mir ist gestern wieder einmal pointiert vor Augen geführt worden, dass es schon viel zu lange her ist das wir zuletzt eine Innenschau betrieben haben. Ich würde daher gerne ein Stimmungsbild einholen und auch selber schreiben was ich so aktuell denke. Darüber können wir ja gar nicht genug schreiben, andernfalls kommt es zu blöden Missverständnissen o.ä.
Worauf ich mit dieser mysteriösen Einleitung hinauswill ist die Frage: wie gefällt es euch denn aktuell so? Das Spiel, die Ingamethreads, die OOCs, der Umgang untereinander und der mit mir. In meiner SL-Bubble bekomme ich manche Dinge leider überhaupt nicht mit, die sich dann evtl. als mieses Gefühl bei euch einbrennen. Bspw. wenn eure OOCs euch frustrieren, wenn ihr euch von mir übergangen oder gemein behandelt fühlt, wenn ihr nicht so spielen könnt wie ihr gerne würdet. Wenn ihr das hier nicht groß breittreten wollt, könnt ihr mich auch gerne im Private, Discord oder FB anschreiben, wir kriegen das bestimmt irgendwie eingerenkt.
Ich würde gerne eine Stildiskussion eröffnen. Genua hat ja einen sehr rauen, herausfordernden Stil mit Fokus auf bestimmte Elemente des nächtlichen Ein und Aus (zumindest vo meiner Seite aus). Ich habe diesen Stil damals von Paul übernommen (auch weil ich ihn selbst gerne mochte) um Genua so fortzuführen wie es damals schon 2 Jahre dahinglitt. Das ist aber natürlich nicht in Stein gemeisselt. Paul hat das Genua-Projekt damals als großes Experiment begonnen, was mir und auch den damalig Aktiven größtenteils sehr Gefallen hat. Wenn also etwas gestört hat dann hat man versucht es zu ändern und wenn etwas Spaß gemacht hat, hat man es kurzerhand assimiliert. Ich möchte hiermit auch versuchen dies fortzuführen. Traditionen (außer natürlich die sechs aus dem Elyisum
Meine Sicht atm:
Zu aller erst: wir würfeln zuviel. Das ganze ist ja eigentlich ein Erzählspiel. Würfel sollten nur in der direkten Konfrontation genutzt werden (bspw. im Zweikampf oder wenn jemand lügt). Ich lese viel zu häufig: Kevin Knochenbrecher sagte: "Ich war im einsamen Wald, es war dunkel und ich hatte Angst, überall waren Pilze. Ich sammelte ein paar, da beschlich mich ein ganz mieses Gefühl... Ich sah mich also um und...da! Eine Fee!" /td 15r10 3 4 5 6 3 2 3 45 6 6 4 33 2 4 4 55 6 544 33 3 4 4 56 65 443 3 4 4 55 5 4 4 4 5 5 5 4 3 3 4 4 = 21 Erfolge.
Das wirkt auf mich immer so wie: "...ich hab jetzt keinen Bock das alles auszuformulieren. Aber mein Char ist der oberkrasseste Geschichtenerzähler vorm Herrn, also klatsch ich mal den Wurf dazu. Und wenn ihr nicht alle auf meine 21 Erfolge reagiert beschwer ich mich bei der SL."
Was ich aber sehen will ist eben dieses ausformulierte. Ich will die ganze, packende Geschichte lesen und sie gut oder schlecht, unglaubwürdig oder gruselig finden. Ich will mich nicht dank der 21 Erfolge gezwungen fühlen so oder so agieren zu müssen. Wenn jemand gut in etwas ist, dann kann er das ja durchaus auch textuell rüberbringen. Im Herrn der Ringe ist uns ja auch allen bewusst das Gandalf der bessere Zauberer ist als Legolas. Obwohl beide (!) zaubern können. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch das weniger Superlative genutzt werden sollten. Wenn jemand etwas nur so mittelgut kann, dann ist es keine "atemberaubende Vorstellung menschlicher Dichtkunst" sondern ein "angenehmes Stück".
Ich würde nämlich gerne weniger Zeit mit Regeln verbringen. Die mag ich eigentlich gar nicht und finde sie sollten nur dann zum tragen kommen wenn man sich nicht anders einigen kann. Ich habe gestern wieder einmal bemerkt das ich selbst schon viel zu viel damit hantiere.
Zum zweiten bitte ich um Selbstreflektion. Seid ihr eher jemand der Dinge (ganz gleich aus welchen Gründen) "erobern" möchte? Das kann Reichtum, Macht, Besitztümer, Gefolgsleute, Ämter, Titel usw. usf. sein. Müsst ihr euch also etwas ergaunern? Oder seid ihr eher die die eine gute Geschichte spielen wollen. Die die Höhen und Tiefen ihres Charakters ausleben und seinen/ihren Weg durch die Nacht nachverfolgen möchten? Oder seid ihr irgendwo dazwischen? Wenn ja, zu welcher Seite tendiert ihr? Das ist interessant für mich zu wissen, versuche ich euch doch alle zu bespassen. Wenn ihr eher am "Spiel der Throne" interessiert seid (so behandele ich euch atm alle) ist das für mich genauso wertvoll zu wissen wie wenn ihr lieber Charakterdarsteller seid. Leichter werde ich es aufgrund dieser Info natürlich niemandem machen, aber vielleicht kann man das ganze anders angehen.
Zum dritten: bitte seid euch gewahr das dies hier kein typisches RPG ist. Wir sind keine Gruppe aus fünf Leuten die am Tisch sitzen, den Meister jede Woche rumgehen lassen und ein Abenteuer nach dem anderen bestreiten, immer vorwärts, immer siegreich. Wir spielen ein realistisches Spiel. Das heißt das es keine Erfolgsgarantie gibt. Der NSC dem ihr da auf der Spur seid, den ihr töten wollt, der bringt euch rücksichtslos um, wenn er euch gewahr wird. Kein Rettungswurf und kein doppelter Boden. Die meisten von euch wissen das (einige haben es auch schon am eigenen Leib erfahren) ich möchte es aber dennoch noch einmal erwähnen. Die Welt die ich gerne mit euch darstellen würde, ist eine die jeden Fehler bestraft. Ich bitte euch daher um tragische Geschichten. Solche in denen ihr verliert, damit jemand anderes gewinnen kann. Im Idealfall natürlich ein anderer Spieler.
Natürlich muss nicht jede Geschichte tragisch enden, aber ich fände es sehr Schade wenn in einer so düsteren Welt wie ihr sie aufgebaut habt, keine einzige so enden würde.
Ansonsten bin ich gerade dabei einige sich lange hinziehende und teilweise auch mittleweile etwas unspassige Spiele zu beenden, habe auch schon ein paar beendet. Dennoch ärgert es mich ein wenig wenn sich solche Dinge (teilweise auch explizit meine Schuld9 so lange ziehen. Vielleicht habt ihr ja Ideen wie man sowas i.d.R. rascher über die Bühne bringen könnte?
So. Jetzt bin ich aber gespannt darauf wie es euch atm gefällt, was euch stört und was man verändern könnte/sollte.
LG
Hauke