[1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

[Juni '25]

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Giuliano
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[1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuliano »

Ein bleischwerer Nebel schlich vom Hafen her die engen Gassen hinauf, tastete sich durch Spalten in den Mauern und legte sich wie ein feuchter Schleier auf das Pflaster. Die Straßenlampen – dürftige Öllampen, hier und da vom Wind ausgelöscht – vermochten kaum, die Dunkelheit zu durchdringen. Nur der matte Widerschein des Mondes spiegelte sich flackernd in den Pfützen der letzten Regennacht.

Die Gasse hinter dem Polpo, einer zwielichtigen Taverne, war so schmal, dass sich zwei Männer kaum Schulter an Schulter bewegen konnten. Der Gestank von altem Fisch, fauligem Wein und abgestandenem Bier hing in der Luft – ein Ort, den selbst die Wachen der Stadt lieber mieden. Doch Giuliano, war kein Mann, der sich von Finsternis beeindrucken ließ, vor allem, weil es sich um sein Revier handelte.

Seine Schritte hallten dumpf auf dem nassen Stein, das Leder seiner Schuhe durchweicht vom Nebel. Um die Schultern trug er einen dunklen, schlichten Umhang, das Gesicht im Schatten einer Kapuze verborgen – nicht aus Furcht, sondern aus Zweckmäßigkeit. In der rechten Hand ruhte die Faust locker auf dem Knauf seines Messers, alt, aber Scharf, wie in der ersten Nacht. Die linke tastete gelegentlich die Mauern, als würde er mehr spüren als nur kalten Stein.

Hier, in den Adern Genuas, in den dunklen Winkeln, wo das Leben nachts seinen schwächsten Puls hat, roch Giuliano das Gären der Unruhe. Ein leises Zittern in der Ordnung. Ein Flüstern im Schatten. Vielleicht war es nur die Stadt, lebendig und atmend. Vielleicht aber auch mehr.
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Giuseppe
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuseppe »

Das kleine Monster hatte an der Hintertür des Polpos gewartet.
Es war Zeit, wieder mit ihm zu sprechen.

Doch heute hielt die alte Tarnung nicht stand.
Die Maske des Hafenjungen hatte Risse bekommen.
Einfach hineinschlüpfen, wie einst – das war keine Option mehr.

Also war es ihm gefolgt.
Still. Geduldig.
Es hatte die Richtung erahnt, war einmal um den Block.
Dann hatte es sich so postiert, dass Giuliano es sehen musste.

Die Nacht war dunkel.
Die Gassen leer.
Keine fremden Augen.

Als Giuliano um die Ecke bog, fiel sein Blick auf einen kleinen Kobold.
Spitze Ohren.
Lidlose Fledermausaugen.
Hässlich und neugierig.

Er stand in einer dunklen Ecke.
Zwischen Müll und altem Dreck.
Lehnte dort, wie aus einem Albtraum gefallen.

Ein Grinsen huschte über sein Gesicht,
der Kopf neigte sich respektvoll,
als Giuliano ihn im fahlen Mondlicht erkannte.

„Eine finstere Nacht, wohlwerter Giuliano.“

Er grinste schelmisch.

„Ich bin’s, Giuseppe.
Wollte dich sprechen.
Hab da vielleicht was, das dich interessiert.“
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Giuliano
Brujah
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuliano »

Giuliano blieb stehen, sein Blick ruhte für einen Moment reglos auf der Kreatur im Schatten. Dann entspannte sich seine Haltung kaum merklich – nur für geschulte Augen erkennbar.

„Giuseppe…“, sagte er leise, als würde er den Namen schmecken. „Du weißt wirklich, wie man sich einen dramatischen Auftritt bewahrt.“

Ein angedeutetes Lächeln – nicht spöttisch, eher anerkennend – huschte über Giulianos Züge, bevor es wieder hinter der Maske der Wachsamkeit verschwand. Er trat einen Schritt näher, der Umhang rauschte leicht über das Pflaster.

„Wenn du dich schon von deinem Versteck losreißt, dann ist das entweder ein gutes Zeichen… oder ein sehr schlechtes.“

Ein Nicken, fast kameradschaftlich, gefolgt von einem ruhigen Tonfall:

„Sprich. Was hast du für mich?“
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Giuseppe
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuseppe »

Das kleine Monster grinste, zuckte mit den Schultern.

„Naja, hab n schlechten Tag, so kannich kaum im Polpo auftauchen.“

Er kratzte sich hinter den verkrusteten Fledermausohren.

„Wollts aber nich weiter aufschieben.“

Er lächelte schief.

„Als wa uns das erste Mal getroffen haben, wollteste was zu den Banden in Clavicula wissen.
Hast damals n Hafenjungen gefragt.
interessiert dich das auch noch, nachdem de weißt wer ich bin?“


Das Lächeln verschob sich zu nem Grinsen.

„Hab mich n bisschen umgehört.
Ersmal nur oberflächlich.
Wollte wissen obs für dich von Belang is, dann klemm ich mich da n bisschen hinter.“
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Giuliano
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuliano »

Giuliano atmete leise aus, als hätte er einen bekannten Geruch wiedererkannt. Er trat einen halben Schritt näher, ließ die Schatten nicht aus den Augen, aber sein Blick war offen, nicht feindselig.

„Wenn du sagst, du hast was für mich, hör ich zu. Ganz gleich, welches Gesicht du trägst.“

Ein kurzes Nicken, ruhig und fest.

„Und es interessiert mich immer noch. Wenn du sagst, es lohnt sich, dann lohnt es sich. Und wenn du tiefer graben willst, dann tu das – aber nur, wenn’s dich nicht in Schwierigkeiten mit deinen eigenen Leuten bringt. Ich respektiere Grenzen, wenn Du sagt, dass ich meine Nase lieber raushalten soll.“
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Giuseppe
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuseppe »

Der Kleine grinste schelmisch.

"Kommt halt drauf an was de damit machen willst.
Ob de die unter Kontrolle haben willst oder ob de die nur vom Polpo wech haben willst."


Er zuckte mit den Schultern.

"Die meisten kommen nich mal aus Clavicula, lassen nur ihre Scheiße da.
Die Gewinne lagern se woanders."


Die großen lidlosen Augen betrachteten den Brujah nachdenklich.

"Ich mach dir nen Vorschlag, ich geb dir nen groben Überblick.
Im Gegenzug gibst du mir zu nem anderen Zeitpunkt was das für mich nützlich ist."


Er hob beide Hände leicht an, öffnete sie, die Handflächen nach oben.

"Un ich frag beim Clan an, was de da machen darfst - was dich das kostet."
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Giuliano
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuliano »

Giuliano hob eine Augenbraue und ließ sich Zeit mit der Antwort. Die Worte des Nosferatu hallten in seinem Kopf nach, und man sah ihm an, dass er sie ernst nahm.

„Ein fairer Vorschlag“[/b], sagte er schließlich und nickte langsam.

„Ich will keine Schlägereien um jeden Preis. Aber wenn’s Strömungen gibt, die meinem Viertel schaden – oder dem, was ich hier aufbauee – dann will ich wissen, wie tief sie reichen. Wer Unruhe stiftet, soll wissen, dass jemand hinsieht.“

Er trat einen Schritt näher, das Mondlicht fiel kurz auf sein Gesicht, scharf geschnitten, ruhig, ernst.

„Was ich damit mache, hängt davon ab, was du mir gibst. Wenn’s bloß Ratten sind, die Dreck machen, will ich sie hier nicht haben. Wenn es etwas größeres ist, dann müssen wir weiter darüber reden“

Dann schmunzelte er kurz, ein Hauch von Wärme in seinem Blick.

„Und was den Preis angeht – ich bin nicht geizig. Wenn du was brauchst, das in meiner Hand liegt, und du hast geliefert, bekommst du’s. Solange es nicht gegen mein Gewissen geht.“

Ein kurzes Nicken, fast wie ein Handschlag ohne Berührung.
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Giuseppe
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuseppe »

Der Kleine nickte grinsend. War einverstanden.

„Dann bleib ich ersmal oberflächlich.“

Er lächelte, lies den Daumen hinaufschnellen.

„Da sind einmal die Bastieri, ziemlich brutal vorgehenden Bande aus Domus, die aber auch in Clavicula un auch hier in Platealonga aktiv is. Die gibts schon lange. Gabs schon damals, als ich nochn kleiner Hafenjunge war.“

Der Zeigefinger gesellte sich dazu.

„Dann die Jungs von Aniello Spinola, Schweinebauer, Schlachter und Senator in Broglio, die sind vor allem im Süden unterwegs.“

Ein dritter Finger gesellte sich dazu.

„Außerdem Donaldos Bande. Die sin bei den Nutten und Zuhältern groß.“

Wieder ein Finger, vier nun an der Zahl.

„Selenio Bezzaro, das is einer der vermittelt, aber letztens wollte ihm wer an den Karren pissen.“

Der Nosferatu grinste.

„Da hat sich gezeigt, dasser ne Menge Leute aktivieren kann.
Mit dem musste also auch rechnen.“


Schließlich war die Hand voll.

„Und als letztes die Negrori.
Verdammte edle Bastarde.
Hauptsächlich Piraten und Schmuggler.
Sin aber auch inner Hehlerei ganz groß.“


Ein schiefes Lächeln zog sich über die Fresse des Nosferatu.

„Un sons find ich raus, ob wa kooperieren können, um die aus deinem Viertel rauszuhalten.“

Er zuckte mit den Schultern.

„Wenn de die nich kontrollieren wills, müssen wa auch nich nachfragen, oder ?
Dann wirds nich so teuer.“


Der Kleine betrachtete ihn aufmerksam, prüfte ob er einverstanden war.

Dann wurde seine Miene etwas weicher.
Das Grinsen breiter.

„Un sons ?
Wie isses ?
Bis ja jez ne große Nummer.
Mitter eigenen Domäne un so.“
Zuletzt geändert von Giuseppe am So 29. Jun 2025, 22:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuliano »

Giuliano hörte zu, ohne den Nosferatu zu unterbrechen. Nur gelegentliches, langsames Nicken zeigte, dass er aufmerksam blieb, während Giuseppe mit seinen knochigen Fingern die Namen abzählte. Als der Kleine schließlich verstummte, ließ Giuliano einen Moment Stille stehen – nicht aus Unsicherheit, sondern aus Bedacht. Dann zog er leicht den Mundwinkel nach oben.

„Oberflächlich reicht für den Anfang. Mehr will ich noch gar nicht wissen.“

Seine Stimme war ruhig, fast gelassen. Dann, bei Giuseppes letztem Satz, hellte sich sein Gesicht ein wenig auf – nicht in einem breiten Lächeln, sondern in einer ehrlichen, stillen Regung, die selten bei ihm durchkam.

„Die eigene Domäne, ja…“

Er schüttelte leicht den Kopf, als sei es ihm selbst noch nicht ganz geheuer.

„Wenn du’s vor einem Jahr gesagt hättest, hätt ich gelacht. Aber dann – keine großen Reibereien. Keine Messer im Rücken. Nicht mal n Hauch Sabotage.“

Ein leiser, fast ungläubiger Ton in seiner Stimme.

„Entweder ich hab was richtig gemacht… oder irgendwer wartet noch mit dem Dolch in der Hand.“

Er sah Giuseppe an, halb schmunzelnd.

„Aber bis dahin – ja. Ist ruhig. Fast zu ruhig.“

Er hob leicht die Schultern und ließ sie wieder sinken.

„Und du? Hältst dich wacker, scheint’s. Immer mitten im Dreck, aber nie richtig drin. Wie immer.“

Ein kurzer Blick – abschätzend, aber auch anerkennend.

„Ich glaub, du kommst besser klar als viele von denen da oben in ihren Türmchen.“
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Giuseppe
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Re: [1114] Die Gassen von Genua [Giuseppe, Giuliano]

Beitrag von Giuseppe »

"Muss ja." antworte der Kleine.

"Findet sich schon noch wer, mittm Dolch hinterm Rücken"

Er grinste.

"Gibs zu, du würdest liebend gern wem dafür die Fresse polieren."

Er zuckte mit den Schultern.

"Finds aber gut.
Das Elysium is nich immer mein Dingen.
Dann besser ins Polpo."


Wieder ein Grinsen.

"Und sons so ?
Hast mir letztes Mal gar nich verraten das de der Sprössling vom wohlwerten Salvador bis.
Wie isnn das passiert?
Hatter dich in Mahida erwischt ?"
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