[1116] Maddalena, Kobolde und Gott [Giuseppe, Elias]

[August '25]

Moderator: Ilario

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Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
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Re: [1116] Maddalena, Kobolde und Gott [Giuseppe, Elias]

Beitrag von Giuseppe »

Giuseppe nickte.

"Ich werde dort sein."

Dann lächelte er.

"Ihr wärt sicherlich ein guter Liktor.
Ich nehme an, das der verehrte Vergonzo, persönlich das Gepräch mit mir suchen wird.
Aber es schadet sicher nicht, wenn er eure Sicht zu lesen bekommt."


Der Nosferatu betrachtete Elias neugierig.

"Solltet ihr euch aktiv um dieses Amt bemühen und sollte ich euch als Fürsprecher weiter helfen können.
So dürft ihr meinen Namen gerne nennen."


Er lächelte.

"Es mag nicht bei jedem helfen, bei dem ein oder anderen jedoch schon."

Schließlich betrachtete er ihn nachdenklich.

"Da ist noch etwas anderes.
Wie ihr sicherlich schon in einem unserer Gespräche festgestellt habt,
ist mein Wissen der heiligen Schrift lückenhaft.

Würde es euch etwas ausmachen, mich zu unterrichten?
Mir den Inhalt und die Lehre des Herren zu erklären?"


Er zuckte mit den Schultern.

"Ich bin des Lesens mächtig.
Doch mein Eindruck ist, das zu wahrem Verständnis, mehr notwendig ist, als die reine Schrift."
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Elias Paterno
Salubri
Beiträge: 269
Registriert: Mo 31. Jul 2023, 10:03

Re: [1116] Maddalena, Kobolde und Gott [Giuseppe, Elias]

Beitrag von Elias Paterno »

Mit einem Lächeln und einer angedeuteten Verbeugung nahm er das Kompliment dankbar an.

"Ich werde es im Herzen behalten. Ich glaube, euer Name und euer Wort wiegen sehr viel mehr, als ihr vielleicht vermutet."

Elias legte Guiseppe eine Hand auf die Schulter und sprach mit sanfter Bestimmtheit:

"Werter Bruder, du bist bescheiden, und das ehrt dich. Doch erinnere dich an die Worte des Herrn: Niemand zündet ein Licht an und setzt es unter den Scheffel. Man stellt es auf den Leuchter, damit es allen leuchte.

Auch du trägst ein solches Licht in dir – eine Gabe, die nicht verborgen bleiben darf. Bescheidenheit ist gut, doch sie darf dich nicht hindern, im rechten Augenblick zu leuchten. Denn was nützt das Licht, wenn es im Dunkel verborgen bleibt? Die Welt braucht es, und wir, deine Brüder und Schwestern, ebenso."


Er schmunzelte einen Moment über den Vergleich von Guiseppes Gaben mit einem Licht – doch er war sich sicher, dass Guiseppe gescheit genug war, das Gleichnis zu verstehen, ohne dass er es weiter erläutern musste.

"So wie das Licht nicht verborgen bleiben darf, sollen auch eure Fragen und Gedanken nicht unbeachtet bleiben. Was den Unterricht in der heiligen Sprache angeht, sehr gern. Solltet ihr Gesprächsbedarf haben oder das innere Verlangen nach Absolution verspüren, so bin ich gemäß den Maßstäben der Kirche befugt und verpflichtet, eure Sünden anzuhören und euch Absolution zu erteilen.

Habt ihr aktuell ein paar Fragen, die euch beschäftigen? Vielleicht kann ich euch beraten oder euch helfen, den Weg selbst zu finden."
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Giuseppe
Nosferatu
Beiträge: 964
Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1116] Maddalena, Kobolde und Gott [Giuseppe, Elias]

Beitrag von Giuseppe »

Oh das war schwierig.
Elias trug eine Gewissheit in sich, die dem kleinen Giuseppe fehlte.
Er war so voller Fragen, das er kaum wusste wie er beginnen sollte.

„Ihr überschätzt mich, werter Elias“ antwortete er.

„Ich habe mein sterbliches Leben in einer Kneipe verbracht.
Habe Schnaps und Bier ausgeschenkt.
Habe den Geschichten der Seeleute gelauscht.
Es gab manchen Betrunkenen, der seine Beichte bei uns am Tresen und nicht in der Kirche ablegte.
Manche waren erfüllt von einem einfachen, reinen Glauben.“


Er zuckte mit den Schultern.

„Wir waren jeden Sonntag in der Kirche.“

Er grinste.

„Der Priester predigte in Latein.
Ich verstand die Rituale, den Sprechgesang, die Predigt verstand ich nicht.
Für mich, lag Gott damals im gemeinsamen Murmeln der Gemeinde, im Abendmal.
In den feinen Klamotten die ich trug, als ich dorthin ging.
Was Glauben war, habe ich damals denke ich verstanden, was Gott ist nicht.“


Seine Schultern zuckten erneut.

„Ich habe damals den Pfaffen genauso geglaubt, wie den Trinkern.
Weil alle es getan haben, weil mein Vater es tat.
Ich war zu jung um es zu verstehen.

Heute, verstehe ich mehr.
Ich könnte die Bibel lesen, wenn ich eine besäße.
Heute glaube ich, an Mitgefühl, an das Gute, an das Leben, an die Kraft die im Helfen liegt.
Heute weiß ich das Gott existiert.
Daran besteht kein Zweifel.
Heute weiß ich um die Kraft, die im Glauben liegt.“


Ein drittes Mal zuckten seine Schultern.

„Doch, wie ihr, trinke ich jeden Tag das Blut seiner Schöpfung.
Ich verstecke mich vor ihnen.
Und ich scheitere immer wieder daran, seine Schöpfung zu schützen.“


Seine Augen waren traurig, als er fortfuhr.

„Überlegt, was unsere Art, Nacht für Nacht, der Menschheit antut.“

Seine Schultern zuckten ein viertes Mal.

„Wie könnte ich da glauben, dass in mir ein Licht leuchtet.
Das der Herr mir, einem Monster und Abkömmling des ersten Sünders verzeiht.“
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Elias Paterno
Salubri
Beiträge: 269
Registriert: Mo 31. Jul 2023, 10:03

Re: [1116] Maddalena, Kobolde und Gott [Giuseppe, Elias]

Beitrag von Elias Paterno »

"Es freut mich, dass ihr ebenfalls zu Gott gefunden habt – ja, der Glaube ist es, der die Welt ein Stück dem Himmel näher bringt und euch die Pforten zur Erlösung und Vergebung öffnet. Scheitern ist Teil des Prozesses von Wachstum. Eure Kindheit schmerzt mich, doch wart ihr eben genau das – ein Kind.

Die Schuld und der Fluch, welcher auf uns allen lastet, mag einen im ersten Moment überwältigen, als stünde man allein einem unrückbaren Fels entgegen. Doch ihr seid nicht allein – der Fluch wie auch der Glaube eint uns. Durch ihn sind wir in der Lage, Städte zu bauen, Gebäude zu errichten, die bis weit in den Himmel reichen, und Qualen zu ertragen, an denen ein sterblicher Mensch ohne Glauben längst zerbrochen wäre."


Elias beugte sich ein wenig zu Guiseppe und sprach mit ruhiger Stimme:

"Erinnert ihr euch an die Geschichte, als ein reicher Jüngling zu Christus kam und ihn fragte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen? Der Herr antwortete ihm, er solle alle seine Güter verkaufen, den Armen geben und ihm nachfolgen. Doch der Jüngling ging traurig davon, weil er viel besaß.

Da sprach Jesus zu seinen Jüngern:

'Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt.'

Und die Jünger erschraken und fragten: 'Wer kann dann gerettet werden?' Doch Christus tröstete sie: 'Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich.'

Und schließlich sagte er: 'Viele Erste werden Letzte sein und Letzte Erste.'

Damit meinte er: Nicht die Großen, nicht die Mächtigen, nicht die Reichen werden vor Gottes Augen zuerst stehen, sondern jene, die in Treue und Demut den Weg gehen, auch wenn sie hier auf Erden gering geschätzt werden."


Er legte Guiseppe die Hand auf die Schulter und fügte hinzu:

"Ihr mögt von niedrigem Stand sein, werter Bruder, doch gerade in euch liegt die Stärke, die Gott erhebt. Fürchtet euch nicht, euch gering zu fühlen eure Zeit wird kommen da ihr euren Wert beweisen könnt. Und glaubt mir - er ist mehr als einem bereits aufgefallen! Euer Freund Nicolò ist das beste Beispiel."
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Giuseppe
Nosferatu
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Registriert: Do 8. Okt 2020, 12:52

Re: [1116] Maddalena, Kobolde und Gott [Giuseppe, Elias]

Beitrag von Giuseppe »

Der Kleine nickte dankbar.
Nahm den Rat an.
Unterhielt sich noch eine Zeit mit Elias, bevor er sich dann wieder den Salben und Verwundeten widmete.



Giuseppe und Elias, sprechen über den Kobold und Elias Verdacht, dass es sich dabei um Giuseppe handeln würde.
Sowie andere Möglichkeiten, mit denen ein Verschwörer diesen Eindruck erwecken könnte.
Sie trennen sich letztlich im Guten und beschließen gemeinsam weiter zu ermitteln.
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