürt – was ist es, das Euch zurückhält?“
Er ließ ihr Zeit, darauf zu antworten, ehe er selbst fortfuhr.
„Wer wirklich versteht, was er einmal war, der pflegt, was er bewahren will.“
Dann hielt er erneut inne, die Hände ruhig vor sich auf dem Tisch, und sein Blick wurde einen Herzschlag lang nachdenklicher.
„Die Hybris, von der ich sprach – sie schleicht sich nicht laut an. Sie kommt leise, getarnt als Tugend.“ Seine Worte klangen bedächtig.
„Wer heilt, wer hilft, wer sich gibt – der kann irgendwann beginnen zu glauben, er könne mehr tragen, als ihm gegeben ist. Mehr heilen, als möglich. Mehr retten, als er vermag.“
Nicolò atmete vernehmlich aus, denn er wusste, wovon er sprach, und man sah es ihm an.
„Dann ist nicht mehr das Mitgefühl der Antrieb, sondern ein anderer Hunger – der nach dem Gefühl, unentbehrlich zu sein. Das ist dann keine Tugend mehr, sondern es zehrt. Zuerst an einem selbst – und schließlich auch an jenen, denen man zu helfen glaubt.“
Er machte eine kurze Pause. „Darum halte ich die Balance für so wichtig.“
Seine Stimme klang ruhig und sein Blick wirkte warm und mitfühlend. „Balance bedeutet nicht nur, das Tier im Zaum zu halten. Es bedeutet auch, nicht zu vergessen, weshalb wir es tun. Freundschaft. Dankbarkeit. Humor. Die einfachen Dinge, die das Leben einst ausgemacht haben.“
Er ließ den Gedanken einen Augenblick zwischen ihnen stehen, bevor erneut das sanfte Lächeln über seine Züge huschte.
„Wenn wir nur noch gegen das Tier kämpfen und dabei vergessen, weshalb wir kämpfen, dann verlieren wir etwas ebenso Wichtiges. Manchmal besteht Menschlichkeit auch darin, einen Augenblick loszulassen. Einen guten Moment zu erkennen… und ihn zu genießen.“
Er sah sie erneut ruhig an und erst nach einer kleinen Pause fuhr er fort.
„Was das Elysium betrifft – Ihr habt nicht Unrecht. Gerede entsteht schnell und Argwohn noch schneller.“ Ein kurzes, ehrliches Schmunzeln schlich sich auf sein Gesicht.
„Doch gerade deswegen halte ich es für wichtig. Ein Treffen zwischen Wanderern unseres Weges, offen und ohne Hintergedanken – das sollte kein Grund zur Spekulation sein, sondern ein Zeichen. Wer darin Unrechtes vermutet, sagt damit meist mehr über sich selbst aus.“
Er neigte leicht den Kopf.
„Und Euren Cocco würde ich gerne kennenlernen.“ Eine kleine Pause folgte, bevor er noch hinzufügte:
„Menschen, die ihren eigenen Weg gefunden haben, sind selten. Es ist immer eine Freude, ihnen zu begegnen.“
„Dann habe ich Euch missverstanden und bitte das zu verzeihen. Wer die Abgeschiedenheit bewusst wählt und darin seinen Frieden findet, der hat etwas verstanden, dass manche nach Jahrhunderten noch suchen.“
Er schwieg einen Moment und ließ ihre Worte über die Bedrohung aus Pisa unkommentiert – doch sein Blick verriet, dass er sie gehört hatte.
„Was Ihr über den Kontakt zu den Menschen sagt, trifft es gut. Besser vielleicht, als Ihr selbst denkt.“
Dann lehnte er sich leicht vor.
„Wir nähren uns von ihnen – das ist wahr. Und dennoch sind wir keine Räuber, wenn wir uns entscheiden, es nicht zu sein. Das Tier kennt nur Hunger. Der Mensch kennt Verantwortung.“
Einen Augenblick schwieg er, als erinnere er sich an ihre früheren Worte.
„Eure Worte über die Geburten lassen mich nicht los.“ Sein Blick ruhte ruhig auf ihr.
„Ihr habt gesagt, dass Ihr nicht entbindet, wenn der Hunger zu stark ist. Viele unserer Art würden glauben, sie könnten sich dennoch beherrschen.“ Ein leises, nachdenkliches Lächeln erschien auf seinen Zügen.
„Und gerade darin liegt oft der erste Schritt zur Hybris.“
Schließlich neigte der Salubri leicht den Kopf. „Doch Ihr kennt Eure Grenzen – und achtet sie. Das ist keine Schwäche, sondern Disziplin. Und Disziplin ist oft der stillste Sieg über das Tier.“
Und wieder legte sich jene ruhige Nachdenklichkeit in seinen Blick, die Epifania inzwischen vielleicht schon kannte.
„Sagt mir…“
Es lag keine Schärfe in dieser Frage und seine Stimme war sanft. Man konnte ehrliches Interesse heraushören.
„Wenn Ihr in solchen Momenten den Hunger spürt – was ist es, das Euch zurückhält?“
Er ließ ihr Zeit, darauf zu antworten, ehe er selbst fortfuhr.
„Wer wirklich versteht, was er einmal war, der pflegt, was er bewahren will.“
Dann hielt er erneut inne, die Hände ruhig vor sich auf dem Tisch, und sein Blick wurde einen Herzschlag lang nachdenklicher.
„Die Hybris, von der ich sprach – sie schleicht sich nicht laut an. Sie kommt leise, getarnt als Tugend.“ Seine Worte klangen bedächtig.
„Wer heilt, wer hilft, wer sich gibt – der kann irgendwann beginnen zu glauben, er könne mehr tragen, als ihm gegeben ist. Mehr heilen, als möglich. Mehr retten, als er vermag.“
Nicolò atmete vernehmlich aus, denn er wusste, wovon er sprach, und man sah es ihm an.
„Dann ist nicht mehr das Mitgefühl der Antrieb, sondern ein anderer Hunger – der nach dem Gefühl, unentbehrlich zu sein. Das ist dann keine Tugend mehr, sondern es zehrt. Zuerst an einem selbst – und schließlich auch an jenen, denen man zu helfen glaubt.“
Er machte eine kurze Pause. „Darum halte ich die Balance für so wichtig.“
Seine Stimme klang ruhig und sein Blick wirkte warm und mitfühlend. „Balance bedeutet nicht nur, das Tier im Zaum zu halten. Es bedeutet auch, nicht zu vergessen, weshalb wir es tun. Freundschaft. Dankbarkeit. Humor. Die einfachen Dinge, die das Leben einst ausgemacht haben.“
Er ließ den Gedanken einen Augenblick zwischen ihnen stehen, bevor erneut das sanfte Lächeln über seine Züge huschte.
„Wenn wir nur noch gegen das Tier kämpfen und dabei vergessen, weshalb wir kämpfen, dann verlieren wir etwas ebenso Wichtiges. Manchmal besteht Menschlichkeit auch darin, einen Augenblick loszulassen. Einen guten Moment zu erkennen… und ihn zu genießen.“
Er sah sie erneut ruhig an und erst nach einer kleinen Pause fuhr er fort.
„Was das Elysium betrifft – Ihr habt nicht Unrecht. Gerede entsteht schnell und Argwohn noch schneller.“ Ein kurzes, ehrliches Schmunzeln schlich sich auf sein Gesicht.
„Doch gerade deswegen halte ich es für wichtig. Ein Treffen zwischen Wanderern unseres Weges, offen und ohne Hintergedanken – das sollte kein Grund zur Spekulation sein, sondern ein Zeichen. Wer darin Unrechtes vermutet, sagt damit meist mehr über sich selbst aus.“
Er neigte leicht den Kopf.
„Und Euren Cocco würde ich gerne kennenlernen.“ Eine kleine Pause folgte, bevor er noch hinzufügte:
„Menschen, die ihren eigenen Weg gefunden haben, sind selten. Es ist immer eine Freude, ihnen zu begegnen.“
Re: [1123] Homines sumus [Nicolo, Epifania]
"Ihr habt recht, mh, selbst wohlgenährt ist der Hunger nie ganz verschwunden. Aber er ist leichter zu ertragen, ja... was mich zurückhält? Alles, was in mir und nicht das Tier ist, wohlwerter Nicolo, alles." Die Alte fasste an das Holzkreuz, das um ihren Hals hing. "Menschen sind Gottes Werk. Wer wäre ich, es zu zerstören? Du sollst nicht töten, sagt die heilige Schrift. Aber das ist es nicht allein. Jeder dieser Menschen hat eine Geschichte, selbst das größte Scheusal. Ich bin nicht ihr Richter. Würde einer von ihnen hergehen und wahllos morden, dann, mh, würde ich vielleicht erwägen, einzugreifen - ohne ihn zu töten, aber eingreifen." Der Gedanke schien ihr zu missfallen, denn sie runzelte die Stirn und biss mit einem der verbliebenen Zähne auf ihre Lippe.
Auf seine Ausführungen zur Hybris nickte sie nur. "Ich bin wer ich bin und hoffe, dass ich das nie vergesse, mh..."
Dann zuckte sie mit den hageren Schultern. "Ein Zeichen, das zu Spekulation führen wird. Es ist unter unsereins nicht zu vermeiden, fürchte ich. Ich, mh, halte weiten Abstand von Ränkespielen und den Angelegenheiten der Großen, aus gutem Grund. Wenn ich unsere Art richtig einschätze, dann geht es ihnen weniger um Unrecht und mehr um, nun, Macht. Konkurrenz. Drei Kainskinder, vereint in einem Zweck..." Epifania ließ den Salubri den Satz gedanklich selbst vollenden. Es mochte der zwanghafte Habitus der Verborgenen sein oder legitime Sorge.
Dann aber nickte sie eifrig. "Gebt mir ein wenig Zeit, ja, so lade ich euch gerne ein nach in mein Heim nach Pontedecimo. Ich fürchte nur, ich kann euch nichts anbieten, wenn ihr kommt, außer einem herzlichen Willkommen."
Auf seine Ausführungen zur Hybris nickte sie nur. "Ich bin wer ich bin und hoffe, dass ich das nie vergesse, mh..."
Dann zuckte sie mit den hageren Schultern. "Ein Zeichen, das zu Spekulation führen wird. Es ist unter unsereins nicht zu vermeiden, fürchte ich. Ich, mh, halte weiten Abstand von Ränkespielen und den Angelegenheiten der Großen, aus gutem Grund. Wenn ich unsere Art richtig einschätze, dann geht es ihnen weniger um Unrecht und mehr um, nun, Macht. Konkurrenz. Drei Kainskinder, vereint in einem Zweck..." Epifania ließ den Salubri den Satz gedanklich selbst vollenden. Es mochte der zwanghafte Habitus der Verborgenen sein oder legitime Sorge.
Dann aber nickte sie eifrig. "Gebt mir ein wenig Zeit, ja, so lade ich euch gerne ein nach in mein Heim nach Pontedecimo. Ich fürchte nur, ich kann euch nichts anbieten, wenn ihr kommt, außer einem herzlichen Willkommen."
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Re: [1123] Homines sumus [Nicolo, Epifania]
Nicolò nickte bedächtig, als verstünde er nur zu gut.
"Die Verteidigung der Schwachen und unserer selbst erlaubt unser Pfad, doch sollte genau dieses Vermeiden des Tötens unser Bestreben sein. Wurdet Euch bereits einmal eine Prüfung auferlegt?"
E lehnte sich etwas zurück und sah sie weitere Augenblicke ruhig an.
"Die Moral, die uns als Sterbliche leitete gilt für uns weiterhin. Mehr noch, ist sie für uns noch umso bindender. Dinge die ein Mensch sich noch verzeihen könnte, könnten uns zum Straucheln bringen. Doch ist dies Teil des Weges - es geht nicht darum Fehler zu vermeiden, doch Reue zu zeigen, wenn welche eintreten und sich zu Erinnern, an das was einmal war. Ihr folgt dem Weg intuitiv bereits ausgesprochen gut. Gerne unterrichte ich Euch auch noch mehr, aber wie Ihr selbst vorgeschlagen habt, sollten wir dazu den erwähnten werten Tomaso mit einbeziehen."
Nicolò lächelte bei ihren Worten über das Elysium einmal kurz auf.
"Natürlich, dass Ihr mir bewusst, oder eben, das was ich meinte. Jedoch wurde die Hüterschaft des Elysiums in die Hände meines Clans gelegt und vielleicht bietet sich so die Gelegenheit es etwas lebendiger zu gestalten. Außerdem glaube ich, dass auch einigen anderen Kinder Kains dieser Domäne ein wenig Wissen in den Wegen nicht schaden würde..." was er damit genau meinte, ließ er offen.
2Dennoch bleibt dieses Haus als Zentrum der Via Humanitatis bestehen und weitere Treffen werden hier stattfinden."
Noch einmal schaute er sie aufmerksam und musternd an.
"Zu letztem sollte ich Euch auch etwas erklären, doch zunächst möchte ich Euch einige weitere Fragen stellen. Ihr wurdet wohl schon als Gast der Domäne aufgenommen, doch habt Ihr auch schon einen Schwur geleistet? Und wenn nicht, habt Ihr bereits Fürsprecher?
Habt Ihr Kenntnisse über die ausgewiesenen Jagdgebiete und Domänen innerhalb des Einflussgebietes von Genua und ihre Bedeutung?"
Er stellte die Fragen zwar direkt, doch in seiner gewohnt ruhigen und bedächtigen Art. Es war offensichtlich, dass dieser Salubri mit einigen Sachen direkt zum Punkt kam.
Auf ihre letzte Worte hin, nickte er freundlich.
"Das würde ich tatsächlich gerne annehmen. Ein herzliches Willkommen ist mir dabei tatsächlich mehr Wert als alles andere. Macht Euch daher bitte keine Umstände."
"Die Verteidigung der Schwachen und unserer selbst erlaubt unser Pfad, doch sollte genau dieses Vermeiden des Tötens unser Bestreben sein. Wurdet Euch bereits einmal eine Prüfung auferlegt?"
E lehnte sich etwas zurück und sah sie weitere Augenblicke ruhig an.
"Die Moral, die uns als Sterbliche leitete gilt für uns weiterhin. Mehr noch, ist sie für uns noch umso bindender. Dinge die ein Mensch sich noch verzeihen könnte, könnten uns zum Straucheln bringen. Doch ist dies Teil des Weges - es geht nicht darum Fehler zu vermeiden, doch Reue zu zeigen, wenn welche eintreten und sich zu Erinnern, an das was einmal war. Ihr folgt dem Weg intuitiv bereits ausgesprochen gut. Gerne unterrichte ich Euch auch noch mehr, aber wie Ihr selbst vorgeschlagen habt, sollten wir dazu den erwähnten werten Tomaso mit einbeziehen."
Nicolò lächelte bei ihren Worten über das Elysium einmal kurz auf.
"Natürlich, dass Ihr mir bewusst, oder eben, das was ich meinte. Jedoch wurde die Hüterschaft des Elysiums in die Hände meines Clans gelegt und vielleicht bietet sich so die Gelegenheit es etwas lebendiger zu gestalten. Außerdem glaube ich, dass auch einigen anderen Kinder Kains dieser Domäne ein wenig Wissen in den Wegen nicht schaden würde..." was er damit genau meinte, ließ er offen.
2Dennoch bleibt dieses Haus als Zentrum der Via Humanitatis bestehen und weitere Treffen werden hier stattfinden."
Noch einmal schaute er sie aufmerksam und musternd an.
"Zu letztem sollte ich Euch auch etwas erklären, doch zunächst möchte ich Euch einige weitere Fragen stellen. Ihr wurdet wohl schon als Gast der Domäne aufgenommen, doch habt Ihr auch schon einen Schwur geleistet? Und wenn nicht, habt Ihr bereits Fürsprecher?
Habt Ihr Kenntnisse über die ausgewiesenen Jagdgebiete und Domänen innerhalb des Einflussgebietes von Genua und ihre Bedeutung?"
Er stellte die Fragen zwar direkt, doch in seiner gewohnt ruhigen und bedächtigen Art. Es war offensichtlich, dass dieser Salubri mit einigen Sachen direkt zum Punkt kam.
Auf ihre letzte Worte hin, nickte er freundlich.
"Das würde ich tatsächlich gerne annehmen. Ein herzliches Willkommen ist mir dabei tatsächlich mehr Wert als alles andere. Macht Euch daher bitte keine Umstände."
Re: [1123] Homines sumus [Nicolo, Epifania]
"Ob ich schon einmal jemanden getötet habe? Glücklicherweise nicht, mh, nein. Aber ich war nahe daran, als ich jünger war. Unerfahrener. Unbeherrschter..." Ihre Stimme wurde leiser, ihr Blick ging weit in die Ferne, so als würde sie die Vergangenheit zu erblicken suchen. Sie begann, leicht zu nicken. "Meine Erzeugerin, sie hat mich zurückgehalten. Nicht weil sie es für falsch hielt, zu töten, denke ich, sondern weil ich es für falsch hielt."
Auf seine Ausführungen zum Elysium nickte sie. "Euer Amt, mh, das war mir nicht bewusst, wohlwerter Nicolo. Sicherlich schadet es nicht, auch andere einzubeziehen in eure Predigten... vielleicht hört der eine oder die andere ja etwas, was sie erinnert an das, was sie einmal waren."
Als er die Fragen stellte, runzelte Epifania die Stirn. "Einen Schwur? Nein, nein, bisher habe ich nicht mehr versprochen als das Gastrecht zu wahren. Außerdem habe ich für den wohlwerten Barkephas die Lage in den Dörfern erforscht, mh, wegen des Konflikts mit Pisa. Er hat mir seine Fürsprache versichert, ebenso wie der wohlwerte Liktor Lucian, ja. Vermutlich würde auch der verehrte Vergonzo für mich sprechen... aber er ist Familie, mh, nun, das wäre nicht unbedingt überzeugend, hn-hn-hn..." Ihr Lachen war rau, mehr ein Husten, aber er spürte die unverstellte Fröhlichkeit darin.
"Was die Jagd angeht, so halte ich mich an die Dörfer... und Wälder. Und natürlich an den Ort, der meiner Familie hier in der Stadt kontrolliert, ja. Was die Domänen angeht: Der verehrte Seneschall hält das Kastell, der Clan des Todes sein Kloster und die Nekropole, meine Familie Clavicula, mh, ihr habt hier das Haus der Heilung und natürlich steht die gesamte Stadt mit ihren Dörfern unter der Herrschaft des höchst verehrten Galba. Meintet ihr das?"
Auf seine Ausführungen zum Elysium nickte sie. "Euer Amt, mh, das war mir nicht bewusst, wohlwerter Nicolo. Sicherlich schadet es nicht, auch andere einzubeziehen in eure Predigten... vielleicht hört der eine oder die andere ja etwas, was sie erinnert an das, was sie einmal waren."
Als er die Fragen stellte, runzelte Epifania die Stirn. "Einen Schwur? Nein, nein, bisher habe ich nicht mehr versprochen als das Gastrecht zu wahren. Außerdem habe ich für den wohlwerten Barkephas die Lage in den Dörfern erforscht, mh, wegen des Konflikts mit Pisa. Er hat mir seine Fürsprache versichert, ebenso wie der wohlwerte Liktor Lucian, ja. Vermutlich würde auch der verehrte Vergonzo für mich sprechen... aber er ist Familie, mh, nun, das wäre nicht unbedingt überzeugend, hn-hn-hn..." Ihr Lachen war rau, mehr ein Husten, aber er spürte die unverstellte Fröhlichkeit darin.
"Was die Jagd angeht, so halte ich mich an die Dörfer... und Wälder. Und natürlich an den Ort, der meiner Familie hier in der Stadt kontrolliert, ja. Was die Domänen angeht: Der verehrte Seneschall hält das Kastell, der Clan des Todes sein Kloster und die Nekropole, meine Familie Clavicula, mh, ihr habt hier das Haus der Heilung und natürlich steht die gesamte Stadt mit ihren Dörfern unter der Herrschaft des höchst verehrten Galba. Meintet ihr das?"
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